Effektiv üben: Wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmierst

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Effektiv üben: Wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmierst

Du willst wirklich effektiv üben? Lies, wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmieren kannst ...

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Effektiv üben unterscheidet uns von den Virtuosen

Überragend brillante Musiker spielen Sachen auf ihrem Instrument, die wir Normalsterbliche kaum für menschenmöglich halten. Und das machen die Top 5% der Musiker mit einer entspannten Selbstverständlichkeit. Wer hat sich dabei nicht schon einmal bei dem Gedanken „So gut wie der, werde ich nie sein“ ertappt? Das frustriert.

Der bessere Ansatz ist jedoch, zu fragen: „Wie haben die geschafft, so gut zu werden?“. Und: „Wie kann ich das auch schaffen?“

Egal wer dein Lieblingsmusiker ist: Er hat bei Null angefangen, genau wie Du. Er hat die gleichen Anfängerfehler gemacht und sich (vermutlich wie wir alle) in vielen Dingen ziemlich blöd angestellt.

Das Üben erlernen

Stell dir vor, wie der kleine John Petrucci (Dream Theater) das erste Mal eine viel zu große Gitarre auf dem Schoß balanciert. Unsicher und ungelenk versucht er seine ersten Töne zu greifen. Er ist nicht als Stargitarrist geboren worden, niemand wird das.

Doch heute ist Petrucci ein Virtuose auf der E-Gitarre. Er hat scheinbar irgendetwas richtiggemacht. Hat er Tag für Tag viele Stunden am Instrument verbracht? Sicher hat er das. Für seinen Fortschritt an der E-Gitarre war (und ist) jedoch etwas Anderes wichtiger: Er hat gelernt, wie man effektiv übt.

Das Geheimnis für effektives Üben

Wie wäre es wohl, täglich erkennbare Fortschritte an deinem Instrument zu machen? Wie wäre es, von Woche zu Woche selbstsicherer zu werden? Stell dir vor: Du kannst das Level eines John Petrucci, Victor Wooten oder Mike Mangini erreichen. Ja, das geht.

Du musst nur verstehen, wie Du wirklich effektiv übst und damit das Maximum aus deinen Übe-Sessions herausholst.

In dieser Artikelserie helfe ich dir, die Prinzipien effektiven Übens zu verinnerlichen und selbst anzuwenden. Unser gemeinsames Ziel ist, das Beste aus jeder einzelnen Übe-Session herauszuholen und so zügig und konstant deinem musikalischen Ziel näher zu kommen.


Was ist eigentlich effektives und ineffektives Üben?

Um effektives Üben anwenden zu können, musst Du zuerst verstehen, was es überhaupt bedeutet und was der Unterschied zu ineffektivem Üben ist.

Anzeichen für ineffektives Üben

  • Du greifst immer dann zu deinem Instrument, wenn Du nichts Anderes zu tun hast. Dann spielst Du Tonleitern und Patterns hoch und runter, die Du schon kannst und machst keine wirklichen, messbaren Fortschritte.
  • Dein Lernerfolg kommt dir schleppend vor. Manchmal hast Du den Eindruck, dass Du gar nicht vorankommst oder sogar schlechter wirst.
  • Du weißt nicht, welche konkreten Schritte benötigt werden, um dein Lernziel zu erreichen. Womöglich hast Du dir kein Ziel gesetzt.
  • Ineffektives Üben macht wenig Spaß, ist eher frustrierend. Daher übst Du nicht so regelmäßig, wie Du solltest und hast ein entsprechend schlechtes Gewissen.

So sieht effektives Üben aus

  • Du setzt dich zu jeder Übe-Session mit einem konkreten Plan hin und richtest dich danach. Du weißt, was Du üben willst und es sinnvoll angegangen wird. Du hast konkrete Vorgehensweisen, mit denen Du dir neues Material und neue Techniken aneignest.
  • Du bist konzentriert und fokussiert während deiner Übezeit. Du übst regelmäßig und gerne, weil dich deine Erfolge motivieren und antreiben.
  • Du lernst neue Inhalte in einem Minimum an Zeitaufwand, weil Du die richtigen Übungen weißt, mit denen Du dir neues Material zugänglich machen kannst.
  • Du weißt, wie dein Gehirn lernt und übst entsprechend: mit Begeisterung, jeder Menge Spaß und ausreichend Pausen.
Effektiv üben: Wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmierst

Wie schaffst Du die Voraussetzungen, um effekt üben zu können? Lies jetzt alles darüber … | Bild: Nora Tabel

Voraussetzungen zum effektiv üben

Die absolute Grundvoraussetzung ist deine Begeisterung. Nur mit dieser wird es dir gelingen, regelmäßig zu üben, zügig voranzukommen und vor allem immer dran zu bleiben. Denn: Üben um des Übens Willen ist nicht nachhaltig.

