Delayzeiten berechnen: So findet Du das Tempo in Millisekunden heraus

46
SHARES
Delayzeiten berechnen

So kannst Du immer exakt die Delayzeiten berechnen und einstellen - los geht's ...

anzeige

Warum die Delayzeiten berechnen?

Das Delay ist einer der einfachsten Effekte: Das eingehende Audiosignal wird in verzögerter Form (und meist etwas leiser) zum Original hinzugemischt. Das kann Vocals, Gitarren & Co. die im Mix willkommene Tiefe und Räumlichkeit oder das gewisse Etwas verleihen.

Der Knackpunkt: Delayzeiten berechnen & einstellen ist wichtig, wenn das Echo im Rhythmus des Musikstücks erklingen und nicht schief durcheinanderwirbeln soll. Im Folgenden erfährst Du, wie die Berechnung funktioniert.

Mehr zum Delay in der Musikproduktion: Video Workshop »

Wie kann ich Delayzeiten berechnen?

Viele Effektgeräte und die allermeisten Delay-Plugins bieten eine zuschaltbare Synchronisation zum beabsichtigten bzw. eingestellten Tempo des Musikstücks. So muss natürlich nicht mit Gleichungen hantiert werden, um die Delayzeiten berechnen zu können.

Wenn aber keine Synchronisation möglich ist oder wenn Du trotzdem die Formel zur Berechnung des Echo-Intervalls in Millisekunden kennenlernen willst, bist Du hier richtig:

240.000 : Songtempo × Notenlänge = Delayzeit


  • 240.000 = 60.000 ms pro Minute × 4 … ohne Vervierfachung gilt es nur für ¼-Echos
  • Songtempo in BPM (»beats per minute«) – Zählzeiten (i.d.R. Viertelnoten) pro Minute
  • Notenlänge des gewünschten Echo-Intervalls
  • Delayzeit ms (Millisekunden) – die für Delays übliche Zeiteinheit

Was ist mit punktierten und triolischen Notenlängen?

Wie gehst Du vor, wenn Du für deinen Groove punktierte und triolische Notenlängen für das Delay berechnen willst? So hier:

  • Punktiert: Multipliziere zusätzlich mit 1,5
  • Triolisch: Dividiere zusätzlich durch 1,5

Delayzeiten berechnen in der Praxis – Beispiel

Hier ist ein typisches Beispiel für 120 BPM und eine Notenlänge von (Achtelnote ) :

240.000 : 120 × 0,125 = 250 ms

Für diese Schreibweise wurde die Bruchzahl ⅛ der Achtelnote ausgerechnet (in eine Dezimalzahl umgewandelt) – eins geteilt durch acht ergibt 0,125.

Und jetzt wollen wir noch sehen, wie sich die Berechnung bei Punktierungen oder Triolen in den Notenwerten für die Echo-Intervalle verändert:

240.000 : 120 × 0,125 × 1,5 = 375 ms für punktierte Achtel
240.000 : 120 × 0,125 : 1,5 = 167 ms (166,666[…] gerundet) für triolische Achtel

 

Fazit zum Thema »Delayzeiten berechnen«

Mit der obigen Gleichung ↑ kannst Du ganz einfach die Delayzeiten berechnen (in Millisekunden), um dein Effektgerät einstellen zu können. Hierfür brauchst Du zunächst das Tempo deines Songs in BPM (Beats pro Minute). Außerdem die gewünschte Notenlänge, die die Verzögerung des Echo-Signals gegenüber dem Originalsound aufweisen soll – Viertel, Achtel etc., gegebenenfalls triolisch oder punktiert.

Abschließend möchten wir dich noch dazu ermutigen, nicht immer die Delayzeit zu berechnen, sondern deine Echos per Tap-Tempo auch mal nach Gefühl zu takten. Die Tempo-Abweichungen von ein paar Millisekunden, die dadurch gerne mal entstehen, sorgen für mehr Lebendigkeit.

Außerdem geht das einfach schneller (es ist bühnentauglicher), den Fußschalter an deinem Delay zu nutzen, anstatt sich erst herunterzubeugen und dann langwierig an Reglern zu schrauben.

Jetzt bist Du gefragt …

Wie gehst Du vor, wenn Du das Tempo für dein Delay einstellen willst? Hast Du andere Werkzeuge und Methoden, um die Delayzeiten berechnen zu können? Nutzt Du vielleicht sogar ausschließlich Tap-Tempo oder die Synchronisation mit dem Projekt-Tempo? Wir sind gespannt auf dein Feedback!

