Vocals bearbeiten: Tipps für das Bearbeiten von Vocals mit dem EQ

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Vocals mit dem Equalizer bearbeiten

Vocals mit dem Equalizer bearbeiten leicht gemacht: Alle wichtigen Frequenzen und Einstellungen kannst Du hier nachlesen.

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Tipps für das Bearbeiten von Vocals mit dem EQ

Zunächst stellt sich die Frage, warum man die Vocals mit dem EQ bearbeiten möchte. Viele junge Produzenten greifen automatisch zum Equalizer und vergessen, ihre Ohren zu benutzen. Viele moderne Studiomikrofone bieten einen polierten Frequenzgang, der wenig Nachbearbeitung benötigt.

Alles zum Thema Vocals abmischen »

Andererseits ist es manchmal tatsächlich notwendig, hier mit einem EQ einzugreifen. Die Gründe könnten vielfältig sein: dazu gehören das Einbetten von Vocals in den Mix, das Korrigieren von problematischen Vocal-Aufnahmen oder schlicht das Anwenden eines bestimmten Effekts (wie z.B. die Telefonstimme).

Was Du nicht vergessen darfst:

Jede Stimme und jeder Song ist einzigartig und unterscheidet sich von allen anderen. Was in einem Song mit einem bestimmten Sänger noch bestens funktioniert hat, muss noch lange nicht in einem anderen Song oder mit einem anderen Sänger (oder gar demselben) in einem bestimmten Song funktionieren. Das liegt zwar auf der Hand und ist hier in unzähligen Artikeln bereits thematisiert worden, doch selbst gestandene Produzenten vergessen dies ab und an – obwohl es so wichtig für professionelle Vocals ist.

Auch immer wieder zu bedenken ist, dass ein Equalizer keine Wunder vollbringen kann. Kein Effekt, keine Kunst beim Abmischen oder Mixing wird dich wie der leibhaftige Kurt Cobain klingen lassen. Mit den Audioeffekten kannst Du lediglich das polieren, das Du bereits im Vorfeld aufgenommen hast. Wenn Du also mehr Emotion in einer Aufnahme haben möchtest, dann brauchst Du mehr Emotion beim Recording. Nachdem wir das nun geklärt haben, können wir zum Kern kommen, den Tipps für das Bearbeiten von Vocals mit dem Equalizer übergehen.

EQ: Tipps für Vocals

Neben den emotionalen, künstlerischen Aspekten, die ein gutes Vocal ausmachen, gibt es hier zur Einstimmung noch ein paar technische Tipps: Stell das Mikrofon an der richtigen Stelle im Raum auf. Hier ist unser Artikel (mit Video) zum Thema:

» Mikrofon richtig aufstellen im Raum

Im besten Falle sollten die Aufnahmen keinerlei Probleme mit Tonhöhe, Ausdruck oder Timing haben. Die Spuren sollten gut ausgesteuert und nicht verzerrt sein. All diese Dinge sind weder mit dem Equalizer, noch mit einem anderen Effekt nachträglich zu korrigieren. Nun geht’s aber los mit den EQ-Tipps zum Vocals bearbeiten …


Vocals bearbeiten: Tipps für das Bearbeiten von Vocals mit dem EQ

Wer Voclas bearbeiten will, greift zum EQ – aber wie genau? | Bild: Will Fisher [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0]

Was mache ich, wenn…

… die Vocalaufnahme zu harsch und hart klingt?

Eine schmale Absenkung (hohe Filtergüte Q) im Bereich von 2,5 – 4 kHz kann hier wahre Wunder bewirken. Mit einem Sweep (einer »Frequenzfahrt«) gehst Du mehrmals diesen Bereich langsam durch, um die genaue Problemfrequenz zu finden. Wie das geht, erfährst Du in dem Video über Sweeping mit dem Equalizer ».

… die Vocalaufnahme etwas luftiger und offener sein soll?

