URS Compressor Bundle Testbericht – Einer passt immer

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URS Compressor Bundle Testbericht

URS Compressor Bundle Testbericht

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URS Compressor Bundle Testbericht

Mit dem URS 1970, 1975 & 1980 Compressor Bundle veröffentlicht der Hersteller drei Kompressoren, die vor allem „Vintage-Liebhaber“ interessieren dürften. Doch damit nicht genug. Neben dem jeweiligen Kompressor ist je Plugin noch ein Limiter, sowie ein Side Chain Filter integriert.

Musste man sich bisher für wirklich gute Vintage-Simulationen tief in die Tasche greifen oder sich sogar ganze DSP-Karten anschaffen, so scheint mit dem URS Compressor Bundle dieser Fluch gebannt. Ob die URS Kompressoren in dieser Liga mitspielen bzw. komprimieren können, das wird sich in diesem Testbericht nun herausstellen.

Vorab sollte noch gesagt werden, dass der Hersteller mit diesen drei Plugins nicht etwa alte analoge Geräte simulieren oder gar 1 zu 1 kopieren möchte. Es handelt sich um eigenständige Entwicklungen, auch wenn die simulierten Schaltungen teilweise die Vorbilder erahnen lassen.

 

Grafische Oberfläche beim URS Compressor Bundle

Das Design ist passend im Vintage Look ausgelegt. Die Pegelanzeigen für Input, Output, sowie die Pegelreduktion sind übersichtlich dargestellt. Sehr schön sind auch die drei Bereiche, die in Kompressor, Limiter sowie Side Chain Filter aufgeteilt wurden. Das eben war übrigens von rechts nach links aufgezählt. Ich persönlich hätte den Kompressor lieber auf der linken Seite gehabt, aber das ist nur Geschmacksache.

Um das Ganze sogar noch übersichtlicher zu gestalten, liefert der Hersteller im URS Compressor Bundle jeweils eine Version ohne Limiter und Side Chain zusätzlich aus. In Anbetracht der ohnehin geringen CPU-Belastung dürfte das Einsparen von Ressourcen wohl sekundär eine Rolle gespielt haben, deswegen der Verweis auf die Übersichtlichkeit.

URS Compressor Bundle Testbericht

URS Compressor Bundle Testbericht

Aufbau

Der Aufbau ist bei allen drei Versionen gleich:
Jedes Plugin gibt es in der großen „Compressor / Limiter / Side Chain Filter“ Version, sowie in der „Compressor only“ Variante. Während sich der Input Level, die Ratio und das Gain Make-up praktisch „global“ einstellen lassen, haben Kompressor sowie Limiter jeweils eigene Release, Attack und Threshold Einstellungen.

Übrigens lassen sich diese durch den Button „In“ je nach Anwendung und Geschmack entweder miteinander kombinieren oder getrennt voneinander einstellen.

Mit dem kleinen silbernen Hebel kann die Anzeige der Pegelreduktion entweder auf Limiter (links), Kompressor (rechts) oder beide (Mitte) gestellt werden. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass alle Plugins mono und stereo sowie multi-mono betrieben werden können.

 

Side Chain Filter

Sehr interessant finde ich die Side Chain Filter Funktion. Um problematische Frequenzen nicht komprimieren zu müssen, baut der Hersteller URS gleich zwei Filter in den Side Chain. Wenn Du nun den kleinen Schalter auf „Key Int.“ Klickst, läuft auch das zu komprimierende Signal durch den Side Chain. Mit „Key Ext.“ ist selbstverständlich auch ein externes Signal im Routing nutzbar.

Die Filtersektion besteht aus einem Hochpass- sowie einem Tiefpassfilter, die beide jeweils von 20 Hz – 20 kHz reichen. Beide Filter lassen sich mit dem Button „IN“ jeweils Ein- und Ausschalten. Mit den richtigen Einstellungen lassen sich die Kompressoren folglich auch als De-Esser nutzen. Entsprechende Presets sind im Lieferumfang enthalten.

Um die eigenen Filtereinstellungen kontrollieren zu können, gibt es die „Listen“ Funktion. Ist diese aktiviert, hörst Du das Originalsignal gefiltert. Jetzt ist es ein Kinderspiel, die störende Frequenz zu finden. Anschließend solltest Du die „Listen“ Funktion selbstverständlich wieder deaktivieren!

