Mixing Tutorial: Den Mix lauter machen in 10 Schritten

Mixing Tutorial: Den Mix lauter machen in 10 Schritten

Wenn Du eine Aufnahme aus den 90er Jahren mit einer aktuellen Produktion vergleichst, wirst Du einen wirklich gewaltigen Unterschied in der Lautstärke bemerken. Labels, Toningenieure und nicht zuletzt auch die Musiker und Bands selbst sind in eine Art Lautheitswahn verfallen. Es hat sich ein Wettkampf entwickelt, wer das lauteste Album, die heisseste CD auf den Markt bringt. Auf der Strecke blieb dabei der Dynamikumfang der Musik, die jetzt praktisch kaum noch Wellen und Täler aufzuweisen hat.

Natürlich ist das nicht einfach so passiert und ohne Grund. Es gibt sogar einige Gründe, die auf den ersten Blick für lautere Mixe sprechen: Der durschnittliche Musikkonsument empfindet lautere Musik als besser klingend. Der laute Mix kann besser im Radio neben den anderen Songs bestehen. Ein Tonstudio “muss” lautere Mixe abliefern als die Konkurrenz, um im Wettbewerb zu bestehen. Ein wirklich lauter Mix setzt sich besser im Auto bei 100 km/h auf der Autobahn durch. Und so weiter und so fort.

Das alles scheint wie ein kaum noch aufzuhaltender Trend zu sein, der – objektiv betrachtet – zu einer hörbaren Minderung der Klangqualität und emotionalen Aussage der Musik geführt hat.

Für Besitzer eines kleinen Projektstudios und für Produzenten aus dem Bereich Homerecording bleibt aber der Wunsch eine Aufnahme lauter zu machen – trotz aller Bedenken. Und hierfür gibt es diverse Techniken, die einen Song auf (fast) dasselbe Level wie professionell gemasterte Produktionen bringen.

Mixdown Tipps

Mixdown Tipps

Den Mix lauter machen in einzelnen Schritten

Ein Hinweis noch vorneweg: Alle Bearbeitungsschritte solltest Du nicht mit der Spur auf Solo geschaltet durchführen. Es ist wichtig, den Mix als Ganzes zu hören und die Änderungen im Kontext zu evaluieren.

 

1. Kontrolle von RMS und Peaks beim Mix lauter machen

Der erste Schritt wird sein, ein geeignetes Metering auf den Summen-Buss zu legen. Hierbei solltest Du Meter nutzen, die sowohl RMS als auch Peaks anzeigen. RMS ist ein relativ guter Indikator für die durchschnittliche Lautheit von Audio und für dich ein guter Weg, um deinen Erfolg zu kontrollieren (wenn Du mehr über Peaks und RMS erfahren möchtest, dann lies mehr darüber im Workshop Mastering am Computer von Friedemann Tischmeyer). Zwar gibt es im Big-Business der Major-Label einige Mastering-Ingenieure, die sogar digitales Clipping für mehr Lautheit in Kauf nehmen – für uns Normalsterbliche aber lautet die oberste Regel immer: Keine Peaks über 0 dB.

 

2. Normalisieren

Der zweite Schritt beim Versuch, deinen Mix lauter zu machen, ist das Normalisieren der Audiodatei. Beim Normalisieren wird die Lautstärke der Musik ganzheitlich um einen vom genutzten Musikprogramm berechneten dB-Wert angehoben – die Musik wird alsp gleichmässig lauter. Im Unterschied zu den später beschriebenen Arbeitsschritten wird hier das Verhältnis der einzelnen Frequenzbänder untereinander nicht verändert.

 

3. Ungewollte Bassfrequenzen eliminieren

Wir haben die Problematik mit den tiefen Frequenzen ja schon in dem ein oder anderem Artikel angesprochen. Um es kurz zu machen: Tiefe Frequenzen tragen mehr Energie und “stehlen” den hohen Frequenzen enorm viel Platz. Der Bass wird viel eher gefühlt als gehört und das Gehirn ist in der Lage, sich fehlende Frequenzen wieder hinzuzudenken.

Unter der Vorgabe bzw. Aufgabenstellung, den Sound lauter zu machen, ist die Herangehensweise folgende: Setze einen High-Pass-Filter ab 40 Hz, der alles unter 40 Hz wegschneidet – auf jede Spur, keine Ausnahme. Ausser bei Bass und Kick Drum kannst Du den High-Pass-Filter sogar noch wesentlich höher einsetzen: Vocals z.B. bei 100 Hz, Gitarre bei 150 Hz, usw. Achte darauf, dass die Spur nicht anfängt “dünn” im Kontext zu klingen.

Wenn Du das tieffrequente Spektrum so aufgeräumt hast, werden sich nicht nur Bass und Kick-Drum besser verständlich sein, der Mix wird auch leichter klingen und sich besser auf den Stereoanlagen durchsetzen.

 

4. Fundamental- & Resonanzfrequenzen in den Griff bekommen

Jedes Instrument hat seine eigene Fundamentalfrequenz und weitere Resonanzfrequenzen, welche bis zu einem gewissen Grad auch von den gespielten Noten abhängen. Ein einfacher Weg, um die Fundamentalfrequenz eines Instruments herauszufinden, ist etwa der Blick in ein Plugin zur Frequenzanalyse. Die Resonanzfrequenzen sind Vielfache des Grundtons, die mit dem Faktor 2 multipliziert werden. Beispiel: Für eine Gitarre ist die Fundamentalfrequenz etwa 100 Hz, die stärkste Resonanzfrequenz liegt etwa um 800 Hz (100 x 2 = 200 / 200 x 2 = 400 / 400 x 2 = 800).
Die Resonanzfrequenz erkennst Du auch daran, dass eine Anhebung derselben mit einem Equalizer das Instrument “billig” klingen lässt. Um unseren Mix lauter zu machen, wird es notwendig, die Fundamentalfrequenz und die Resonanzfrequenz etwas abzusenken. Dazu verwendest Du am besten einen parametrischen Equalizer, der mit einer Filtergüte Q von 1,0 bis 1,4 einige dB absenkt.

Wie stark diese Absenkung genau sein darf, musst Du selbst entscheiden. Das hängt davon ab, wie das Instrument im Kontext der Abmischung klingt. Sobald das Instrument zu “dünn” klingt, ist die Absenkung zu gross.

 

5. Maskierungen von Instrumenten verhindern

Wenn mehrere Instrumente sich im selben Frequenzbereich befinden, können wir nur eines richtig wahrnehmen – das Lautere. Ein Instrument “maskiert” oder überdeckt also das andere. Den Effekt hast Du sicherlich schon in dieser Form wahrgenommen: Wenn Du ein Instrument im Mix lauter machst, scheint ein zweites Instrument zu verschwinden. Machst Du nun das zweite wieder lauter, so verschwindet die erste Spur wieder im Nirwana.

Es gibt diverse Methoden, um die Maskierung von Instrumenten zu verhindern. Im Rahmen dieses Artikels will ich aber nur auf die Lösung mit einem Equalizer eingehen (die unter der Prämisse, den Sound lauter zu machen, die beste Wahl ist). Zunächst gilt es, die Problemzone im Frequenzspektrum zu finden. Hierzu musst Du ganz genau hinhören, was fehlt, wenn Du die zweite Spur anschaltest. Auf der ersten Spur (die von der zweiten maskiert wird und Du jetzt ausnahmsweise im Solo-Modus anhörst) setzt Du nun einen Equalizer mit 10dB Absenkung bei einer Filtergüte Q von etwa 2-3 ein. Jetzt bewegst Du den Drehregler für die Frequenz so lange hoch und runter bis Du die maskierte Frequenz gefunden hast.

 

6. Ungewollte, hochfrequente Anteile eliminieren

Analog zu Schritt 3 können wir auch die “unnutzen” Frequenzen diverser Instrumente am oberen Ende des Frequenzspektrums entfernen. Wenn auch nicht ganz so effektiv wie beim Bass, schaffen wir damit mehr Platz für andere Instrumente und eine lautere Aufnahme.

Bei E-Gitarren, Kick-Drum, Bass, Toms und auch bei Backing-Vocals setzt Du hierfür einen Low-Pass-Filter bei etwa 15 kHz ein. Die Frequenz regelst Du anschliessend so lange nach unten, bis der Mix darunter leidet. Zu viele oder zu laute Frequenzen oberhalb von 15-16 kHz führen dazu, dass ein Mix schnell harsch und digital klingt. Und mal ganz abgesehen davon

 

7. Gleichmässige Lautstärke der Einzelspuren

Jetzt, da wir die Instrumente bereits mit dem Equalizer herausgearbeitet haben, wird es Zeit, die Dynamik der Einzelspuren zu untersuchen. Grob gesagt sollte jede Spur über den gesamten Verlauf des Songs gleich laut bleiben. Der Gesang sollte also dieselben Peaks in der ruhigen Phase aufweisen wie im Chorus, wo sich der Sänger die Seele aus dem Leib brüllt.

Unser Gehirn wird – trotz gleichbleibender Lautstärke – einen Unterschied in der Lautheit wahrnehmen (geringerer RMS). Wenn dein Sequencer die Möglichkeit bietet, einzelnen Clips (oder Events) Lautstärkenautomation (Pre-Fader!) zuzuweisen, so solltest Du damit zunächst für die Gleichmässigkeit sorgen. Dieser Schritt ist unbedingt noch vor dem Einsatz eines Kompressors zu erledigen.

 

8. Kompression verwenden

Die Kompression einzelner Instrumente ist ein elementarer Schritt auf dem Weg zu einer lauteren Aufnahme. Wir beginnen mit Kick Drum und Snare Drum, die mit einem langsamen Attack bearbeitet werden, um die Transienten durchzulassen. Hierbei musst Du vor allem auch auf den Release achten, um nicht den nächsten Schlag zu verpassen. Der Bass (bzw. die Bass-Gitarre) muss natürlich auch komprimiert werden, in vielen Fällen sogar recht stark komprimiert. Akustische Gitarren sollten auch komprimiert werden (hier auch auf den perkussiven Anteil achten), elektrische Gitarren brauchen weniger bis gar keine Kompression.

 

9. Einzelne Mix-Elemente herausarbeiten

Wenn Du einzelne Teile der Abmischung betonen oder lauter machen möchtest, dann kannst Du dir hier einen psychoakustischen Trick zunutze machen. Nehmen wir zum Beispiel ein Gitarrenriff, das in der zweiten Strophe neu ins Arrangement hinzukommt, aber mit den Vocals kollidiert. Hier reicht es, dieses Riff ein bis zwei Mal in einer hörbaren Lautstärke abspielen zu lassen und den Pegel anschliessend abzusenken. Unser Gehör kennt nun das Riff bzw. den Klang und wird ihn auch weiter im Mix wahrnehmen können. Lässt Du diese Spur von Anfang an nur leise spielen, wird sie oftmals vom Zuhörer nicht wahrgenommen.

Und das funktioniert so: Bleiben wir bei besagtem Gitarrenriff als Beispiel. Senke die anderen Spuren mit Ausnahme der Drums und des Basses um 1-2 dB ab, während Du die einzuführende Spur um etwa 1dB lauter machst. Nach kurzer Zeit kannst Du die Lautstärkenänderung wieder rückgängig machen und der Zuhörer kann das Instrument weiter wahrnehmen.

Bei einem Solo oder auch beim Lead-Gesang kannst Du dieselbe Technik auch einfach dauerhaft anwenden.

 

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10. Den Mix lauter machen durch Mastering

Zu diesem Zeitpunkt solltest Du den schon lauten Mix bereits auf diversen Anlagen und Abhören gegengehört haben. Auf diesen sind in der Regel sehr schnell etwaige Fehler wie zu viel oder zu wenig Bass, matschiger Bass, dünne Instrumente und so weiter zu erkennen. Du kannst jederzeit zurück zu einem der früheren Arbeitsschritte springen und dort nochmals nachbessern.

Noch wird der Song nicht so laut erklingen wie eine kommerzielle Produktion, aber schliesslich hast Du noch einen letzten Schritt vor dir: Das Mastering. Nun gilt es zu entscheiden, wer den Song mastern soll. Du kannst das selbst in deinem Sequencer erledigen (hier empfehle ich dir die Lektüre der Mastering-Kolumne von Friedemann Tischmeyer und den Einsteiger Artikel Was ist Mastering) oder den Song zu einem professionellem Mastering weggeben. Mein Tipp: Wenn geplant ist, den Song als MP3 oder WMA zu veröffentlichen, dann mach es selbst. Gehört der Song zu einer Demo-CD, die auf dem Tisch eines A&R’s landen wird, dann gib es in ein professionelles Mastering-Studio, um deine Chancen zu verbessern.

Lesermeinungen (46)

zu 'Mixing Tutorial: Den Mix lauter machen in 10 Schritten'

  • Armin
    25. Sep 2009 | 14:28 Uhr Antworten

    Wow! Klasse Artikel, das werde ich gleich heute Abend ausprobieren. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich verstehe, warum meine Mixe nicht klingen wie die der Pros obwohl ich den Limiter immer bis zum Anschlag gedreht habe.

    Danke!

  • Richie
    25. Sep 2009 | 14:36 Uhr Antworten

    Sehr geiler Artikel ;-)

  • Paul
    25. Sep 2009 | 15:56 Uhr Antworten

    Das sind doch mal tolle konkrete Anregungen, fern von dem leeren
    Wortwolken der Hochglanzmagazine, die einem nur 5,50 € jeden Monat aus der Tasche ziehen.

    Weiter so !!!

  • E.B.W.O.
    25. Sep 2009 | 21:04 Uhr Antworten

    herrlich;-)

  • Sib
    26. Sep 2009 | 13:15 Uhr Antworten

    Guter Artikel!

    Aber auch Kick und Bass grundsätzlich mit einem 40Hz Lowcut-Filter zu belegen finde ich zu pauschal.

    :-)

  • Felix (delamar)
    26. Sep 2009 | 19:27 Uhr Antworten

    Carlos’ Output wird mir langsam unheimlich. 8|

  • SpaceCowboy
    28. Sep 2009 | 10:24 Uhr Antworten

    Alles unterhalb 40 Hz macht nun wirklich keinen Sinn und sollte weggefiltert werden. Es “klaut” nur Energie und trägt nicht positiv zum Mix bei. Ich habe gerade heute bei einem Mix dieBassDrum (Plugin mit Vintage-DrumSet) sogar bei 200 Hz abgeschnitten, den E-Bass bei 80 Hz, die E-Guitarre bei 400 Hz. Dass hat zu deutlich höherer Transparenz geführt.
    Der Mix klingt auf keinen Fall zu dünn und klingt auf kleineren und grösseren Boxen gut und kommt laut ´rüber.
    PS.: Bass und Drums habe ich natürlich komprimiert. Bei der verzerrten E-guitarre war das aber nicht nötig.

  • Sib
    28. Sep 2009 | 22:49 Uhr Antworten

    Die Bassdrum bei 200 Hz abgeschnitten, sagst du? Das kann ich mir jetzt kaum vorstellen, aber das heißt ja nichts. Ich werd´s mal probieren bei nächster Gelegenheit, vielleicht hast du recht.

  • Heiko
    29. Sep 2009 | 08:44 Uhr Antworten

    Basedrum bei 200Hz abschneiden ist der totale Schwachsinn für ein ausgewogenes Mix und der Tip mit dem Normalisieren ebenso.

  • Carlos (delamar)
    29. Sep 2009 | 10:22 Uhr Antworten

    Danke für euer aller Feedback :)

    Eine Kick habe ich auch noch nicht bei 200 Hz abgeschnitten – jedenfalls nicht, wenn sie als Kick fungieren sollte. Andererseits kann es ja trotz alledem gut im Kontext funktionieren. Einige der besten Mixe dieser Welt sind durch genau solche Tricks entstanden, die wir anderen als “geht gar nicht” gefühlt haben.

    Deswegen: Einfach mal testen & wenn es sich gut anhört, dann ist es gut.

  • nevi
    29. Sep 2009 | 10:49 Uhr Antworten

    @SpaceCowboy: Den Mix würd ich gern mal hören ^^
    keine Ahnung warum sich das bei Dir gut angehört haben sollte. Falls das wirklich so ist, dann würde ich sagen da stimmt was mit dem Material nicht oder es ist noch’n mega Bass-Boost auf dem Master oder so. Oder Du hattest vorher noch einen Bass-Enhancer volle Pulle auf den Einzelspuren drauf… Wär für mich die einzig sinnvolle Erklärung.

    Die 40 Hz (aus dem Artikel) sind wohl als grober Richtwert zu verstehen. Je nach Abhörsituation (Monitore + Raumakustik) lässt sich dieser Frequenzbereich evtl. auch gar nicht mehr korrekt beurteilen.

  • nevi
    29. Sep 2009 | 10:54 Uhr Antworten

    Ach ja… nen Tipp noch: Der Low-Cut ist zumeist am besten VOR einer Kompression zu machen :) insbes. beim Bass, gilt auch für nen Multiband bei E-Gitarren

  • SpaceCowboy
    29. Sep 2009 | 18:26 Uhr Antworten

    Ich scheine missverstanden worden zu sein. Ich habe nicht gesagt, dass ich Bassdrums generell bei 200 Hz abschneide. Nur bei diesem einen Mix tat ich es, weil es der BassDrum-Sound im Gesammtmix erforderte. Bassdrum und Bass waren so deutlicher auseinanderzuhalten.

  • Andy44
    30. Sep 2009 | 21:11 Uhr Antworten

    Ich hab mal ne Frage zu Nummer 5 : Da steht Fundamentalfrequenz und Resonanzfrequenz etwas absenken ? oder soll es heissen nur die Resonanzfrequenz . Werde bei dem Punkt irgendwie nicht schlau.

  • Andy44
    30. Sep 2009 | 22:07 Uhr Antworten

    sorry, ich hab mich im punkt geirrt! ich meine natürlich punkt 4.
    was ich nicht verstehe ist wie das gemeint ist:
    also wenn ich funtamental fequenz und resonanzfrequenz absenke dann ist es doch fast das selbe als wenn ich das instrument leiser mache oder ?
    ich bin wirklich ein noob was Physik angeht und akustik aber ich habe sehr starkes interesse mich damit ernsthaft auseinander zu setzen.

    es wäre der hammer wenn mir das jemand einfach erklären könnte.
    habe ein paar vorkenntnise was den versuch mit dem Federpendel angeht.
    achso ja meinst du mit Fundamentalfrequenz die Eigenfrequenz ?

  • Carlos (delamar)
    04. Okt 2009 | 12:33 Uhr Antworten

    Du nimmst die Charakteristik des Instruments etwas zurück und lässt damit etwas Platz für andere Instrumente im Mix oder eben Platz zum lauter machen.
    Es ist aber bei weitem nicht so als ob Du das Instrument leiser machtest.

  • Creative
    06. Okt 2009 | 17:12 Uhr Antworten

    Erstmal vielen Dank für diesen Artikel….

    Eine Fragen die ich nun hab ;)

    1. Ich mache die Beats in FlStudio und expotiere dann die einzelnen Audiospuren als Wave und lade sie in cuebase zum Abmischen\Mastern.
    ich hatte nun alle Spuren schon mit kompressoer, EQ und leichtem Hall bearbeitet und eollte nun den mix “lauter” machen und fand diesen Artikel…
    Wenn ich dann alle spuren markiere und in Cubase “normalisiere” ist das ergebniss katastrophal….die BD is kaum noch zuhören…die shaker überdecken alles etc.

    Also ich habe mitsicherheit keine perfekte vorarbeit geleistet aber ohne die normalisierung hörte sich der Mix einigermaßen an und danach war er komplett im eimer…

    Hab ich da irgendwas falsch verstanden?…immerhin wird das ja direkt als 2ter schritt empfohlen..

    Schonmal THX für eure hilfe ;)

  • Sib
    06. Okt 2009 | 18:36 Uhr Antworten

    @Creative

    Das ist ja klar, dass sich das komisch anhört, weil du ja damit deinen Mix versaust – nicht jede Spur ist gleich weit weg vom Vollausschlag. Und somit wird auch jede Spur unterschiedlich im Pegel verändert. Normalisiert wird eigentlich nur die Summe als einer der letzten Bearbeitungsschritte. Wenn du also einzelne Spuren normalisierst (was ich z.B. nie mache), dann musst du das VOR dem Mixdown machen. :-)

  • Creative
    06. Okt 2009 | 21:44 Uhr Antworten

    THX @ sib ;)

    Ich dachte die Bearbeitungsschritte wären in Reihenfolge angeordnet :D
    Aber wenn ich mir den rest anschaue kann man des doch eigendlich als schritt für schritt leitfaden sehen bis auf das normalisieren am anfang oder?—->vorsicht noob ;-)

    Greetz und danke für etwaige antworten im vorraus ;)

  • nevi
    06. Okt 2009 | 22:27 Uhr Antworten

    @Creative:
    Du könntest doch FL als Slave im ReWire-Modus zusammen mit Cubase laufen lassen. Das wäre doch die elegantere und flexiblere Methode.

  • Mensch86
    04. Jan 2010 | 14:50 Uhr Antworten

    Zuallererst vielen vielen Dank für diesen all die anderen extrem hilfreichen Artikel auf delamar! Ich könnt euch dafür knutschen, dass ihr hier so viel Wissen gratis ins Internet stellt. ;-)
    Allerdings hab ich auch nach Befolgen der Tipps in diesem Artikel noch einen im Vergleich ziemlich leisen Mix vorgefunden. Nachdem ich auf allen Spuren die ungewollten Frequenzen eliminiert, die unterschiedlichen Lautstärken abgeglichen und einen Kompressor draufgetan hatte, clippte der Track trotzdem noch, obwohl er mir sehr leise vorkam. Scheinbar waren vor allem Kick & Snare daran schuld, obwohl ich teilweise sogar das Gefühl hatte, dass der Kick im Vergleich zu den anderen Instrumenten zu leise war. Ich habe dann ein anderes Sample gewählt, was etwas geholfen hat und beschlossen a la Holzhammer-Methode einen Limiter auf den Masteroutput zu hauen und das ganze so Laut zu drehen bis es passt. Zwar klingt der Kick nun ein wenig dumpfer als vorhin, aber wie auch alle anderen Instrumente angemessen laut und qualitativ hört sich das Ganze das für mich (als Laie) auch noch recht ok an. Ich frage mich, ob diese Methode Gang & Gebe ist, oder ob man so etwas besser nicht machen sollte. Ansonsten werde ich das ab jetzt immer so machen.

