Rode K2 Testbericht (mit Video): Ein Röhrenmikrofon auf dem Prüfstand

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Röhrenmikrofon Rode K2 Testbericht

Röhrenmikrofon Rode K2 Testbericht

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Rode K2 Testbericht (mit Video)

Beim Rode K2 handelt es sich um ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit eingebauter Röhre mit einem übersichtlichen Preis von etwa 600,- Euro. Gerade für Produzenten oder Freunde des Homerecording mit schmalem Budget ein vermeintlich gutes Angebot, wenn man den Klang einer Röhre haben möchte.

Ich habe mir das Röhrenmikrofon also genauer angehört und stelle Dir mein Resultat in diesem Rode K2 Testbericht vor.

 

Rode K2 Video

 

Lieferumfang

Du erhältst dieses Mikrofon in einem stabil wirkenden Kunststoffkoffer. In diesem findet sich das Mikrofon, eine eigens dafür konzipierte Stromversorgungseinheit, an der Du auch die Charakteristik von Kugel, Acht, oder Niere einstellen kannst, sowie ein passendes Verbindungskabel und eine aufschlussreiche Bedienungsanleitung. Eine Spinne aus Kunststoff (übrigens dieselbe, die auch beim Rode NT2-A verwendet wird) mit elastischer Aufhängung und ein Aufkleber des Herstellers runden die Sache ab.

Röhrenmikrofon Rode K2 Testbericht

Röhrenmikrofon Rode K2 Testbericht

Auf der Rückseite der Versorgungseinheit findet sich eine Lift/Ground Funktion, mit der etwaiges Massebrummen in den Griff zu bekommen ist, sowie der Ein/Ausschalter. Auf der Vorderseite befindet sich eine blaue Diode, die im Betrieb leuchtet.

 

Erster Eindruck beim Rode K2 Testbericht

Von den Daten her dürfte das Rode K2 Röhrenmikrofon gut für Vocalaufnahmen oder der Abnahme einer Akustikgitarre geeignet sein. Das Gehäuse besteht aus Metall und macht einen soliden Eindruck. Es fühlt sich robust verbaut und etwas wuchtig an. Das ist kein Wunder, da es durch die eigebaute Röhre und deren Verschaltung etwas mehr wiegt als die Mikrofone, die ohne Röhre daherkommen. Ein stabiler Mikrofonständer ist ein Muss, immerhin wiegt das Rode K2 satt 760 Gramm.

Ein wunderschönes Schmuckstück im heimischen Tonstudio, die Optik gefällt mir. Ein weiterer Punkt, der für den Hersteller spricht, sind die 10 Jahre Garantie bei Registrierung auf der Homepage. Fein.

Netzteil beim Rode K2 Testbericht

Netzteil beim Rode K2

Technische Daten Rode K2

Das Rode K2 Großmembranmikrofon enthält eine 6922 Twin-Triodenröhre. Mithilfe der Steuerungs- und Stromversorgungseinheit lässt sich die Richtcharakteristik stufenlos von Acht über die Niere bis zur Kugel je nach Gusto und Situation anpassen. Meinen Recherchen nach ist die Membran goldbedampft, was eine bessere elektrische Leitfähigkeit verspricht.

Weiterhin soll das Rode K2 Röhrenmikrofon einen Frequenzbereich von 20 – 20 kHz abdecken und dürfte mit dem mit 162 dB als maximal verträglichen Schalldruck auch bestens für die Abnahme einer lauten Gitarre oder Bass-Drum geeignet sein. Übersteuern kannst Du dieses Mikrofon dann wohl nicht, außer Du stellst es vor einen Düsenjet in zehn Meter Entfernung auf. Der schafft die Lautstärke.

