Abmischen lernen: Hörbeispiele zur Maskierung im Mixdown

31
SHARES
Abmischen Hörbeispiele

Abmischen Hörbeispiele

anzeige

Hörbeispiele zur Maskierung – Abmischen lernen

Das in den Hörbeispielen zu diesem Abmischen Tutorial verwendete Musikstück ist das Playback zu einem Kinderlied, das im Unterricht an der Grundschule zu pädagogischen Zwecken eingesetzt wird. Es mag kein kompositorisches Meisterwerk sein, doch als Vorlage für diesen zweiten Teil des Tutorials ist es bestens geeignet. In die Instrumentenwahl sowie den eigentlichen Mix der Spuren ist kaum Zeit eingegangen, geht es schließlich hier doch um den pädagogischen Wert. Insofern mag das Ausgangsmaterial etwas roh erscheinen.

Überblick Hörbeispiele beim Abmischen lernen

Hier ist zunächst eine Übersicht der möglichen Schritte, um die Maskierung zweier Musikinstrumente in einem Mixdown zu lösen. Du findest in diesem Artikel für jeden der fünf Handgriffe ein Hörbeispiele, an dem Du den Unterschied hören kannst. Am Ende kannst Du den finalen Mixdown hören, der aus einer Kombination der unterschiedlichen Handgriffe besteht.

Wir beginnen mit dem Ausgangsmaterial, maskierte Aufnahme:

 

Zur Anschauung habe ich einen relativ kurzen Ausschnitt gewählt und die Gesangsstimme ausgeschaltet. Wir beginnen mit dem Original, in dem man die Maskierung der Gitarre durch das Piano hören kann. Das Piano verdeckt die Gitarre zu großen Teilen und nur der Anschlag der Gitarre lässt sich relativ einfach vom Piano unterscheiden.

Dann mal los zum Abmischen lernen auf dem Weg zum Mixdown!

 

Tipp 1: Arrangement verbessern

Gerade in diesem Song würde es sich lohnen, bei den beiden Spuren Gitarre und Piano nochmals auf kompositorischer Ebene einzusteigen und die Patterns bzw. Riffs zu verändern. Beispielsweise wäre es möglich, durch das geschickte Einsetzen eines Arpeggios auf einer der Musikinstrumente die Verdeckung für das menschliche Ohr weitestgehend aufzuheben. In einigen Fällen ist das nicht machbar bzw. gewünscht, da sollen Instrumente gerade dasselbe rhythmische Muster spielen.

Für diesen Fall gibt es aber noch einen weiteren Handgriff auf der Ebene des Arrangements, mit dem Du dir behelfen kannst. Wie im folgenden MP3-Hörbeispiel zu vernehmen, wurde das Klavier kurzerhand um eine Oktave nach unten transponiert. Damit ist der Maskierung bzw. Verdeckung etwas entgegenwirkt, der Aufwand war minimal.

Transponiert:

 

Tipp 2: Spur muten

Wenn ein Mix ohnehin schon sehr voll ist, könnte das Stumm schalten einer der beiden konkurrierenden Spuren die bessere Variante sein. In diesem Fall gibt es danach natürlich keinerlei Maskierung mehr und das Problem ist behoben. Damit das Ganze aber nicht zu eindimensional wird, kannst Du das Stumm schalten in jedem Songteil anders gestalten. Beispielsweise könnte in der Strophe das Piano schweigen, während die Gitarre im Chorus Pause macht.

Nicht nur, dass diese Mutes die Maskierung beheben, das Arrangement wird insgesamt auch noch spannender. Veränderungen beleben den Ablauf eines jeden Songs und halten das Interesse des Hörers aufrecht. Selbst der Wechsel von einem Instrument auf ein anderes kann für die nötige Frische sorgen.

Spur muten:

 

Tipp 3: Lautstärke senken

Mit einer Veränderung der Lautstärke kannst Du die Balance zwischen zwei Spuren und deren Maskierung nachhaltig verbessern für den Hörer. Im Hinterkopf solltest Du behalten, dass diese Maßnahme natürlich auch als Nebeneffekt mit sich bringt, dass eine der Spuren danach weniger hörbar sein wird als die andere und dadurch vielleicht mit noch anderen Musikinstrumenten in Konkurrenz tritt.

