Metal abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound

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Metal abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound

Du willst Metal abmischen? Tipps für einen ultimativen, kraftvollen Heavy Metal Sound deiner Gitarre(n) gibt's hier ... | Bild: David Ballesteros [Ausschnitt, CC BY-NC 2.0]

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Tipps für Heavy Metal Sound – Metal abmischen

Ohne weitere Umschweife sind hier einige Tipps, die dir helfen können, die Aufnahmen deiner Gitarre für Heavy Metal abmischen zu können … so dass sie zwar fett und brachial, aber doch so kontrolliert daherkommen, dass der Mix überzeugt.

Recording

  • Das Wichtigste: Spiel deine Gitarre hart und es wird auch hart klingen. Der grösste Teil des Klangs liegt in der Technik des Gitarristen.
  • Nutze eine Gitarre, die von sich aus schon Heavy klingt.
  • Aktive Pickups klingen meist mehr nach Heavy Metal als ihre passiven Pendants.
  • Je dicker die Saiten, desto dicker der Klang.
  • Du kannst nur aufnehmen, was da ist. Der Gitarrist, die Gitarre und der Gitarrenverstärker müssen schon den richtigen Heavy-Sound bringen.
  • Plektren mit entsprechender Stärke helfen, den Gitarrenklang härter zu machen.
  • Das für die Aufnahme genutzte Mikrofon hat weniger Einfluss auf den Klang als der Gitarrist, die Gitarre oder der Verstärker.
  • Wenn Du mehrere Mikrofone beim Gitarren aufnehmen benutzt, achte auf Phasenprobleme wie den Kammfiltereffekt.

Metal abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound

Mixing

  • Weniger Verzerrung lässt die Gitarren beim Abmischen grösser, mächtiger wirken.
  • Ein guter Mix entsteht aus dem Zusammenspiel aller Spuren. Wenn deine Gitarren zu groß und mächtig klingen, wir der Mix zu eindimensional.
  • Mit jeder weiteren Gitarrenspur treten die Anschlagsgeräusche in den Hintergrund und der Gitarrensound insgesamt verliert schnell seinen Punch.
  • Verleihe jeder Gitarrenspur deines Mixes einen eigenen Klang.
  • Beim Heavy Metal abmischen brauchst Du die (tiefen) Bässe und (hohen) Höhen des Gitarrensignals nicht mit dem EQ bearbeiten – da sich nämlich kaum etwas ab, ganz anders als in den Mitten.
  • Versuch auch mal, am Verstärker den Bass- und den Höhenregler des EQs voll aufzudrehen, während Du die Mitten komplett rausnimmst – der typische »Metal Scoop« (sprich: »Skuup«) stellt sich ein.

Obacht!

Nicht jeder Tipp muss für deine Situation passen, manche könnten in einigen Situationen vielleicht sogar kontraproduktiv sein. Hier ist wichtig, die Ohren zu nutzen und flexibel auf die eigene Situation einzugehen.

Wir freuen uns auf dein Feedback in den Kommentaren! Und als weiterführende Lektüre empfehlen wir an dieser Stelle unbedingt noch diesen Artikel:

Die 10 häufigsten Fehler beim Gitarre aufnehmen und abmischen »

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Lesermeinungen (6)

zu 'Metal abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound'

  • suckspeed   18. Jun 2010   13:26 UhrAntworten

    Hi Marius,

    das ist mal wieder ein Thema, was viele Leute interessieren dürfte. Gerade auch praktische Tipps wie in diesem und dem letzten Artikel zu dem Thema, sind oft hilfreicher als technische Details.
    Dennoch würde mich in diesem Zusammenhang mal interessieren, welchen Frequenzbereich Du aus Deiner Erfahrung für verzerrte Metal-Gitarren vorsiehst. Du schreibst ja explizit, dass kein Low- oder High-End benötigt wird, aber wo setzt Du z.B. ein Low-Cut- und High-Cut-Filter auf einer Zerrgitarrenspur an?

    Grüße von

    suckspeed

  • Steffen   18. Jun 2010   20:27 UhrAntworten

    Hi,
    mich würde auch die EQ-Einstellungen interessieren, die du normalerweise für ein Metalbrett bevorzugst, zumindest im Groben.
    Einerseits sagst du ja, man solle mal ausprobieren, die Höhen und Bässe voll aufzudrehen, während die Mitten ganz rausgenommen werden.
    Andererseits "wird der Gitarrenklang durch die Mitten geprägt."

    Würde mich über eine Antwort sehr freuen!
    Danke

  • Ramon Smith   22. Jun 2010   08:51 UhrAntworten

    am normalen gitarren amp die mitten rauszudrehn, klingt grunsätzlich mehr nach metal.
    Wenn dein amp aber shcon darauf ausgelegt ist (passender Engl amp oÄ) musst du das nicht machen.
    bass/treble voll rein, mitten raus am Amp, aber die aufnahme dann mit sehr steilflankigen cutoffs zurechtstuzen. Vor allem den Low-cut (finde ich der wichtigere) sollte möglihst steil angesetz weden um nicht zu viel zu verlieren, aber auch direkt platz zu schaffen. Dadurch gewinnt die gitarre an klarheit und der bass an platz im mix. Fetter sound braucht sozusagen 'dünne' gitarren. Im verhältnis zum bollernden Amp klingt die gitarren aufnahme dünn, aber der bassound wird/sollte diese Lücke besser füllen, da er einen viel präziseren Ton bietet - bis ganz nach unten im frequenzsprektum. wenn der lowcut steilflnakig genug ist, klingt die gitarre auch alleine noch 'sägend' und 'fett' genug, obwohl unten alles abgeschnitten ist. gutes beispiel ist - meiner meinung nach, da man die gitarre erst einzeln, dann mit dem rest hört (und sie wirklich verdammt steil abgeschnitten wurde) - ist Heretics and Killers von Protest The Hero 0:22-0:25
    Jetzt bitte kein Youtubevideo anschaun, um den sound zu beurteilen =D

    noch mal zu steffen:
    wenn man an einem verzerrten amp die mitten rausdreht, klingt er anders. aber man hört immernoch 'mitten'. also frequenzen irgendwo zwischen 200 und 2000Hz. nur klingen diese dann anders.