Der Signal/Rauschabstand wird im Datenblatt größer als 80 dBA angegeben, das dürfte für die meisten gut genug sein. Oder, um in anderen Worten zu sprechen: Das Eigenrauschen beträgt lediglich 10 dBA. Wenn Du einen Blick auf den Frequenzgang wirfst, siehst Du die Unterschiede der verschiedenen Modi wie Kugel oder Niere durch leichte Erhöhungen um ca. 2 dB bei ca. 6 und 10 kHZ.

Am Rande bemerkt: Die blaue LED ist nicht einfach nur eine On/Off Anzeige, sondern wird mit der gleichen Spannung wie die Röhre im Mikrofon gespeist. Sie dient als Indikator des Betriebszustandes der Röhre.

Anschluss & Spinne Rode K2 Testbericht

Anschluss & Spinne Rode K2

Der Klang des Rode K2

Für mich klingt das Rode K2 Mikrofon etwas vintage, altmodisch im positiven Sinn. Dabei meine ich die Prise „Vintage-Färbung“, die man gut oder auch nicht finden kann. Durch die eingebaute Röhre
klingen die Höhen etwas seidiger und nicht gar so aufdringlich oder zischlig, was man sonst nur von teureren Mikrofonen der oberen Preisklasse gewohnt ist.

Zum Experimentieren lädt die stufenlose Einstellung der Richtcharakteristik ein. Hier kannst Du deinen individuellen Aufnahmesound finden. Du kannst beispielsweise den Nierencharakter etwas nach links in Richtung Kugel drehen, um den Sänger „breiter“ einzufangen. Besonders dann nützlich, wenn sich der Sänger leicht vor dem Mikrofon bewegt oder nicht immer exakt in das Mikrofon singt.

Auch kannst Du von Niere aus etwas in Richtung „Acht“ drehen, um mit den Reflektionen und Raumeindrücken zu spielen. In der puren Nierencharakteristik wirkt der Sänger am präsentesten durch die leichten Anhebungen bei ca. 6 und 10 kHz.

 

Klangbeispiele Rode K2 Testbericht

Ich habe Dir einige Klangbeispiele mit einem handelsüblichen Mittelklasseinterface
aufgenommen, damit Du Dir selbst ein Urteil zum Klang bilden kannst.

Gitarre angezerrt

Gitarre clean

Gitarre verzerrt

Kick Drum

Vocals

 

Übersicht Rode K2 Testbericht

Pro

  • Preis/Leistung
  • Eigencharakter
  • stufenlos verstellbare Richtcharakteristik
  • mitgeliefertes Zubehör

Contra

  • 10 Meter Kabellänge des mitgelieferten Spezialkabels für mich zu lang und mit dem Risiko von Einstreuungen und Klangverlusten verbunden
  • Kein Low-Cut / Pad

Fazit zum Rode K2 Testbericht

Mich hat das Rode K2 in Sachen Preis/Leistung überzeugen können. Für etwa 600,- Euro bekommst Du ein hochwertiges Röhrenmikrofon, dessen Stärken im Gesang und der Akustikgitarre liegen. Durch den großen verträglichen Schalldruckpegel kann es auch für Aufnahmen von Kick Drum und lauten Verstärkern herhalten. Die stufenlose Umstellung der Richtcharakteristika ist ein weiteres Plus.

Das lange Spezialkabel in die Stromversorgung erzeugt zusammen mit einem weiteren XLR-Kabel in den Vorverstärker eine unnötig lange Kabelstrecke für meinen Geschmack. Auch ein Pad-Schalter und ein Low-Cut-Filter wären schön gewesen. Ansonsten kann ich das Rode K2 empfehlen für alle, die etwas Charakter in ihre Produktionen bringen möchten – vor allem gut geeignet für Vocals.
Hier gilt wieder die Regel: „Gut ist, was gefällt“.

Bewertung: 4 von 5

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Lesermeinungen (1)

zu 'Rode K2 Testbericht (mit Video): Ein Röhrenmikrofon auf dem Prüfstand'

  • Tino Schulz   14. Jul 2011   09:32 UhrAntworten

    Sehr schöner Testbericht :) *daumen hoch* von mir.

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