Am besten wäre es, bereits bei der Aufnahme der Vocals, der Sprache oder des Raps darauf zu achten, dass der Sänger etwas weiter entfernt vom Mikrofon steht. Wenn diese Chance vertan ist: Mit dem Equalizer kannst Du mit einem Hi-Shelf (Kuhschwanzfilter) einen leichten Boost ab etwa 6 kHz herumexperimentieren. Jedoch empfiehlt es sich, bedachtsam mit der Anhebung umgehen, damit die Spuren am Ende nicht zu anstrengend werden und das Gehör zu schnell ermüden.

… die Aufnahme zu viel Bass hat oder der Trittschall des Sängers zu hören ist?

Um den Trittschall annähernd unhörbar zu machen, reicht es meist, einen Hi-Pass- bzw. Low-Cut-Filter ab circa 60 Hz einzusetzen. Da viele Stimmen dann immer noch zu bassig für den Mixdown sind, setze ich persönlich den Filter so bei etwa 80 – 100 Hz ein, manchmal sogar darüber (siehe auch ↓ unten bei »Einsatz von Filtern«). Mit dieser Beschneidung legt sich die Stimme etwas mehr in den Gesamtmix.

… die Vocalaufnahme etwas weicher / smoother werden soll?

Im Bereich von 1 – 2 kHz kannst Du mit einem hohen Q-Wert, als einem recht schmalen Band eine Absenkung um wenige Dezibel nutzen, um die Stime aus Gesang, Sprache oder Rap etwas weicher zu gestalten. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

… die Vocals zu wenig Körper und Wärme haben?

Mit einer sanften Anhebung von etwa 200 Hz bis in den unteren Mittenbereich erhalten die Spuren etwas mehr Bass und Wärme, also auch mehr Körper. Auch hier gilt es, mit besonders wachem Ohr hinzuhören und die Maskierung anderer Instrumente zu überprüfen, die sich in diesem Frequenzbereich tummeln.

… die Stimme zu nasal klingt?

Diesem Problem ist am besten mit richtiger Mikrofonpositionierung beizukommen, indem Du das Mikrofon auf die Brust des Sängers oder Sprechers richtest. Wenn das allerdings nicht mehr möglich sein sollte, dann kann eine schmalbandige Absenkung um die 800 Hz noch so einiges geradebiegen und Du damit die Nasalität in den Griff bekommen.


Moderate Anhebungen

Wenn man sich vor Augen führt, wie das menschliche Ohr in der Lage ist, eine Konversation in einem lauten Raum trotz aller Nebengeräusche zu verfolgen, dann sollte einem klar sein, dass das menschliche Ohr unnatürliche Veränderungen in einer Gesangsaufnahme geradezu instinktiv wahrnehmen kann. Wir Menschen sind seit jeher von der Natur optimiert worden, die menschliche Stimme besonders gut wahrzunehmen – ein wichtiger Teil für die Kommunikation.

Deswegen gilt bei der Bearbeitung von Vocals mit dem EQ noch mehr als bei jedem anderen Instrument, dass alle Änderungen eher moderat durchgeführt werden sollten. Das bedeutet, dass tendenziell wenige Dezibel angesagt sind. Zudem gilt:

  • Absenkungen (»Cuts«) mit großem Q, also in einem engen Ausschnitt
  • Anhebungen (»Boosts«) Boosts mit kleinem Q, also breitbandig

Einsatz von Filtern

Viele Vocals können vom Einsatz eines Low-Cut-Filters profitieren. Die fundamentale Frequenz eines männlichen Sängers liegt in der Regel so um die 125 Hz, bei einer Frau wird sie etwas höher angesiedelt sein, vielleicht bei etwa 200 Hz. Daraus resultiert, dass bei einer männlichen Stimme der Hochpass-Filter oftmals bis hoch auf 150-180 Hz eingesetzt werden kann (in einem Songkontekt mit weiteren Instrumenten), ohne die Klangqualität bzw. Fülle der Stimme im Mixdown merklich zu verändern. Bei einer weiblichen Stimme kann der Filter sogar noch höher angesetzt werden.