    • Marcel
      28. Sep 2013 | 12:46 Uhr Antworten

      Also wenn du clipping im Master hast dann ist dein Mix schon mal tendentiel zu laut!!!
      Wie auch in anderen Artikeln von Carlos und den anderen Delamars erwähnt, solltest du erst mal mit etwa -10 bis -6 db beginnen auf den Einzelspuren bzw. der Bassdrum und Snaredrumm.
      Es ist ein Fehler den wahrscheinlich viele machen, immer schön den Fader im 0 db Berreich hoch zu ziehen.
      Wenn man dies macht hat man ja gar kein Headroom mehr um noch Platz für etwas zu lassen wie z.B. ein Solo was lauter sein soll als der Rest usw.
      Auch ich habe die Erfahrung gemacht. Achte auch mal darauf das du schon beim Aufnehmen genug Headroom lässt. Ist die Spur nähmlich grundsätzlich schon zu “heiß” aufgenommen führen EQ und co schnell zu unbemerkten Overs.
      Durch die Digitale Technik haben wir heute die Möglichkeit selbst mit Preiswerten Wandlern (Interfaces) gute und keinesfalls verrauschte Aufnahmen zu machen.
      Durch 24bit Wandler lassen sich Aufnahmen mit 144db Dynamik aufzeichnen, selbst wenn du bei der Aufnahme 10db Headroom zum Clipping lässt bleiben dir ja 134db Dynamik und somit bist du auch noch ewigkeiten entfernt vom viel befürchteten Rauschen. Davon ab werden heutzutage ja schon Plugins entwickelt die ein Rauschen hin zu fügen. Dies kann der Aufnahmen einen gewissen Charakter geben. Wichtig ist tatsächlich einfach die Gleichmäßigkeit der Lautstärken durch Automation und Kompressor.
      Beim Master kannst du dein Song ja sowieso noch mal durch einen Maximizer ziehen und du wirst dich wahrscheinlich wundern wie laut du dein Song bekommst wenn du schon vorher auf die Dynamik der Einzelspuren geachtet hast.

  • phil
    11. Apr 2010 | 21:50 Uhr Antworten

    Super Artikel
    Einen ausführlichen Artikel über Fundamentalfrequenzen fände ich sehr interessant

  • Juan
    28. Mai 2010 | 15:28 Uhr Antworten

    200 Hz LoCut bei der Kick finde ich auch extrem. Ich habe aber nicht selten davon gelesen, das Bassdrums bei 80-100 Hz beschnitten werden, wenn der Bass das tragende Fundament spielt. A propos Bassbereich aufräumen: Heute gibt’s ja auch zum Glück Sidechain-Kompression (oder Gating) das Hilft fer “Fatness” noch ein wenig auf die Sprünge…

    adios

  • Carlos (delamar)
    02. Jun 2010 | 16:58 Uhr Antworten

    @Mensch86
    Nach dem Abmischen des Songs kommt es darauf an, ihn möglichst laut zu mastern. Der Mix ist im Prinzip nur die vorbereitende Massnahme, um das fertige Master (uneträglich) laut zu machen.

    Kick & Snare haben natürlich extrem laute Peaks. Hier kann es schon helfen eine eigene Gruppenspur mit beiden zu machen und dort ein leichte Peak-Limiting draufzugeben.

    @Juan
    200Hz ist so relativ. Wenn er dort einen Filter mit 36dB draufsetzt könnte die Kick Drum sehr dünn klingen. Bei 6dB muss das aber gar nicht sein…

  • nevi
    04. Jun 2010 | 15:00 Uhr Antworten

    @Carlos

    Müsste man die Aussage nicht etwas relativieren? Ich meine, dass beim Mastering nicht nur die größtmögliche Lautheit DAS Ziel schlechthin ist.

    Für meinen Teil finde ich, dass je nach Musikstil, Zielgruppe & “Standard der Konkurrenz”, der bestmöglichen Kompromiss zu finden ist aus Klangqualität (= Dynamik + Frequenzgang + Stereobild + …) und maximaler Lautheit. Ob das jetzt DR4, DR7 oder DR9 ist, kommt für mich auf den Titel an.

    @Mensch86

    Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, Kick & Snare (bzw. Drums) auf der Subgruppe zu bearbeiten und dort zu komprimieren. Empfehlenswert ist hierzu auch der beliebte New-York-Kompressor-Trick. Auf delamar gibt es meine ich irgendwo eine Beschreibung dafür. Weiteres Stichwort ist hier “Parallelkompression”. Der Vorteil bei diesen Verfahren liegt im Erhalt von Transienten und des Eindrucks von Dynamik. Sprich: “weniger Dumpfheit”

    Es gibt Produzenten, die mixen von Anfang an in einen Limiter bzw. Loudness-Maximizer oder speziellen Bus-Kompressor. Das kann dann mehrere Gründe haben:
    1) Der Produzent bekommt schon beim Mixing eine Ahnung davon, wie der fertige Track nach dem Mastern in etwa klingen wird.
    2) Die Lautstärkeverhältnisse (insbes. von Kick und Snare!!) werden “richtig” gewählt. Denn oftmals wird beim Mastering festgestellt, dass Kick und Snare in ihren Volumes zu leise sind fürs Mastering. Kick & Snare sollten vor dem Mastering eigentlich etwas zu laut klingen, damit es nach dem Mastering wieder passt. Beim Mixing in einen Master-Limiter wird dieses Problem umgangen oder zumindest entschärft.
    3) Der Produzent will den Limiter (oder auch Kompressor) zu klangformenden Zwecken benutzen, z.B. um den Groove hervorzuheben, indem die Release-Zeiten angepasst werden.
    Nachteile: Es muss entweder überlegt werden, wie sich der Limiter auf das Mastering auswirkt falls er drauf bleibt. Andernfalls muss beim Mastering der klangformende Effekt des Limiters nachgebildet oder ein mindestens gleichwertiger Ersatz gefunden werden. Bei einem externen Mastering bedeutet dies: Es liegt dann größtenteils an der Kompetenz und der Geschäftsphilosophie des Mastering-Studios.

