SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht mit Video: Mobiler Absorber für preisbewusste Tonstudios

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Mobilder Absorber für das Tonstudio SM Pro Audio Mic Thing v2

Mobilder Absorber für das Tonstudio SM Pro Audio Mic Thing v2

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SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht

Beim SM Pro Audio Mic Thing 2 handelt es sich um die kürzlich vom Hersteller vorgestellte und verbesserte Version des mobilen Absorbers, der für die Optimierung von Aufnahmen mit Mikrofon im Low-Budget Tonstudio vorgesehen ist. Das SM Pro Audio Mic Thing wird um das Mikrofon herum auf einem Stativ aufgebaut und mindert auf diese Weise die Reflexionen, die von hinten auf das Mikrofon treffen. Dieser Absorber kann bedingt auch dazu genutzt werden, das Übersprechen von ungewünschten Schallquellen in das Mikrofon zu dämmen.

 

Mic Thing 2 Testbericht Video

 

Lieferumfang des SM Pro Audio Mic Thing 2

Im Lieferumfang der neuen Version findet sich neben dem 50mm dicken Panel Akustikschaumstoff in einem flexiblen Metallrahmen das neu hinzugekommene Mikrofonstativ „Mic Stand“ aus selbem Hause, das für einen festen Stand im Tonstudio sorgen soll. Der Akustikschaumstoff ist laut den Angaben des Herstellers schwer entflammbar und resistent gegen Schimmelpilze. Die schwere Entflammbarkeit ist definitiv ein Thema, auf das beim Kauf von Akustikschaumstoff geachtet werden sollte und leider auch ein Thema in Kostenfragen.

Zusätzlich werden zwei Metallgitter mitgeliefert, die auf die Seitenteile des Absorbers montiert werden können und einen allzu trockenen Klang bei der Aufnahme verhindern sollen.

 

Montage und Verarbeitung

Die Montage sowie ein etwaiger Abbau des SM Pro Audio Mic Thing 2 ist denkbar einfach und dauert keine fünf Minuten. Der anthrazitfarbene Akustikschaumstoff wird bereits im dafür vorgesehenen Rahmen angeliefert. Der Rahmen besteht aus einem Mittelteil und zwei Seitenflügeln, deren Winkel zum Hauptteil bis etwa zu 90° frei einstellbar sind. Bei montiertem Frequenzgitter werden die 90° allerdings nicht erreicht, da diese dann an den Metallrahmen stossen.

An Ober- und Unterseite des Metallrahmens sind je Seitenflügel zwei Drehschrauben angebracht, die zur Arretierung der Flügel in jedweder Position gedacht sind und ihre Aufgabe im Rahmen dieses Testberichts bestens erfüllen konnten. Das Einstellen der Seitenteile geht mit den Drehschrauben sehr flott vonstatten, so dass eine Änderungen binnen weniger Sekunden getätigt werden kann.

Die im Lieferumfang enthaltenen Metallgitter (oder Frequenzgitter, wie der Hersteller sie nennt) werden mit ihren „Knöpfen“ einfach in die dafür vorgesehenen Befestigungen am Metallrahmen eingehängt. Die Gitter sind schwarz lackiert und wiesen bei dem diesen Testbericht vorliegenden Exemplar keinerlei scharfen Kanten auf, fein.

Auf der Rückseite des Metallrahmens befinden sich zwei Klemmen, die zur Befestigung am Mikrofonstativ dienen und zum Transport abmontiert werden können. Im Übrigen eine Neuerung gegenüber der ersten Version des SM Pro Audio Mic Thing, bei dem diese Klemmen noch fest angebracht waren.

Das mitgelieferte Mikrofonstativ „Mic Stand“ scheint zunächst schwer genug, um den etwa 6,5 kg Gewicht des Absorbers plus Metallrahmen stand zu halten. Allerdings wird es – je höher es ausgefahren wird – zunehmend instabiler. Die einzelnen Elemente des Mikrofonstativs werden entweder mit Drehschrauben oder Schnellspannern fixiert, was die Handhabung sehr einfach und schnell macht. Ich war noch nie ein grosser Fan von Schnellspannern bei Stativen. Trotz der einfachen Handhabbarkeit zeigten sich in der Arbeit mit dem Mic Thing auch schnell die Grenzen dieser Technik: Beim Einstellen der Seitenflügel geben die Schnellspanner unter dem Gewicht nach und der obere Teil des Mikrofonstativs rutscht gemächlich (zum Glück) nach unten. Wie der deutsche Vertrieb mir inzwischen verraten hat, können die Schnellspanner mithilfe einer Mutter nachjustiert werden, so dass dieses Problem behoben wird.

