Softube FET Compressor Testbericht: Schick & stilvoll

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Schickes Design beim Softube FET Compressor im Testbericht

Schickes Design beim Softube FET Compressor im Testbericht

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Softube FET Compressor Testbericht

Das Unternehmen Softube hat sich der wirklich schweren Aufgabe gestellt und präsentiert mit ihrem FET-Compressor ein Software-Emulation des legendären Universal Audio 1176. Das Kompressor-Plugin steht für die Schnittstellen TDM, VENUE, RTAS, AU und VST zur Verfügung.

Eine Tatsache, die mich in helle Vorfreude versetzte, da es nur wenige Software gibt, die technisch in der Lage ist, den Klang eines Urei 1176 wirklich zu emulieren. Zwar gibt es von einem Mitbewerber eine gute Emulation, diese erfordert aber den Kauf einer zusätzlichen DSP-Karte, die den Geldbeutel zusätzlich belastet.

Alle sonstigen bisher gehörten nativen Emulationen klangen einfach nicht nach 1176 sondern verströmen eher den miefigen Beigeruch von 4711 (ich möchte mich hiermit in aller Form für das schlechte Wortspiel entschuldigen).

Um meine Verzückung verstehen zu können, muss ich etwas weiter ausholen.

Schickes Design beim Softube FET Compressor im Testbericht

Schickes Design beim Softube FET Compressor im Testbericht

Vorgeschichte

Eines der wichtigsten Werkzeuge in der Geschichte der Tontechnik ist wohl der Dynamikbegrenzer oder Kompressor, wie man ihn gemeinhin tituliert. Nahezu unzählige Modelle dieses Gerätetyps sind im Laufe der Jahrzehnte von unterschiedlichen Herstellern, sowohl als Software als auch als Outboard-Equipment entwickelt worden.

Wie kein anderer Name ist aber ein ganz bestimmtes Gerät mit dem Wort Kompressor verbunden, der Urei bzw. Universal Audio 1176. Wie der Heilige Gral, der Messias der Dynamiktools, dessen Name allein dem Tonschaffenden Tränen der Verzückung und der Demut in die Augen treibt.

Dieser erste Feld Effekt Transistor-Kompressor (ja erster Transistorkompressor überhaupt), seinerzeit entwickelt von Multigenie Bill Putnam senior, sucht bis zum heutigen Tag einen würdigen Gegner, der ihm an Individualität und Charakter das Wasser reichen kann.

Ja, ich bekenne mich: Auch ich bin ein Jünger. Es begab sich nämlich zu der Zeit, dass ein junger Student der Tontechnik in das Studio seines Lehrinstitutes kam und einen Kompressor in die Finger bekam, der so genial klang, dass er beinahe jedes Signal schon beim Recording damit bearbeitete (um diesen Sound auf jeder Spur zu haben) bis sein Mix unrettbar totkomprimiert klang.

Einen Wermutstropfen gibt es dann aber dennoch: Dieser Hardware-Kompressor kostet mehr als mein ganzer PC. Nicht so die in diesem Testbericht betrachtete Software-Variante Softube FET Compressor.

 

Installation des Softube FET Compressor

Die Installation verlief bei mir reibungslos, da mich sowohl das herunterladbare Handbuch (nur englisch), als auch das Installationsprogramm vorbildlich hindurchführten.

Die Freischaltung erfolgte über den allseits bekannten iLok USB-Dongle, den viele Hersteller für den Kopierschutz hernehmen (ich hasse Dongle, aber das nur nebenbei).

 

Die Oberfläche & Handhabung

Die erste Überraschung: Die Benutzeroberfläche geht optisch einen eigenständigen Weg. Nein, dieses Kompressor-Plugin sieht nicht aus wie der originale 1176, sondern hat eher das Design eines hochwertigen 80iger-Jahre-Verstärkers aus gebürstetem Edelstahl, sehr schick.

Die Oberfläche unterteilt sich im Grunde in drei Sektionen. Die großen virtuellen Drehknöpfe repräsentieren die Regelmöglichkeiten, die auch schon das Hardwarevorbild enthielt:

Input:
Regelt die Eingangslautstärke und damit auch den Threshold des Kompressors, eine Eigenart, die auch dem echten 1176 zu Eigen ist.

Ratio:
Bestimmt das Verhältnis der Kompression, dafür spendiert Softube die fest eingestellten Ratios,
die die vier Ratioknöpfe (mehr gab es und gibt es nicht) des Originals in Form eines Drehreglers mit folgenden Voreinstellungen repräsentieren:

1:1 diese Einstellung ist beim Original nicht vorhanden und dient wahrscheinlich dazu die
Sättigungsfunktion des Plugins abzurufen

4:1 / 8:1 / 12:1 / 20:1 Entsprechen den Knöpfen des Originals

All ist eine Funktion, die vom Erfinder des 1176 eigentlich nie vorgesehen war, aber dann per Zufall entstand. Ein Tontechniker hat einfach alle Ratioknöpfe gleichzeitig eingedrückt, wodurch sich der Arbeitspunkt des Gerätes verschob und eine bitterböse Form der Kompression erreichte, die sich in der Studiowelt höchster Beliebtheit erfreut. Diesem sogenannten All-Buttons-In-Modus zollt diese letzte Einstellung Tribut.

 

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Lesermeinungen (4)

zu 'Softube FET Compressor Testbericht: Schick & stilvoll'

  • Jürgen   22. Jul 2010   12:00 UhrAntworten

    Was nervt an dem Dongle?
    Meiner steckt im USB-Schacht und verhält sich unauffällig. Wie es ist, wenn ich nicht zu Hause bin, kann ich nicht beurteilen ...

  • Sib   22. Jul 2010   12:41 UhrAntworten

    cooler bericht, cooles plugin! :) die sampels hätten ein bischen länger sein können, nur ein kick-schlag finde ich kurz. ;)

  • nevi   22. Jul 2010   22:16 UhrAntworten

    Wirklich sehr schöner Testbericht!
    Liest sich einfach gut. Sehr unterhaltsam und dennoch informativ und prägnant - DANKE.
    Viele Grüße und weiter so!
    nevi

  • Sib   22. Jul 2010   23:26 UhrAntworten

    lol @ Jürgen xD

    Ich hab ja den Verdacht, meine Dongles verwüsten immer mein Zimmer, wenn ich weg bin. Anders kann ich mir den Verhau nicht erklären.

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