Mehr zum Thema:
            


Lesermeinungen (11)

zu 'Delayzeiten berechnen: So findet Du das Tempo in Millisekunden heraus'

  • The One   27. Jun 2009   14:38 UhrAntworten

    Hallo, vielen Dank für den Artikel! Das Beispiel zur Berechnung der Delayzeit ist, wenn ich mich nicht irre, nicht so gut gewählt: Bezieht sich die Angabe von 120 Bpm auf ganze Noten ist die Rechnung korrekt. Meistens bezieht sich die Angabe von xxx Bpm jedoch auf 4tel Noten (Bezug zum Notenwert am Anfang eines Stückes ersichtlich). 60.000 / Songtempo ergibt die Delayzeit für 4tel. Die Delayzeit für 8tel bei Viertel=120 wäre folglich 250ms.

    FürViertel = xxx BPM gilt:
    60.000 / Songtempo *4* Notenlänge = Delayzeit in Millisekunden

    • Felix Baarß (delamar)   04. Aug 2015   16:23 UhrAntworten

      Mit jahrelanger Verspätung, aber jetzt doch: Erledigt, besten Dank für den Hinweis! :)

  • SiO   20. Apr 2013   03:15 UhrAntworten

    Als ich mich noch mit einer Yamaha RM1x (Groovebox) beschäftigt hatte musste man die Delayzeiten noch selber ausrechnen. Im Internet bin ich damals auf folgende Formel gestossen. Notenwert x 240000 / Bpm.
    Kommt das gleiche raus wie bei The One's Formel.

  • Donald   05. Aug 2015   08:07 UhrAntworten

    Oder hier runterscrollen, Bpm eingeben + Taktung und ausrechnen lassen.
    http://www.sengpielaudio.com/calculator-bpmtempotime.htm
    Wenn man sich mal auf ein Tempo eingeschossen hat, sind die Zeiten eh im Gedächnis und man braucht die Seite nicht mehr. Grüße - Donald

    • Felix Baarß (delamar)   05. Aug 2015   08:10 UhrAntworten

      Ja, die Seite findet man eh sofort, wenn man googelt. Es ging uns hier darum, die Gleichung offenzulegen und zu beleuchten, was dahintersteckt.

  • Donald   05. Aug 2015   08:26 UhrAntworten

    Ist das denn so wichtig Felix ?
    An erster Stelle wollen Wir doch Musiker sein, oder darin besser werden.
    An zweiter Stelle ist man Techniker.
    Und an dritter Stelle Produzent.
    Wenn nun der Techniker in mir an Dingen werkelt,
    die dem Musiker null helfen, dann sagt der Produzent:
    Nö, brauchen Wir nicht.
    Und wie gesagt, wenn man mal bei einem Tempo bleibt,
    hat man sich die Zeiten eh eingeprägt.
    Da brauchts auch keine komplizierte Formel :)

    • Felix Baarß (delamar)   05. Aug 2015   08:55 UhrAntworten

      Schadet ja nicht, es zu wissen. :)

      Außerdem kennst Du delamar ja schon ganz gut und weißt, dass wir sonst meist eher auf die musikalische Praxis eingehen, wie Du es anregst. Insofern fällt dieser Artikel durchaus etwas aus der Reihe.

  • Slashgad   07. Aug 2015   13:15 UhrAntworten

    SCHADET nicht - finde ich auch. Am Ende stell ich auch gerne knapp daneben ein - da ist das schon hilfreich, wenn der SYNC-Knopf deaktiviert ist! Die letzte Entscheidung liegt eh beim Ohr.

  • Donald   08. Aug 2015   08:13 UhrAntworten

    Auf der Snare kann man pauschal 12 ms mit kurzem Feedback untermischen.
    Soche Zeiten wie zwischen 24 - 30 ms sind interessant.
    Da kann man schonmal ein Delay Rack basteln mit Zeiten von,
    7,5 - 15 - 30 - 60 - 120 - 240 - 480 usw.
    Je nach Tempo braucht man nur noch leicht anpassen.
    Dieses Rack passt sowohl auf die Snare Gruppe als auch Synth Gruppe oder Vocals.
    Aber pauschalisieren braucht man wirklich nicht immer sorry.

  • Sogyra   10. Sep 2015   15:47 UhrAntworten

    Ich rechne nicht...ich lasse rechnen. "wizcalc" heißt das Tool das mir schon oft geholfen hat.
    Der Clou an der Software ist, das via Mausklicks das Tempo ermittelt werden kann.
    Also: einen Song laufen lassen, und im Takt mit der Maus mitklicken, und nach 20-30 Sekunden bekommt man einen relativ genauen BPM-Wert mit Kurvenverlauf angezeigt. Geil :)

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN