dDAW 2012: Das Motherboard für die Digital Audio Workstation

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Digital Audio Workstation Audio Computer Motherboard

Das Motherboard der Digital Audio Workstation

Motherboard für den delamar Audio Computer 2012

Auf dem Markt gibt es eine vielfältige Auswahl, was die Hersteller von Mainboards angeht, und das macht die Auswahl einer verlässlichen Komponente sehr schwierig. In den inzwischen fünfzehn Jahren, in denen ich zahlreiche Rechnersysteme für ganz unterschiedliche Zwecke zusammengebaut habe, gab es auch mal herbe Rückschläge. Als Schaltzentrale des Computers ist aber gerade das Motherboard mit Bedacht auszusuchen. Nicht nur, dass auf dem Motherboard bereits so einiges an Funktionalität drin steckt. Auch werden alle anderen Komponenten von diesem angesteuert: der Prozessor, der Arbeitsspeicher, die Festplatten und die Grafikkarte.

Als besonders schwierig erweist sich die Fehlersuche in der Hardware an einem so komplexen System wie der Digital Audio Workstation, wenn einmal das Motherboard schuld sein sollte. Es ist in der Praxis am schwierigsten mal eben so auszutauschen und bleibt eher nach einem langwierigem Ausschlussverfahren am Ende als Quell allen Übels übrig.

Digital Audio Workstation Audio Computer Motherboard

Das Motherboard der Digital Audio Workstation

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass diese Komponente die letzte sein darf, bei der das Budget gekürzt werden sollte. Die Anforderung einer Audio Workstation nach nahezu perfekter Stabilität allein würde schon ausreichen, um hier nach den Premiummarken Ausschau zu halten. Aber auch die Möglichkeiten zur Einstellungen diverser Parameter auf BIOS-Ebene darf hier nicht verschwiegen werden. Bei vielen günstigen Modellen fehlt es nämlich gerade hier – schlimm, wenn dann mal eine Einstellung, die deine Digital Audio Workstation ins Wanken bringt, nicht zu ändern sein sollte.

 

Das Motherboard: ASUS P9X79 WS

Schon die erste delamar Audio Workstation war auf Basis eines Motherboards dieses Herstellers aufgebaut. Und genau wie bei allen anderen Rechnersystemen, die ich in der Vergangenheit aufgebaut hatte, war das eine wirklich gute Wahl – sie laufen entweder noch oder wurden durch schnellere System ersetzt und in Rente geschickt. Das soll nicht heißen, dass auch bei ASUS mal ein Montagsgerät dabei sein könnte. Ich hatte jedenfalls noch keines – und das im Gegensatz zu vielen anderen Marken am Markt, die ich seltener verbaut habe. Die Kombination aus Stabilität und Performance ist bei dieser Komponente gegeben, auf die Langlebigkeit vertraue ich auf Basis meiner Erfahrungswerte.

Wie bereits im zweiten Teil der Artikelreihe besprochen, haben wir als Prozessor einen Intel i7 3960X im Einsatz. Dieser benötigt den Sockel LGA 2011, der sich auf dem ASUS P9X79 WS befindet, genau wie auch der Intel X79 Express Chipsatz. Das Mainboard bietet sich schon deswegen an, weil es von Haus aus keinerlei Lüfter verwendet. Alles wird passiv gekühlt und verursacht dadurch keine zusätzlichen Geräusche.

Weitere Gründe, die für dieses Motherboard sprechen, sind beispielsweise die acht Speicherbänke oder die umfangreichen Anschlüsse. Insgesamt kannst Du bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher (Quad-Channel) einbauen, von denen wir selbst nur 16 GB nutzen. Wichtig wird das, falls Du mit sehr umfangreichen Sample Libraries arbeitest, die in den Arbeitsspeicher geladen werden. Wir haben in unserem Aufbau noch vier Speicherbänke frei, die wir auffüllen werden, sobald der RAM noch günstiger wird.

Digital Audio Workstation Audio Computer Motherboard

Detailansicht ASUS P9X79 WS

Anschlüsse am ASUS P9X79 WS

In Sachen Anschlüsse ist das ASUS P9X79 WS fantastisch ausgestattet, die wichtigsten in der Übersicht:

  • Sechs Steckplätze PCIe-3.0-x16: Genug Platz für Grafik- und DSP-Karten aller Art.
  • Zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse für das Netzwerk.
  • Acht SATA-Anschlüsse (je vier mit SATA3/SATA2)
  • Für die Zukunft: Zwei USB 3.0 Schnittstellen
  • eSATA-Anschluss

Letztgenannter ist für uns Musiker bzw. Produzenten meiner Ansicht nach unabdingbar. Immerhin produzieren wir mit unseren Aufnahmen eine Menge Daten, die irgendwo als Backup gespeichert werden wollen. Zwar kommen hier in der Zwischenzeit externe USB-3.0-Festplatten immer mehr in Mode, ich präferiere hier aber nach wie vor den Anschluss über eSATA. Mit den beiden Schnittstellen für das aktuellste USB bist Du aber ohnehin auf der sicheren Seite.

Schließlich möchte ich in Sachen Anschlüsse noch darauf hinweisen, dass sich auch noch einer für FireWire darauf befindet, an dem wir hier auch das ein oder andere Audio Interface schon erfolgreich mit geringsten Latenzen haben laufen lassen.

 

Alternativen

Dass wir die Variante WS nutzen hat den Hintergrund, dass diese für den Dauerbetrieb ausgelegt ist. Das Mainboard für unsere Digital Audio Workstation kostet im Fachhandel derzeit 339,- Euro. Wer auf einige der Anschlüsse verzichten kann, darf sich auch mal die Varianten Deluxe und Pro zu Gemüte führen. Die erstgenannte liegt bei 329,- Euro, die andere bei knapp 290,- Euro. Wer noch weiter runter mit dem Preis möchte, kann auf das ASUS P9X79 zurückgreifen, das schon unter 230,- Euro zu haben ist – natürlich ein Kompromiss in Sachen Konnektivität.

Video Digital Audio Workstation

Im kommenden Artikel wird es um den Arbeitsspeicher gehen.

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Lesermeinungen (24)

zu 'dDAW 2012: Das Motherboard für die Digital Audio Workstation'

  • alexander   08. Mai 2012   17:31 UhrAntworten

    dDAW 2012 ist eine tolle aktion !!!

    alles sehr spannend bisher. ich bleibe dran.

    beste grüße,

    alexander

    • Carlos San Segundo (delamar)   08. Mai 2012   19:33 UhrAntworten

      Hallo Alexander, danke dir für die netten Worte :)

  • Oliver   11. Mai 2012   11:30 UhrAntworten

    also, ich bin der meinung das ein gigabyte board besser wäre. warum? weil gigabyte seine firewireanschlüsse serienmäßig von texas instruments verbaut. und wenn man wie ich einen focusrite saffire pro 40 benutzt, braucht man hochwertige anschlüsse. diese no name anschlüsse führen dazu dass sie nicht einwandfrei funktionieren. des weiteren bräuchte man dann eine pci firewire karte die man dann separat einbauen muss. um so mehr verschiedene karten eingebaut sind, um so höher kann die fehler quelle sein....

    beste grüße

    oliver

    • Carlos San Segundo (delamar)   11. Mai 2012   16:48 UhrAntworten

      Gegen Gigabyte ist nichts einzuwenden, das vorneweg. Wir haben hier in den letzten Jahren eine Menge Audio Interfaces mit FireWire getestet und hatten nie Probleme mit unserem Anschluss. Davon abgesehen, ich hätte die Problemquelle eher im Saffire gesehen - warum funktioniert das nicht generell mit allen Chipsätzen und will nur welche von TI?