Glücklicherweise wirst Du beim Abmischen lernen feststellen, dass das nicht immer so sein muss. In dem nachfolgenden Hörbeispiel habe ich die Lautstärke des Pianos so weit abgesenkt, bis die Gitarrenspur nur noch wenig verdeckt wird. Das Klavier bewegt sich dabei stets zwischen hörbar und nur noch fühlbar und erlaubt es der Gitarre, sich durch einen gewissen „Bauch“ bzw. ein gewisses Sustain bemerkbar zu machen.

Auch wenn das Piano kaum in seinen Details hörbar bleibt – im Vergleich zum Stumm schalten würde das Wegfallen sofort bemerkt werden.

Lautstärke senken:

Hier geht es weiter mit unserem Artikel zum Abmischen lernen…

Mehr zum Thema:
        


Lesermeinungen (10)

zu 'Abmischen lernen: Hörbeispiele zur Maskierung im Mixdown'

  • marcelo   13. Feb 2011   14:45 UhrAntworten

    heyy ganz erleuchtende tolle tipps hier !. vielen dank für eure arbeit !

  • Keihne AhnungVonNix   04. Jan 2013   21:38 UhrAntworten

    Also irgendwie klingen die Tracks alle fast gleich für mich. Die Gitarre ist kaum zu hören ??? Liegt wohl an meinen Boxen.

  • Eddie Marshall   07. Jan 2013   16:45 UhrAntworten

    Nützliche Hörbeispiele, Super Arbeit!

  • Metamorphose   07. Jan 2013   20:30 UhrAntworten

    Ein Tutorial, das einem Einsteiger bestimmt eine Hilfe sein wird.

    Eine Frage bleibt mir aber doch noch: Wo ist die Gitarre? Ist es eine Akustik-Gitarre, eine E-Gitarre oder gar ein schlechtes per MIDI getriggertes Sample?

    An meinem AKG K271 MKII Kopfhörer wird es wohl eher nicht liegen, dass ich sie nicht höre (alle anderen Instrumente erkenne ich). :D

  • Jürgen Bromant   07. Jan 2013   23:31 UhrAntworten

    Interessantes Tutorial! Aber ich muss mich meinen Vorrednern anschließen, die Gitarre ist kaum bis gar nicht zu hören. Auf der linken Seite höre ich etwas, das eher wie ein Midi-Instrument klingt.

  • colophon   08. Jan 2013   09:30 UhrAntworten

    as easy as that. so muss das! :)

    @Metamorphose:
    Das was sich beim ersten Bsp. (Arrangement, tieferes Klavier) nicht verändert, soll die Gitarre sein schätze ich - hätte das auch nie als Gitarre erkannt - aber wie ein Klavier klingt's noch weniger ;)

  • Koch Juergen   04. Feb 2013   14:33 UhrAntworten

    Juergen Koch,

    kann mich der Mehrzahl der Hörer nur anschließen, das war alles andere als ein gewinnbringendes Hörbeispiel. Was der Autor rüberbringen wollte, ging offenbar in die Hosen! Trotzdem, netter Versuch!

  • BeatKreator ST   18. Feb 2013   17:22 UhrAntworten

    Bei Tip 4 kann man es am besten hören, allerdings muss ich auch sagen dass ich die Gitarre als solche nicht erkannt hätte. Es scheint mir eine klare elektrische Gitarre zu sein. Dennoch weiß worauf der Autor hinaus will und ich fand dies hier sehr hilfreich.

  • Patrick   19. Feb 2013   11:05 UhrAntworten

    Ein weiterer Tipp ist der gezielte Einsatz von Kompression um bei stark dynamischem Material Platz zu schaffen für andere Spuren.

    Noch ein Tipp sind veränderungen auf der Zeitachse durch Delay und Hall, dadurch entsteht mehr Tiefe und einzelne Intrumente lassen sich psychoakustisch besser innerhalb eines Raumes wahrnehmen.