    Es gibt auch Produzenten, für die stellt Mixdown & Mastering ein einziger Prozess dar. Die mixen dann direkt in ihre Mastering-Chain.
    Vorteil: die direkte Kontrolle über den endgültigen Output sowie vollkommene Freiheit und Flexibilität für die Formung des Gesamtsounds.
    Nachteil: die Abhöre muss schon ziemlich gut sein und ein erfahrener Profi davor sitzen.

    Ich will noch sagen, dass bei allen Tipps, insbesondere was Kicks, Lautheit, Kompression etc. auch IMMER die Situation zu bedenken ist. D.h. Musikstil, Recordings vs. Samples (insbes. bei Drums!), Abhöre (hör ich überhaupt, ob ich bei 38 Hz oder 45 Hz abschneiten muss…) usw.

    Ich halte es für sinnvoll zu versuchen, seinen eigenen Produktionsstil zu finden. D.h. der eine mixt gerne in einen Limter, der andere kommt da drauf gar nicht klar… Der eine baut seinen Frequenzgang schon von Anfang an in den Mix, der andere überlässt das dem Mastering… Der eine komprimiert alles platt und beim Mastering passiert nicht mehr viel mit der Dynamik, der andere haut Transienten-Desinger drauf bis zum Umfallen und expandiert lieber statt zu komprimieren und die dicke Wurst wird erst beim Mastern gebraten…

    Jeder hat seine eigenen Gründe warum er das so-und-so und nicht anders macht. Ich sag immer ERGEBNIS ZÄHLT :)

  • nevi
    04. Jun 2010 | 15:00 Uhr Antworten

    HILFEEE! :) Wo sind meine Leerzeilen?? ^^

  • Sib
    04. Jun 2010 | 15:54 Uhr Antworten

    Naja, größtmögliche Lautheit kann ja auch die Möglichkeit innerhalb des Rahmens der Dynamik bedeuten.

  • Bastian
    07. Sep 2010 | 10:25 Uhr Antworten

    Hi alle,

    ja, super, Eure Ideen und Kommentare – besser als jede “Standardliteratur”!

    Meine Frage wäre: Ich arbeite 100% digital – wenn ich ein neues Projekt beginne, sagen wir nur mit Kick/Snare – sollte ich zunächst (um digitales Clipping zu umgehen), alle Pegel der Einzelspuren ohne Limiter im Master maximal auf die 0db Marke ansetzen (so dass nichts clippt) und könnte dann einen Limiter auf den Masterbus ansetzen, um noch etwas an Lautheit rauszukitzeln?

    Danke für Eure Antworten!

  • Ekkehard
    17. Okt 2010 | 23:20 Uhr Antworten

    Hallo zusammen,
    was einiges an dB Headroom “freiräumt” ist, vorausgesetzt, die Aufnahmen taugen dazu, einen Saturator auf die Bassdrum zu setzen. Dieser generiert Obertöne der Resofellschwingung, die dann (möglichst phasenrichtig) auf dem Grundsignal zu einer Kappung der näherungsweise sinusförmigen Schwingung des Resofells führen (clip…). Das ganze klingt etwas trockener, da aber die meisten eher preiswerten Tieftöner “draußen” einen eher schlechten Q aufweisen, wird die Lautsprechermembran etwas überschwingen und wieder dem ursprünglichen Signal folgen. Schön dabei, daß keine statistische Methode verwendet wird, sondern eine der Physik der Oszillatoren naheliegende. Hört man, Rest oben wegschneiden nach Geschmack.

  • Chris
    13. Nov 2010 | 15:09 Uhr Antworten

    Hallo,

    Ich habe vor nicht allzulanger Zeit begonnen mich für das
    Thema dieses Workshops zu interessieren. Allerdings bei ich nach dem Lesen des Artikels etwas verwirrt. Bisher dachte ich immer, man sollte jedem Instrument seinen eigenen Platz im Mix schaffen. Bei Puinkt 4 schreibt der Autor das man eben jene Frequenzen, die das Instrument (ich meine in dem Fall die Gitarre) ausmachen, per EQ eliminieren soll, da es sonst “billig” klingt, wobei ich auch zustimme. Ich dachte jedoch, das man genau den Bereich um 1 KHz für die Gitarre freimachen sollte, da dieser doch genau ihrer wichtigsten Frequenz entspricht. Kann mich irgendjemand aufklären?

    Danke im Voraus,

  • nevian
    13. Nov 2010 | 23:18 Uhr Antworten

    @Chris

    Was Carlos unter Punkt 4 beschrieben hat, ist im Grunde die Anpassung des Instruments von der relativen Größe her in den Kontext des Mixes.

    Punkt 3 geht auch in diese Richtung, weil durch einen Low-Cut nicht nur unnötige Frequenzen entfernt werden können, sondern über die Flankensteilheit bzw. den Rolloff auch die Einblendung in den Mix geschieht.

    Und indem Du störende(!) Resonanzen beseitigst, hast Du hinterher die Möglichkeit, das Instrument durch breite Frequenzanhebungen mit niedrigen Q-Werten zu formen, so dass es optimal in den Mix passt. Hierbei musst Du normalerweise darauf achten, dass die natürliche Charakteristik des Instruments noch erhalten bleibt.

    Bezogen auf die 1kHz und E-Gitarren kann ich Dir nur zustimmen, dass hier eine Absenkung meistens sehr gut tut! Diese Frequenz ist technisch gesehen DIE Zentralfrequenz im ganzen Spektrum und geht immer direkt “into the face”.

    Instrumente, welche hier zu stark ausgeprägt sind, drängen sich dem Hörer sozusagen auf – meistens eher unangenehm. Wenn in diesem Mittenbereich was fehlt, ist es meistens angenehmer, die 800 Hz oder leicht darüber anzuheben.

