Tiefenstaffelung im Mix: Mehr Tiefe für deine Songs

Abmischen / Tiefenstaffelung: Mehr Tiefe für dein Mixing

Das Wort “Tiefenstaffelung” fällt immer wieder gerne in einschlägigen Foren im Zusammenhang mit dem Abmischen von Songs. Dabei werden dann auch gerne die dazu verwendeten Werkzeuge wie Hall-/Raumeffekte, Equalizer und Delay in den Raum geworfen, ohne näher darauf einzugehen, wie diese einzusetzen sind. Daher dachte ich mir, dass es Zeit wird, auch hier auf delamar einige Tipps zur Tiefenstaffelung für mehr Tiefe in deinen Mischungen loszuwerden.

Tiefenstaffelung im Mixdown

Tiefenstaffelung im Mixdown

Wozu Tiefenstaffelung?

Menschen hören Geräusche in drei Dimensionen. Wir können anhand des Klangs einer Geräuschquelle entscheiden, ob sie sich links oder rechts, überhalb oder unterhalb sowie vor oder hinter uns befindet. Die Ortung der Schallquelle geschieht durch eine Vielzahl von Faktoren. Zum Beispiel tendieren nahe Quellen lauter zu sein als weit entfernte und das ist nur der offensichtlichste Faktor.

Da wir es gewohnt sind in unserer natürlichen Umgebung in drei Dimensionen zu hören, bietet sich eine solche Abbildung auch in einem Mix an. Die Separation der einzelnen Spuren ist einfacher und das Hören gestaltet sich gewohnter für das Publikum.

Auch wenn uns in der Regel beim Abmischen von Songs nur zwei Lautsprecher in stereo zur Verfügung stehen, gibt es eine Menge Möglichkeiten, die einzelnen Instrumente in der Tiefe anzuordnen. Und um diese soll es in diesem Artikel gehen.

 

Volumen für Entfernung

Wie oben schon erwähnt, sind entfernte Geräusche in der Regel leiser, da der Schall auf seinem Weg durch die Luft an Energie verliert. Beim Abmischen lässt sich dieser Effekt sehr einfach über die richtige Lautstärke beeinflussen. Steht der Percussionist in der Regel weiter hinten auf der Bühne, also weiter weg vom Zuhörer, wird seine Lautstärke entsprechend angepasst.

 

Equalizer für mehr Entfernung

Tiefe Frequenzen tragen mehr Energie als hohe und können deswegen auch in weiter Entfernung noch vernommen werden. Oder in anderen Worten: Entfernte Schallquellen klingen dumpfer als nahe. Diesen natürlichen Effekt kannst Du dir mithilfe eines Equalizers in deinen Mischungen zunutze machen. Je weiter die Spur nach hinten geschoben werden soll, desto mehr hohe Frequenzen solltest Du mit einem flachen Low-Cut-Filter wegnehmen.

Wenn Du zum Beispiel die Backing Vocals hinter dem Lead-Vocal positionieren möchtest, kannst Du auch ganz einfach das Mikrofon während der Aufnahme deutlich weiter weg vom Sänger aufstellen (hier spielen dann auch noch andere psychoakustische Effekte eine Rolle, ist aber sehr effektiv).

 

Hall und Raum in der Tiefenstaffelung

Mit den heute verfügbaren Hallgeräten ist es ein einfaches, die Spuren in unterschiedlichen Räumen und Entfernungen anzuordnen. Einige Halleffekte bieten gleich die Positionierung der Schallquelle im virtuellen Raum an, bei anderen muss man ans Eingemachte gehen und die richtigen Parameter verändern. Wie Du einen Hall und seine Parameter im Detail nutzen kannst, erfährst Du im Video Workshop Hall und Raum Effekte in Musikproduktion.

Generell gilt: Je weiter entfernt eine Schallquelle, desto später treffen die Erstreflexionen ein (bei gleichbleibender Raumgrösse). Je weiter entfernt die Schallquelle, desto näher der zeitliche Abstand zwischen Erstreflexionen und Nachhall.

