dDAW 2012: Laufwerke für den delamar Audio Computer

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Laufwerk Audio Computer

Das Laufwerk im Audio Computer

Laufwerke für den delamar Audio Computer

Es gibt derzeit eigentlich nur eine Lösung, die mit unseren Leistungsanforderungen an die Digital Audio Workstation mithalten kann: eine Solid State Disk aka SSD. Diese immer noch neuartigen Speichermedien haben eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber den alten Festplatten. Zum einen erreichen sie Lese- und Schreibraten, die weit über denen herkömmlicher Platten liegen, zum anderen verursachen sie praktisch keine Geräusche.

Das liegt daran, dass bei dieser Art von Speichermedium keine rotierende Scheibe im Inneren mehr mechanisch gedreht wird. Dadurch kommt es zu keinen Vibrationen, die sich auf das Gehäuse übertragen oder von sich aus bereits Geräusche verursachen könnten.

Hatten wir bei der ersten Version noch zwei SSDs im RAID-Verbund für das Betriebssystem genutzt, so wird es dieses Mal nur eine einzige werden. Die Geschwindigkeitsunterschiede bei der Verwendung eines Stripes waren ohnehin kaum zu bemerken.

Laufwerk Audio Computer

Das Laufwerk im Audio Computer

Unsere Wahl: Kingston HyperX SSD 240 GB

Der Hersteller Kingston gehört zu den Marken, auf die meiner Erfahrung nach immer Verlass war. Das gilt gleichermaßen beim Arbeitsspeicher wie auch bei der Solid State Disk. Die Kingston HyperX SSD verfügt über großzügige 240 Gigabyte Speicherplatz. Das erreicht zwar noch keine Größenordnungen wie es bei herkömmlichen Festplatten der Fall ist, doch in der Zwischenzeit bieten auch SSDs schon genügend Platz für Betriebssystem und Programminstallationen.

Beim Lesezugriff kommt die Kingston HyperX SSD auf stolze 555 Megabyte pro Sekunde, beim Schreiben immerhin noch auf 510 MB/s. Zwar halten sich die meisten Hersteller mit diesen Daten zu ihren herkömmlichen Festplatten bedeckt, doch Du kannst damit rechnen dass die Datentransferrate bei diesen irgendwo zwischen 125 bis 210 MB/s liegt – das nur als Anhaltspunkt für einen Vergleich zur Leistung.

Ein weiterer Pluspunkt für eine SSD ist der geringe Stromverbrauch. Dieser liegt etwa einem Fünftel dessen, was eine herkömmliche HDD verbraucht. Schade nur, dass diese Flashspeicher noch nicht so richtig viele Daten fassen können. Die höhere Schockresistenz von SSDs ist zwar auch ein nettes Gimmick, aber bei einem Desktop-Rechner wie es unsere Digital Audio Workstation ist, wird ein Herunterfallen eher selten vorkommen.

 

Weitere Eigenschaften des Laufwerks

Natürlich gibt es Schatten dort, wo Licht ist. Da eine Solid State Disk mit Flashspeicherzellen arbeitet, musst Du damit rechnen, dass das Speichermedium eine endliche Lebensdauer haben wird. Um die Lebensdauer aber möglichst lang zu halten, hat sich der Hersteller bei der Kingston HyperX SSD etwas einfallen lassen. Die Technologie Wear Leveling sorgt dafür, dass alle Flashspeicherzellen möglichst gleichmäßig genutzt werden.

Zudem kannst Du beim Konfigurieren der HyperX SSD entscheiden, ob der gesamte Platz für die Speicherung Daten verwendet werden soll oder ein Teil für eine Steigerung der Leistung und Zuverlässigkeit genutzt werden darf.

Natürlich kommt das Ganze auch zu einem Preis und dieser liegt bei aktuell etwa 319,- Euro auf der Straße. Im Übrigen sei noch erwähnt, dass beim Kauf der Kingston HyperX noch ein externes USB 2.0 Gehäuse beigelegt wird, in das Du diese SSD schrauben kannst. Das ist ein nettes Gimmick und kann zumindest in unserem Fall dazu dienen, eine ältere SSD zu beherbergen.

 

Laufwerk in der Digital Audio Workstation

Zum Schluss möchte ich noch auf einige Dinge und Punkte rund um die Laufwerke eingehen. Natürlich haben wir eine zusätzliche Festplatte in unser System eingebaut, auf der wir unsere Daten speichern. Auf unserer SSD sind diverse Partitionen drauf, die sich in unserer Arbeit als sinnvoll in der Vergangenheit erwiesen haben.

Auf der ersten Partition, die etwa 100 GB groß ist, haben wir unser Betriebssystem aufgespielt. In der zweiten Partition gleicher Größe haben wir Platz für die Installation von Musikprogrammen und anderer Software gelassen. Wir haben hier einige Sample Libraries drauf, jedoch nicht alle – dazu hätte der Speicherplatz am Ende nicht ausgereicht. Die dritte und letzte Partition beherbergt schließlich die 2-3 aktuellen Projekte, an denen wir gerade arbeiten.