Ein nützlicher Nebeneffekt (wenn nicht der primäre Zweck) von einem solchen EQ-Filter bei Vocals ist, dass ungewollte Nebengeräusche der Aufnahme wie Trittschall, tiefe Atemgeräusche und auch Teile der Pop-Geräusche entfernt bzw. minimiert werden. Beim Einstellen des High-Pass-Filters sollte der Bypass dein bester Freund werden, um die tatsächlichen Änderungen immer gegenzuchecken. Schnell ist unten zu viel der Vocals entfernt und die Stimme des Körpers und ihrer Fülle beraubt. Klingt die Stimme etwa dünn, dann sollte der Filter etwas zurückgenommen werden.

» Mehr zum Thema

FAQ: Filter Typen – Filter Typ und was er machtAuch und gerade In der Musikproduktion gilt es, über die Filter-Typen bescheidzuwissen. Bei Vocals vor allem der erwähnte Low-Cut (Hochpass), doch es gibt noch eine Menge mehr…


Sprachverständlichkeit

Ich werde an dieser Stelle gleich einige Frequenzen als Anhaltspunkte nennen, mit denen normalerweise die Sprachverständlichkeit einer Stimme verbessert werden kann. Mir ist dennoch wichtig, erneut darauf hinzuweisen, dass jede Stimme einzigartig ist und dass nur das Experimentieren mit den Einstellungen zu wirklich großartigen Ergebnissen führen werden.

Die Sprachverständlichkeit einer Stimme findest Du in einem Bereich von etwa 1,5 – 6 kHz. Dabei kannst Du die Präsenz der Aufnahme zumeist um die 3 kHz anheben, die reine Sprachverständlichkeit ist oftmals gut bei 5 – 6 kHz zu finden. Noch ein Stück darüber im Frequenzspektrum, etwa zwischen 6 – 8 kHz findest Du die Sibilanten – also das eher unangenehme Zischen. Wenn die Stimme zu sehr über dem gesamten Mix herausragt, dann kannst Du zusätzlich probieren, zwischen 100 und 250 Hz etwas abzusenken.

» Mehr zum Thema

Equalizer: Frequenzbereiche – Gratis Download FrequenztabelleWo klingt was? Schau dir unsere Tabelle mit einer Übersicht über die Frequenzbereiche an! Mit PDF-Download via Facebook zum Ausdrucken und als Orientierung beim Einsatz des EQs.


Mehr EQ-Tipps für Vocals

Welche Tipps und Tricks hast Du noch zum Bearbeiten von Vocals mit dem Equalizer? Teile deine Tricks und Erfahrungen mit den anderen delamari in den Kommentaren.

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Lesermeinungen (39)

zu 'Vocals bearbeiten: Tipps für das Bearbeiten von Vocals mit dem EQ'

  • Stephano   15. Nov 2007   07:34 UhrAntworten

    Hallo Carlos......
    Danke für Deine durchaus nützlichen Tips, ich werde sie alsbald ausprobieren .
    Wer verrät schon einfach so seine Geheim-Studio-Tips ans gemeine Volk, potentiele Konkurrenten ...hahha.
    Samle schon länger Eure Tips-Wissen in einem
    Büchlein zur direkten Anwendung. So kann man auch mit relativem einfachem Equipment viel erreichen!
    Grüsse aus der Schweis St.

  • carlos (delamar)   15. Nov 2007   11:38 UhrAntworten

    Freut mich, dass Dir die Tipss weiterhelfen. Ich bin der Meinung, dass Wissen nicht geheimgehalten werden sollte.

    Und in Sachen potentielle Kunden: Ein Kunde, der sich selbst an einem Mix versucht hat und die Schwierigkeiten kennt, weiss umso mehr die Arbeit des Toningeneurs zu schätzen!

    Aber die Diskussion von Home-Recording Aufschwung und dem Verschwinden von großen Tonstudios ist eigentlich ein Thema für sich...

  • Umut   15. Nov 2007   16:36 UhrAntworten

    Ich setze meinen Filter gegen Störgeräusche bei etwa 200Hz ein. Da klingt die Aufnahme am besten.