Ein weiterer Aspekt in der Verwendung von Hall für die Tiefenstaffelung im Mix ist der Detailreichtum des Nachhalls. Je weiter entfernt die Schallquelle ist, desto weniger Detail kommt beim Hörer an. Dieser Detailreichtum kann bei den meisten Effektgeräten über den Parameter “Diffusion” gesteuert werden. Natürlich gilt auch für den Hall, dass dieser dumpfer klingt, je weiter entfernt die Quelle ist.

Du kannst auch schlicht mehr Hallanteil auf das Instrument geben, um es weiter nach hinten zu staffeln. Auf dem langen Weg zum Hörer sind in der realen Welt nämlich mehr Oberflächen, die den Klang reflektieren, als auf einem kurzen Weg.

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Lesermeinungen (23)

zu 'Tiefenstaffelung im Mix: Mehr Tiefe für deine Songs'

  • Grafzahl
    13. Feb 2010 | 20:18 Uhr Antworten

    Danke für den Artikel Carlos.

    gerade eben habe ich versucht einer Songidee einen raffmix zu verpassen und hatte genau das Problem das alles zu sehr bei einander war.

    Ich werde es mal mit deinen Tipps versuchen .. und hier hätte ich eine Frage:

    Im Artikel schreibst du, daß nach voc und guitar zb. der Bass kommt.
    Ich dachte bis jetzt immer ein hall zb würde mir den bass vermatschen.

    Hast du einen Tipp zum Bass und Tiefenstaffelung ? Nur eq? oder auch mit Hall oder anderen tricks arbeiten? Im Panorama sollte er ja mittig sein.

    Ich weiss das es keine goldenen Regeln gibt aber evtl. hast du ja mal wieder einen Trick den du raushaust :=)

    Danke schonmal von einem echten Homerecording noob :)

    p.s. weiter so tolle Seite

  • Ramon
    13. Feb 2010 | 22:46 Uhr Antworten

    Danke Carlos.
    da musste mal genauer drauf eingegangen werden.
    Meintest du im letzten satz vom ersten absatz zu “Equalizer für mehr Entfernung” anstatt

    [..] desto mehr hohe Frequenzen solltest Du mit einem flachen Low-Cut-Filter wegnehmen

    vielleicht high-cut bzw low-pass?

  • Michael Hotop
    13. Feb 2010 | 23:06 Uhr Antworten

    Moin Carlos,
    ich möchte Dir bezüglich Deines kompletten Engagements hinsichtlich der delamar-Seite auch mal ein dickes Lob zollen. Die Art und Weise, in der Du technisches Know How und überhaupt Dein Expertenwissen in Sachen Recording & Co. an Interessierte vermittelst, ist einfach klasse. Wer da keinen Nutzen draus ziehen kann, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen..;-)

    Ich gehöre mittlerweile zur älteren Generation und habe noch Homerecording mit 2-Spur-Stereo-Spulentonbandgeräten von Philips und Grundig gemacht, wo als Besonderheit ein “Multiplayback-Schalter” eingebaut war, sodass man mit Trickserei 4-Spur-Aufnahmen machen konnte. Was Anderes hatten ja die Beatles in ihrer Anfangsphase auch nicht…;-)

    Dann gab’s irgendwann Ende der 70er(?) den Fostex 4-Spur-Multitracker auf Kassette (!) mit 9.5 cm/sec anstatt der seinerzeit üblichen 4.75 cm/sec, mit dem ich „wie irre“ Multitracking“ gemacht habe.

    Abgelöst wurde dann das Ganze Mitte der 80er durch den C-64 und der STEINBERG Pro 16+ Software, dann durch den ATARI ST, danach Anfang der 90er durch den PC mit Windows 3.1. Au backe…da lief noch nix wirklich rund…

    Ab da bin ich aber u.a. aus familiären und beruflichen Gründen komplett aus der Homerecording-Sache ausgestiegen und – jetzt komme ich zum Punkt..;-) – erst seit Frühjahr 2009 wieder mit Homerecording (mit Cubase Studio 5) dabei, also nach fast 20 (!) Jahren Pause!

    Ich brauche nicht groß aufzuzählen, was sich seitdem alles „in technischer und elektronischer Hinsicht“ verändert hat. Der Fortschritt in diesen Dingen ist einfach nur irre.