Sobald es einmal schwer wird oder Du aus deiner Übungsroutine fällst, findet dein Schweinehund immer mehr Gründe, warum Du das Üben „heute mal“ auslassen solltest oder gerade „keine Zeit“ zum Üben hast.

Wenn Du aber von deinem Ziel und dem Weg begeistert bist, hast Du immer starke Fürsprecher, die dir zur Seite stehen, wenn dir der Schweinehund das Üben ausreden will. Destruktive Fragen á la „Wofür mache ich das eigentlich?!“ gehören der Vergangenheit an, weil Du nicht mehr an einzelnen Übungen festhängen wirst und dadurch gefrustet bist.

Warum dir ein Ziel beim Üben hilft

Ein Ziel gibt dir Sinn auf dem Weg. Ein klares Bild vor Augen treibt dich persönlich an und motiviert. Alle Widerstände erscheinen nicht mehr so groß, sie sind auf einmal relativ.

  • Zeitproblem? Du machst dir Zeit.
  • Die richtigen Übungen? Du findest jemanden, der sie dir zeigt.
  • Fehlende Motivation? Nicht mit einem Ziel, das dich begeistert.

Mit einem klaren Ziel, das Du aus vollem Herzen und um alles in der Welt erreichen willst, setzt der Spaß ein und macht die Arbeit leichter. So wird der eine zum Mr. Universe, der nächste Präsident von Amerika oder Du vielleicht der nächste Virtuose.

Das Ziel visualisieren

Das Visualisieren des Ziels ist gängige Praxis für alle erfolgreichen Menschen. Egal ob Sportler, Unternehmer, Politiker, Musiker oder wer auch immer. Das Gehirn kann nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden. Es verarbeitet jeden realen Sinneseindruck in den gleichen Regionen wie das, was Du dir vorstellst.

Denkst Du an das Fahrradfahren, werden dieselben Hirnareale aktiv, als ob Du tatsächlich Fahrrad fahren würdest.

Stellst Du dir etwas immer wieder vor, glaubt dein Unterbewusstsein, dass dies der Normalzustand sei. Dass das die Situation ist, wie sie ist und sein sollte. Stellt es dann aber fest, dass das Bild nicht der Realität entspricht, ist es darauf eingestellt, dieses Bild wahr werden zu lassen.

Hilfe vom Unterbewusstsein beim effektiv üben

Dein Unterbewusstsein „denkt“ sich: »Moment mal, eigentlich stehe ich doch auf der Bühne und rocke das Publikum! Wieso kann ich diesen Song noch immer nicht spielen?! Da stimmt doch etwas nicht!« Es entsteht eine Lücke zwischen Realität und Vorstellung, die Du ganz automatisch und unbewusst zu überbrücken versuchst.

Entsteht eine Diskrepanz zwischen Realität und Vorstellung, versucht unser Unterbewusstsein, die Realität zu ändern. Nicht etwa die Vorstellung.

Darüber hinaus hilft es dabei, die richtigen Übungen zu finden. Wie wir diese auswählen und was die richtigen Übungen zur gegebenen Zeit sind, werden wir in einem Folgeartikel behandeln.


Dein Gehirn auf Erfolg beim Üben programmieren

Das Prinzip der Visualisierung ist einfach. Finde dein persönliches Ziel und träume ausgiebig und immer wieder davon. Klingt das zu einfach? Wer hat denn gesagt, dass es schwer sein muss?

Schritt 1:

Nimm dir heute fünf Minuten Zeit und träume von deinem Ziel in allen Einzelheiten. Think BIG! Was ist dein großer Traum? In einer perfekten Welt, was für ein Musiker wärst Du?

Schritt 2:

Detailreich muss es sein: Wo bist Du? Stehst Du auf einer Stadionbühne vor 10.000 Leuten? Sitzt Du im Studio für einen Weltstar? Rockst Du einen Club mit deiner Band und das Publikum rastet aus?