Natürlich lässt sich das SM Pro Audio Mic Thing 2 auch auf ein Mikrofonstativ eines anderen Herstellers aufziehen, wobei hier die Verwendung eines sehr schweren und stabilen Stativs ratsam scheint.

SM Pro Audio Mic Thing 2 Preis Testbericht

SM Pro Audio Mic Thing 2 Preis Testbericht

Klangverhalten im SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht

Bevor wir die Wirkung des Absorbers besprechen ist es wichtig zu verstehen, dass dieser Absorber nicht dazu gedacht ist, alle Schallquellen im Aufnahmeraum gänzlich zu absorbieren (also aus der Aufnahme herauszuhalten) oder den Raum in irgendeiner Weise schalldicht zu machen. Das SM Pro Audio Mic Thing 2 ist von den Machern so konstruiert, dass die Aufnahmen mit einem damit aufgestelltem Mikrofon trockener klingen und der Raumanteil reduziert wird. Natürlich liegt es auf der Hand, dass ein Schaumstoff von 50mm Dicke auch nichts gegen tieffrequente Nebengeräusche ausrichten kann.

Um das veränderte Klangverhalten bei Aufnahmen mit dem Mic Thing 2 zu demonstrieren, habe ich acht Aufnahmen gemacht, die untenstehend als WAV in 16-bit und 44 kHz hinterlegt sind. Je vier Aufnahmen wurden in einer ersten Position nahe einer kahlen Wand und einer zweiten Position in der Mitte des Raumes gemacht. Bei allen Aufnahmen habe ich mir beste Mühe gegeben, vergleichbare Verhältnisse zu schaffen. Das Mikrofon stand je Position an ein und derselben (markierten) Stelle. In Position 1 war es in Richtung Audio Computer aufgestellt und in der zweiten Position mit der Rückseite im 45° Winkel dem Audio Computer zugewandt. Selbstredend habe ich versucht, die gesprochenen Worte gleich laut und artikuliert zu sagen. Dennoch muss ganz klar darauf hingewiesen werden, dass der hier präsentierte Versuchsaufbau nicht als wissenschaftler Test durchgeht. Vielmehr sollen dir die Aufnahmen zu diesem Mic Thing 2 Testbericht einen Einblick in die Wirkung des Absorbers bieten.

SM Pro Audio Mic Thing 2 Test an Position 1:
Position 1: Ohne SM Pro Audio Mic Thing 2
Position 1: SM Pro Audio Mic Thing 2 Offene Seiten
Position 1: Mic Thing 2 Testbericht Seitenflügel 45°
Position 2: Mic Thing 2 Seitenflügel 45° mit Frequenzgitter

SM Pro Audio Mic Thing 2 Test an Position 2:
Position 2: Ohne SM Pro Audio Mic Thing 2
Position 2: Mic Thing 2 Offene Seiten
Position 2: Mic Thing 2 Testbericht Seitenflügel 45°
Position 2: Mic Thing 2 Seitenflügel 45° mit Frequenzgitter

 

Wir haben die Aufnahmen bei uns im Team mehrfach gehört und jeder konnte im Blindtest seine Favoriten auf die Fragestellung „Welche Aufnahme klingt am trockensten?“ aussuchen. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig. Bei beiden Positionen entschied sich die Mehrheit für die 45° angewinkelten Seitenflügel – und jetzt kommt eine kleine Überraschung – mit Frequenzgitter.

Die Unterschiede sind sehr unterschiedlich, je nachdem wo der Absorber im Raum positioniert wird und was sich hinter dem Sänger oder Sprecher befindet. Der Wirkungsgrad des SM Pro Audio Mic Thing 2 lässt sich durch eine vorteilhafte Platzierung deutlich verbessern.