    Durch das Internet hat man heutzutage per Klick die Möglichkeit, sich über all’ das bestens zu informieren, und da steht für mich Deine delamar-Seite an oberster Stelle. Zu meiner (aktiven) Zeit konnte man sich evtl. mal ein “Homerecording-Buch” mit einer Beispiel-Kassette kaufen…

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Deine Seite mit all’ den von Dir aufbereiteten und transportierten Informationen machen es mir auf jeden Fall leichter, nicht den Anschluss zu verpassen und sich weiterhin intensivst (!) mit einer Sache zu beschäftigen, die (mit…) zu den Schönsten auf dieser Welt zählt – nämlich dem Musik machen.

    Bitte weiter so!

    Michael aus OS

  • Grafzahl
    14. Feb 2010 | 00:19 Uhr Antworten

    Ich möchte mich auch nochmal Michael anschliessen! Meine Pause beträgt zwar nur 10 Jahre aber genau so erging es mir auch. Ich konnte schon sehr viele Tipps von dieser Seite und Euren Podcasts anwenden!

    Das ganze hier ist kosenlos und wächst zurecht immer weiter !

    Danke “Power Carlos” ! :P
    (Der macht noch ne Menge mehr .. keine Ahnung wie der das alles wuppt hehe)

    und natürlich auch den anderen Jungs die hier und im Podcast mitwirken ein herzliches Dankeschön!

  • Juergen
    14. Feb 2010 | 09:45 Uhr Antworten

    “Der beste Lehrer in Sachen Tiefenstaffelung bist Du selbst, indem Du einfach aktuelle Produktionen gezielt und in Ruhe anhörst und versuchst zu verstehen, was der Mixing Engineer gemacht hat.”

    Das sehe ich leider nicht so. Heute wird nur noch alles gaga-mäßig zugekleistert. Um sich in die Materie (neben diesem sehr guten Artikel hier!!!) einzuhören, einfach mal wieder Thriller oder ein paar Steely Dan Aufnahmen anhören. DANN klappt’s auch mit der Tiefenstaffelung.

  • Czebo
    14. Feb 2010 | 19:33 Uhr Antworten

    @Juergen: Das kommt drauf an, ob man auf gute und langlebige Produktionen aus ist, oder einen Song gemäß dem aktuellen Stand der Dinge gestallten möchte um möglichst Massenkompatibel zu sein…

    Ich persönlich habe mich enorm weiterentwickelt, als ich davon abgelassen habe mich auf “good old rock’n’roll” zu fixieren und angefangen hab Elektro Produktionen und Remixes anzugehen und mich bei diesen von aktuellen Songs in meiner Arbeitsweise inspirieren zu lassen.

    Ich will nicht sagen dass sie besser sind als solide Mixe die es auch in Jahrzehnten noch schaffen den Nerv der Zeit zu treffen, aber es hat mich in meiner Arbeitsweise klar vorran gebracht!

    Kann ich nur jedem Empfehlen!

  • Michael
    14. Feb 2010 | 20:11 Uhr Antworten

    Klar, nicht alles, was “gestern” war, soll(te) man in den Himmel loben. Das gleiche gilt aber auch für aktuelle Produktionen, da gibt es natürlich auch “Sonnen- und Schattenseiten”.
    Ob man nun mit seiner Mucke “massenkompatibel” sein möchte (oder gar sein muß), muß jeder mit sich selbst ausmachen. Jeder sollte die Mucke machen, mit der er letztendlich selbst zufrieden sein kann.
    Bei der Arbeit (also im Job) geht das ja (leider) nicht immer (…), aber beim Musikmachen sollte das doch wohl möglich sein dürfen..;-)
    Eines dürfte aber Jedem einleuchten: die Hörgewohnheiten haben sich im Vergleich zu früher drastisch geändert. Damit meine ich jetzt weniger, dass heutzutage fast jeder – egal wo, als Fußgänger, auf’m Fahrrad, im Fitness-Studio etc. – mit Kopfhörern bzw. “In Ear”-Modellen herumläuft und sich so mehr oder weniger physisch von der Außenwelt ausblendet (…), sondern ich meine damit z. B. die Gestaltung eines Endmix. Zum einen in der Art, wie Instrumente heute angeordnet werden (Prioritätensetzung der Instrumente) als auch die Art des eigentlichen Songaufbaus. Klar, das gilt nicht für alle Musikgenres, aber sicherlich trifft das auf viele neue Musikstile zu, die in den vergangenen ca. 15 Jahren den Weg auf einen Silberling gefunden haben.
    Mir macht es durchaus viel Spaß und “bringt mich persönlich auch weiter” , wenn ich als “Sixties-/Seventies-Fan” meine Musik (per PC & Cubase Studio 5) mit neuen, zeitgemäßen Sounds anreichere, also in gewisser Weise mit der Zeit mitgehe. Und auch den Songaufbau nicht immer nach dem “alten Strickmuster” Intro, Strophe, Strophe, Bridge, Solo, Refrain, Strophe, 3x Refrain, Ende gestalte…;-)
    Zuguterletzt ein Beispiel für “gute Mucke” incl. Abmischung/Studiotechnik (ist lediglich mein Tipp, es gibt unzählige gute Sachen): AYREON. Da ist von Allem was dabei: konventionelle Instrumente wie Gitarre(n), Bass, Drums als auch 1a Synth-Sounds, ob Pads oder Soli…, tolle (male + female) Vocals incl. Melodien…einfach “Hammer”. Und das sage ich als alter Moody Blues-, Kinks-, Small Faces- u.v.a.m. Fan…;-)

