Redmatica AutoSampler Testbericht – Compendium Bundle

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Redmatica Compendium Bundle Testbericht

Man vergisst manchmal, dass alle bekannten Musikprogramme, die Samplelibraries verwalten, lediglich einfache Sampleplayer darstellen. Zwar mit einem riesigen Arsenal an Möglichkeiten zur nachträglichen Bearbeitung und zum Import von Samples ausgestattet – aber nur selten mit Funktionen, um Material selbst zu samplen.

Und genau hier setzt Redmatica mit dem Compendium Bundle mit AutoSampler, Keymap und dem EXS Pro Manager an:

  1. Mit AutoSampler lassen sich über viele automatisierbare Parameter sehr komplexe Klänge von bis zu 4 externen Soundmodulen sampeln.
  2. Mit „Keymap“ lässt sich das gesamplete Material,vorsichtig angedeutet, ausführlich nachbearbeiten. Nach der problemlosen Registrierung, wird Keymap in das Optionsmenü des EXS integriert.
  3. Mit EXS Pro Manager lässt sich die EXS Samplelibrary verwalten und ordnen. Wer schon mal mit Samples und Verwaltung dieser konfrontiert war, wird wissen, dass man hier besonders konzentriert sein muss, damit kein Chaos entsteht.
    Hat man es geschafft das der EXS die Samplerinstruments und Samples richtig zuordnet kann der EXS Manager Pro hier durch zusätzliche Reorganisation z.B. den Ladevorgang in den EXS stark verkürzen.

Auf der Namm 2010 wurde bereits die Version 2 vom Redmatica Compendium Bundle angekündigt, die zusätzlich zu den bereits vorher verfügbaren Funktionen das Exportieren in die Formate „Kontakt“ und „Reason“ erlaubt. Das macht dieses Bundle für interessierte Musiker noch attraktiver und so haben wir beschlossen den Redmatica Compendium Bundle Testbericht zu verfassen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Redmatica Compendium Bundle gibt es natürlich nur für den Mac. Nutzer von Microsoft Windows müssen auf andere Lösungen zurückgreifen.

 

Redmatica AutoSampler:

Dieses Programm erleichtert dem Musiker die Arbeit mit dem Sampling von virtuellen oder realen Instrumenten. Redmatica AutoSampler erstellt dabei spielfertige Instrumente für den Apple Logic EXS auf schnelle und einfache Art.

In der uns vorliegenden Version erfolgt die Installation mithilfe der eigenen Emailadresse und einer Email mit dem Link, über den sich das Programm vom Hersteller Redmatica herunterladen lässt. Eine einfache und vernünftige Lösung, wie ich finde, die ohne Dongle von iLok oder Syncrosoft auskommt. Die Registrierung von Redmatica AutoSampler geschieht über die Eingabe einer Seriennummer – sehr komfortabel nach meinem Gusto.

Beim ersten Öffnen des Programms erscheint eine grafische Oberfläche (GUI), die stark an das das Erscheinungsbild von „Preferences“ in der eigenen DAW erinnert.

 

Oberfläche von Redmatica AutoSampler

Oberfläche von Redmatica AutoSampler

Die Oberfläche ist nüchtern gehalten und Hersteller Redmatica hat hier anscheinend viel Wert auf den direkten Zugriff auf die wichtigsten Parameter Wert gelegt. Das empfinde ich als sehr sympathisch: Voreinstellungen vornehmen, auf Start drücken und den gerade frisch aufgesetzten Kaffee mit beim Lesen der Tageszeitung in Ruhe genießen. Und das, während Redmatica AutoSampler seine Arbeit im Hintergrund verrichtet. Eine lange Eingewöhnungsphase und nerviges Suchen nach dem richtigen Knopf entfällt.

Mit AutoSampler können bis zu vier externe Soundmodule mit jeweils 16 Midikanälen angesteuert werden. Das macht summa summarum 64 Midikanäle, wobei jedoch nur jeweils ein Kanal pro Modul genutzt werden kann. Darüber hinaus bietet AutoSampler die Möglichkeit an, bis zu zwei Controller-Einstellungen zu sampeln, die danach im EXS via routing zur Verfügung stehen. Der Vorgang wird vom Hersteller als Multi-Dimension-Sampling bezeichnet.

Mit dem so genannten Multimapping lassen sich mehrere Klangfarben übereinander legen. Wann ein Klang in welchen Sound überblenden soll lässt sich anschliessend mit einer Lautstärkenhüllkurve vom Nutzer festlegen. Eine Randomize-Funktion sorgt übrigens hierbei für wirkliche erstaunliche und inspirierende Ergebnisse.

Den Redmatica AutoSampler dient in erster Linie dazu, Audiomaterial für die Bearbeitung in „Keymap“ vorzubereiten – ein Aufnahmeprogramm sozusagen. Es handelt sich hier praktisch um den Import in die digitale Welt. Aber das heisst noch lange nicht, dass das Programm eindimensional wäre. Auch ohne die beiden anderen Musikprogramme werden dem Nutzer zahlreiche Möglichkeiten an die Hand gegeben. So wie man es von einer guter Software erwarten würde, bietet auch der Redamtica AutoSampler die Option, die Aufnahmen in Handarbeit zu verrichten.