    Ein weiterer Tipp: z.B. Gitarren, die nach ganz links und rechts gepannt sind in eine Gruppe zu routen und dort eine Stereoverbreiterung vornehmen. Das schafft mehr Platz in der Mitte für Stimme und co.

    Und noch einer: Kick, Stimme und Bass ganz leicht von der Mitte pannen z.B. L5 oder R5 ... das nimmt man kaum wahr aber auch hier entsteht mehr Platz.

    Und noch einer: Beim Piano die Präsenz rausnehmen bei ca. 2kHz, damit die Stimme dort besser durchkommt.

    Und noch einer: Beim Mischen eher mit Absenkendem EQ arbeiten, denn dadurch entsteht immer mehr Raum für andere Spuren. Nur anheben, was auch bewußt hervorstechen soll.

    Und noch einer: Den EQ immer im Zusammenhang drehen, also während man den gesamten Song hört. Dabei ist es völlig egal ob die Spur einzeln abgehört schlecht klingt.

    Und noch einer: Schau Dir die Frequenzen der einzelnen Spuren an. Wo sind die Grundfrequenzen und wo die Obertöne. SPAN von Voxengo ist zB kostenlos erhältlich und kann Dir dabei sehr helfen. Wenn Du siehst, dass der Bass und die Bassdrum beide bei zB 63Hz Ihre Grundfrequenz haben, dann kannst Du entweder den Song in eine andere Tonart transponieren, eine andere Bassdrum wählen oder den Bass bei zB 80 Hz betonen mit einer Güte von 1.4 und 1-2 db
    bei gleichzeitiger Absenkung der Frequenz (80 Hz) auf der Kick mit einer Güte von 3-4 und -1 oder 2 db.
    Also immer breiter anheben und schmalbandiger absenken.

    Und noch einer: Die Drums sind mit am Wichtigsten, da sie vom tiefen Bass (kick) bis zu den höchsten Höhen (Becken) alles abdecken. Schaffe in der Mitte Platz. Senke bei der Kick die Frequenzen irgendwo zwischen 300-500 Hz ab. Etwas Höher kannst Du bei der Snare aufräumen und bei 800 HZ hat die Snare Ihr Boing, was weggenommen Platz schaffen kann.
    Overheads klingen immer besser, wenn man 500 Hz oder die Oktave drüber um die 1000-1100 Hz raus nimmt. Gleiches gilt für Raummikros und auch die meisten Loops.

    Und noch einer: Alle Spuren Highpassen, oder Lowcutten (ist das Gleiche), dadurch werden kick und Bass klar.

    Und noch einer: Das highpassen kennen vielleicht die Meisten aber nutzt Ihr auch das Lowpassen oder highcutten ?
    Gitarren brauchen keine 6-20 kHz Frequenzen, dadurch verdecken sie nur die Becken und Stimmen.

    Und noch einer: Nimm bei Streicher was weg bei ca. 1 kHz, das schafft auch noch einmal Platz für die Instrumente, die vorne sein sollen. Allgemein ist der Bereich von 1-3 kHz der Bereich der Präsenz, wenn etwas nach hinten soll, mach es leiser oder dreh diesen Bereich raus und nicht bei dem rein, der vorne sein soll.

    Und noch einer: Route Deine Spuren in Subgroups (Drumsbuss, Vocalbuss, Keybuss etc.) und nimm bei all den Gruppen im Bereich 250 Hz 0,5-1db weg mit einer Güte von 3-4. Dieser Bereich müllt oft den Song zu und klingt dann wesentlich luftiger.

    Und noch einer: Frag Dich immer, wenn Du das Gefühl hast eine Spur braucht mehr Höhen, ob sie nicht vielleicht einfach nur wenig Bass braucht ... gleiches gilt auch anders herum. Wenn Du bei 250 etwas wegnimmst ist es so als würdest Du bei 5 kHz etwas reindrehen.

    Und noch einer: Carlos ich sollte für Dich schreiben ;-)

  • Andi   13. Aug 2013   15:38 UhrAntworten

    Vielen Dank !!!!

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN