delamar Audio Computer: Das Mainboard für die Digital Audio Workstation

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Mainboard ASUS P6X58d Premium

Mainboard ASUS P6X58d Premium

Das Mainboard für die Digital Audio Workstation – Der delamar Audio Computer

Da der delamar Audio Computer einerseits als Referenz für deine eigene DIY Digital Audio Workstation dienen soll und in Zukunft auch hier in der Redaktion seine Arbeit verrichten wird, war es wichtig, verlässliche Komponenten auszusuchen. Die Anforderungen an diese Art von Rechner sind auch nicht gerade das, was man im Allgemeinen als bescheiden betitelt. Anders gesprochen: Beim Recording und Abmischen von Musik kannst Du eigentlich nie genug Leistung haben.

Zur selben Zeit darf der Audio Computer aber keine nennenswerten Geräusche machen – einer der Gründe, die für das selbst Zusammenstellen des Systems spricht. Zu oft sind die fertigen Computer zwar top ausgestattet, gleichen aber in Sachen Lüfter einem Föhn. Zusammen mit einigen namhaften Herstellern haben wir daher ein System konzipiert, das unseren Ansprüchen genügen konnte und im Laufe dieser Artikel in Einzelkomponenten vorgestellt wird.

 

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ASUS P6X58D Premium Mainboard / Motherboard

Wie im ersten Teil besprochen, bauen wir das System um einen aktuellen i7 980X Prozessor. Wir selbst haben einen der aktuell teuersten Prozessoren für den Aufbau verwendet, weil wir auch noch das letzte Quäntchen Leistung für diese Artikel herausholen wollten. Natürlich ist das keine wirtschaftliche Entscheidung gewesen. Für ein Tonstudio, das auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten sollte, empfiehlt sich eher einer der Prozessoren im Preisbereich um 300-500 Euro.

Als Mainboard wählen wir das ASUS P6X58D Premium, das mit einem passenden Sockel 1366 und dem X58 Chipsatz ausgestattet ist. Schon seit über 10 Jahren verwende ich selbst gerne Systeme mit Motherboard von ASUS und bin bisher auch nie enttäuscht worden. Das Motherboard verzichtet gänzlich auf jedwede Lüfter, was unseren Anforderungen an einen leisen Audio Computer natürlich sehr entgegenkommt.

ASUS Logo

ASUS Logo

In Sachen Leistung, Stabilität und Performance liegst Du beim ASUS P6X58D goldrichtig. Von diversen einschlägigen Computermagazinen ist dieses Motherboard als sehr gut befunden worden und ich könnte nichts anderes konstatieren. Zudem ist dieses Mainboard vom Hersteller üppig ausgestattet worden.

So findest Du gleich sechs Bänke für den Arbeitsspeicher bis zu einer Taktung von 2000 MHz mit Triple Channel Technologie. Triple Channel bedeutet hier, dass Du für eine bessere Leistung jeweils drei der Slots mit baugleichen Riegeln ausstatten kannst. Das Mainbord hat insgesamt vier Slots für PCIe Karten sowie zwei PCI-Slots für ältere Erweiterungskarten. Dazu kommen sechs SATA-Anschlüsse für Festplatten, CD-Rom und dergleichen, von denen zwei als SATA 6.0 Gb/s ausgelegt sind. Hier kannst Du Festplatten anschliessen, die das unterstützen. Allerdings wurde mir von Computerexperten versichert, dass davon keine echten Leistungsvorteile zu erwarten sind, da das Nadelöhr bei den Festplatten noch immer die Mechanik sei.

Zu den weiteren Features, die für dein Tonstudio wichtig werden könnten, gehören zwei Gigabit Netzwerkanschlüsse, insgesamt zehn USB-Anschlüsse (von denen zwei bereits USB3 unterstützen) und eine 7.1 High Definition Soundkarte, die erstaunlich gut klingt und im Tonstudio bestens dazu dienen kann, die Zweitabhöre im „Consumerlevel“ anzuschliessen. Dazu bietet die Onboard-Soundkarte einen SPDIF-Ausgang, über den Du das Audio verlustfrei an dein Audio Interface senden kannst.

Mainboard ASUS P6X58d Premium

Mainboard ASUS P6X58d Premium

Apropos Audio Interface: Natürlich bietet das ASUS P6X58D Premium auch einen Firewire-Anschluss, über den Du externe Festplatten oder, wie ich, ein externes Audio Interface anschliessen kannst. Worauf ich beim Aussuchen des Mainboards auch geachtet habe ist der eSATA-Anschluss. Bei diesem handelt es sich schlicht um einen SATA-Anschluss, der nach draussen führt und an den Du externe Festplatten mit eSATA-Anschluss nutzen kannst. Der Vorteil: Die Geschwindigkeit, denn die ist wie bei den intern eingebauten Festplatten.