  • Markus   17. Nov 2007   19:44 UhrAntworten

    Ich möchte da für die schwierigen Fälle, oder wenn es um das aufpolieren alter Aufnahmen, geht den Voxformer von Voxengo in die Runde werfen. Es ist eine sehr gut klingende und gleichzeitig effektive "Waffe" für Vocals.

    Bedauerlicher Weise leiden die Voxengo Plugins zu Unrecht unter ihrer etwas altbackenen Optik, obwohl sie klanglich wirklich toll sind!
    voxengo.com/product/voxformer/

  • carlos (delamar)   17. Nov 2007   20:00 UhrAntworten

    Voxengo-Plugins haben meistens tatsächlich einen sehr guten Klang. Aber wie Du schon angedeutet hast...die Bedienoberfläche ist zumeist das Problem.

    Wobei ich hier gar nicht die Optik meine, sondern oft einfach die unverständliche Bezeichnung für verschiedene Parameter.

  • Durango   25. Nov 2007   02:15 UhrAntworten

    Und was mache ich, wenn die Vocal-Aufnahmen verzerrt klignen?

  • Markus   25. Nov 2007   12:02 UhrAntworten

    Bei Verzerrungen hast du ein Problem, weil du die nicht mehr rausgekommst ...

  • carlos (delamar)   25. Nov 2007   12:33 UhrAntworten

    Du musst natürlich zuerst mal feststellen, warum Deine Vocals verzerren. Das Problem könnte beim Aufnehmen durch einen zu hohen Pegel entstehen, hier hilft den Vorverstärker etwas zurückzudrehen.

    Vielleicht singst Du auch zu laut in das Mikrofon, dann könntest Du Dich einige Zentimeter weiter weg vor dem Mic aufbauen.

  • DasDAS   17. Jan 2008   12:59 UhrAntworten

    Durango, tritt die Flucht nach vorne an und verzerr noch mehr, wenn die Aufnahme schon verzerrt ist! z.B. mit Cyanide2.

  • Phebus   10. Feb 2008   01:46 UhrAntworten

    Prinzipiell ist wie gesagt die Frage nach dem WARUM am wichtigsten. Wenn es sich um analoge Verzerrungen handelt, also durch die Übersteuerung des analogen Equipments bis einschließlich dem AD-Wandler, entstehen durch die Verzerrung Obertöne, mit deren Hilfe entsprechende Algorithmen das wieder korrigieren können. Für derartige Zwecke nutze ich Adobe Audition, da es meines Achtens über recht hochwertige Algorithmen gegen Störgeräusche wie dieses verfügt.
    Liegt die Ursache der Verzerrung jedoch jedoch im digitalen Bereich, hilft auch das nichts, denn da gehen die Lautstärkeninfos einfach ersatzlos verloren...
    Im Allgemeinen hilft es aber wie gesagt am meisten, ordentlich zu Pegeln, damit es gar nicht erst zu Verzerrungen kommt.

  • Sascha Bothe   27. Nov 2008   14:07 UhrAntworten

    Was muss ich bei einem 2x 15 Band Graphic-EQ einstellen um eine perfekte Telefonstimme zu bekommen?
    ( Für ein Hörspiel)

    • Melow   22. Jul 2014   21:22 UhrAntworten

      Also ich mach das auch net wirklich anderst als ihrs im Artikel beschreibt, erst Lowcut bis so 200 Hz! dann Comp und anschließend EQ! Vielleicht Könntet ihr jungs von Delamar mal ein Videotutorial machen, vom Ruffen Vocal mit Instrumental bis zum fertigen Mix! bin total wissbegierig bei sowas! Das fände ich jedefalls nice! Ich persönlich bin aber noch auf der suche nach einem eher luftigen Vocalsound der im mix sitzt! naja gut ding braucht halt weile! :)

      Hören: https://soundcloud.com/highsteffinition/sets/endzeit-compilation

  • carlos (delamar)   27. Nov 2008   14:21 UhrAntworten

    Hallo Sascha und willkommen bei delamar. Eine Telefonstimme wird durch die Begrenzung des Frequenzbereichs auf ein schmales Band in den Mitten erzeugt. Du kannst, um die Telefonstimme zu erzeugen, einfach einen gewöhnlichen Bandpass-Filter nutzen.

