7 Schritte zum optimalen Recording einer Akustikgitarre

Recording Tutorial – 7 Schritte zum optimalen Recording einer Akustikgitarre

Sobald es um die Aufnahme von Vocals oder akustischen Instrumenten wie das Recording einer Akustikgitarre geht, scheinen sich viele Produzenten aus dem Bereich Homerecording damit zufrieden zu geben, einfach irgendein Mikrofon davor zu stellen. Doch gerade beim Recording einer Akustikgitarre kannst Du wesentlich mehr herausholen, wenn Du diese sieben Schritte befolgst.

Saiten wechseln - Recording Akustikgitarre

Vor dem Recording einer Akustikgitarre Saiten wechseln

Auch wenn dieser Teil wirklich offensichtlich wirkt. Viel zu oft werden bei der Aufnahme der akustischen Gitarre aus Bequemlichkeit die Saiten einfach so belassen, wie sie vorgefunden werden. Sofern das nicht eine musikalische und bewusste Entscheidung ein sollte, rate ich dringend zum Wechseln der Saiten.

Zum einen klingen alte Saiten dumpf und abgenudelt. Schlimmer ist noch, dass sie sich teilweise gar nicht mehr richtig stimmen lassen wollen und damit die Aufnahme gefährdet ist. Zudem klingen frische Saiten wesentlich voller und brillanter. Sie behalten ihre Stimmung länger bei und kein Equalizer dieser Welt kann das Schimmern in eine dumpfe Aufnahme zurück bringen.

Je nachdem wie lange das Recording einer Akustikgitarre dauert, solltest Du die Saiten auch regelmäßig mit einem sauberen Tuch abwischen.

 

Gitarre stimmen - Recording der Akustikgitarre

Gitarre vor und während der Session stimmen

Und auch dieser Schritt scheint zunächst einmal offensichtlich. Hört man sich die Aufnahmen diverser Amateurbands im Internet jedoch an, ist er es anscheinend nicht. Vor dem Recording einer Akustikgitarre und auch zwischen einzelnen Takes ist meistens genügend Zeit, um für das Gitarre stimmen. Nutze die Zeit also. Wie ärgerlich wäre es, wenn der perfekt gespielte Take am Ende nicht genommen werden kann, weil er verstimmt ist?

Eine gute Methode ist mit einem Stimmgerät regelmäßig die leere Saite zu checken. Zu Beginn der Session solltest du auch den Oberton auf dem zwölften Bund zu checken. Danach kannst Du auch den 12. Bund greifen und auch hier nach der Stimmung schauen. Sollten diese nicht ebenfalls richtig gestimmt sein (obwohl die leere Saite passt), dann scheint die Gitarre nicht bundrein zu sein. Entweder Du stellst sie dann nach oder hast das im Hinterkopf für die Aufnahme.

 

Hinhören beim Recording der Akustikgitarre

Hinhören, wie die Akustikgitarre klingt

Eine Unart moderner Toningenieure ist, den Aufnahmeraum nur zu betreten, um die Mikrofone aufzubauen und danach etwas zu rücken. Dabei wäre es doch so viel einfacher, den Gitarristen zu bitten etwas zu spielen und sich selbst mal gegenüber hinzustellen und einfach hinzuhören.

Wie klingt die Akustikgitarre überhaupt? Welche Eigenheiten hat dieses spezielle Modell? Klingt sie voll? Dünn? Weich? Hart? Wie klingt sie aus unterschiedlichen Positionen? Macht sie unerwünschte Geräusche? Scheppern die Saiten?

Erst wenn Du ein Gefühl dafür hast, wie diese Akustikgitarre klingt, wirst Du im Regieraum sinnvolle Entscheidungen zu Wahl des Mikrofons und dessen Position treffen können.

 

Raumakustik beim Recording der Akustikgitarre

Wie klingt Aufnahmeraum beim Recording einer Akustikgitarre?

Gerade bei der Aufnahme einer Akustikgitarre kann der Raum eine erhebliche Rolle spielen. Ein guter Aufnahmeraum wird den Klang der Gitarre wahrscheinlich sogar verbessern. Eine schlechte Raumakustik hat dann natürlich die gegenteilige Wirkung. Schon die Positionierung des Gitarristen im Raum kann zu ganz unterschiedlichen Aufnahmen führen. Hier kannst Du etwas in deiner Situation herumexperimentieren.