  • Oliver   11. Mai 2012   19:57 UhrAntworten

    hallo carlos,

    da muss ich dir leider widersprechen.... es gab auch probleme mit dem motu mk2 an einem no name fw anschluss....erst nach dem einbau eine fw karte mit texas instruments bauteilen funktionierte das motu mk2...nebenbei gesagt, das saffire pro 40 funktioniert am imac ohne probleme....ich bin umgestiegen...

    beste grüße

    • Carlos San Segundo (delamar)   11. Mai 2012   20:48 UhrAntworten

      Hallo Oliver, mir ist durchaus bewusst, dass einige Komponenten sehr wählerisch sind mit wem sie arbeiten. Vor Jahren war das genauso mit den RME Interfaces und dann haben die ihre Treiber auf die Reihe bekommen und jetzt funktionieren sie mit allem. Alles in allem sind die Mobos von Gigabyte auch super, wir präferieren in diesem Fall eben Asus und hatten dadurch noch keine Probleme.

  • dds   03. Jun 2012   13:12 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    habt Ihr das empfohlene Asus P9X79 WS Mainboard mit einm RME Fireface 400 getestet? Es gibt bei Firewire leider oft Probleme mit VIA Chipsätzen, die mit dem TI Chipsatz eben nicht auftreten. Dies ist auch der Grund, warum die meisten DAW PC Hersteller separate Firewirekarten mit TI Chipsatz einbauen. Die Probleme liegen am VIA Chipsatz (Firewire) und nicht an den Herstellern der Audiokarten. Noch eine Frage: das empfohlene Mainboard hat ja doch sehr viele Features, die man nicht unbedingt braucht. Gibt es damit keine Probleme mit der Latenz? Habt Ihr das per BIOS, dpc latency und latencymon optimiert und ggf. Komponenten per BIOS abgeschaltet?

    Beste Grüße,
    DDS

    • Carlos San Segundo (delamar)   03. Jun 2012   22:52 UhrAntworten

      Hallo DDS, wir haben es mit einem RME Fireface 800 getestet, alles gut. Die meisten Probleme mit Latenzen und Knacksern kommen aus dem BIOS, hier muss man mit den dynamischen Funktionen der CPU etwas herumspielen, um optimale Leistung zu erhalten. Ansonsten hatten wir schon lange keine Probleme mehr mit Firewire und Chipsätzen hier - kenne die aber noch aus den Anfangstagen der FF800.

  • DDS   04. Jun 2012   11:13 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    danke für Deine Antwort. Könnt Ihr die erwähnten Bios-Einstellungen bitte hier posten?
    Wie sieht es mit den Windows 7 Einstellungen aus?
    Habt Ihr keine Komponenten im Bios abgeschaltet?

    Danke,
    DDS

    • Carlos San Segundo (delamar)   04. Jun 2012   12:18 UhrAntworten

      In Windows 7 haben wir keinerlei Änderungen vorgenommen, auch keine Komponenten in BIOS abgeschaltet.

  • DDS   12. Jun 2012   17:03 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    Du erwähnst selbst, dass man mit den "dynamischen Funktionen der CPU etwas herumspielen" muß.- Wie genau lauten diese Einstellungen und worauf habt Ihr sie gesetzt?

    Danke,
    DDS

  • Herold   29. Jul 2012   23:04 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    ich benötige für mein Wunschsystem ein Firewire 800 (fürs UA Apollo), macht es Sinn hier eine extra Karte einzubauen oder sollte ich das Board wechseln?

    Falls Karte: Könntest du mir eine empfehlen?

    Danke
    Herold

  • Daniel   12. Aug 2012   13:20 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    sehr interessanter Artikel bezüglich Audio-PC 2012.

    Ich habe eine Frage zum Board. Ich konnte da aber jetzt keinen PCIe x1 Anschluss sehen (klein).

    Benötigen aber nicht die UAD Karten und einige RME Audiokarten diesen Anschluss?

    Über eine kurze Info würde ich mich freuen.

    Gruss
    Daniel

  • Daniel   12. Aug 2012   13:36 UhrAntworten

    Oder vielleicht können andere User dazu was sagen?

    Ich möchte z.B. die Universal Audio UAD-2 Solo und ggf. eine RME HDSP 9652. Bin da noch nicht ganz sicher, welche es genau sein soll.