    Bis demnächst,

    Michael

  • Ernst
    15. Feb 2010 | 09:19 Uhr Antworten

    Was bitteschön ist ein “raffmix”??? Soll das komisch sein oder ist das einfach nur ein Zeichen von Unwissenheit?

    Es ist schon toll, wie schnell heute jemand “Experte” werden kann. Erinnert mich irgendwie an die “ARD-Experten” bei den Olympischen Spielen oder die “Jury”-Mitglieder bei Castingshows.

    Kannst Du lesen? – Ok, dann bist Du jetzt unser Literatur-Experte….

  • Creative
    15. Feb 2010 | 18:43 Uhr Antworten

    Nimmst du nicht alles ein wenig zu Ernst, Ernst? :-P

    Auf jedenfall interessanter Artikel!

    Greetz

  • nevi
    11. Mrz 2010 | 02:57 Uhr Antworten

    Ergänzung zum Abschnitt:

    “Generell gilt: Je weiter entfernt eine Schallquelle, desto später treffen die Erstreflexionen ein (bei gleichbleibender Raumgrösse). Je weiter entfernt die Schallquelle, desto näher der zeitliche Abstand zwischen Erstreflexionen und Nachhall.”

    Mit dem Predelay lassen sich z.B. Vocals und Lead-Instrumente gut nach vorne holen. Durch die zeitliche Abtrennung von den Early Reflections (ER) und der Hallfahne gehen außerdem die Details nicht im Reverb unter.

    Ein längeres Predelay bewirkt sogar, dass der Halleindruck intensiver wird – es wird also weniger Pegel bei der Hallfahne benötigt, um die gleiche Räumlichkeit zu erzielen!

    Sehr kurze Predelays hingegen können nicht nur zu Vermatschungen sondern auch zu Klangveränderungen durch Phasenprobleme führen. Zusätzlich braucht der Hall dann mehr Pegel für den Raumeindruck.

    Außerdem sollte man immer im Hinterkopf behalten:
    1 ms entspricht ca. 34 cm (oder 1 m = 3 ms)

  • Hans Schlauberger
    17. Jun 2010 | 00:23 Uhr Antworten

    “Die Ortung der Schallquelle geschieht…”

    … der Mensch ist kein Waal.
    Wir lokalisieren…

    • Carlos (delamar)
      17. Jun 2010 | 10:27 Uhr Antworten

      Danke für die Richtigstellung. Und noch ein kleiner Tipp hinterher: Wal benötigt nur ein “a” ;)

  • Hans Schlauberger
    19. Jun 2010 | 12:28 Uhr Antworten

    Es war ja auch spät. :D

    Noch kurz: Sehr schön erklärt. Kurz und knapp was man für Musikproduktionen im Bereich Klangdimensionierung (Tiefenstaffelung) wissen muss.

    Jedoch gehört einfach riesiges Fingerspitzengefühl dazu, um es richtig einzusetzen, die man nur aus der Praxis erlangen kann.

