dDAW 2012: Leise Grafikkarte für den Audio Computer

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Leise Grafikkarte für Audio Computer

Leise Grafikkarte für den Audio Computer

Leise Grafikkarte für den Audio Computer

Auf den ersten Blick scheint die Entscheidung zu einer Grafikkarte in unserer Digital Audio Workstation recht einfach. Sie muss vor allen Dingen leise sein und das bedeutet, dass wir gerne ein passiv gekühltes Modell hätten. Auf den zweiten Blick jedoch stellen sich auch weitere Anforderungen. Beispielsweise möchten viele Musiker und Produzenten mehr als nur einen Bildschirm in ihrem Homerecording-Tonstudio einsetzen und dann stellt sich auch die Frage nach den Ausgängen sowie deren Formaten.

Und schließlich wollen wir ja eine schnelle Performance mit den aktuellsten Betriebssystemen und eine gute Darstellung auf dem Bildschirm haben. Das alles soll natürlich auch noch ein bisschen vorhalten, denn selbst wenn wir unseren delamar Audio Computer 2012 in drei Jahren durch einen neuen ersetzen wollten – dieses zweite Modell wird ja auch dann noch als Zusatzrechner weiterarbeiten. Also brauchen wir durchaus eine Grafikkarte, die einiges an Leistung und Anschlüssen mitbringt und dabei passiv gekühlt wird.

 

Unsere Wahl: ASUS ENGTS450 DC SL/DI

Die ASUS ENGTS450 DC SL/DI ist passiv gekühlt und baut auf einem Chip des Herstellers NVIDIA auf. Es tobt ein regelrechter Glaubenskrieg, ob Grafikkarten mit diesem Chip oder eher dem des Konkurrenten ATI verwendet werden sollten. Für mich gab es zwei Gründe, genau dieses Modell mit diesem Chip auszusuchen.

Der erste ist, dass meine bisherigen Erfahrungen mit Karten auf Basis von ATI-Grafikprozessoren eher ernüchternd waren und ich bei den jüngsten Vorfällen die Grafiktreiber von ATI in Verdacht habe. Der zweite Grund ist allerdings gewichtiger, denn nur Grafikkarten wie die ASUS ENGTS450 DC SL/DI mit einem Chip von NVIDIA bieten auch die Technologie namens „CUDA“. Diese wiederum wird bereits in Videoprogrammen dazu verwendet, um gewisse Berechnungen auf der GPU (dem Prozessor der Grafikkarte) laufen zu lassen – anstatt sie dem Prozessor auf dem Motherboard zu berechnen.

Leise Grafikkarte für Audio Computer

Leise Grafikkarte für den Audio Computer

Was bei Videoschnittprogrammen inzwischen schon gang und gäbe ist, wird von der Musikindustrie noch eher zaghaft ausprobiert. Das soll heissen, dass heute CUDA noch keine Rolle bei einer Digital Audio Workstation spielt. Allerdings wird es nicht mehr lange dauern, bis einer der Softwarehersteller die Zeichen der Zeit erkennt und umzusetzen weiß.

Da viele Musiker und Produzenten inzwischen auch mit Videoschnittprogrammen umzugehen wissen und ihre eigenen Videos produzieren, ist eine Grafikkarte wie die ASUS ENGTS450 DC SL/DI der beste Kompromiss zwischen Lautstärke und Grafikleistung.

 

Details zur Grafikkarte

Für unsere Zwecke wichtig ist beispielsweise auch das Detail, dass diese Grafikkarte unplugged funktioniert – also keine zusätzliche Stromversorgung. Das bedeutet natürlich auch, dass die ASUS ENGTS450 weniger Strom als so manch andere verbraucht, was unseren Geldbeutel schont. Sie nutzt den NVIDIA GTS450 Chipsatz und wurde mit 1 GB GDDR3-Speicher bestückt. Letzterer wird über zwei 64-Bit-Speichercontroller mit 800 MHz (effektive Datenrate 1600 MHz) angebunden.

In Sachen Anschlüssen findest Du einen DVI, einen HDMI sowie einen VGA-Ausgang, von denen mindestens zwei gleichzeitig genutzt werden können. Wir hatten leider kein VGA-Kabel, um zu testen, ob drei Bildschirme simultan genutzt werden könnten. Weitere Details, die vielleicht den ein oder anderen Leser interessieren könnten: Die Grafikkarte unterstützt DirectX 11 und NVIDIA SLI, womit auch mehrere Grafikkarten parallel betrieben werden können.

Du solltest auch unbedingt im Hinterkopf behalten, dass dieses Modell aufgrund des großen Kühlkörpers gleich zwei Slots am Motherboard belegt. Die ASUS ENGTS450 ist derzeit für knapp 90,- Euro im Fachhandel zu haben.