    Bei E-Gitarren, welche keine Leads spielen, senke ich die 1kHz grundsätzlich ab! Der Sound klingt dadurch eher nach einer großen Box. Ebenso die 500Hz (und bei 250 Hz sollte man auch sehr vorsichtig sein). Allerdings sind diese Absenkungen nicht unbedingt von der schmalbandigen Sorte, wie das unter Punkt 4 beschriebene Cleaning. Der Q aber auch so genau eingestellt sein, dass bei der Absenkung die wichtigen Frequenzbereiche daneben noch am Leben gelassen werden.

  • Chris
    07. Jul 2011 | 01:49 Uhr Antworten

    Super, jetzt gibt es den Loudnesswar auch für zu Hause, live aus den Homestudios Deutschlands.

    Nimm den Text wieder raus, bitte. :(

    • Kahlbert
      18. Jul 2013 | 14:41 Uhr Antworten

      Amen dazu.

      • Klaus
        23. Jul 2013 | 16:12 Uhr

        Amen!!

  • Andi De Chigora
    28. Jul 2011 | 14:20 Uhr Antworten

    Vielen, vielen Dank für Eure wirklich sehr hilfreichen Tutorials !!!

    Bin erst seit kurzem und “just for fun” meine eigene Mucke am machen und freue mich daher sehr über Eure kostenlosen Hilfestellungen!!! Nochmals vielen Dank für die vielen Tips, Tutorials und die Podcasts (bitte weitermachen nach der Sommerpause!!!).

    @carlos: Der punkt 6 (eliminiere HF) endet mitten im Satz: “Und mal ganz abgesehen davon” … Nehme an der Rest des Satzes sollte lauten: … sind Frequenzen oberhalb 16 kHz sowieso nur auf sehr guten Anlagen und nur von jüngeren Zuhörern wahrnehmbar.

  • Maik
    22. Jul 2012 | 21:51 Uhr Antworten

    Ich finde dieses Tutorial absolut spitzenklasse!!

    Nur…
    ist es mir nicht ausführlich genug beschrieben und erklärt. Ein paar weitere Links z.B. zu den Fundamental- und Resonanzfrequenzen oder der Masikierung würden den Artikel noch steigern.

    :)

  • Marcel
    02. Aug 2012 | 10:49 Uhr Antworten

    Guten Morgen,
    habe mir nun leider nicht alle Kommentare durchgelesen, aber ich möchte nur in einem Punkt widersprechen.
    Wenn eine Band oder ein Solokünstler ihre”DEMO” zu einem A&R geben wollen, muss diese nicht in einem Mastringstudio gemastert sein, es muss sich nicht einmal um eine Lupenreine Aufnahme bzw. Produktion handeln, denn, dem A&R interssiert ja nun mal nicht ob der SOng gut aufgenommen, gemischt und gemastert wurde, sondern ob der Song selber etwas taugt.

    Genau dies Berichtete mir ein A&R von BMG bei dem ich mit meiner letzten Band ein Coaching gemacht habe und dieser genau über diese, teilweise völlig übertriebenen Bewerbung berichtete.

    Kurz gesagt ist der Song nicht gut, wird ihn auch die Lautheit bewstimmt nicht mehr retten :-)

  • nevian
    22. Aug 2012 | 09:32 Uhr Antworten

    Hi Marcel,

    im Prinzip ist das richtig, was man Dir bei Deinem Coaching gesagt hat, wenn es um einen so riesigen Laden wie BMG geht. Und Du solltest bedenken, hier handelt es um eines der weltweit größten Major-Labels überhaupt!

    Heißt also, die stecken eine wahnsinns Kohle in eine Band, die sie unter Vertrag nehmen – da bleibt nichts dem Zufall überlassen, von der Aufnahme bis zum Mixdown übers Mastering und alles andere – und das ist in diesem Fall eine Menge – was für den Vetrieb noch mit da dran hängt.
    Für die zählt eher, ob die Band schon 100% “konzerttauglich” ist und ob es gutes Potenzial für den Ausbau der Fanbase gibt.

    Allerdings müsste eine Band erst mal so weit kommen, d.h. vom A&R wirklich(!) gehört werden, wobei Vitamin B oder eine bereits bestehende, breite Fanbase wesentlich hilfreicher sein kann als ein gutes Master – mal ganz unabhängig vom Song. Und wenn man nicht zu einigen ganz wenigen Glückspilzen gehört, will das erst einmal erarbeitet werden.

    Wenn wir jetzt zunächst einfach ein/zwei Nummern kleiner denken, also Du z.B. mit Deiner Band erst einmal Fuß über eine kleineres Independent Label fassen möchtest, dann ist eine komplett ausgereifte Produktion enorm von Vorteil, denn:
    Das Label bekommt von Dir direkt ein fertiges Produkt angeboten, was es sofort vermarkten kann, ohne noch Geld in die Produktion stecken zu müssen – unabhängig von Deinem Bekanntheitsgrad. Hier geht es schlicht um Risiko-Minimierung: Seitens des Labels kann eine Band erst einmal “ausprobiert” werden, weil es keinen finanziellen Druck gibt.

    Es ist bei kleinen Labels oftmals üblich, evtl. anfallende Produktionskosten z.B. für ein Master vollständig auf den Künstler umzulegen – Hier ist mitunter Vorsicht geboten, weil es leider schwarze Schafe gibt, die eigentlich kein Interesse an einer Förderung der Band haben und über den Weg der versprochenen Veröffentlichung nur Aufträge für das eigene, angeschlossene Mastering-Studio zu generieren versuchen. Daher sehe ich es von Vorteil, selbst für ein gutes Master zu sorgen bzw. das Mastering-Studio seines Vertrauens zu finden.
    (Ich möchte jetzt hier nicht unbedingt auf die Frage eingehen wollen, ob es überhaupt Sinn macht, selbst zu mastern ;) vielleicht wäre dies aber genau die Frage, die sich aus Deinem Beitrag ergibt…)

    Es sind also beides zwei verschiedene Wege, die zum Ziel führen können, und beide Wege haben Vor- und Nachteile. Die Frage ist also, ob man künstlerisch und wirtschaftlich für sich mehr Chancen sieht entweder in einem Plattenvertrag (bei dem das Label produziert und damit gewisse Mitspracherechte an der Musik und der Präsentation der Band hat!) oder in einem Bandübernahmevertrag, bei dem der Künstler selber produziert/produzieren lässt und das Label nur der Veröffentlichung (oder je nach Vertrag auch der Promotion) dient.