    Aber noch zum Thema verschiedene Produktionen anhören. Weil ja das Genre “verschrien” ist, nur akustischen Matsch zu erzeugen, kann ich euch hierzu ein Gegenbeispiel der Black-Metal Band “Dark Fortress” mit ihrer aktuellen Scheibe “Ylem” ans Herz legen und achtet bei der Titelnummer auf die Raumdimensionierung und wie damit massiv gespielt wird.

    In diesem Sinne,
    Mach(t) weiter so!

    Grüße,

  • Robert
    13. Jul 2010 | 23:10 Uhr Antworten

    Eine Behauptung ist leider verkehrt:
    ” Je weiter entfernt eine Schallquelle, desto später treffen die Erstreflexionen ein”.
    Siehe dazu: sengpielaudio.com/WasBedeutetAnfangszeitluecke.pdf

    • Carlos (delamar)
      14. Jul 2010 | 15:42 Uhr Antworten

      Da muss ich dir leider widersprechen, Robert, Du deutest die Aussagen im PDF nicht richtig. Wir sind uns sicher einig, dass je weiter entfernt eine Schallquelle ist, desto länger braucht der Schall, um uns zu erreichen.

      Die Erstreflexionen gehen dann sogar noch einen längeren Weg, denn sie richten sich erst gegen die Wände und dann kommen sie an unser Ohr.

      Tatsache ist allerdings, dass sich das Zeitverhältnis Direktschall/Hallfahne ändert, was schliesslich den Raumeindruck prägt.

  • nevi
    14. Jul 2010 | 16:36 Uhr Antworten

    @Robert

    Wenn die Schallquelle weit entfernt ist, ist alles verzögert – Direktschall, Erstreflektionen + Hallfahne.

    D.h. die zeitliche Differenz zwischen Direktschall und dem Reverb ist kleiner, als wenn die Schallquelle direkt neben Dir ist. Dann wäre der Direktschall sofort da, während der Hall sich erst aufbauen muss.

    Angenommen das Predelay ist = 0 und die Quelle soll weit entfernt sein, dann müsstest Du theoretisch auch ein (normales) Delay mit auf die Audiospur geben, was die Entfernung repräsentiert.

  • Nils Schröder
    09. Jul 2011 | 03:09 Uhr Antworten

    Yaw Carlos.

    Auch, wenn’s das Hall-Tutorial schon ne Weile gibt: Geile Nummer!
    Ich bin noch ein totaler Homerecording- und Mixing-Noop – und jetzt hab ich endlich mal gerafft, was da bei Tiefen und Schichten und der Akustik dahinter so los ist.

    Hab noch zwei Anregungen zu weiteren Themen (falls es die nicht auch schon gibt oder die nicht zu noopig sind):

    – was ist und wann und wozu braucht man 32-bit float? im vergleich zu 24 – genauso: wann 44,1/48 (mucke/video) und wann 88,2/96 oder sogar 192 beim recorden?
    – wie funktioniert Re-Amping. Was nimmt man vorher auf, was braucht man alles, wie positioniert man das Mic, lieber ein bißchen Raum oder so trocken wie’s geht…

    Die Tutorials und Podcasts haben mir bisher großartig weitergeholfen. Beste Grüße

    Nils aus Berlin

  • Natascha
    01. Mai 2012 | 11:06 Uhr Antworten

    Eine frage: warum ist es dann so dass bei einer cathedral nach dem erstreflektionsklaster eine ganze Weile nix passiert? Der Pfarrer sagt Amen es passiert eine ganze Weile gar nichts und erst dann setzt die nachhallfahne ein!? Das verwirrt mich gerade was ihr dort schreibt, da ich es mal anders gelernt hatte.
    Hoffe mal dass ich hier mal noch ne Antwort bekomme, weil dass thema so lange her ist. Die zeitspanne zwischen dem direktschalls und den erstreflektionen ist immer relativ kurz und abhängig davon wie weit sich die schallquelle zb. von den Wänden befindet oder freifeld dann Fußboden befindet.