Was kannst Du? Bist Du tierisch technisch und schnell? Bringst Du Menschen zum Weinen, mit deiner gefühlvollen Art zu spielen? Beeindruckst Du die Jazzszene mit deinen abgefahrenen Improvisationen?

Wie fühlst Du dich? Bist Du aufgeladen durch die Energie deines Publikums und voller Adrenalin? Bist Du selbstsicher und fühlst dich wohl in deiner Haut? Spürst Du Ruhe und Entspannung, weil Du den Lebensunterhalt mit deinen Fähigkeiten verdienst?

Schritt 3:

Nutze alle deine Sinne. Sieh, rieche, höre, fühle, schmecke.

Wie sieht der Ort aus, wo Du bist? Wie riecht die Luft? Wie klingt die Musik? Wie klingt dein Publikum?

Schmeckst Du deinen Schweiß auf der Bühne? Eine Zigarette? Bier? Whisky? Rotwein? Wasser?

Tipp:

Je klarer und detailreicher das Bild von dir in deiner Zukunft wird, desto mehr wirst Du es erreichen wollen. Und damit wirst Du in Zukunft effektiv üben können.


Zusammenfassung zum effektiv Üben

  • Jeder kann ein Virtuose werden, wenn er regelmäßig und vor allem effektiv üben lernt.
  • Hierfür braucht es ein Ziel, das Du verfolgen kannst.
  • Je bildlicher das Ziel in deinem Kopf, desto mehr Motivation und Antrieb aus dem Unterbewusstsein.
  • Je öfter und bildhafter das Ziel visualisiert wird, desto effektiver wirst Du üben.

In weiteren Artikeln dieser Serie tauchen wir tiefer in die Geheimnisse des effektiven Übens ein. Hilf uns, deine Situation besser zu verstehen: Welche Probleme hast Du, wenn es ums regelmäßige, effektive Üben geht? Hinterlasse einen Kommentar unter dem Artikel, ich lese jeden einzelnen Beitrag.

Effektiv üben: Wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmierst

Bild: Nora Tabel
www.braetalon.net

Denis Busch hilft Bassisten effektiver zu üben, frei und spontan zu improvisieren und eigene Basslinien zu schreiben.

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Lesermeinungen (25)

zu 'Effektiv üben: Wie Du dein Gehirn auf Lernerfolg programmierst'

  • vanhold   05. Sep 2016   14:08 UhrAntworten

    Guter Einstieg ins Thema. Ich bin schon auf die weiteren Folgen gespannt. Da ich nach 40 Jahren mit dem Instrument, immer noch nicht Soli auf der Gitarre vernünftig spielen kann, (3-Akkorde-sind genug-gabba-gabba-hey-Fraktion) schaffe ich vieleicht dann doch noch der Altmeister des Blues zu werden. One bourbon, one scotch and one beer!

    • Denis   06. Sep 2016   08:42 UhrAntworten

      Hey Vanhold,
      danke für deinen Kommentar. Klingt als ob du an der Gitarre bisher eine andere Rolle einnimmst. Oft ist es nicht nur das, was man übt, sondern auch das Umfeld, sprich: die Besetzung in der Band. Wenn der Rhythmusgitarrist sich plötzlich zum Solisten "aufspielen" will, was sagt der Leadgitarrist dazu?
      Oder: Was hast du bisher versucht, um besser solieren zu können?
      Schöne Grüße

  • Denis   05. Sep 2016   14:16 UhrAntworten

    Wenn ihr in Zukunft mehr zum Thema "Effektiv Üben" lesen wollt, lasst uns wissen, welche Schwierigkeiten ihr habt. Wie versprochen, lese ich jeden Beitrag :-).

    Denis

  • #ing   05. Sep 2016   16:33 UhrAntworten

    Vielen Dank für die guten Tipps, viel schöne, inspirierende Impulse!

    • Denis   06. Sep 2016   08:39 UhrAntworten

      Danke fürs Feedback Ing ;-)

  • Mr. Arp   05. Sep 2016   21:49 UhrAntworten

    Ein sehr interessantes und wichtiges Thema. Bin gespannt auf die nächsten Folgen.
    Üben war eine Zeitlang überhaupt kein Spaß für mich sondern Pflicht, aber seit einigen Jahren stellt sich endlich der Erfolg ein und das Üben macht immer mehr Spaß, je weiter ich vorwärts komme.