    Hinterher im Mix solltest du alles ganz tiefe ( fang unten an und dreh den cutoff immer höher, bis die gitarre anfängt zu dünn zu klingen und dann wieder ein bisschen zurück) und ggf alles ganz hohe abschneiden, um platz für die anderen instrumente zu schaffen.

    Marius meinte einmal den Amp-EQ und dann deinen EQ beim Mixdown.

  • Raphael   09. Aug 2016   11:23 UhrAntworten

    Also ich wäre lieber vorsichtig mit den Mitten, die sind gar nicht so unwichtig. Meiner Erfahrung nach ist es meistens besser am Amp alles auf Normalstellung zu belassen und nachher mit nem EQ etwas nachzuarbeiten. Oft ergibt sich die richtige Mischung ja auch erst im Gesamtkontext der Band..

  • Thomas   26. Aug 2016   13:05 UhrAntworten

    Hm, also wenn ich an meinem Mesa Boogie Mark V im Gain Channel die Bässe und Höhen voll aufdrehe und die Mitten rausmache hört sich's an als würde ich durch eine Pfeife furzen - das kann wohl nicht der allgemein gültige Tip sein. Ich sehe wenig Sinn darin, viel Bässe durch einen stark verzerrenden Vorverstärker zu schicken, das hört sich einfach nur undefiniert, matschig und nach allem anderen als Metal an.
    Ich habe z.B. mal auf einem Kozert Papa Roach mit einem sehr mitten lastigen Gitarren Sound gehört. Das hat sich richtig super angehört, und ist auch eher das worauf ich stehe. Auch bei anderen Bands wie z.B. Killswitch Engage hört man viel Mitten bei den Gitarren. Die EQ Einstellungen am Amp hängen auch sehr stark vom verwendeten Amp Modell ab - aber am Mark V hängt z.B. der Zerrklang stark vom Höhenregler ab. Da drehe ich z.B. die Bässe fast komplett raus (8-9 Uhr), Mitten auf 10-11 Uhr und Höhen auf 13-14 Uhr. Die Bässe stelle ich dann eher am grafischen Equalizer des Amps (z.B. das altbekannte V, je nach Gusto die Tiefbässe auch etwas absenken). Hier kommt's auch auf die verwendete Box an, eine vernünftige Box liefert von Haus aus genug Bass ab (auch wenn man die am Amp runterdreht).

    Zu den Tips betreffend der Gitarre:
    Es gibt genügend Metal Spieler die eher auf passive Pickups setzen - z.B. die Seymour Duncan Nazgul, Black Winter und viele andere. Mit denen lassen sich teilweise noch brachialere Sounds erzeugen als mit aktiven Pickups.

    Etwas dickere Saiten für mehr Punch beim Riffing zu benutzen ist an sich schon richtig, ich denke aber mal der Hauptgrund dafür dürfte eher in den verwendeten Downtunings zu finden sein.
    Weit mehr Anteil am Metal Sound als die Gitarre hat aber meiner Meinung nach der Verstärker - mit einem Fender Blues Amp wird man ohne weitere Zutaten (Zerrpedale) keinen Metal Sound hinbekommen.

  • from_theashes   19. Okt 2016   12:40 UhrAntworten

    Wieder mal gefährliches Halbwissen, das (nicht nur) hier verbreitet wird und am Ende die Anfänger nur frustriert (da sie damit eben NICHT so klingen, wie die Idole).
    Die so genannten "Scooped-Sounds" mögen für sich alleine recht imposant klingen... machen im Bandkontext aber einfach gar keinen Sinn, da sich die Frequenzen mit dem Bass (tiefe Frequenzen) und den Becken (hohe Frequenzen) überschneiden. Soll heißen: der Gitarrensound geht gnadenlos unter.
    Die Gitarre ist ein Instrument, dass in den mittleren Frequenzen zu Hause ist. Es gilt also vor allem die Mitten zu betonen. Das klingt für sich alleine recht dünn, wird im Bandkontext dann aber vom Bass aufgefüllt. Erst die Summe aller Instrumente (und damit aller Frequenzen) macht dann einen brachialen Sound aus.

    Aktive Pickups sind zwar im Metal häufig vertreten (EMG 81). Das bedeutet aber nicht, dass man mit passiven Pickups keinen Metal-Sound bekommt. Als Beispiele seien die "Bareknuckle Aftermath" oder sämtliche passive DiMarzio-Pickups genannt, die von bekannten Metal-Bands (von Periphery bis Korn) genutzt werden. Aktive Pickups haben nichtmal zwingend mehr Output.... also auch hier: nicht auf das Halbwissen anderer vertrauen, sondern selber testen (ich bevorzuge z.B. passive DiMarzios im Gegensatz zu den aktiven EMGs)

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