 

Klangbeispiele URS Compressor Bundle Testbericht

Sprache trocken

Sprache mit 1970

Sprache mit 1975

Sprache mit 1980

Hier geht es weiter mit dem URS Compressor Bundle Testbericht:

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Lesermeinungen (9)

zu 'URS Compressor Bundle Testbericht – Einer passt immer'

  • Musik Produzent | Thomas @ MusicProducer.at   29. Mrz 2011   06:21 UhrAntworten

    Hallo Moritz,

    Danke für deinen ausführlichen Bericht. Werde mit die URS Kompressoren mal testen.

    LG,

    Thomas

  • Hans Olm   06. Apr 2011   11:30 UhrAntworten

    Warum sollte heute (2011) irgendjemand diese uralten(2006)und wahnsinnig überteuerten URS plugins kaufen wollen. Jede aktuelle DAW bringt einen besseren Kompressor mit!
    .
    URS hat nur einen veralteten und damals schon nur mäßigen Standardalogorythmus nachprogrammiert, für den sich heute jeder Freewareprogrammierer schämen würde.
    .
    Also Finger weg!

  • fr33   28. Sep 2011   11:44 UhrAntworten

    Da kann ich dem Hans Olm nur zustimmen. Das URS Zeug ist absolut ueberbewertet und auf keinen Fall 300 Euro wert. Dafuer gibt es wirklich zu viel gute Freeware, wie z.B. das Antress Modern Set oder die Audiocation Plugins aus Deutschland. Und natuerlich viel, viel mehr Brauchbares, das mir jetzt nicht einfaellt. Wer heute noch 160 Euro fuer einen reinen VST Dynamikprozessor ausgibt ist selber Schuld. ;) Es gibt sicher Kompressoren, die das Geld wert sind, z.B. "The Glue" fuer 99 $. Aber ich bin mir sicher, auch da gibt es ein Freeware-Gegenstueck. Man muss sich nur mal die Muehe machen und sich selber umsehen, statt auf Magazine und Seiten zu hoeren, die fast ausschließlich kommerzielle Produkte testen bzw. Freeware generell viel zu stiefmuetterlich behandeln. An der Qualitaet kann das nicht liegen, Programmierer arbeiten nicht mit "billigen Zeilen aus Fernost", die kochen tatsaechlich alle mit Wasser.
    Wir lassen uns viel zu sehr von Namen wie Waves, Focusrite oder Universal Audio blenden und die lassen ploetzlich 5 Equalizer 250 EUR kosten, obwohl jeder Software Equalizer im Endeffekt gleich ist (lediglich das, was nach einem EQ passiert unterscheidet die EQ Plugins untereinander - und dafuer koennte man dann genauso gut auch einen Saturator oder whatever nehmen. Jenachdem, was der "WunderEQ" eben gefuehlt mit dem Audiosignal macht).

    Zusammengefasst auch von mir: Finger weg! :D

  • michael   30. Okt 2011   20:08 UhrAntworten

    Hallo lieber Tester,
    ich glaube nicht, dass man die Qualität eines "High Tech" Kompressors anhand einer Sprachaufnahme dieser Qualität beurteilen kann. Ich frage mich wirklich, wofür du dir die Mühe angetan hast und über "dieser equalizer bäckt mehr zusammen" philosphierst, wenn du uns dann solch klangmaterial präsentierst. ich würde das nicht machen, da es meine kompetenz in frage stellen würde.
    also bitte lieber lassen oder ordentlich.
    ein guter gesangstrack oder eine sprachaufnahme mit gutem mikro und vorverstärker und guter stimme wird ja irgendwo im archiv verfügbar sein und wenn nicht dann bitte nicht auf einer audioseite schreiben.

    MfG
    Michael Strasser

    • Carlos San Segundo (delamar)   30. Okt 2011   20:19 UhrAntworten

      Hallo Michael,

      vielen Dank für dein Feedback.
      Ich verstehe nicht ganz, warum wir diesen "High Tech" Kompressor nicht unter ganz realistischen Bedingungen testen sollten.
      Die meisten unserer Leser haben keine Vocalkette im Wert von 10.000 Euro da stehen und könnten dann die Wirkung des Plugin-Kompressors überhaupt nicht einschätzen.