Ein Musikprojekt ist selten größer als zehn Gigabyte, insofern sollte das durchaus reichen. Sobald ein Projekt abgeschlossen ist, hat es auf dieser Partition nichts mehr verloren und wird auf ein Backupmedium überspielt.

 

Video Digital Audio Workstation

In der nächsten Folge der Artikelreihe besprechen wir dann das Laufwerk, das wir in unsere Digital Audio Workstation eingebaut haben.

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Lesermeinungen (8)

zu 'dDAW 2012: Laufwerke für den delamar Audio Computer'

  • Sören Chittka   15. Mai 2012   20:08 UhrAntworten

    Hallo,
    was habt ihr denn als HDD verbaut? Gerade hier bin ich derzeit auf der Suche. Auch hier sind ja Geräuschentwicklung, Geschwindigkeit (beim Streaming von Audio/Samples) und vor allem Zuverlässigkeit sehr wichtig.

    • Carlos San Segundo (delamar)   15. Mai 2012   23:07 UhrAntworten

      Wir nutzen hier meistens Platten von Seagate.

  • alexander   15. Mai 2012   22:54 UhrAntworten

    ist es nicht eigentlich immer so, das man musiksoftware (also sequencer/ daw`s wie cubase, ableton etc.) auf einem laufwerk und samples, vsti`s und vst-effekte auf einem anderen laufwerk installiert?

    • Carlos San Segundo (delamar)   15. Mai 2012   23:08 UhrAntworten

      Naja, die Entscheidung liegt im Grunde bei dir selbst. Wir haben bei uns alle Audiogeschichten in einer eigenen Partition laufen und Windows auf einer anderen.

  • Sogyra   17. Mai 2012   13:52 UhrAntworten

    Ich arbeite seit gut 15 Jahren mit HDD's, aktuell mit 2 160er Seagate's die in einem separaten Festplattenkäfig mit großem Lüfter verbaut sind. Doch ich arbeite sehr viel mit Hardware und weniger VSTi's, was bedingt durch das viele recorden, deutlich zu Lasten der Festplattenkapazität geht, und werde mir deshalb wohl in kürze 2 SSD zulegen.
    Als damals die neue Art von SSD-Platten rauskam, waren die noch bedingt "alltagstauglich" (was man so von anderen Meinungen rauslesen konnte). Mal schauen was die heutzutage leisten...Delamar sei Dank, das ich mir jetzt ein Zeil gesetzt habe, meinen DAW-Rechner aufzuwerten(der Rest: MB, CPU+Kühler, RAM usw... ist eigentlich eh für meine Arbeitsweise ausreichend)

  • feelKlang / Steffen Brucker   30. Mai 2012   14:57 UhrAntworten

    TIP: 2,5" Festplatten mit Adaptern in einen Tower verbauen. Die Western Digital Scorpio Black sind z.B. schnell und zuverlässig.

  • P. Hary   04. Jun 2012   18:32 UhrAntworten

    Hallo,

    da ich mir auch einen neuen PC zusammenbauen will, der ein paar Jahre halten soll habe ich bei der Auswahl der Festplatten folgendes Problem:

    Die Aufteilung der Vst's, Samples und Musiksoftware.

    Ich wollte mir eigentlich zwei HDD's kaufen. Auf der einen System, Cubase, Vst's und Native Instruments Ultimate 8 drauf. Auf der anderen Samples und meine Projekte(Backup Projekte separate HDD.

    Soll ich mir lieber drei Stück kaufen und folgendermassen aufteilen:

    -System, Audiotreiber etc., Vst,s(keine Instrumente) und Cubase ist eine SSD-01.

    -Native auf einer HDD-02.

    -Samples und Projekte auf einer HDD-03.

    Würde dies mehr Performance bringen??

    Danke und Grüsse Hary

  • Markus   21. Nov 2012   12:37 UhrAntworten

    Hi,

    ich hätte da auch noch eine Frage bezüglich Aufteilung der Platten. Wir arbeiten auf einem Mac und haben 2 HDDs als Raid 0 (System + Daten + Samples), 1 HDD fürs Backup von TimeMachine und 1 HDD mit Samples (NI & EastWest).

    Zuvor waren sehr viele NI Libraries auf den Raid Platten, wodurch sehr schnell die Audio Performance in Cubase am Ende war (oft reichte eine NI Studio Drummer Spur).

    Nachdem wir die Samples auf die HDD von EastWest kopiert haben, lief das System besser.

    Das Problem ist jetzt, dass die Sample HDD voll ist und wir das ganze erweitern müssen, im Rechner aber kein Platz mehr für weitere interne HDDs ist.

    Ist es auch möglich (ratsam) Sample Libraries auf externe Platten (Firewire, Thunderbolt ist nicht vorhanden) zu legen, oder wäre es besser die Festplatten aufzuteilen nach eurer Vorlage?

    Man könnte ja auch das Backup aus dem Rechner verbannen und mit einer externen Platte durchführen.

    Vielen Dank für eure Meinungen,
    Markus

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