 

Übersicht im SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht

Pro:

  • Einfache Montage
  • Robuste Verarbeitung

Contra:

  • Schnellspanner beim Mikrofonstativ
  • Preis

 

Fazit / SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht

Der Absorber ändert das Verhalten der Reflexionen rund um das Mikrofon, wie die Hörbeispiele belegen. Er lässt sich einfach auf- und abbauen und macht den Eindruck aufgrund seiner Bauweise eine gute Weile im Tonstudio durchzuhalten. Der Effekt auf das mikrofonierte Signal ist hörbar, hängt aber sehr stark von der Positionierung im Raum (und natürlich auch von diesem) ab.

Wo sich schliesslich die Geister scheiden werden, ist der Preis. Der aktuelle Strassenpreis liegt bei 179,- Euro und damit klar unter dem des Mitbewerbers. Ich persönlich hätte lieber für einen geringeren Preis auf das eher mittelmässige Mikrofonstativ verzichtet und den mobilen Absorber auf ein eigenes Stativ montiert. Ein dickerer Schaumstoff für das SM Pro Audio Mic Thing 2 wäre sicherlich wünschenswert, würde aber zu weiteren Problemen mit der Stabilität der Konstruktion führen und sicherlich auch zu einem höheren Preis.

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Lesermeinungen (9)

zu 'SM Pro Audio Mic Thing 2 Testbericht mit Video: Mobiler Absorber für preisbewusste Tonstudios'

  • Christian W.   04. Dez 2009   13:36 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    tolles Video, vielen Dank dafür. Etwas zu meckern, oder eher konstruktive Kritik, hätte ich dann aber auch. Das Video ist interlaced, was sich bei Bewegungen, Zooms und Texteinblendung nervig bemerkbar macht.

    Also nochmal de-interlacen und das Video ist tadellos.

    VG, Christian

    • Carlos (delamar)   04. Dez 2009   13:58 UhrAntworten

      Danke für dein Feedback!

      Der Encoder für FLV ist leider nicht in der Lage, das Video zu De-Interlacen. Bin jetzt nicht sicher, ob das daran liegt oder ob das bereits im Schritt zuvor zum Problem wird.

  • Christian W.   04. Dez 2009   16:28 UhrAntworten

    Hi Carlos,

    das ist nun ziemlich off-topic, aber.... Flash-Video ist immer Vollbilder, wenn ich mich recht entsinne. Du müsstest das Video also davor bereits deinterlacen oder dem Flash-Encoder sagen, dass die Quelle interlaced ist. Eigentlich müsste das in Zeiten von Youtube und co. jeder Flashdecoder können.

    Im Zweifelsfall geht das kostenlos und sogar ziemlich ansehnlich mit Virtual Dub.

    Nun aber wieder zurück zu sound, music & recording.

  • Carlos (delamar)   04. Dez 2009   20:21 UhrAntworten

    Vielen Dank für deine Hilfe, werde mal schauen. Der Encoder ist so eingestellt, dass er De-Interlacing machen soll. Das schlägt aber jedes Mal fehl. KA was da das Problem ist.

  • Horst S.   07. Dez 2009   11:20 UhrAntworten

    Leider funktionieren die Links zu den Pos2 Soundfiles nicht. Habe sie dann runtergeladen (Ziel speichern unter...), aber keiner meiner Player mag sie spielen.

  • Carlos (delamar)   07. Dez 2009   11:24 UhrAntworten

    Hallo Horst & willkommen bei delamar.
    Vielen Dank für den Tipp, ich habe die Links jetzt korrigiert. Du kannst die Dateien jetzt ganz normal anhören!
    Viel Spass!

  • Tim A.   22. Dez 2009   20:09 UhrAntworten

    Mich würde noch interesieren, was für ein Mikrofon ihr benutzt habt für die Aufnahmen.

    • Carlos (delamar)   22. Dez 2009   20:17 UhrAntworten

      Hallo Tim und willkommen bei delamar!
      Ich habe ein Neumann U87ai für die Aufnahmen verwendet. Das ist auch das Mikrofon, das im Video zu sehen ist.

  • Rob   13. Sep 2011   21:27 UhrAntworten

    Hab mich letztens etwas mit Micscreens befasst und folgendes Dokument gefunden, was sich recht deutlich gegen Micscreens ausspricht:
    sengpielaudio.com/LiveEndDeadEndUndDasReflexionFilter.pdf
    Dass der Micscreen keine Kabine bzw. deren Schallschutz ersetzt, ist ja klar, aber inwiefern konntet ihr beim Test so etwas wie einen Kammfiltereffekt oder einen "topfigen" Klang feststellen?
    Grüße, Rob

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