    Eine andere Möglichkeit wäre, einen LowCut-Filter auf etwa 400 Hz (alle Frequenzen unter 400 Hz werden abgeschnitten) und einen HighCut-Filter auf etwa 2200 Hz (alle Frequenzen darüber werden abgeschnitten) einzustellen. Je höher die Flankensteilheit (Q), desto besser klingt das Ergebnis.

  • aitch   15. Dez 2008   13:34 UhrAntworten

    Moin.
    Schöne Seite hier.

    Wir hatten gestern Verzerrungen, die immer mal wieder aufgetreten sind.
    Dann hab ich die Spur in Ableton Live von Mono auf Stereo umgeschaltet und zack waren die Verzerrungen weg.
    Kann das was mit Symetrischen Signalen zu tun haben?

  • carlos (delamar)   16. Dez 2008   19:59 UhrAntworten

    Ich könnte mir vorstellen, dass beide Stereokanäle auf einen Monokanal summiert werden und das Signal deswegen die 0dB überschritten hat.

  • Ramon   06. Jan 2009   19:50 UhrAntworten

    Hey! Wundervolle Seite!

    Gerade drauf gestoßen, als angehender Hobby-Produzent genau das richtige! Ich danke allen, die ihr Wissen teilen! Ich werde versuchen meine begrenzte Erfahrung mit euch zu teilen.

    Ihr sprecht immerzu von 'sinnvoller Mikrofonposition'. Wie positioniere ich denn das Gesangsmikrofon sinnvoll?

    Vielen Dank im vorraus ;)

  • Carlos (delamar)   07. Jan 2009   00:51 UhrAntworten

    Danke für das Lob.

    Die Frage nach der richtigen Mikrofonposition bei Gesangsaufnahmen ist keine leichte. Es gibt keine goldene, immergültige Regel.

    Als Ansatz:
    5 - 15cm Entfernung vom Sänger, etwa Mundhöhe in Richtung Mund. Klingt es zu nasal, dann mal leicht von oben in Richtung Brustkorb aufnehmen. Klingt es zu dumpf, zu bassig, dann leicht von untern Richtung Mund aufnehmen.

  • Ömer   11. Feb 2009   23:37 UhrAntworten

    Super Seite.
    Seit jahren lese ich in foren mit, aber so viel nützliches auf einmal konnte ich nicht finden.
    Kann man die Tipps auch in Live Pa Beschallung einsetzen?

  • Carlos (delamar)   12. Feb 2009   10:12 UhrAntworten

    Danke für das Lob, Ömer!
    Zwar kannst du viele dieser Tipps auch im Live-Einsatz anwenden, musst dort aber viel vorsichtiger mit umgehen, da die Gefahr von Feedbacks besteht.
    Aber vielleicht hat ja ein Leser eine etwas fundiertere Meinung für den Live-Einsatz?

  • D.Mon   14. Jun 2009   02:38 UhrAntworten

    Ich habe erst seit kurzem ein anständiges Mikro und versuche natürlich auch Gesangsaufnahmen, obwohl mein Gesangskünste doch sehr bescheiden sind.

    Mein Problem: So ein Großmembranmikro ist ja superempfindlich, da hört man Flöhe husten mit. Flöhe hab' ich gottseidank nicht, aber man hört jedes Atemgeräusch und atmen muss ich nun mal.
    Man kann das natürlich im Mix dann herausschneiden oder zumindest auf ein erträgliches Maß herunter regeln, aber ich glaube nicht, dass das der Königsweg ist. Auch Wegdrehen beim Atmen bringt nur minimale Besserung.

    Gibt es irgendeinen Trick, wie man mit Atemgeräuschen umgeht?