 

Die Kür

ASUS wäre nicht ASUS, wenn das Mainboard nicht auch mit zahlreichen Features zum Übertakten (Overclocking) mit an Bord wären. Für unseren Tonstudiorechner haben wir diese aber zunächst nicht weiter genutzt.

Ein weiteres, wirklich nützliches Features des Mainboards ist das so genannte Express Gate. Bei diesem handelt es sich um ein kleines Linux-Betriebssystem, das fast direkt nach dem Einschalten binnen weniger Sekunden zur Verfügung steht. In diesem kannst Du schnell mal eben ins Internet surfen oder via Skype jemanden kontaktieren. Sehr nützlich und sehr schnell.

Das ASUS P6X58D Premium ist derzeit für einen Strassenpreis von etwa 309,- Euro im Fachhandel zu kaufen. Wer den Gürtel etwas anschnallen will oder muss, kann auch auf das ASUS P6X58D-E zurückgreifen, das etwas preiswerter für etwa 235,- Euro zu haben ist. Dafür verzichtest Du dann aber auch auf diverse Features wie den eSATA-Anschluss.

Das war’s für den heutigen Artikel, morgen geht es weiter mit dem Arbeitsspeicher für den delamar Audio Computer, der Digital Audio Workstation für dein Tonstudio.

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Lesermeinungen (15)

zu 'delamar Audio Computer: Das Mainboard für die Digital Audio Workstation'

  • Tischhupe   05. Dez 2010   13:26 UhrAntworten

    Gefällt mir wirklich sehr gut, eure Zusammenstellung. Auch, dass ihr Alternativen nicht vergesst. Toll fände ich noch, wenn ihr ein "Low-Cost"-System mit günstigen alternativen Komponenten vorstellen könntet. Denn nicht jeder hier hat so viel Geld übrig oder arbeitet professionell und kann sich ein noch immer recht teures System wie dieses leisten. Man kann zB einen kleineren Prozessor nehmen, Maus u. Tastatur günstiger wählen, vielleicht ein "be-quiet"-Netzteil, ein Gehäuse von Chieftec (meines zB war lange nicht so teuer - Dragon-Serie), die gibt es auch mit passendem Dämmmaterial falls nötig. Günstigeres RAM und Motherboard habt ihr schon genannt. Auch bei CPU-Lüftern kann man noch Geld sparen und trotzdem sehr leise sein. Und muss es unbedingt eine SSD sein? Natürlich ist das sehr komfortabel und schnell. Aber für den Otto-Normal-User im Heimstudio overkill.
    Ich hoff, ich konnte ein paar Anregungen geben.

    Liebe Grüße
    Markus

    • Carlos (delamar)   05. Dez 2010   16:10 UhrAntworten

      Hallo Tischhupe,

      vielen Dank für die netten Worte. Im Rahmen dieser Serie wird es hauptsächlich bei dem bleiben, was wir hier vorstellen. In dieser Hinsicht bin ich Überzeugungstäter: Hier geht es um ein wirklich feines System.

      Auf jeden Fall finde ich die Idee sehr gut und werde mal überlegen, inwiefern wir mal einfach statt des Best-Of Audio Computer ein Budget-System zusammenstellen.

      Vielen Dank für deine Anregung!
      Carlos

  • Nikolai Hammer   06. Dez 2010   13:02 UhrAntworten

    Hallo,
    ich habe auch ein Asus Mainboard gewählt, allerding ein P6T Deluxe V2.
    Ich nehme aber an, das mein Problem auch für das oben genannte Board gilt.
    Und zwar wollte der Onboard-Firewire Chipsatz nicht mit meinem Audiointerface (Terratec Phase88 Fw) funktionieren. Da kamen ziemlich laute Knackser raus.
    Lösung war eine alte Firewire PCI Karte mit TI-Chipsatz.
    Damit funktioniert das Interface nun einwandfrei.

    • Carlos (delamar)   06. Dez 2010   14:07 UhrAntworten

      Hallo Nikolai,
      das kenne ich noch von meinem alten Motherboard. Bei dem aktuellen ist (soweit ich weiss) kein TI-Chip eingebaut. Aber bisher habe ich noch keine Probleme mit meiner FF800 über FireWire feststellen können.
      Danke für den Tipp!
      Carlos