 

Video Digital Audio Workstation

Im nächsten Artikel kommen wir dann zur Peripherie bei der Digital Audio Workstation.

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Lesermeinungen (9)

zu 'dDAW 2012: Leise Grafikkarte für den Audio Computer'

  • PCTechniker   16. Mai 2012   15:26 UhrAntworten

    Generell halte ich nichts vom PC im Studio. Besser ist m.E. auslagern in einen seperaten Raum. Ich habe das mit USB-, Firewire - Kaskadierung (mehrere Verlängerungen in Reihe), sowie zweier sogenannter HDMI Extender (HDMI -> 2 x CAT5 Lan -> HDMI) umgesetzt. Nun surrt mein Rechner 10m entfernt und im Studio herrscht Totenstille, und die Raumluft wird nicht durch PC-Dämpfe erwärmt/vergiftet.
    Hierzu war lediglich noch ein 5 cm Durchbruch einer Wand erforderlich, sowie etwas Verlegarbeit. Alles nicht sehr teuer, aber effektiv. Bei passiver Kühlung sollte man auch bedenken das die Lebenszeit der GPU bzw. Instabilität durch Überhitzen ein Thema sein könnte.

    • Carlos San Segundo (delamar)   16. Mai 2012   16:23 UhrAntworten

      Ja, das ist definitiv die Königslösung. Aber die wenigsten können auf einen zweiten Raum zurückgreifen, um den Rechner dort hinzustellen.

      • PCTechniker   16. Mai 2012   22:31 Uhr

        Falls mein keinen Raum hat, kann man sich z.B. eine kleine schallisolierte box bauen, oder mit Trennwänden arbeiten, oder z.B. den Rechner in den Gang etc. auslagern. Ich denke wenn man hier etwas kreativ ist, kann man relativ kostengünstig eine gute Lösung finden. Den Rechner mit passiven Komponenten, Bitumen-Schalldämmatten, Super-leise-Lüftern und Festplatten-Spezialhalterungen oder SSD's auszustatten, ist ja auch ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Und auch finanziell nicht unbedingt günstiger.

  • KillaB   16. Mai 2012   15:33 UhrAntworten

    ... eine GeForce GT210 würd auch völlig reichen, es sei denn, man rendert 3D-Animationen oder spielt spiele auf dem Rechner.

    • Carlos San Segundo (delamar)   16. Mai 2012   16:24 UhrAntworten

      Eine solche hatten wir in der ersten Version der Digital Audio Workstation. Geht genauso gut, allerdings bei den gegebenen Preisen für die Grafikkarten kein sonderlicher Kostenpunkt :)

  • woolph   14. Aug 2012   19:42 UhrAntworten

    Spricht etwas dagegen die in den Sandy/Ivy Bridge-CPUs integrierten GPUs zu nutzen? Hinsichtlich Leistung sollten die OnChip-GPUs für einen DAW-Rechner ausreichen. Man spart sich so die Grafikkarte, was die Luftzirkulation im Gehäuse weniger behindert und den Geldbeutel schont. Laut Intel sind mit Sandy Bridge CPUs zwei Bildschirme simultan betreibbar und mit Ivy Bridge drei. Das sollte für die meisten Anwendungen ausreichen, lediglich das Mainboard muss die Technologie unterstützen und die geforderten Anschlüsse bieten (bin mir da jetzt nicht sicher ob es da genügend Auswahl gibt für Dual-Monitor-Setups).

  • drop2voice   18. Aug 2012   12:17 UhrAntworten

    Hallo, vielen Dank für diesen super Artikel. Habe mir jetzt einen PC anhand dieser Anleitung zusammengestellt. Mit DPC Latency Checker und LatencyMon habe ich allerdings den Nvidia Grafiktreiber der ASUS als Übeltäter für Drop-Outs identifiziert. Habt ihr irgendwelche Tipps, oder Erfahrungen dazu? Was kann man da machen? Danke

  • Phorsicht   16. Okt 2012   12:59 UhrAntworten

    Hi Leute,

    ich kann euch nur empfehlen von ATI(AMD) Grafikkarten die Finger zu lassen. Ich habe mir leider eine zugelegt und der Treiber sorgt immer wieder für Abstürze und Teilweise sogar für Bluescreens. Außerdem weis ich von der Arbeit die NVIDIAs zu schätzen.

    • Felix Baarß (delamar)   16. Okt 2012   13:23 UhrAntworten

      Das kann keinesfalls so generalisiert werden. Es ist (mittlerweile) so, dass die Radeon-Treiber recht robust programmiert sind. Natürlich gibt es immer mal wieder spezielle Fälle, in denen sich Software mit Software oder Software mit Hardware nicht verträgt, aber von einer generellen Unreife der ATI-Treiber kann nicht (mehr) gesprochen werden.

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