    • Denis   06. Sep 2016   08:38 UhrAntworten

      Hey Mr.Arp,
      kommt der Spaß mit den zunehmenden Lernerfolg oder wie hat der sich eingestellt?
      Schöne Grüße

  • Fried   05. Sep 2016   22:28 UhrAntworten

    Interessantes Thema. Es soll ja nie zu spät sein, um zu üben. Mal sehen, was noch kommt. Bin vor allem gespannt, wie ich entscheide, was zu üben sein wird.

  • Raphael   06. Sep 2016   10:13 UhrAntworten

    Da denke ich direkt an luzides Träumen.. wer das kann soll ja im Schlaf weiterüben können! Sogar Sportler machen das, und ich vergeude noch Jahre meiner Lebenszeit^^

    • Denis   06. Sep 2016   10:32 UhrAntworten

      Hey Raphael,
      Interessant, dass du das erwähnst. Tim Ferriss beschreibt, wie er träumend mit seinem Idol Jiu Jitsu geübt hat. Wieso auch nicht. Das Gehirn macht keinen Unterschied daraus, ob etwas in Echt oder nur in der Vorstellung stattfindet.
      Sehr guter Punkt!

  • dj ikosaeder aka mono-toni aka le roi de soleil   06. Sep 2016   11:13 UhrAntworten

    Vielversprechende und zeitgemäße Herangehensweise an das Thema. Die Serie kann was werden, Denis Busch.
    Zu mir: Mein Lernverhalten ist miserabel. Bin zwar eher der kreative, selbstschaffende Typ, doch langsam komme ich an den Punkt, an dem ich merke, ich hätte früher mehr lernen sollen. Kurz um: Mein Kopf möchte Sachen spielen, die meine Hände nicht drauf haben UND mir fehlt das Wissen über Harmonisierung, Akkord- und Tonleiternsysteme. Meine Stücke bleiben oft flach, viel Rhythmik, aber wenig harmonische Tiefe. Jemanden spontan begleiten können, wäre auch so eine Fähigkeit die ich gern verbessern würde. Habe vor mich extrem zu improven, ich sauge also sämtliche Tipps in mich auf. peace leon

    • Denis   07. Sep 2016   13:12 UhrAntworten

      Hi Leon,
      vielen Dank für deinen Input. Was dein großer Vorteil ist, ist, dass du deine Probleme kennst. Ich interpretiere da eine gewisse Gradlinigkeit rein.
      Was deine technischen Probleme angeht und die Schwierigkeiten mit den Harmonien, wirst du in Zukunft mehr auf meiner eigenen Webseite finden.
      Hier beschäftige ich mich vorerst nur mit dem effektiven Üben.
      Schöne Grüße

  • Tom   06. Sep 2016   17:07 UhrAntworten

    Interessantes Thema. Wollt schon immer mal wenigstens Anfangen ein Instrument zu lernen. Natürlich ist eine Musikschule mal wieder zu Teuer und mann kann seine eigene Zeit nicht richtig einrichten. Ok dann Selbststudium geht ja auch. Also die Träume wären schon mal da. Nicht in dem Ausmaß wie du sie beschreibst, aber sie sind da.
    Also wie fängt man da an? Welche Lernhilfen sind am besten für mich geeignet? Kleine Ziele stecken gehört sicher auch dazu, aber wie definiere ich diese? Und wie zum Henker halt ich das durch? :-)

    Bin echt gespannt auf mehr.... Freu mich drauf. Viell kriegste mich ja auch rum noch mal ein Instrument zu lernen.

    Grüße Tom

    • Denis   07. Sep 2016   13:14 UhrAntworten

      Hey Tom,
      Das sind spitzen Punkte, die du da ansprichst. Vielen vielen Dank für den Input.
      Schöne Grüße

    • Merle   29. Okt 2016   12:23 UhrAntworten

      Hallo Tom, als Alternative zur Musikschule kann ich Dir guzz.io empfehlen. Hier findest Du Leute, die sich per Videpchat praktische Tipps geben, z. B. beim Gitarrespielen.

