Equalizer Tutorial Teil 3: Filtertypen und Presets

Equalizer Tutorial

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Inhaltsverzeichnis:
  1. Equalizer Tutorial Teil 1
  2. Equalizer Tutorial Teil 2
  3. Equalizer Tutorial Teil 3: Filtertypen und Presets

Die Artikelreihe “Equalizer Tutorial” rollt das Thema EQ ganz von vorne auf und erklärt alles Wissenswerte rund um diesen fundamentalen Effekt in der Musikproduktion.
In diesem dritten Teil des Equalizer Tutorials werden wir auf die verschiedenen Filtertypen eingehen und einige Tipps zur Arbeit mit dem EQ geben.

Equalizer Tutorial: Filtertypen

Man unterscheidet fünf Arten von Equalizer (EQ) bzw. Filtern:

Peak EQ

Peak EQ

Peak EQ
Dieser Typ kann eine bestimmte Frequenz anheben oder absenken. Der Parameter “Q” gibt die Flankensteilheit des Filters an und beeinflusst damit die Breite der Anhebung bzw. Absenkung um die (Kenn-) Frequenz.
Hohe Werte für die Flankensteilheit vermindern die Breite während niedrige Werte den beeinflussten Frequenzbereich verbreitert.

 

High-Pass Filter

High-Pass Filter

High-pass Filter
Dieser Filter lässt alle Frequenzen oberhalb der eingestellten Kennfrequenz durch und schneidet darunterliegende Frequenzen weg.

 

Low-Pass Filter

Low-Pass Filter

Low-pass Filter
Dieser Typ ist das genaue Gegenteil. Er lässt die tiefen Frequenzen passieren während die hohen Frequenzen abgeschnitten werden.

 

High-Shelf Filter

High-Shelf Filter

High-Shelf Filter
Mit diesem EQ können Frequenzen ab der eingestellten Kennfrequenz angehoben bzw. abgesenkt werden.

 

Low-Shelf Filter

Low-Shelf Filter

Low-Shelf Filter
Bei diesem EQ-Typ werden Frequenzen unterhalb der eingestellten Frequenz angehoben oder abgesenkt.

High-Pass-, Low-Pass- sowie die beiden Shelving-Filter eignen sich hervorragend, um Spuren zu mehr Transparenz und Klang-Klarheit zu verhelfen.

 

Equalizer Tutorial: Allgemeine Tipps

Während des Abmischens eines Songs kommen prinzipiell zwei Möglichkeiten in Frage, um eine Spur mit dem Effekt EQ zu bearbeiten:

  1. Man bearbeitet die Spur im Solo-Modus
  2. Man bearbeitet die Spur im Kontext des Gesamt-Mixes

Im Zweifelsfall sollte man sich immer für die zweite Methode entscheiden, denn sonst passiert es schnell, dass man viel Zeit in eine “perfekt klingende” Spur investiert, nur um später zu bemerken, dass es unmöglich scheint, die restlichen Instrumente sinnvoll hinzu zu mischen. Entweder die Spur sticht zu sehr heraus oder sie geht einfach im Mix unter. Schade um die Zeit, denn nun muss man von neuem mit dem Equalizer beginnen.

Der Solo-Modus hingegen eignet sich vortrefflich, um die charakteristischen Frequenzen oder ungewünschten Frequenzen einer Spur durch so genanntes “Sweeping” heraus zu finden. Sweeping bedeutet nichts anderes als mit einem Peak-EQ mit viel Gain durch alle Frequenzen zu sweepen und dabei darauf zu achten, welche Frequenzen herausstechen.

Zur Verwendung von Equalizern in der Musikproduktion und im Homerecording könnte man ganze Bücher schreiben, deswegen will ich als weiterführende Lektüre an dieser Stelle nur auf folgende zwei Artikel zum Thema EQ verweisen:

EQ: Drei Grundregeln des Equalizing
EQ: Wann anheben und wann absenken

Equalizer Tutorial: Anwendung

Wie auch alles andere in der Musikproduktion und dem (Home-) Recording ist das Anwenden von EQ eine Kunst, bei der man sich auf die eigenen Ohren verlassen und zunächst alle Fehler begehen muss, um aus ihnen zu lernen.