  • Elektrozid   06. Dez 2010   15:44 UhrAntworten

    Hm ein 980x ist mit 6 Kernne sicher ein absolutes Rechenmonster der die Nullen und Einsen nur so durchs MoBo prügelt :-) Jedoch meines Erachtens nach ein Core i7-880 oder Core i7-870S sinnvoller gewesen. Nicht nur, weil diese CPUs knapp 40W weniger Strom verbrauchen sondern diese in der Sock 1156-Variante um einiges günstiger sind. 6 Kerne mögen nachhaltig sein, was die CPU-Geschwindigkeit angeht, jedoch frage ich mich auch, ob diese für die meisten Produktionen wirklich nötig sind. Immerhin liefer Apple auch viele Rechner mit Quad-Cores aus - nur der Mac Pro z.B. ist da eine Ausnahme. Wirtschaftlich gesehen erscheint mit die Wahl des Prozessors eher als "Bock auf mehr Power" (ich sage nur Binford :-)). Denn immerhin wurden auch die Overclocking-Features genannt, und hier ist mit einem 1156-CPU ebenfalls eine Menge Potenzial vorhanden. Den Level3-Cache der von euch gewählten CPU lässt sich so ode so ja nicht verändern.

    Zur Aussage "mechanische HD vs. SSD" kann ich nur sgaen. dass man hier keine generelle Aussage machen kann. Sicher begrenzt die Mechanik eine HD in ihrer Grundleistung ggü. der SSD-variante, jedoch ist für eine Schreiboperation auf einer SSD ein extra step (delete address) notwendig - wie man ihn auch vom RAM her kennt. Bei vielen kleinen Dateien ist eine SSD sicher eine gute Wahl aber bei großen Dateien (mehrere 100MB bis mehreren GB) trennt sich auch wieder die Spreu vom Weizen und die SSDs offenbaren ihre Schwächen - gerade wenn viel geschrieben werden soll. Ergo wird eine SSD im Dumping einer Produktionen ohne Kompression sicher nicht der absolute Überflieger sein, hingegen bei VST-Samplern ihre Stärke ausspielen können.

    Zum Mainboard noch eine Frage: Wo ist bei der Premium-Version ein eSata-Anschluss? Bin beim betrachten des fotos stutzig geworden und auch im netz tauchte dieses Feature in keiner Spezifikation auf. Dazu sei gesagt, das ein eSATA-Anschluss nur "genau so schnell" ist, wenn dieser ebenfalls SATA600 beherrscht - sonst würde ein Bottleneck entstehen, wenn ein Programm z.B. Temp-Dateien auf die SSD oder eine SATA 3 HD schreibt, das Ziellaufwerk jedoch eine externe SATA II (SATA 300)er HD ist.

  • AlternatE   09. Dez 2010   19:58 UhrAntworten

    Ich würde aber Apple nicht als Maßstab nehmen, Elektrozid.
    Bei Apple wird ja scheinbar nicht so sehr auf Leistung geachtet, sondern eher darauf, wie die Propaganda so gestaltet werden kann, daß alle denken (vgl. Gehirnwäsche), Apple sei etwas besonderes (besonders leistungfähiges).

  • HansWurst   11. Dez 2010   13:48 UhrAntworten

    Ich finde bei den heutigen DAW-PCs wird teils gehörig übertrieben... vorallem wegen dem ganzen VSTPlugin-Wahn :-).

    Unsere alte DAW bestand aus einem AMD Athlon 2.2 GHz, 2 GB und einer "normalen" Festplatte. Wir kamen nur bei einem Song an die CPU-Leistungsgrenze und ASIO-Leistungsgrenze, wobei auch nicht ganz klar war, ob es am System oder an der Software lag... Freezen mit Cubase 4 war eine Qual. Mit Reaper macht freezen enorm viel Spass, da es schnell geht und transparent ist (man sieht dann effektiv das generierte Wave-File).

    Für unser nächstes Album haben wir uns schnelleren aber auch preiswerten PC zusammengestellt.. für ca. 450,- Euro (ohne Monitor)...

    - Barebone Asus Vintage V7-P7H55E
    - Core i3 Clarkdale
    - 4 GB RAM (2 x 2 GB, Dual Channel)
    - 1 TB Festplatte (regelmässige Sicherung auf externe Festplatte)
    - 1 x Gehäuselüfter
    - 1 x Windows 7 Home Premium 64 Bit (System Builder, OEM)
    - 1 x Firewire-Karte

    In Kombination mit einem Core i3 oder i5 (Clarkdale) hat man eine verhältnismässig schnelle CPU mit integrierter GPU. Das Mainboard hat zwei Grafikanschlüsse und reicht somit völlig aus. Mit einer zusätzlichen Grafikkarte könnte man somit 4 Monitore betreiben ;-)

    Ist mehr Geld vorhanden, lohnt es sich als erstes in die Festplatte(n) und CPU zu investieren.

    - Eine OCZ Vertex II fürs System, die wichtigsten Sample-Libraries und aktuelle Produktionen (Gerade die Produktionen sollten auch auf der SSD sein, da man dort auch sehr vom Speed profitieren kann!) lohnt sich auf alle Fälle. 240 GB sollte eigentlich mehr als genug sein.. man muss ja nicht immer alles auf der SSD haben!

    - Für die Datensicherung kann z.B. eine externe eSATA-Festplatte dienen oder ein NAS mit RAID 1 oder 5.

    - Core i5 "Clarkdale".. damit man die GPU benutzen kann

    ..es muss nicht immer teuer sein!

    • Carlos (delamar)   11. Dez 2010   14:30 UhrAntworten

      Ich bin absolut einverstanden, es muss nicht immer teuer sein. Bei Media Markt gibt es auch Computer, die 200,- Euro kosten und mit denen Du auch Musik machen kannst. Wer damit zufrieden ist, braucht nicht mehr Geld ausgeben. Wer mehr Ansprüche an seinen Computer stellt, kauft sich den von dir vorgestellten oder einen anderen. Es ist lediglich eine Frage der Aufgabenstellung in deinem Tonstudio und der Ansprüche an deinen Computer.

  • Stephan Thiel   31. Jan 2011   04:49 UhrAntworten

    Halloho,

    ich finde die Idee genial einen kompletten MÖGLICHEN Recording Rechner so in Artikeln vorzustellen. Echt eine tolle Sache.

    Allerdings finde ich auch, wie oben schon Nikolai erwähnt, dass in dem Artikel unbedingt auf den Firewire Chipsatz eingegangen werden sollte.

    Fast jeder Thread im Internet, der sich um Probleme mit Firewire Interfaces dreht, wird am Ende gelöst durch verwenden von Firewire mit Texas Instruments Chipsatz.

    Das war auch mein erster Gedanke beim Lesen. "Hat das Board denn einen TI Chipsatz?". Und es hat tatsächlich keinen. Das macht einen sofort stutzig.

    Du sagst ja in der Antwort, dass Dein Firewire Interface problemlos damit funktioniert, aber ich würde das schon unbedingt im Artikel selbst bringen.

    Vielen Dank für Deine Arbeit und die ganzen genialen Youtube Tutorials.

    Beste Grüße
    Stephan

  • Mafjos   03. Feb 2011   20:45 UhrAntworten

    Als Pozessor würde ich persönlich den Intel Core i7-2600K empfehlen ,ist um die 588-600 billiger als der vorgestellte und biettet fast genau soviel leistung,jedoch verbraucht er viel weniger.

  • Heiko Bregger   19. Mrz 2011   23:05 UhrAntworten

    Hallo,

    würde die Workstation gerne 1:1 nachbauen. Leider scheine ich irgendwie blind zu sein. Könnt ihr mir die genaue Auflistung der Teile per Mail zuschicken?

    Danke schonmal und Grüsse
    Heiko

    • Carlos (delamar)   20. Mrz 2011   10:24 UhrAntworten

      Hallo Heiko, die genauen Bezeichnung der einzelnen Komponenten findest Du in den jeweiligen Artikel. Da es sich ohnehin lohnt, die Artikel vor dem Kauf zu lesen, empfehle ich dir, dich mal durch das Inhaltsverzeichnis zum Audio Computer zu wälzen :)

  • Manuel   20. Mai 2011   12:20 UhrAntworten

    Sehr netter Artikel, euer System macht mir den Mund wässrig ; )
    Was mir allerdings noch fehlt ist die nicht zu vernachlässigende Angabe zum FW-Chipsatz auf dem ASUS Borad. Für viele Interfaces (vor allem Focusrite und soweit ich weiss auch Motu) eignet sich nur ein Chip von Texas Instruments. Ist das bei diesem Board der Fall? ASUS hat in der Vergangenheit mit VIA Chips gearbeitet, die zum Beispiel für die Focusrite Liquid Saffire 56 absolut unbrauchbar sind (leider weiss ich das aus eigener Erfahrung).

    • Carlos (delamar)   20. Mai 2011   12:21 UhrAntworten

      Hallo Manuel,

      vielen Dank für deine netten Worte. Der Chip ist definitiv nicht von TI, weiss allerdings nichts, von wem. Wir haben hier eine Fireface 800 angeschlossen, die eigentlich auch auf diesen Chip angewiesen sein soll - es läuft einwandfrei.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Dennis   11. Nov 2012   12:35 UhrAntworten

    Ich hätte mir mehr Informationen über CPU gewünscht, hier wird nur erwähnt, dass ein i7 980X Prozessor genutzt wird, ihr geht aber nicht auf kostengünstige Alternativen ein. Ansonsten hat mir alles gut gefallen, Danke!

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