      • Tom   29. Okt 2016   19:35 Uhr

        HI Merle,
        Das klingt auf jeden Fall interessant. Ich werde mir das mal ansehen. Vielen Dank für den Tipp.

  • Bernhard   06. Sep 2016   19:55 UhrAntworten

    Schöne Tipps. Ich wende das Visualisieren seit einiger Zeit morgens in der Meditation an. Angeblich sollen die Ergebnisse schneller kommen, wenn altruistische Gefühle damit gekoppelt sind. Was mir aber im Beitrag geholfen hat, war die Beschreibung, wie genau man sich das alles vorstellen kann. Gerne mehr davon.

    • Denis   07. Sep 2016   13:17 UhrAntworten

      Hi Bernhard,
      zu der Sache mit dem Altruismus kan ich nichts sagen. Was aber ein Kernpunkt im Bereich "richtig Lernen" ist, ist, dass es dem Gehirn schnurzpiepegal ist, ob du etwas nur in deiner Vorstellung oder in "Echt" erlebst.
      Raphael hat oben schon etwas zum luziden Träumen geschrieben. Das habe ich noch nicht ausprobiert, es passt aber thematisch total dazu.
      Vielleicht ist es mal eine Überlegung wert.
      Schöne Grüße

      • Bernhard   07. Sep 2016   16:24 Uhr

        Ja, luzides Träumen geht sehr in diese Richtung. Das kann man auch trainieren. Hab mich da schon intensiv mit auseinander gesetzt. Allerdings ist das schwer mit langem Medienkonsum vereinbar. Da ich viele Stunden am Rechner sitze... schwierig.

  • Frustbeule   11. Sep 2016   08:33 UhrAntworten

    Also mein Problem ist eigentlich das gelernte nicht zu vergessen. :-| Klingt komisch ich weiß.
    Aber man lernt Licks und Riffs und ein halbes Jahr später hat man sie vergessen.
    Und jeden Tag alles spielen was man gelernt hat geht von der Zeit nicht.
    Ich habe jetzt nach 2 Jahren rumdudelei wo ich fast nichts dazugelernt habe angefangen einen
    Plan zu erstellen und übe seit 2 Wochen danach. Den Plan habe ich mir aus dem Internet geholt und angepasst.
    http://mattwarnockguitar.com/30-minute-daily-practice-routine-for-the-busy-guitarist
    Ich habe nicht immer Lust und nach 20 Jahren Gitarre spielen hat sich bei mir schon einiges
    an Frust eingestellt. Ich hoffe das ich diesmal mit dem Plan durchhalte.
    Ich sage mir immer 30 MInuten am Tag ist besser als gar nichts.
    Zum Artikel: Es stehen einige Sätze darin die ich tatsächlich auch schon gedacht habe.
    Für mich sehr hilfreich und aufbauend das man merkt es gibt auch andere die Probleme mit dem
    üben haben und der Motivation.

    • Denis   20. Sep 2016   21:18 UhrAntworten

      Hey,

      30 Minuten am Tag sind super! Es gibt Zeiten da würde ich für 30 Minuten töten.
      Manchmal ist es schwerer, manchmal leichter. Ich hatte Phasen, in denen ich sechs Stunden am Tag geübt habe. Ich hatte aber auch eine Phase, in der ich den Bass ein ganzes Jahr fast garnicht angefasst habe.

      Wichtig bei allen Plänen und Systemen ist immer, dass sie zu dir passen. Wenn du einen Plan hast, den du nicht durchhalten kann, hat er nicht zu dir gepasst. Jeder funktioniert anders und muss seinen eigenen Weg finden. Alle vorgegebenen Pläne können nur Angebote sein.

      Mach dich nicht fertig Frustbeule :-).

      Wenn es ganz ernst ist, schreib mich persönlich an. Wir finden schon was, was für dich passt.

  • N   20. Sep 2016   13:52 UhrAntworten

    Hallo, als Klavierlehrer bin ich oft in der Situation, die genannten Lernprozesse zu schulen und zu verdeutlichen. Ich selbst habe ab und an Motivationsprobleme und muss diese irgendwie besiegen. Wichtig ist es meiner Meinung nach, das Gehirn beim Üben (nicht Spielen) immer aktiv zu halten und nicht in die ewige Wiederholung abzudriften. Wenn ihr Rechtshänder seid, dann putz Euch heute Abend mal die Zähne mit der linken Hand.. dann werdet ihr direkt merken, wie man das Gehirn aus der Routine reißt und Bewegungen wieder bewusst wahrnimmt. Aufs Instrument übertragen heißt dies: Langsam, schnell, mit Ausdruck, Hände einzeln etc. pp. Wichtig ist, die Motivation aufrechtzuerhalten und realistische Ziele zu haben und zu erreichen.
    Ich finde den Artikel auf jeden Fall sehr gut und hoffe auf Weitere.