    Danke im Voraus und Gruß
    D.Mon

  • gainslow   15. Jun 2009   14:19 UhrAntworten

    hallo carlos ich finde eure seite hammer gut.schade das ich jetzt erst auf der seite gelandet bin.ich habe ne problem ich hoffe sie könne mir weiter hilfen.ich nehme seit 2 jahren auf und bin erlich gesagt mit das ergebnis nicht zufrieden weil meine stimme so klingt ob ich ne decke über den mund habe.meine frage jetzt wie bekomme ich ne natürliche und weine stimme.sorry für meine schlechten garmmatik.ich danke ihnen jetzt schon im vorraus.

  • Furkan   21. Jan 2010   13:00 UhrAntworten

    Hey ,
    ist eine super seite. danke euch dafür ..

    meine frage ist:

    wie kann ich mein vocal 'dünn' kriegen? sozusagen kompressieren, aber allein durch kompressieren funktioniert dies nicht. man muss auch beim eq arbeiten. die bässe raustun und die höhen anheben. > welche höhen wie stark ?? dies ist meine frage :) ,, oder gibt es ein andres effektpreset für das??

    meine zweite frage lautet:

    sollte ich beim gedoppelten vocal die selben compression, eq etc. einstellungen benutzen wie beim main vocal ??
    ----
    mein ziel ist es mein vocal dünn und hoch klingen zu lassen. bei sing parts klappt das gut, aber bei rap vocals klappts nicht so ,, dann klingts eher kalt.

    danke im vorraus.
    fg

  • Andy S.   10. Feb 2010   13:18 UhrAntworten

    Wenn die Atemgeräusche so extrem stören, bin ich für rausschneiden. Ist zwar sehr aufwendig, aber meines Erachtens die beste Lösung. Man sollte darauf achten, dass es nicht ohne die Atmer unnatürlcih klingt.
    Eine andere Lösung ist ein Gate oder Expander zu benutzen. Bei dem Expander bekommt man Atmer schön leise und es klingt nicht unnatürlich.

  • Jo   26. Feb 2010   00:28 UhrAntworten

    Sind näsel-ähnliche Frequenzen dann doch nicht nur um 600Hz oder auch 1,2kHz zu finden, sondern auch bei 800? Dann weiß ich jetzt auch, warum manche Sängerinnen ein wenig nach Katze klingen. :)
    Super Tutorials macht ihr da! Danke auch an die Tipps von den Vorpostern.

  • Carlos (delamar)   26. Feb 2010   10:54 UhrAntworten

    Jede Stimme, jedes Mikrofon, jede Aufnahmesituation ist anders. Wenn Du also mit Näseln Probleme hast, dann hör mal in die Region rein, ruhig auch etwas ausschweifender und manchmal benötigt es auch mehr als nur einen einzigen Cut.

  • Bashkim   10. Apr 2010   00:50 UhrAntworten

    Ich grüsse das Delamar Team, eure Tutorials sind einfach nur Spitze!

    Ich wollte mal eine Anfrage zu Gesangskabnen starten und hoffe etwas Feedback zu erhalten, wusste leider nicht wirklich wo ich diese anfrage platzieren sollte.

    Wir haben in unserem kleinen "Hobbystudio" eine Gesangskabine erbaut und haben Probleme mit dumpfen Aufnahmen. (is ja nicht selten wie ich höre)

    Wir haben vier Wände welche nicht parallel zu einander stehen, zwei davon aus Holz mit Zwichenräumen (wie in der Saune einfach mit Spalten) dahinter klebt Steinwolle als Bassfänger. Eine Wand ist nur Steinwolle und Stoff und eine Wand aus reinem Noppenschaum. Die rohen Wände an sich sind zweifach isoliert im trockenbau also Gipswände, die Kabine ist also enorm dicht und hat eigentlich einen sehr trockenen Klang, aber nach der Spektralanalyse immernoch zu viel Anteil unter den 250 herz.

    Mic - Neumann TLM102
    Audio Interface - Focusrite saffire 56 (firewire)

    ich wundere mich über die dumpfen aufnahmen da ich mir durch die 6 cm dicke Steinwolle erhofft habe mehr in den unteren Frequenzbereichen zu schlucken.