      Und Du wirst mir sicher zustimmen, dass ein guter Kompressor dieselbe Arbeit auf jeder Stimme zu verrichten vermag - welche Art von Kompressor wäre es denn, wenn nur Ella Fitzgerald damit gut klänge?

      Beste Grüße,
      Carlos

  • michael   30. Okt 2011   20:36 UhrAntworten

    Carlos diesem argument stimme ich überhaupt nicht zu, da die situationsunabhängige/universelle qualität von audiokomponenten in einer qualitätiv hochstehenden, reinen signalkette besser festgestellt werden kann als in einer schlechten. wie soll ich zB die wirkung eines kompressors bezüglich transienten beurteilen, wenn keine transienten mehr da sind. oder bezüglich definition im bassbereich, wenn dieser nicht existiert .... usw. usf. ... und die qualität offenbart sich dann uU beim abhören über nicht so hochstehendes equipment.

    übrigens: realistische bedingungen sind, dass sich jemand mühe macht, wenn er was veröffentlicht. ..
    vielleicht auch mal ein .wav zum download ... ; )

    • Carlos San Segundo (delamar)   30. Okt 2011   20:52 UhrAntworten

      Michael, das Nadelöhr ist so gut wie immer die Abhöre. Wenn diese nicht entsprechend hochwertig ist, hörst Du ohnehin nichts.
      Ich bin sicher, dass Du über eine perfekte Abhörsituation verfügst und viel Geld in den Bau deiner Regie gesteckt hast - sonst würdest Du ja nicht nach dem Wav fragen.

      Vielleicht machst Du dir einfach noch die Mühe, dir die Demoversionen beim Hersteller herunterzuladen und damit eigene, für dich persönlich repräsentative Tests zu machen. Und wenn Du dann magst, fügen wir deine Wav-Files noch diesem Test hinzu. Das freut dann auch die anderen delamari, die damit eine weitere Quelle bekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

  • michael   30. Okt 2011   21:39 UhrAntworten

    Carlos abgesehen davon, dass ich nicht mehr professionell tätig bin, war ich nie jemand, der "die flöhe husten hört", sondern war immer auf schnelle und saubere lösungen bedacht, die funktionieren.

    ich mag eure seite, weil sie ein ausgewogenes spektrum und auch möglichkeit zur interaktion bietet.
    auch ist mir bewusst, welcher aufwand dahinter steckt, einen facebookstream mit interessanten beiträgen am leben zu halten.

    eigentlich ist das ganze jetzt in die falsche richtung gegangen, weil ich doch eher darauf abzielen wollte, dass man doch auch manchmal in die tasche greifen muss um solide ergebnisse zu erzielen. sicher gibt es ein paar ausnahmeerscheinungen auf dem freewaresektor aber verwendet man zB sonalksis plugins dann offenbart sich schon auch die preis-qualitätskorrelation und leute die meinen, dass eh alle nur mit den selben algorithmen kochen waren höchstwahrscheinlich noch nie in der situation sich auf gutes arbeiten und das Kreative konzentrieren zu wollen und nicht dauernd 100 000 plugins auszuprobieren, auf die sie sich im endeffekt dann eh nicht verlassen können. (also, die gerne nach freewareplugins suchen bitte mal eine "arbeitsstunde" nur mit 5€ annehmen und ausrechnen, was man sich um das leisten könnte). es gibt eben marken und markenphilosophien, die ein gutes gefühl geben, und "gewährleisten" dass man die arbeit und das herzblut eines artists mit dem man zusammenarbeitet und auch die eigene energie nicht mit einem 99€ plugin versaut, weil man meint man müsse unbedingt das nachreden, was in amateurforen kursiert.

    liebe grüße
    michael strasser

    • Carlos San Segundo (delamar)   30. Okt 2011   22:08 UhrAntworten

      Ich bin absolut deiner Meinung, dass gute Plugins und gutes Equipment auch Geld kosten, keine Frage - kannst Du in praktisch jedem Podcast nachhören.
      Ab einem gewissen Level kommen wir dann zur Geschmacksfrage/Esoterik. Die URS fallen definitiv hier rein. Ich selbst finde sie nicht so spannend, fühle mich mit UAD und Sonnox besser aufgehoben.

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