Wenn die Raumakustik eher bescheiden ist, dann solltest Du das bei deiner Mikrofonwahl bedenken und weniger Raumanteil aufnehmen. Wenn Du zu viel Raum beim Recording einer Akustikgitarre hinein bekommst, dann kannst Du die Mikrofone näher an das Musikinstrument rücken. Sollte das noch nicht reichen, so hilft zuweilen, einen Teppich unter dem Gitarristen auszubreiten.

 


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Lesermeinungen (6)

zu '7 Schritte zum optimalen Recording einer Akustikgitarre'

  • Marcus Wiswedel
    29. Apr 2011 | 21:37 Uhr Antworten

    Zu dem ersten Punkt mit den Saitenwechseln würde ich noch etwas hinzufügen. Nicht nur alte Saiten sondern auch frisch aufgezogene Saiten haben ihre Nachteile. Eine Konzertgitarre mit frischen Nylonsaiten kann man nach 2 Anschlägenschon wieder neu stimmen und eine Westerngitarre mit frischen Stahlsaiten klingt meist ziemlich blechern. Ich habe für mich als Optimum herausgefunden, dass es am besten ist die Saiten eine Woche vor der Aufnahmesession aufzuziehen und die Gitarre täglich einmal kurz an zuspielen und nach zustimmen.

    • Peter Nuding
      01. Mai 2011 | 13:52 Uhr Antworten

      “Kurz” heißt in dem Fall – Wie lange?
      Also ich bin kein Gitarrist, deswegen die Frage.

  • Micky
    03. Mai 2011 | 10:05 Uhr Antworten

    5min. reichen.

    Tipp von mir: Nach dem ersten Stimmen dehne ich meine Saiten auch immer, indem ich sie ca. 2-3cm vom Schalloch wegziehe und dann nachstimme. Ergebnis: Sie sind fast immer sofort stimmstabil.

  • C.Uhlenhut
    17. Jul 2012 | 19:56 Uhr Antworten

    Das obige ist mir nur zu gut bekannt.Aber:wer hat schon mal davon gehört 3-4-5 Tage VOR einer Akustik-Gitarren-Aufnahme die Saiten zu wechseln und sicherlich nicht am Tag des recordings,oder?Aber was rede ich,Sorgfalt ist hald das a&o.
    Und wegen Homerecording:DAS übe ich mit passablen Ergebnissen schon seit mein Dad seine erste Revox Maschine mir hinterließ…..Ich war hald schon mit ca.10 Jahren im SWF Baden_Baden und sah zu wie eine damalige Beatband mit doller Sängerin aufnahm-das ging damals noch!
    Grüß Euch Alle
    Chris
    z.Zt.ua. mit Magix MS16.

  • Till Will
    16. Nov 2012 | 21:17 Uhr Antworten

    Mindestens 3 Std vor der Aufnahme die Saiten wechseln.
    Dann mit weichem Plektrum (Aus Duschgel-Flaschen geschnittene simd super) richtig die Saiten quälen. Also am besten 1 Tag vorher mit den 3 Std. Spielzeit anfangenn, da die meisten Gitarreros physchisch vorher abbauen, bzw. sich Krämpfe in den Fingern/ Armsehnen einstellen, wenn man mit bestimmten Gitarren bestimmte Stücke spielt. Die Gitarre sollte mit ausgeruhtem Gitarreo schon eingespielt sein.
    Ich habe eine alte Halb-Akustik Gitarre, die super klingt,
    100% bundrein einstellbar ist, aber auf den 1. 3 Bünden richtig Kraft kostet, um einen Barre über alle 6 Saiten sauber klingen zu lassen. Wenn ich damit Lightning Crashes von Live erst am Ende spiele, kratze ich haarscharf an einem Krampf in der Hand vorbei.

  • G.K.
    20. Dez 2013 | 20:33 Uhr Antworten

    Zum Thema Saiten: es gibt gravierende Unterschiede zwische Saiten und Saiten. Für Konzertgitarre verwende ich am liebsten Lenzner black Nylon Bronze. Die sind vorgedehnt und stimmstabil (trotzdem dehnen wie Micky). Dabei haben sie einen Superklang. Mit Kleinmembrankondensatormikrofon Niere ca.15-20cm Abstand aufnehmen und den Raumhall nachträglich zufügen. Position am Übergang zwischen Hals und Korpus. Geht es einmal nicht anders und alte Saiten (noch stimmbar) müssen aufgenommen werden, hilft zwar kein EQ, aber ein Brilance Enhancer; aber ja nicht zu viel! Ein sehr guter ist in Magix´s Music Cleaning Lab. Das von 2008 git es bei pearl für ca. 4,- Euro. Auch enthalten Multimax Multibandkompressor ect.

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