VSL Vienna Imperial Testbericht: Highend-Flügel für deinen Rechner

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VSL Vienna Imperial Testbericht Basic View

Die Basic View beim VSL Vienna Imperial Testbericht

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VSL Vienna Imperial Testbericht

Die Idee, Flügel und Klaviere abzusampeln und anschließend als spielfertige Instrumente für den Sampleplayer anzubieten, ist ja im Grunde nichts Neues. Schon seit dem Erscheinen des ersten Samplers wird diese Vorstellung verfolgt. Was bis heute schon im Bereich der Flügel und Klaviere erreicht wurde, ist beachtlich. Doch hat ein Klavier sehr viele Details, die oft in der Aufnahme vernachlässigt werden. Dies führt dann dazu, dass es dem virtuellen Instrument an Authentizität fehlt.

Mit dem hier besprochenen Samplebulliden versucht der Hersteller dem entgegen zu wirken. Und ob das gelungen ist, das erfährst Du in diesem VSL Vienna Imperial Testbericht.

 

Lieferumfang

Geliefert wird das virtuelle Instrument in einem kleinen und quadratischen Karton, in dem sich die sechs DVDs sicher verpackt mit einigen Beiblättern befinden. Endlich nicht so ein übergroßer Luftkasten, wie andere Hersteller ihn gerne verwenden.

Auf der Installations-CD findest Du den Vienna Imperial Player, das Handbuch in Deutsch und Englisch als PDF sowie Informationen zum Vienna Key (ebenfalls in beiden Sprachen). Zu beachten ist, dass immer die aktuelle Version des Players installiert sein sollte. Diese steht nach der Registrierung des Produkts in der User Area der Herstellerhomepage zur Verfügung.

Ein Synchrosoft Elicenser, oder, wie VSL ihn nennt, Vienna Key, liegt im Lieferumfang nicht bei. Falls schon ein Elicenser von Steinberg vorhanden ist, kann dieser genutzt werden. Wenn nicht, empfehle ich,
einen Vienna Key zu bestellen, da sich auf ihm zu jedem VSL Produkt eine 30 Tage Demo-Lizenz befindet. Die Lizenzübertragung geht problemlos von statten.

 

Installation von VSL Vienna Imperial

Die Installation erweist sich eigentlich als ziemlich leicht, aber dennoch sehr langwierig. Rund 7 Stunden dauerte die Prozedur auf meinem System. Zuerst muss der Player des Vienna Imperial installiert werden. Der ist aber nicht mit dem der sonstigen VSL Instrumente vergleichbar und deswegen auch inkompatibel zu anderen Librarys. Bei der Installation der VSL Vienna Imperial Library kannst Du selbst entscheiden, ob alle drei oder nur ausgewählte Mikrofonpositionen auf die Festplatte kopiert werden sollen.

Alle Positionen zusammen nehmen ungefähr 48 GB in Anspruch. Das ist für ein Instrument schon eine beachtliche Menge. Wenn Du aber berücksichtigst, dass 100 Velocity-Layer und insgesamt 1.200 Samples pro Taste aufgenommen wurden, relativiert sich dieser Wert.

 

In der Praxis

Nach absolvierter Installation kannst Du den virtuellen Flügel als Standalone oder VST-Plugin nutzen. Beim Starten der Plugin-Variante wird die so genannte Basic View geladen. In dieser hast Du einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Das Herzstück der Basic View sind die drei Mikrofonpositionen. Zur Auswahl stehen hier:

Close
Die Mikrofone wurden hier direkt vor den Saiten platziert, um einen direkten und trockenen Klang zu bekommen.

Player
Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um den Flügel aus der Spielerposition.

Distand
Bei dieser Einstellung wurde der Flügel aus der Position der Zuhörer aufgenommen. Es ist deutlich mehr Raum vorhanden und der Flügel klingt weiter weg.

 

Presets

Der Button „Factory Presets“ befindet sich unter dem Vienna Symphonic Library Schriftzug. Sie wurden auf bestimmte Musikgenres und diverse Klangeindrücke von VSL Tonmeistern vorgefertigt. Die Presets decken von Jazz, über melancholisch bis mysteriös eine Menge Klangcharakteristika ab.

Es handelt sich hierbei nicht um zusätzliche Samples, sondern Einstellungen, die mit den mitgelieferten Werkzeugen des Players designt wurden. Klangtüftler, die jetzt Filterbänke erwarten, mit
denen man verrückte Klangreationen schrauben kann, muss ich aber enttäuschen. Diese suchst Du hier vergebens. Dafür ist das Instrument aber auch nicht gedacht. Wenn du dir ein eigenes Preset
erstellen möchtest, kannst du dieses als sogenanntes „Custom Preset“ abspeichern.

 

Die Sache mit dem Arbeitsspeicher

In der oberen rechten Ecke findest du einen Button, namens Load Samples, mit dem Du einstellen kannst, wie komplex der Flügel in den Arbeitsspeicher geladen werden soll. Es ist ratsam nicht das komplette Sampleset zu laden. Auf meinem System nimmt der Imperial ausgedünnt schon ungefähr 1,5 GB in Anspruch. Also definitiv nichts für betagte Rechner.

VSL Vienna Imperial Testbericht Basic View

Die Basic View beim VSL Vienna Imperial Testbericht

Der virtuelle Flügel überlässt dir dabei die Entscheidung, ob du z.B. auf die Releasesamples, Softpedalsamples, oder Kombinationen davon verzichten möchtest. Zusätzlich kannst du über den Player alle Samples, die in einer Spur nicht gebraucht werden, entfernen (und später jederzeit wieder laden). In größeren Projekten eine sehr praktische Funktion.

Falls Du für dein Klavier eine andere Stimmung brauchst, kannst Du unter „Tuning“ diese zwischen 436 und 444,99 Hz justieren, sowie unter poliphony die Anzahl der Stimmen einstellen.

 

Advanced View beim VSL Vienna Imperial

Werfen wir einen Blick unter die Motorhaube. Die Advanced View stellt den Bereich da, der für die Feinjustierung des Flügelklanges zuständig ist. Es ist möglich, während der Feinjustierung die Mikrofonposition zu wechseln, ohne das die vorgenommenen Einstellungen zurückgesetzt werden. Lediglich beim Laden eines Presets, werden die Einstellungen geändert.

Zur Manipulation des Klanges steht z.B. ein grafischer EQ, mit drei Frequenzbändern zur Verfügung. Du kannst hier Einfluss auf Filtergüte Q, die Frequenz und den Gainwert nehmen.

Da ja Keyboard und Anschlag sehr unterschiedlich sein können, steht dir der Parameter Midi-Sensitive zur Verfügung, um das Instrument deinem Anschlag und Keyboard anzupassen. Auch für Nichtbesitzer eines 88 Tasten Masterkeyboards wurde gesorgt. Über die Funktion Octave-Shift kannst Du die virtuelle Tastatur transponieren, um an die restlichen Töne zu kommen.

 

Hier geht es weiter mit dem VSL Vienna Imperial Testbericht

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Lesermeinungen (1)

zu 'VSL Vienna Imperial Testbericht: Highend-Flügel für deinen Rechner'

  • Florian   02. Jul 2012   20:00 UhrAntworten

    Sehr schöner Testbericht.
    Bin auf der Suche nach einem gut klingenden Piano als virtuelles Instrument, daher hat mir dieser Testbericht einen netten Einblick zu diesem Instrument gegeben.

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