    • Carlos San Segundo (delamar)
      01. Mai 2012 | 12:10 Uhr Antworten

      Entscheidend ist auch deine Position zur Schallquelle. Details kannst Du hier nachhören, ist übrigens dreiteilig: http://www.delamar.de/podcast/hall-reverb-entmystifiziert-12523/

      • nevian
        21. Dez 2012 | 15:18 Uhr

        @Natascha

        auch wenn jetzt nochmal etwas Zeit ins Land gegangen ist… :)

        1. zur zweiten Hälfte Deines Kommentars:

        absolut richtig! Die Erstreflexionen treten umso früher ein, je näher sich die Schallquelle zu den Wänden bzw. der Decke befindet.
        Der Abstand zum Boden ist jedoch in der Natur meistens relativ gering – es sei denn, die Schallquelle befindet sich weit oberhalb der Hörposition. Daher kommt in sehr großen Räumen ein Teil der Reflexionen etwas früher als der Rest beim Hörer an.

        2. zu Deiner Frage:

        Im Grunde liegt in der Überlegung bzgl. der Abstände zu den Wänden auch die Erklärung für das hohe Pre-Delay in großen Hallen wie beispielsweise einer Kirche.
        Ebenso wie die Early Reflections beruht die Hallfahne auf den Schall, der von den Raumgrenzen reflektiert wird. Allerdings kommen hier alle Ausbreitungswinkel zum Tragen, indem der Schall öfter als ein- oder zweimal reflektiert wird. Die Hallfahne muss sich also bis zu ihrem Lautstärkemaximum erst aufbauen, was bei besonders großen Räumen einfach länger dauert aufgrund der längeren Wegstrecken. Selbst wenn der Pfarrer in der Kirche weit entfernt ist und der Direktschall mit Verzögerung ankommt, braucht die Hallfahne ein mehrfaches der Zeit, um sich aufzubauen.
        Bei einem Tunnel wäre die Hallcharakteristik wiederum eine andere, weil hier die Seitenwände und die Deckenhöhe vergleichsweise geringe Wegstrecken bewirken. Nebenbei bemerkt ergeben sich hierdurch auch starke Veränderungen im Frequenzgang durch den Kammfiltereffekt aufgrund von Interferenzen.

  • Steve
    15. Aug 2013 | 12:31 Uhr Antworten

    Hallo Carlos

    Ich bin aufmerksamer Leser deiner Tipps zum Thema Mastering. Nur leider plagt mich da eine Frage bei der ich immernoch nicht die Lösung gefunden habe.

    Ich möchte gern wissen wie ich den Sound http://www.charivari.de/webradio/partyhitmix-player-2013.php hinbekomme (oder annähernd).

    Ich selber produziere für mich und kleinere Partys eigene Mixe mit fertigen wav und mp3 hits von 70er bis zu den aktuellen Charts.
    Ich möchte das sich die Musik auch so schön aufgeräumt und klar anhört. Bzw. das die Stimme so schön weit vorn ist und der Rest vom Lied eher im Hintergrund liegt und das die Höhen nicht so übersteuern.
    Wie kann ich den Sound selber herstellen? (EQ, M Kompressor, Limiter??????)
    Mit freundlichen Grüßen
    Steve

  • blabla
    24. Dez 2013 | 06:51 Uhr Antworten

    naja plastisch und tiefenstafflung ist was anderes.
    tiefenstafflung ist tief hinter der scheibe
    und plastisch ist räumlich vor der scheibe dreidimensional

  • sagined
    03. Dez 2014 | 23:54 Uhr Antworten

    direktschall early reflections und nachhall … immer wieder dieses unverständnis … nehmen wir mal an, wir stehen zwischen zwei wänden, 20 meter von uns entfernt. Boden vernachläßigen wir, decke gibts nicht … steht der sänger 300 meter weit weg, kommen direktschall, earlys und nachhall fast gleichzeitig bei dir an … nach 1 sekunde … plärr ich dir direkt ins ohr in einem zentimeter abstand dann bist du schon taub, bevor die earlys die 20 meter zur wand und 20 meter zurückgelaufen sind. ganz zu schweigen vom nachhall, der sich erstmal aufbaut.

    fazit: je näher eine schallquelle desto größer das predelay und die verzögerung zwischen earlys und hallfahne und nicht andersrum …

    das nennt sich übrigens physik und ist grundvoraussetzung, wenn man was mit akustik zu tun haben will. also bitte nicht blödsinn posten und dann auch noch den quatsch verteidigen!

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