    Ich wollte aber eigentlich fragen ob es sinnvoll ist vor der aufnahme bereits auf den miceingang einen Low Shelf mit EQ zu setzen, klingt aber gut und gerne etwas unnatürlich und mit fehlt die wärme in den vocals. eine anhebung bei den 200 herz führt leider nicht zum gewünschten ergebnis.

    Um Tipps hierzu wäre ich euch sowas von unheimlich dankbar!

    Vielen Dank im Voraus wenn ihr denn zeit dafür findet. auf jeden fall immer ne freude auf eurer Page stöbern zu dürfen!

    Viele grüsse

    Bashkim

    PS: @ D.Mon, wenn dus nicht zu kompliziert haben willst, kann ich nur den "Debreath" von Waves empfehlen, die einstellungen erlauben ein sachtes atmen oder das komplette rausschneiden, sensationelles plugin.

  • Steve (Dark & Faithless)   28. Jul 2011   09:59 UhrAntworten

    Hi carlos!

    Finde diese Seite echt super.
    Hab einiges dazugelernt, was die Qualität meiner Aufnahmen (Progressive-Matal) erheblich verbessert hat.

    Vielen Dank

    • Carlos San Segundo (delamar)   28. Jul 2011   10:11 UhrAntworten

      Hallo Steve,

      vielen Dank für die netten Worte. Es freut mich und das ganze Team natürlich, wenn wir dir weiterhelfen konnten.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • René   28. Mai 2012   21:49 UhrAntworten

    Hallo, durch deine Tipps werden meine Vocal Aufnahmen immer besser. Neulich habe ich sogar ohne Hilfe und Anhaltspunkte ein Problem gelöst. Für alle interessiertn: Ich hatte immer nach Einsatz eines Kopressors extrem nervendes piepen bei den SCH- und CH-Lauten. Zuerst dachte ich es wäre das allgemeine S-Problem. Deesser hat aber nichts geholfen, bis ich mit einem EQ nach den piepen gesucht hab und sie dann mit einen FFT-Filter herausgeschnitten.

    • El Burito   12. Sep 2013   22:11 UhrAntworten

      Sibilanten stets vor dem Komprimieren filtern! Das entlastet auf der einen Seite den DeEsser und zum zweiten bleibt die Qualität größtenteils vorhanden. Denn Sibilanten entstehen im Frequenzband genau an den Stellen, die wichtig sind für die Präsenz und Klarheit in der Vocalaufnahme.

  • Ginchillah   23. Okt 2012   09:07 UhrAntworten

    Super erklärt! Macht alles viel mehr Spaß mit eurer Starthilfe! Was mache ich aber wenn die 4 o. 5 peaks in meinem eq ne gute Einstellung haben, somit belegt sind, aber ich weiter chirurgisch in die Spur eingreifen will? Klar kann man noch nen Eq zuschalten, wobei meine Rechnerleistung bei zu vielen plugins in der Effektkette streikt! Meine eigentliche Frage: kann man bedenkenlos die Spur(en) exportieren, nachdem man die basics bearbeitet hat (wohlwissend, dass nix rückgängig zu machen geht)? Sollte doch als wav eigentlich keine Quali.-Verlusste geben...

  • condor   24. Jul 2013   11:47 UhrAntworten

    Jeder Produzent wird in seiner Kiste noch Geheimwaffen haben, die er nicht zum Besten gibt.

    So sind das hier auch nur allgemein gültige Aussagen auf relativ hohem Niveou.
    Und wenn man diese Tipps beachtet, warten dann schon ganz gute Ergebnisse.

    Es liegt in der Natur der Stimme, dass man in bestimmte Frequenzbereiche eingreifen kann oder gar muss.

    Wenn alles gut ist, braucht man gar keinen EQ.

    LG condor

  • Patrick   24. Jul 2013   14:37 UhrAntworten

    Gut sind auch dynamische Equalizer.

    Hier wird zB nur dann schmalbandig abgesenkt, wenn die gewählte Frequenz eine bestimmt Lautstärke überschreitet (Threshold).

    Der Vorteil: Ich bekomme die Störfrequenz weg, lasse aber den Sound unberührt, wenn die Störfrequenz sowieso nicht stört.