    Kann ich dann das Mainboard benutzen? Ich kann zB. den Anschluss PCI Express x1 (klein) nicht sehen, aber dieser wird doch von UAD Karten und einigen RME Karten gebraucht. Oder irre ich mich da?

    Eure Meinung würde mich interessieren -

    Vielen Dank -

    Gruss,
    Daniel

  • Daniel   13. Aug 2012   13:36 UhrAntworten

    Hat einer ein Tipp bezüglich meines Postings?

    LG
    Daniel

  • Herold   13. Aug 2012   23:08 UhrAntworten

    Hi Daniel,

    soweit ich weiß, ist PCI abwärtskompatibel. Obwohl ich überlegen würde, ob die Boardversion (WS) auch wirklich benötigt wird.

    Gute und zeitnahe Hilfe bekommst du (so wie ich), im Forum der Seite PCWelt im Bereich Kaufberatung.

    Ich glaub delamar ist im Urlaub.

    LG
    Herold

  • Daniel   14. Aug 2012   00:02 UhrAntworten

    Hallo Herold,

    lieben Dank für Deine Mail.
    Ich fand den Artikel hier bei Delamar sehr gut.
    Gut, dass es solche Seiten gibt.

    Ich bin prof. Musiker und habe nochmal mit meinen Kollegen gesprochen.

    Auf Grund von vielen Empfehlungen auch meines Ex-Studienkollegen Henning (Keyboarder und Produzent bei Unheilig) habe ich heute den Audio PC Extreme64 bei www.da-x.de bestellt.

    Hab da ein gutes Gefühl, da sie dort nichts anderes machen, als schnelle Audio-PCs auf Windows Basis zu konfigurieren.

    Trotzdem nochmal vielen Dank für Deine Antwort!

    Viele Grüße
    Daniel

  • Herold   15. Aug 2012   01:02 UhrAntworten

    Hallo Daniel,

    ja, den Artikel von Delamar finde ich auch sehr gut und habe mich daher für mein System auch stark daran orientiert.

    da-x.de kenne ich auch, aber ich fand die Beratung vor Ort sehr verkäuferlastig und die Komplettangebote (Audio PC) etwas überteuert. Besser fand ich da Hamburg Audio, sie sind auf meine Ideen und Wünsche meines Erachtens besser eingegangen.

    Aber egal, der Audio PC Extreme64 ist zumindest von den Hardwareangaben sehr gut und das ist es am Ende worauf es ankommt.

    Viele Grüße
    Herold

  • dds   19. Nov 2013   15:51 UhrAntworten

    Hi,

    wie wäre es bitte mit einer Neuauflage angesichts der vergangenen Zeit?

    Danke,
    dds

    • Felix Baarß (delamar)   19. Nov 2013   16:23 UhrAntworten

      Hallo, können wir noch nicht festmachen, aber wir schauen mal. Vielleicht ist heißt es im nächsten Frühling wieder »Alles neu macht der Mai«!

  • Dennis   21. Jun 2014   11:08 UhrAntworten

    Hi all..

    habe grade den Artikel entdeckt - richtig gut! Allerdings ist er ja schon was älter und ich habe mir nun den Intel Xeon E3-1231 v3 als CPU ausgesucht, dadurch brauchts auch n anderes Mainboar.

    Gibt es bald ein Update des Artikels?

    Worauf kam es Euch beim Mainboard an?
    - Gibt es z. B. ein Chipsatz, der nicht so passend ist für einen Audiorechner?
    -Welche Komponenten sind sinnvoll, welche kann man sich sparen?

  • dds   25. Sep 2014   20:14 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    nun, der Mai ist längst vorbei und der Herbst naht. Was wäre da ein besserer Zeitvertreib als eine Neuauflage des Audio PCs?

    Viele Grüße,
    dds

  • Dan Dragos Stefanescu   14. Feb 2015   21:30 UhrAntworten

    Hi,

    kommt bald eine neue Version des Audio PCs?

    Viele Grüße,
    dds

  • dds   09. Feb 2016   10:39 UhrAntworten

    Hallo, wie wäre es denn mit einer Neuauflage?
    Grüße
    dds

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