  • Gitarrenheld
    18. Jul 2013 | 21:30 Uhr Antworten

    Joey Sturgis, einer der angesagtesten Metal/Scream-Core Produzenten, berichtet in mehreren Interviews, dass er grundsätzlich mit einer aktivierten Master Chain mit SSL-Bus-Compressor und Limiter mischt. Zudem nutzt er für fast alle Gruppen-Kanäle (moderat) Limiter.
    Er betreibt quasi Stem-Mastering und Stereo Mastering gleichzeitig :)

    Der Druck seiner Produktionen rührt allerdings hauptsächlich vom “gnadenlosen” Editieren und (manuellen) Quantisieren aller Spuren her.

    Low-Cuts auf allen Instrumenten (außer Kick und Bass) setzt er auf praktisch allen anderen Spuren (siehe Artikel).

  • Alex 28
    19. Jul 2013 | 00:13 Uhr Antworten

    Hallo,

    nach allem was ich gelesen habe, beschrieben wurde, doch nicht so ganz richtig herauskommt ist das experimentieren. Dazu gehört vorher aber unbedingt das herausschneiden der unnötigen Frequenzen die mir eh nur alles zumüllen. Dann sagten ja einige Lowcut bei 200 Hertz? usw. Wenn es klingt ist alles erlaubt. Was wie ich finde viele immer wieder vergessen, ist, das Tontechnik zwar gewisse Regeln hat an die man sich halten kann, aber experimentieren im undenklichen, weil es die Regel nicht vorgibt, zu überaus hervorragenden ergebnissen führen kann. Es ist nicht immer die 100 %tige Studioqualitätsaufnahme einer Band die den Charthit hervorgerufen hat. Es sind auch immer noch die, die einfach bei einer Session im Probenraum entstehen und da hat man ja bekanntlich nicht immer die optimalste Aufnahmeumgebung. Hier gilt es dem Techniker das so einzufangen und umzusetzen wie es zu der Band passt. Wenn dann eben in undenklichen Frequenzen geschnitten wird und es am ende ein erfolgreicher Song wird, wird keiner mehr hinterher Kritik daran üben, sondern sagen. Gut gemacht und andere werden einen fragen wie man das gemacht hat und große Augen machen. Carlos hat hier ein sehr gutes Orientierungshandbuch auf den Weg gebracht, am Ende zählt aber, in wie weit ich bereit bin, zu experimentieren um den Sound und Mix zu finden der zu der jeweiligen Band passt und der Band auch gefällt.

  • stephan
    19. Jul 2013 | 15:55 Uhr Antworten

    das mit dem lowcut is so ne sache: sicherlich macht es bei diversen instrumenten und den vocals sinn! so ab 100hz – 250hz oder von mir aus auch noch höher – kommt halt auf das instrument an!
    bei der kick drum macht es auch sinn, jedoch würd ich hier extrem aufpassen welche frequenzen ich unten und oben abschneide! beim bass seh ich das ganze etwas anders: hohe frequenzen abschneiden ist eh klar, jedoch würd ich bei den mitten aufpassen und gerade im unteren bereich! VIELES WIRD NICHT AKTIV GEHÖRT ABER SEHR WOHL WAHRGENOMMEN BZW GESPÜHRT! wenn der bass hässlich brummt oder verwaschen klingt – JA, dann unbedingt eq drüber aber einen lowcut auf den masterbuss bei 40hz setzen finde ich nicht gut! es kommt immer auf den mix an! eher mal bei 20hz cutten und im vergleich zum 40hz cut anhören und vergleichen obs nicht doch besser is, unten rum mehr stehen zu lassen ;)

  • dETsmi
    17. Aug 2013 | 10:57 Uhr Antworten

    … und vergesst bei Aller Theorie nicht das Msuik machen. Wenn eine Komposition gut ist und mit wenig Instrumenten auskommt, dann klingt Sie auch gut.
    Manchmal ist weniger mehr, versucht es mal, verzichten und gestalten eines Instruments ist die Kuns. Also mehr Musikkalität und Arrangementfeeling als Technik dann klappt es auch mit dem Mix.
    Gutes gelingen dETsmi :-)

  • dETsmi
    17. Aug 2013 | 10:58 Uhr Antworten

    … Sorry für die Rechtschreibfehler, Scheiss-APPLE-Tastatur :-)

  • Sogyra
    01. Sep 2013 | 17:50 Uhr Antworten

    Gut konstruiertes Tutorial, mit einer Menge an wertvollen und gleichzeitig logischen Tips.

  • Nabla Psi
    17. Okt 2014 | 10:58 Uhr Antworten

    Sowohl Spotify als auch Itunes normalisieren inzwischen alle Stücke semiautomatisch auf einheitliches RMS. Auch die Signal-Processoren der Radiostationen machen dies, wobei sie sich einen Corporate-Identity-Sound zusätzlich zulegen. Der Lautheitskrieg ist verloren, zumindest für die Ewig-Gestrigen. In meinen Kanalzügen sind nur noch vereinzelt Compressoren zu finden, Limiter und Maximizer habe ich verbannt, um einen dynamisch, lebendigen Sound zu haben. Insbesondere die Vocals profitieren ungemein, wenn man Deesser und Compressoren verbannt und durch solide Handarbeit ersetzt.

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