  • El Burito   12. Sep 2013   22:02 UhrAntworten

    Falls ihr mit vorgefertigten Instrumentals arbeitet, nehmt euch einen Analyzer für das Frequenzband zur Hilfe. Jeweils, eins als Insert im Instrumental und in den Vocasl laden. So könnt ihr die Vocalspuren besser ans Instrumental anpassen und spart eine menge Zeit beim Mixen.

  • Julia Müller   24. Apr 2014   14:21 UhrAntworten

    Hallo,
    hab grade von einem Producer das Feedback bekommen, dass meine Demo-Sprachaufnahmen "dumpf und eng'" klingen. An Aufnahme-Technik habe ich ein Neumann-Mikro tlm 103, das via ein RME babyface an meinen iMac gekoppelt ist. Darauf läuft Studio ONE Artist als Bearbeitungs-Software. Zum Abhören habe ich außerdem 2 Presonus Eris 4.5 Lautsprecher. Die Kabine, in der ich aufnehme ist nicht sehr groß, rundum mit Noppenschaum...
    1. Wie kann ich meine Aufnahme nachträglich bearbeiten, damit ich das Dumpfe rauskriege bzw
    2. was muss ich vor der nächsten Aufnahme ändern, damit der Klang von vornherein klarer ist?

  • Mike   23. Jul 2014   14:58 UhrAntworten

    Hallo Julia,

    ohne Deine Demos zu kennen, könnte ich mir folgendes vorstellen:
    Der Produzent kann hören, daß Deine Kabine sowohl klein, als auch rundum mit Noppenschaum ausgekleidet ist.
    Besonders letzteres kann zu dem dumpfen Klangbild führen.
    Der Noppenschaum bedämpft nämlich hauptsächlich die hohen und hochmittigen Frequenzen. Diese sind aber auch für die "Brillanz" und die Klarheit der Stimme wichtig.
    Eine kleine birgt die Gefahr, daß sich - selbst bei guter Bedämpfung - ein leicht dröhniges und eben "enges" und wenig "luftiges" Klangbild einstellt.
    Deswegen zur Frage 2:
    An der Größe Deiner Kabine kannst Du wohl relativ wenig machen. Besonders große Kabinen sind ja auch sehr selten.
    Versuche zunächst, ein wenig vom Noppenschaumstoff entweder abzunehmen oder teilweise mit weniger absorbierendem Material abzuhängen. Wenn das Mikro direkt in einer Ecke steht, versuche, es mehr in die Mitte zu stellen.
    Außerdem kannst Du mal checken, wie weit Du vom Mikrofon entfernt bist. Je näher Du dran bist, desto weniger "spielt" der Raum mit. Je weiter Du weg bist, desto mehr Einfluß hat die Akustik des Raumes im Verhältnis.
    Und (nicht böse sein): Besprichst Du das Mikrofon von der richtigen Seite? - Nur zum checken. - Die Seite mit dem roten Neumann-Logo wäre die gute.

    Zur Frage 1:
    "Rauskriegen" ist ein schwieriger Begriff... Du kannst korrigieren, vielleicht noch reparieren. Deswegen wäre auch sehr darauf zu achten, daß das Material von anfang an so gut ist wie möglich.+
    Gegen das Dumpfe kannst Du folgendes probieren:

    Senke ein Frequenzband zwischen 200Hz und 650Hz mit mittlerem bis hohem Q-Wert (Bandbreite) um einige dB ab.
    Hebe bei 2-3 kHz und bei 9-11kHz bei niedrigem bis mittlerem Q-Wert etwas an.
    Und vor allem bei den Anhebungen: Weniger ist mehr. Mehr kann schnell hart, schneidend und spitz sein.

    - Die Frequenzangaben sind natürlich schematische Vorschläge und sollen natürlich nicht direkt als Preset eingespeichert werden. - Wie gesagt: Immer mit den Ohren voran, wenns um Klang- und Dynamikformung geht.

    Vielen Dank wieder mal an Carlos für den tollen Artikel!

    Alles Gute,

    Mike

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