Gitarre abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound
Nachdem wir gestern im Artikel Wie dein Gitarrensound so richtig Heavy wird die Grundlagen für einen Heavy Metal Gitarrensound gelegt haben, geht es heute mit diesen Tipps ans Eingemachte.
Gitarre abmischen: Tipps für den Heavy Metal Gitarrensound
Hier sind einige Tipps, die dir helfen können einen Heavy Metal Sound oder sehr harten Gitarrenklang in deinem Homerecording Tonstudio zu schaffen.
- Das Wichtigste: Spiel deine Gitarre hart und es wird auch hart klingen. Der grösste Teil des Klangs liegt in der Technik des Gitarristen.
- Nutze eine Gitarre, die von sich aus schon Heavy klingt (Achtung! Aussehen ist nicht gemeint!)
- Aktive Pickups klingen meist mehr nach Heavy Metal als ihre passiven Pendants.
- Je dicker die Saiten, desto dicker der Klang.
- Du kannst nur aufnehmen, was da ist. Der Gitarrist, die Gitarre und der Gitarrenverstärker müssen schon den richtigen Heavy-Sound bringen.
- Plektren mit entsprechender Stärke helfen dabei, den Gitarrenklang härter zu machen.
- Weniger Verzerrung beim Abmischen lässt die Gitarren grösser und mächtiger erscheinen.
- Stark verzerrte Gitarren lassen den Mix kleiner erklingen.
- Mit jeder weiteren Ebene von Gitarre wird der Anschlag weicher und die Gitarre verliert ihren Punch im Mix. Wenn Du aber verschiedene Ebenen nutzt, dann gib jeder Ebene einen eigenen Klang.
- Das für die Aufnahme genutzte Mikrofon hat weniger Einfluss auf den Klang als der Gitarrist, die Gitarre oder der Verstärker.
- Wenn Du mehrere Mikrofone beim Gitarren-Recording benutzt, achte auf Phasenprobleme.
- Ein guter Mix entsteht aus dem Zusammenspiel aller Spuren miteinander. Wenn deine Gitarren zu gross und zu mächtig klingen, wir der gesamte Mix dadurch klein erklingen. Die richtige Balance finden ist elementar.
- Heavy Metal Gitarre brauchen kein Low-End und auch kein High-End im Mix. Der Gitarrenklang wird durch die Mitten geprägt.
- Versuch auch mal, am Verstärker den Low-EQ und den High-EQ voll aufzudrehen, während Du die Mitten komplett rausnimmst.
Die hier vorgestellten Tipps sind als Ergänzung zum gestern veröffentlichten Artikel gedacht. Nicht jeder Tipp muss für deine Situation passen, manche könnten in einigen Situationen vielleicht sogar kontraproduktiv sein. Hier ist wichtig, die Ohren zu nutzen und flexibel auf die eigene Situation einzugehen.
Als weiterführende Lektüre empfehle ich an dieser Stelle noch den Artikel Die 10 häufigsten Fehler beim Gitarre aufnehmen und abmischen.
Ich freue ich auf dein Feedback in den Kommentaren!


18. Jun 2010 | 13:26 Uhr
Hi Marius,
das ist mal wieder ein Thema, was viele Leute interessieren dürfte. Gerade auch praktische Tipps wie in diesem und dem letzten Artikel zu dem Thema, sind oft hilfreicher als technische Details.
Dennoch würde mich in diesem Zusammenhang mal interessieren, welchen Frequenzbereich Du aus Deiner Erfahrung für verzerrte Metal-Gitarren vorsiehst. Du schreibst ja explizit, dass kein Low- oder High-End benötigt wird, aber wo setzt Du z.B. ein Low-Cut- und High-Cut-Filter auf einer Zerrgitarrenspur an?
Grüße von
suckspeed
18. Jun 2010 | 20:27 Uhr
Hi,
mich würde auch die EQ-Einstellungen interessieren, die du normalerweise für ein Metalbrett bevorzugst, zumindest im Groben.
Einerseits sagst du ja, man solle mal ausprobieren, die Höhen und Bässe voll aufzudrehen, während die Mitten ganz rausgenommen werden.
Andererseits “wird der Gitarrenklang durch die Mitten geprägt.”
Würde mich über eine Antwort sehr freuen!
Danke
22. Jun 2010 | 08:51 Uhr
am normalen gitarren amp die mitten rauszudrehn, klingt grunsätzlich mehr nach metal.
Wenn dein amp aber shcon darauf ausgelegt ist (passender Engl amp oÄ) musst du das nicht machen.
bass/treble voll rein, mitten raus am Amp, aber die aufnahme dann mit sehr steilflankigen cutoffs zurechtstuzen. Vor allem den Low-cut (finde ich der wichtigere) sollte möglihst steil angesetz weden um nicht zu viel zu verlieren, aber auch direkt platz zu schaffen. Dadurch gewinnt die gitarre an klarheit und der bass an platz im mix. Fetter sound braucht sozusagen ‘dünne’ gitarren. Im verhältnis zum bollernden Amp klingt die gitarren aufnahme dünn, aber der bassound wird/sollte diese Lücke besser füllen, da er einen viel präziseren Ton bietet – bis ganz nach unten im frequenzsprektum. wenn der lowcut steilflnakig genug ist, klingt die gitarre auch alleine noch ‘sägend’ und ‘fett’ genug, obwohl unten alles abgeschnitten ist. gutes beispiel ist – meiner meinung nach, da man die gitarre erst einzeln, dann mit dem rest hört (und sie wirklich verdammt steil abgeschnitten wurde) – ist Heretics and Killers von Protest The Hero 0:22-0:25
Jetzt bitte kein Youtubevideo anschaun, um den sound zu beurteilen =D
noch mal zu steffen:
wenn man an einem verzerrten amp die mitten rausdreht, klingt er anders. aber man hört immernoch ‘mitten’. also frequenzen irgendwo zwischen 200 und 2000Hz. nur klingen diese dann anders.
Hinterher im Mix solltest du alles ganz tiefe ( fang unten an und dreh den cutoff immer höher, bis die gitarre anfängt zu dünn zu klingen und dann wieder ein bisschen zurück) und ggf alles ganz hohe abschneiden, um platz für die anderen instrumente zu schaffen.
Marius meinte einmal den Amp-EQ und dann deinen EQ beim Mixdown.