dDAW 2012: Das Netzteil für unseren Audio Computer

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Netzteil Audio Computer Antec HCP-1200

Antec HCP-1200: Das Netzteil für den Audio Computer

Das Netzteil für die Digital Audio Workstation

Kaum eine Komponente wird so gerne beim Zusammenbau eines Rechners vernachlässigt wie das Netzteil. Dabei gehört dieses zu den Bauteilen, die bei fertigen Rechnern am schnellsten den Dienst aufgeben – weil hier gerne gespart wird. Wir gehen beim Zusammenbau unserer Digital Audio Workstation einen anderen Weg und in diesem Artikel erfährst Du warum.

Unsere Anforderungen an den delamar Audio Computer sind ja bereits mehrfach angesprochen worden. Doch beim Netzteil gibt es neben der Lautstärke der Lüfter noch einen weiteren Punkt, der nicht vernachlässigt werden sollte: der Wirkungsgrad.

 

Entscheidungsfaktor Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient ein Netzteil ist. Am einfachsten lässt sich das an einer Beispielrechnung verdeutlichen. Nehmen wir ein Netzteil, das 500 Watt liefern soll und dabei einen Wirkungsgrad von 80% hat. Das bedeutet, dass dieses Netzteil 625 Watt aus der Dose zieht – 20% der Leistung werden dabei in Wärme umgesetzt.

Insbesondere bei den heutigen Energiepreisen ist das Aussuchen des Netzteils zu einem echten Kostenfaktor geworden. Oftmals finden sich in fertigen Rechnern Netzteile, die einen geringen Wirkungsgrad aufweisen und deswegen unnötig viel Energie verbrauchen. Wir wollen das für unsere Audio Workstation natürlich vermeiden.

Netzteil Audio Computer Antec HCP-1200

Antec HCP-1200: Das Netzteil für den Audio Computer

Unsere Wahl: Antec HCP-1200

Auf den ersten Blick mag das Antec HCP-1200 überdimensioniert für unseren Rechner erscheinen, doch wir wollen für die Zukunft gerüstet sein und unsere Workstation zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht mit einer anderen Grafikkarte oder mehr Arbeitsspeicher aufrüsten. Dazu kommt, dass ein Netzteil meistens bei einer Auslastung von 50% den besten Wirkungsgrad erreicht.

Das Antec HCP-1200 ist zudem mit 80 PLUS® Gold zertifiziert, was bedeutet, dass es mindestens 88 Prozent Wirkungsgrad bei einer Auslastung ab 20% (also ab 240 Watt) erreicht. Bei 50% Last erreicht es sogar einen Wirkungsgrad von 92%.

Doch das ist nur einer der Punkte, der für uns in der Entscheidung wichtig gewesen ist. Spannend ist auch das Kabelmanagement, das für etwas mehr Raum im Inneren unserer Computers sorgt. Leider ist dieses Netzteil hier nicht zu 100% konsequent und erlaubt uns nicht, alle Kabel abzunehmen. Aber man muss dem Hersteller lassen, dass er eine gute Wahl getroffen hat und selbst wir noch ein Kabel zusätzlich anstecken mussten, um alle Komponenten in der delamar Digital Audio Workstation mit Strom zu versorgen.

Für einige der mitlesenden Musiker und Produzenten mag interessant erscheinen, dass dieses Netzteil zwei 8-Pin CPU Stecker bietet, die insbesondere für das Overclocking gut eingesetzt werden können. Der Lüfter ist beim Antec HCP-1200 mit 80 Millimeter zwar immer noch leise, aber es gibt auch leisere Netzteile (siehe auch Audio Computer 2010). Hier sind wir, wie bereits im Artikel zuvor beschrieben, dieses Mal einen Kompromiss zugunsten anderer Ansprüche eingegangen – und bleiben dennoch leise.