    P.S.: Ich kann leider nicht klarträumen, aber zum Einschlafen gehe ich manchmal die verschiedenen Tonleiter oder Kadenzen in verschiedenen Tonarten durch. Das hat zwei Vorteile: Es ist so todeslangweilig, dass ich einschlafe und ich behalte das Material tatsächlich besser im Langzeitgedächtnis.

    • Denis   20. Sep 2016   21:20 UhrAntworten

      "Langsam, schnell, mit Ausdruck, Hände einzeln etc."
      Da wo man sein Bewusstsein hinlenkt werden die schnellsten Fortschritte gemacht. Absolut. Ich habe mich im Unterricht schon dabei erwischt meinem Schüler gesagt zu haben "Sei die Finger" :-).

  • Till   06. Nov 2016   13:15 UhrAntworten

    Hallo :)
    Habe gewissermaßen selber Probleme damit, spiele seit einiger Zeit Klavier und ich muss wirklich sagen, dass ich es über alles in der Welt liebe, das ist die Wahrheit. Ich habe ja auch aus eigenem Willen angefangen und alle meinen ich würde unglaublich schnell Fortschritte machen und sehr gefühlvoll spielen etc.
    Ich weiß nicht, also es stimmt in einem Jahr habe ich wirklich viel geschafft, ich kann schon bisschen zumindest einen Schlüssel vom Blatt spielen, vorher wusste ich nichtmal wo beim Bassschlüssel das C ist. Aber iwie fehlt mir manchmal auch voll die Einsatzbereitschaft. Das ist so komisch. Ich liebe Klavierspielen, ich habe realistische Ziele, eine super gute Lehrerin, ich lerne relativ schnell und bemerke meine Fortschritte aber trotzdem übe ich fast immer ineffektiv. Ich denke dann so, ja morgen hab ich einen ganzen Tag frei da kann ich endlich mal stundenlang üben, und im Endeffekt sitze ich dann da und spiele Sachen die ich halt schon kann und ab und an mal eine Fingerübung drin und das war's. Dafür könnte ich mir jedes mal in den Hintern treten.

    Ich schaffe es iwie meine Stücke immer durchzukriegen, die ich aufkriege zur nächsten Woche. Aber ich könnte soo sehr viel schneller sein wenn ich mir mal in den Arsch treten würde und einfach mal 2-3 stunden konzentriert üben würde. Ich habe die Zeit und die Lust sowieso und den Traum und die Ziele und die Möglichkeiten. Mir fehlt einfach die Konzentration. Ich liebe Musik und Klavier über alles aber ich schaffe es nicht mich voll da reinsteigern so und mich darauf zu fokussieren.
    Ich übe jeden Tag, mit einzelnen Ausnahmen manchmal wenn es echt nicht geht. Aber ich könnte locker doppelt soviel in einer Woche schaffen. ich habe schon alles versucht aber iwie bin ich einfach zu behindert in der Hinsicht, ich weiß echt nicht was ich machen soll..

    • Denis   08. Nov 2016   11:54 UhrAntworten

      Hi Till,

      Ich kann mir vorstellen, dass das ganz schön frustrierend ist. Vielleicht kannst du mal Folgendes probieren:

      Wenn du dich dabei ertappst, dass du nicht übst, obwohl du es eigentlich gerade solltest, frag dich ganz ehrlich und absolut wertfrei "warum?".

      Vielleicht hast du in dem Moment keine Lust, Hunger, bist schlapp... was auch immer.

      Wenn du da etwas gefunden hast, frag dich wieder "warum?". Mach das so lange, bis du einer konkreten, greifbaren Sache kommst, an der du direkt etwas tun kannst.

      Schreib mich gerne direkt an und sag mir was du rausgefunden hast. denisbusch@basscoach.de

      Schöne Grüße,
      Denis

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