5 Tipps, um deine elektronischen Drums zum Leben zu erwecken

5 Tipps, um deine elektronischen Drums zum Leben zu erwecken

1. Stimmen, verstimmen und Pitch

Wie oft hast Du dir schon gesagt “ich brauche neue Samples”? Vermutlich sehr oft, genau wie ich. Und dabei habe ich häufig nicht mal das ganze Potenzial vorhandener Drum Samples ausgeschöpft – Du auch? Allein die Möglichkeit, in deinem Sampler die eingeladenen Drums zu stimmen bzw. zu verstimmen bietet schon eine Menge mehr Sound zum gleichen Preis. Zum Beispiel kannst Du aus einem einzigen Tom-Sample ein ganzes Set zusammenstellen. Im Übrigen eine Vorgehensweise, die früher gang und gebe war, als Arbeitsspeicher noch deutlich teurer war.

Und Du kannst auch versuchen, die Drum Samples auf die Tonart deines Songs zu stimmen. Gerade bei lang resonierenden Kick Drums oder Toms kann das eine Menge Groove bringen.

Wenn Du ganz neue Sounds benötigst, kannst Du auch grössere Transpositionen verwenden. Tendenziell findest Du bei House zum Beispiel häufig tiefer gestimmte Drums, während bei Drum and Bass die Drums eher höher gestimmt werden. Eine Menge Leben kannst Du den Drums auch einhauchen, wenn Du die Anschlagsstärke dazu verwendest, die Tonhöhe zu modulieren. Je stärker Du die Tasten dann anspielst, desto höher der Klang der Drums. Um noch eine gewisse Natürlichkeit beizubehalten, kannst Du auch mithilfe der Hüllkurve die Tonhöhe nach dem ersten Anschlag auf die normale Stimmung zurückfallen lassen.

 

2. Drums anzerren

Es gibt wahre Meister da draussen, die ihren Drums eine Menge Leben durch eine starke Verzerrung einhauchen können. Trotz starker Verzerrung gut klingende Drums zu zaubern, ist eine schwierige Kunst. Aber mit nur ein wenig Overdrive oder Verzerrung lässt sich schon viel bewegen.

Wenn Du nur den Anschlag deines Samples verzerrst und das Decay unverzerrt lässt, scheint die Drum lauter zu sein (ähnlich einem Limiter, der auch die Spitzen abschneidet). Der Anschlag ist der lauteste Teil deiner Drum und Du kannst diesen Effekt mit vielen Plugins emulieren, die nur bei den lautesten Passagen anfangen zu zerren. In Maßen angewandt, klingt die Drum auch punchiger und durch den Overdrive kommen neue Obertöne hinzu, die einen helleren Attack produzieren.

 

3. Layering

Über Layering an sich haben wir schon im Beat Making Artikel geschrieben. Für diesen Artikel soll es nur um das Layering mit knackigen Klängen für mehr Attack gehen, deren Lautstärke mit der Velocity moduliert wird.

Besonders gut funktioniert dieser Tipp mit einer Kick Drum. Um ihr mehr Attack und damit mehr Präsenz zu geben, kannst Du einen weiteren Sound im Sampler über ein Layering dazugeben. Das kann ein Click oder ein anderer Klang sein. Das Volumen dieses zusätzlichen Samples wird dann über die Anschlagsstärke gesteuert. Schlägst Du nur leise an, so ist der Click nicht zu hören. Haust Du richtig in die Tasten, so ist der zusätzliche Click am lautesten.

Wenn der Click nicht richtig mit der Kick Drum zusammengehen möchte, dann kannst Du mit einem Lowpass-Filter etwas die Höhen herausnehmen, bis sich beide Klänge gut zusammenfinden.

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Lesermeinungen (7)

zu '5 Tipps, um deine elektronischen Drums zum Leben zu erwecken'

  • Dominik
    02. Apr 2010 | 12:48 Uhr Antworten

    Carlos, danke wieder einmal für deine Tips. Das mit den untypisch eingesetzten Mute Groups ist sehr interessant!

    Hier noch einer von mir: einen ganz kurzen Hallraum (<0,2s) auf die Drums legen, der überhaupt nicht als "Hall" wahrgenommen wird (zusätzlich mit EQ auf dem Hall experimentieren, Low-/Tiefpass-Filter). Auch bei rein elektronischen Sounds kann das für mehr Leben sorgen und sie besser in den Mix stellen.

    Auch subtile Echo-Effekte, zumal gefilterte, können viel Leben reinzaubern. Oft sind es Dinge, die man gar nicht so richtig auffällig wahrnimmt, die einen Unterschied machen.

  • Phunkateer
    04. Apr 2010 | 08:59 Uhr Antworten

    Kann auch gut für Lebendigkeit sorgen: Sidechain-Compression der Drums untereinander. Hier auch mal ungewöhnliche Kombinationen probieren: bspw. Conga verdrängt Shaker.

  • Smi
    06. Apr 2010 | 13:49 Uhr Antworten

    Hi,

    gibt es schon irgendwo ein Tutorial zur Umsetzung von Mute groups?
    Hab dazu noch nichts gefunden.

  • h3lmet
    06. Apr 2010 | 14:26 Uhr Antworten

    schönes titorias!

    doch ein zwei dinge auf die man so nicht einfach kommt! danke schonmal :)

    der h3lmet von Trackord Records

  • Carlos (delamar)
    06. Apr 2010 | 15:17 Uhr Antworten

    Danke für das Feedback!
    Bisher gibt es noch kein Tutorial in die Richtung, aber wer weiss, vielleicht kommt es ja mal demnächst.

  • Martin
    12. Nov 2010 | 18:55 Uhr Antworten

    Ein Tutorial zum Thema “Mute groups” würde mich auch sehr interessieren!

    Aber auch so: Großes Lob an Euch!!!

  • Wirgefuehl
    28. Nov 2011 | 08:08 Uhr Antworten

    Mute Group Tutorial, pls! :)

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