Wie viele andere Netzteile auch, bietet das Antec HCP-1200 einige Schutzfeatures, mit denen wir uns einfach wohler fühlen. Dazu gehören Überstrom-, Überspannungs-, Überlastungs- und ein Überhitzungsschutz. Und auch die 5-Jahres-Garantie durch den Hersteller ist ohne Zweifel ein nettes Feature, das wir gerne mitnehmen und welches für die qualitative Verarbeitung dieser Hardware spricht.

Wer definitiv nicht mehr als eine zusätzliche Festplatte einbauen wird, der kann das Netzteil auch etwas kleiner dimensionieren und mit einem 850 Watt Netzteil arbeiten.

Das Antec HCP-1200 ist derzeit für einen Preis von 284,- Euro im Fachhandel erhältlich.

 

Video Digital Audio Workstation

In der nächsten Folge der Artikelreihe besprechen wir dann das Laufwerk, das wir in unsere Digital Audio Workstation eingebaut haben.

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Lesermeinungen (13)

zu 'dDAW 2012: Das Netzteil für unseren Audio Computer'

  • Hilmar   11. Mai 2012   12:02 UhrAntworten

    Selbst mit einer anderen Grafikkarte und mehr Festplatten würden 550 Watt bereits mehr als ausreichen. 1200W sind reine Geldverschwendung - sowohl bei der Anschaffung, als auch im Betrieb.

    • Carlos San Segundo (delamar)   11. Mai 2012   16:50 UhrAntworten

      In der Anschaffung ist das Netzteil in der Tat nicht ganz preiswert, insofern gebe ich dir auf jeden Fall recht. Im Betrieb arbeitet dieses Netzteil mit einem exzellenten Wirkungsgrad, insofern ist es hier keine Verschwendung.

  • Zebulon   14. Mai 2012   09:08 UhrAntworten

    Das Netzteil ist in jedem Fall überdimensioniert, denn 1. für das Geld das dieses Netzteil teurer ist als ein schwächeres kannst Du lange eines betreiben, welches schwächer dimensioniert ist und 2. was wollt Ihr denn da für eine Grafikkarte rein bauen wollen? Große, fette, laute(!) Grafikkarten sind nur für Gamer so groß und fett und die machen für eine DAW so viel Sinn wie ein elektrisches Eiswürfelschmelzgerät! Geeignete Grafikkarten wie z.B. eine AMD aus der Eyefinity-Serie (mit 3...5 Display-Port-Anschlüssen) braucht höchstens 70 Watt.
    Wenn ein Netzteil angeblich bei 50% den höchsten Wirkungsgrad erreicht, dann ist dieser bei 80% nicht so schlecht dass dies ein so teures Netzteil rechtfertigt. Deine Rechnung ist eine Milchmädchenrechnung! Da ist ungefähr so wie hundert Kilometer zu fahren, weil der Sprit 2 Cent billiger ist!

    • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mai 2012   10:44 UhrAntworten

      Der Wirkungsgrad eines Netzteils wird von 20% bis 100% gemessen, insofern ist dieser bei einer Auslastung natürlich sehr gut. Es spricht nichts dagegen, ein schwächeres Netzteil einzusetzen, wenn dieses genügend Leistung erbringt.
      Im Übrigen kann ich nur noch einmal betonen, dass *wir* unseren Rechner so zusammengebaut haben, wie es hier steht. Wenn Du andere Komponenten nutzen möchtest, dann nur zu :)

      • Hilmar   14. Mai 2012   11:28 Uhr

        Die Frage ist halt, was denn für die 1200W bzw. 850W spricht? Technisch gesehen aus meiner Sicht nichts, denn brauchen wird man solche Leistungen in einer reinen DAW schlicht nie, auch nicht als Reserve. Technisch sinnvoll sind solche Netzteile nur für Multi-CPU- bzw. Multi-GPU-Systeme.
        Um den besten Wirkungsgrad des 1200W-Boliden zu erreichen, musst Du bereits 600W umsetzen, d.h. mindestens zwei High End Grafikkarten. Oder mehr als 20 schnelle Festplatten. Will man sowas in einer DAW?

      • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mai 2012   11:36 Uhr

        Hallo Hilmar, genau die beiden GPUs können in der Zukunft für eine DAW sehr interessant werden. Sie sind es heute schon für die Produktion von Videos, bei denen die CUDA-Technologie genutzt werden kann. Bei der Musik gibt es hier heute wenige Ansätze, aber die werden sicher noch kommen.

  • Zebulon   14. Mai 2012   11:53 UhrAntworten

    Ich glaube nicht, dass sich CUDA und AVIVO (AMD-Pendant) im Videobereich durchsetzen werden (s. Tomshardware)und genauso wird es mit DAW-Anwendungen sein.
    Das war mal ein Marketinggag vom NVIDIA-CEO der gerne gegen Intel stänkert und die Sache ins Rollen (sagen wir eher ins Rumpeln) gebracht hat.
    Das Geld würde ich lieber in ordentliche I/O-Hardware stecken!
    Ich meine, wenn *Ihr* etwas empfehlen wollt, sollte das schon halbwegs vernünftig sein.

    • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mai 2012   12:11 UhrAntworten

      Ja, da stimme ich mit dir überein, es muss halbwegs vernünftig sein. Und das hier vorgestellte Netzteil mag zwar nicht gerade in den Bereich "günstig" fallen, dafür aber leistungsstark und gut. Dasselbe gilt für die vorgestellte CPU und viele andere Bauteile: Sie haben ihren Preis, bieten aber ihre Vorteile.

      Kurze Notiz am Rande: Wir nutzen CUDA bereits seit zwei Jahren beim Rendering unserer Videos.

  • Hilmar   14. Mai 2012   12:11 UhrAntworten

    Ja, die 200€ "Aufpreis", um vielleicht irgendwann mal zwei GPUs (deren Abwärme dann ja auch noch aufwändig entsorgt werden muss - Wasserkühlung oder Rechner in den Nebenraum) für eine Technik einsetzen zu können, die heute noch absolute Zukunftsmusik ist, würde ich halt erstmal dort einsetzen, wo sie heute Leistung bringen. Wer weiß, wie effizient GPUs rechnen, wenn (falls überhaupt jemals) CUDA + Co endlich sinnvoll in DAWs Verwendung finden können?

    • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mai 2012   12:30 UhrAntworten

      Jau, das ist auch ein Ansatz. Ich würde dann wieder auf das Netzteil aus der delamar Audio Workstation 2010 zurückgreifen, da diese noch mal einen Ticken leiser ist als das Netzteil hier.

  • Zebulon   14. Mai 2012   16:24 UhrAntworten

    Da seit Ihr aber wirklich die Ausnahme:

    behardware.com/articles/828-27/h-264-encoding-cpu-vs-gpu-nvidia-cuda-amd-stream-intel-mediasdk-and-x264.html

    Ich beschäftige mich seit Jahren mit De-, En- und sonstiger Codierung von Videos und habe es verworfen,
    weil ein potenter Proz sinnvoller ist, wie in der DAW auch. Letztendlich programmieren die Chip-Hersteller ihre Encoder und Decoder selbst und das mit ihren (mM bescheidenen) Möglichkeiten.

    (Das ist offtopic, ich weiß!)

    Meine Empfehlung:
    alternate.de/html/product/XFX/HD6570/864142/?

    2x DVI reicht vollkommen aus und wenn ich noch mehr brauche belege ich den 2. PCI-e-Port auf dem Board, deswegen haben Workstationboards auch mehrere davon!

    • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mai 2012   18:18 UhrAntworten

      Danke dir für den Link, habe gerade mal die Seite durchgelesen/überflogen. Da ist die Sprache von einem Encoding mit Programmen, die ich gar nicht kenne und die wohl für das Encoding von Filmen von DVD o.ä. gedacht sind. Wir arbeiten hier in der Redaktion mit Sony Vegas für unseren Videoschnitt und das Rendern. Interessant wäre das auf jeden Fall auch mal für Premiere, FinalCut und andere zu lesen.

  • KillaB   16. Mai 2012   15:38 UhrAntworten

    Final Cut schneidet soweit ich weiß aus, da OSX mit CUDA nichts anzufangen weiß...

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