Ein gesundes menschliches Ohr kann in etwa Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz hören, die in verschiedene Frequenzbereiche aufgeteilt werden.

Es ist ratsam, sich diese Unterteilung zu verinnerlichen, um später einen beliebigen Effekt auf einer Spur gezielt kreieren zu können. Mit etwas Übung lernst Du schnell, bestimmte Frequenzen im Mix zu unterscheiden und sie richtig anzuwenden.

Hier eine kurze Übersicht über einige Instrumente und deren relative Frequenzen, die Dir als Startpunkt dienen können, um Deine eigenen EQ-Einstellungen zu finden:

Snare Drum: Fülle, Smack bei 250 Hz / Crisp, HiFi bei 5 kHz
Becken und HiHats: Fülle bei 240 Hz / Klarheit bei 8-12kHz
Bass: Körper und Basis bei 60-80 Hz / Klarheit bei 2,5 kHz
E-Gitarre: Kantigkeit bei 2,5kHz / Körper bei 200 Hz
Akustische Gitarre: Körper bei 80-120 Hz / Fülle bei 240Hz / Klarheit bei 2,5kHz
Klavier: Körper bei 80-120Hz / Präsenz bei 3-5 kHz / Schärfe bei 10 kHz
Weibliche Vocals: Fülle und Wärme bei 200 Hz / Präsenz bei 5kHz
Männliche Vocals: Fülle und Wärme bei 120 Hz / Präsenz bei 5kHz

Wie üblich sind dies keine allgemein immer-gültigen Einstellungen, das Ohr ist die letzte Instanz!

 

Equalizer Tutorial: Dein Feedback

Wenn Dir das Equalizer Tutorial gefallen hat, empfiehl es doch Deinen Freunden und Bekannten weiter und verlinke zu uns auf Deinen Lieblings-Blogs und -Foren für Musiker!

Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

delaMartial Drums - Professionelle Drums Samples

 

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Lesermeinungen (9)

zu 'Equalizer Tutorial Teil 3: Filtertypen und Presets'

  • Thomas Janßen
    12. Mrz 2009 | 13:47 Uhr Antworten

    Total klar verständlich erklärt, eine echte Hilfe, VIELEN DANK!!

  • D.Mon
    07. Jun 2009 | 23:00 Uhr Antworten

    Hm,

    Seit tagen suche ich immer wieder diese Seite auf, kann aber leider kein Equalizer Tutorial Teil 3 finden. Wo ist das hin gekommen?

  • Carlos (delamar)
    08. Jun 2009 | 00:30 Uhr Antworten

    Danke für den Hinweis! Das Problem mit dem Equalizer Tutorial sollte jetzt behoben sein!

  • D.Mon
    08. Jun 2009 | 04:40 Uhr Antworten

    Ja, jetzt ist es da.
    Danke schön.

    Qualität — wie gewohnt — hervorragend.

    Eine Frage hätte ich trotzdem noch.

    Low-Pass und High-Shelf (sowie umgekehrt) sind ja irgendwie verwandt miteinander. Gibt es irgendwelche Regeln/Anhaltspunkte, wann man eher das eine oder das andere einsetzt?

    Gruß
    D.Mon

  • dj Putin
    11. Aug 2009 | 15:29 Uhr Antworten

    hallo carlos

    zu aller erst einen dicken pluspunkt für diese seite!
    ich bin noch ein anfänger, was den umgang mit sound angeht.
    bisher hat nicht so recht was geklappt… delamar-seidank klingen meine stücke jetzt viel besser! :)

    ich finde diese kleine “tabelle” aus dem dritten teil vom EQ-tut echt hilfreich. mein ohr ist noch nicht so geschult und ich weiß nicht immer, ob das jetzt gut ist oder nicht… aber durch so eine tabelle habe ich zumindest einen kleinen anhaltspunkt, woraus sich mein gehör sicherlich noch evolvieren kann.
    nun zu meiner frage:
    gibt es nicht irgendwie weitere tabellen dieser art?
    und wie verhält es sich eig. mit synthies? ein lead-synth klingt doch sicher anders als ein natürliches instrument und muss daher anders abgemischt werden- oder sehe ich das falsch?
    mein erster ansatzpunkt war der tipp mit dem sweepen im EQ. der war aus dem artikel “wie kriege ich die stimme in den mix” oder so ähnlich. diese technik beim synth angewandt und es ging schon besser… aber das kanns ja noch nicht gewesen sein- oder gehts da echt nur ums gehör, weil es ja wie gesagt keine natürlichen instrumente sind und man diese nach belieben verändern kann um den somit gewünschten sound zu erzielen.

    ich weiß, es ist nicht wenig und nicht einfach zu lesen *g
    aber vllt gibts ja noch eine weitere stütze vom audio-guru ;)

    grüße, Putin

  • Carlos (delamar)
    11. Aug 2009 | 23:29 Uhr Antworten

    Hallo Putin & herzlich willkommen auf delamar! Vielen Dank auch für das Lob, das geht natürlich runter wie Öl!

    Handfeste Tipps für den EQ bei einem Synthesizer sind wirklich nicht möglich. Es gibt ja zig verschiedene Syntheseformen, dann hast Du die Möglichkeit über 8 Oktaven zu spielen und und und…

    Auf jeden Fall kann ein High-Pass Filter eine Menge bringen – das allerdings bei praktisch jeder Spur. Wo man diesen ansetzt hängt hier wieder davon ab, von welchem Instrument wir sprechen.

    Ganz am Ende sind solche Tipps ja nur als Ansatzpunkt zu verstehen. Um das Trainieren des Ohres kommen wir alle nicht rum und wenn Du in einigen Monaten oder Jahren an diesen Artikel denken wirst, kannst Du auch verstehen, was ich damit meine.

  • kingalbana
    06. Nov 2009 | 23:42 Uhr Antworten

    hey ich weis echt nicht weiter….
    ich habe cubase sx 3, aber ich finde den high pass filter un all das ander nichT. Habt ihr nen Plan wo ich es finde wär echt nett DANKE IM VORAUS LG ;)

  • DJ Today
    21. Aug 2011 | 18:06 Uhr Antworten

    Noch mal eine Frage zum High Pass Filter:

    Neulich wurde mir eingebleut, das man bei jeder Spur (auch Bass Spur) alle Frequenzen unter 30 hz strak wegzuschneiden.

    Das bringt doch weniger “Matsch” im Bassbereich und dafür mehr Klarheit oder?

    Ich senke ab 30 hz steil ab (-90 db) *gg*

    • dj Putin
      23. Aug 2011 | 17:49 Uhr Antworten

      einen hpf benutzt man um einem signal tiefenanteile wegzunehmen, die man nicht braucht und/oder die konflikte mit anderen spuren auslösen können, die im selben oder teilweise selben frequenzbereich befinden.
      für die meiste musik, die man so im heimischen bereich konsumiert reicht es, den hpf bei 40hz mit einer steilheit von 24db/oktave anzusetzen, da der größte teil der bevölkerung hifi-anlagen hat, die kaum den bassbereich unter 40hz sauber oder überhaupt darstellen können.
      auf der anderen seite stehen zb. musikrichtungen, die vom bass unter 40hz leben (zb. dubstep/drum n bass). je nach anwendung entscheidest du also von dir aus.
      man sollte sich nur mal zu herzen nehmen, dass die wenigstens leute solche frequenzen überhaupt hören. man “fühlt” diese eher.
      mein tipp also:
      wenn du sagen wir einen bass hast und diesen dann bei 40hz “beschneidest” musst du einfach a/b-vergleiche führen um dann rauzuhören, was sich verändert. ist die veränderung akzeptabel, so mach, wie es dir beliebt :) (für alle großmäuler: es soll auch bässe geben, die sich über 40hz abspielen :P :D )
      das gleiche gilt für alle anderen spuren, egal ob keys, drums, synths oder sonstwas.
      es gibt hier auf delamar auch echt gute tutorials zum thema eq und ähnlichem. ohne delamar würd ich das hier alles auch nicht wissen :D

      mit besten grüßen

      putin von heissundeis.com

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