Logic Tutorial Teil 8: Freeze – Frieren ohne Erkältungsgefahr

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Freeze Logic 9 Tutorial

Freeze Logic 9 Tutorial

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Freezen in Logic 9 Studio und Express – Tutorial

Das so genannte „Freezen“ baut auf das Bouncing auf – es ist einfach eine ganze bestimmte Art von Bouncen und Exportieren, die sehr nützlich für alle Musiker sein kann. Deshalb erkläre ich diese Funktion ebenfalls im Rahmen dieses Tutorials um Logic 9.

Was ist Freezen überhaupt?

„Freeze“ heißt auf Deutsch so viel wie „Einfrieren“ und das erklärt die Funktion eigentlich auch schon ziemlich gut. Wir haben zum Beispiel eine Spur mit Audioaufnahmen. Darauf liegen vielleicht diverse Kompressoren, ein Delay und natürlich auch ein Equalizer, die natürlich jede Menge Ressourcen fressen (also sich etwas von der Leistung deines Macs abzwacken).

Da das nicht nur auf einer Spur so ist, sondern praktisch auf jeder, geht der Rechner gerne mal in die Knie. Abhilfe schafft die Freeze Funktion. Möchtest Du vorerst keine Änderung an den Einstellungen der Effekte mehr machen, so drückst Du auf den „Freeze“ Button und Logic 9 rendert die ausgewählte Spur inklusive aller Plugins in eine neue Audiodatei.

Freeze Logic 9 Tutorial

Freeze Logic 9 Tutorial

Das klingt zunächst wie das Bouncen, aber wir sind noch nicht fertig mit der Beschreibung. Diese exportierte Spur beinhaltet alle Klangänderungen und wird automatisch wieder in das Projekt eingefügt. Die bisher genutzten Plugins werden, ebenfalls automatisiert, auf Bypass geschaltet. Das Ergebnis ist eine Audiospur mit allen von dir durchgeführten Klanganpassungen, ohne dass diese beim Abspielen von dem Rechner in Echtzeit noch berechnet werden müssen.

Und das alles mit einem einzigen Klick!

 

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Nach dem Freezen nochmals in Logic 9 etwas ändern

Der Nachteil dieser Methode liegt auf der Hand: Logic 9 hat beim Freezen eine neue Audiodatei berechnet und so sind darauf keine Änderungen der Parameter einzelner Plugins mehr möglich. Natürlich könntest Du jetzt weitere Plugins draufrechnen und damit weitergehende Bearbeitungen durchführen. Dies würde ich aber nicht empfehlen, da Du so schnell den Überblick verlieren wirst und plötzlich nicht mehr klar ist, welche Eingriffe vor beziehungsweise nach dem Freezen gemacht wurden.

Deswegen ist der bessere Weg wie folgt. Willst Du nachträglich etwas an der Spur ändern, dann kann die Spur wiederum mit einem Klick auf Freeze aufgetaut werden. Die vorher angelegte Audiospur wird gelöscht, und all Plugins werden wieder in Echtzeit auf die Ursprungsspur berechnet.

 

Freeze Button in Logic 9 Tutorial

Im Editor befinden sich auf der linken Seite Spuren, auf denen jeweils M (Mute), S (Solo) und R (Record Ready) Buttons zur Verfügung stehen (je nach den eigenen Einstellungen tauchen dort mehr oder weniger Buttons auf). Der Freeze Button sieht in etwa aus wie eine Schneeflocke.

Ist der Button nicht sichtbare, dann kannst Du die Funktion auch über einen rechten Mausklick auf der Spur und dann „Freeze“ anwählen. Nun sollte der Freeze Button in jeder Spur zu sehen sein.
Klicke dann den Knopf bei allen Spuren, die Du freezen willst. Anschließend drückst Du auf Abspielen und Logic 9 beginnt mit dem Einfrieren der Spuren.

Der Freeze Button im Logic 9 Tutorial

Der Freeze Button im Logic 9 Tutorial

Vorsicht!
Logic friert immer bis zum Ende des gesamten Projekts. Das bedeutet, dass Du die Endmarkierung an das Ende deines Songs ziehen solltest, damit Logic nicht noch die ewige Stille für immer einfriert.

Logic 9 Tutorial

Der Endpunkt. Logic 9 Tutorial.

Das unscheinbare Quadrat ist der Endpunkt der Session. Bis dort wird eingefroren. Die eingefroreren Dateien findest Du übrigens im Projektordner unter „Freeze Files“.

 

Weiterführende Literatur

„Logic Profi Guide“ von Moritz Maier
Umfangreiche Lektüre und Einstieg in Logic Studio & Express

Logic DVD von Addison Wesley
Die beste DVD mit Video Tutorials zu Logic, allen anderen überlegen.

Gründe, die für das Freezen in Logic 9 sprechen

Wie oben erwähnt, dient das Einfrieren natürlich in erster Linie zur Entlastung des Rechners, damit Du noch mehr damit bewegen kannst. Aber es bringt auch einen weiteren Vorteil mit sich. Hast Du beispielsweise ein langes Pad mit einem Software Synth eingespielt und der Ton hält sich über mehrere Takte, so musst Du das Playback immer am Anfang des Pad-Parts beginnen, damit Du den langgezogenen Ton überhaupt hören kannst. Sobald Du diese Spur eingefroren hast, wird daraus eine normale Audiospur, die von jedem beliebigen Punkt aus abgespielt werden kann.

Freezen ist trotz ständig wachsender Rechenleistung noch lange nicht veraltet, denn mit der steigenden Rechenleistung steigt auch der Rechenbedarf neuer Plugins.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Logic Tutorial Teil 8: Freeze – Frieren ohne Erkältungsgefahr'

  • Thomas   01. Nov 2010   11:22 UhrAntworten

    Hi,
    Danke für diese Logic Tuts.

    Ist es denn beim Freezen auch möglich (z.b. bei SoftwareInstrumenten) den RAM zu entlasten??? Wenn ich in Logic eine Spur mit (z.B.) KONTAKT als Instrument, freeze, dann bleiben die Samples im Arbeitsspeicher. bei Cubase bleiben die Samples nicht im RAM.
    Kann man das bei Logic auch irgendwie einstellen? Oder wie gehst du damit um?
    Danke und VIele Grüße!

  • Jones Beatz   06. Aug 2014   10:04 UhrAntworten

    Das kann man glaub direkt in Kontakt einstellen, es ist auch möglich ein abgetrennten shared memory Bereich für die ganzen NI Plugins zu konfigurieren (zumindest bei Kontakt, Reaktor, Massiv)

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