Die GUI ist einfach zu verstehen beim Redmatica AutoSampler

Die GUI ist einfach zu verstehen beim Redmatica AutoSampler

Redmatica AutoSampler Funktionen

Wie oben erwähnt sind die Funktionen dieser Musiksoftware vielfältig, gehen wir hier einige mal durch.

Der Bereich Global Scan Parameters. Hier finden sich die Parameter, die man von einer Software erwarten würde, die ein Instrument komplett absamplen soll. Dazu gehören Start- und Endnote, wie gross die Intervalle beim Sampling werden sollen und die maximale Velocity (Anschlagsstärke).

Im Bereich Global der Scanseite lässt sich das „Multi-Dimensional-Sampling“ einstellen. Hier kann zum Beispiel die Controller-Nummer (z.b 11 für Expression oder 70 für „Cutoff frequency“) festgelegt werden. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der gesamte Klang abermals mit der veränderten Klangfarbe aufgenommen wird und in einen neuen Ordner gespeichert wird. Schnell entstehen so tausende Samples diverser Klangfarben.

Auf dieser Seite befindet sich zudem ein Querverweis zum Menü „Instrument“. Die Controller-Zuweisungen (CC) des aufgenommenen Instruments lassen sich den entsprechenden CCs des EXS zuweisen, sehr praktisch.

Unter dem Menü namens „Audio“ lassen sich schliessliche Samplingraten von bis zu 24-bit und 192 khz einstellen. Da ist wohl für jeden von Amateur bis Profi das Richtige dabei. Als Bereicherung hätte ich auch Samplingauflösungen von 8-bit bzw. 12-bit empfunden. Vielleicht bin ich mit diesem Wunsch aber auch allein. Für die Erstellung von MPC-artigen Klängen und One-Shots hätten sich hier bestimmt interessante Ergebnisse erzielen lassen.

Kommen wir zum omnipräsenten Infofenster. Dieses wird je nach vorgenommener Einstellung der Parameter ständig aktualisiert und zeigt an, wie lange die aktuelle Samplesession noch dauern wird. In der Praxis hat sich das als fantastisches Instrument zur Zeitplanung erwiesen. Schließlich will ich ja wissen, wie viel Zeit ich dem Kaffee und dem Hochglanzmagazin widmen kann.

Eine Funktion von Redmatica AutoSampler, bei der man merkt, dass der Hersteller sich wirklich Gedanken gemacht hat, ist die so genannte „Auto Overload Protection“. Diese stellt sicher, dass übersteuerte Aufnahmen sofort und automatisch abgebrochen werden. Somit kann man sich als User immer sicher sein, saubere Aufnahmen und Samples zu erhalten. Die Funktion lässt sich im Übrigen über das Menü „Scan“ an- oder abstellen. In Kombinaton mit dem Normalize RMS Limiter erhält man so ein gleichmäßges Klangbild, das sich von -30 bis -10 dB einstellen lässt.

Für die Arbeit mit AutoSampler stellt der Hersteller übrigens drei unterschiedliche Samplingmodes an: Electronic Instruments, Acoustic Instruments und Noisy Instruments. Wozu diese dienen dürfte aus der Bezeichnung wohl hervorgehen. Im Menü „Midi“ lassen sich die oben erwähnten Midikanäle der Soundquellen einstellen.

Über „CustomVelTable“ kann der geneigte User vorgefertigte Velocitymaps nutzen oder eigene erstellen. Sehr schön ist die Option, Velocity-Maps des aufzunehmenden Instruments aus dem Programm Sounddiver zu importieren. Über das Midi-Learn lassen sich per Mausklick zudem Splits in die vorhandenen Velocity-Zonen einfügen. Auf diese Weise lässt sich das eigene, dynamische Spiel in Kombination mit der jeweiligen Keyboardtastatur abgleichen und übertragen.

Ordnung halten wird beim Redmatica AutoSampler übrigens groß geschrieben. Wer des Öfteren sampelt, kann mit der Patchlist-Funktion bereits im Vorfeld festlegen, wo das resultierende EXS-Programm zugeordnet werden soll.

 

Velocity Table selbst bestimmen beim AutoSampler

Velocity Table selbst bestimmen beim AutoSampler

Die Praxis beim Redmatica AutoSampler Testbericht

Nachdem ich also alle Parameter eingestellt habe, will ich dich mal schauen, ob ich mich tatsächlich meinem Kaffee und meiner Fachzeitschrift widmen kann, während das Programm seine Arbeit erledigt. Bei meinem ersten Versuch hatte ich sechs Velocity-Zonen nach eigenem Ermessen eingestellt, dazu 12 Sekunden Release pro Sample. Als aufzunehmender Bereich hatte ich einfach die ganze Tastatur meines 88 Tasten Masterkeyboards gewählt. Den RMS-Limiter hatte ich ebenfalls zugeschaltet und nach dem Starten des Vorgangs, zeigte mir der AutoSampler 3 Stunden und 15 Minuten Restzeit an – viel Zeit für meinen Kaffee. Zum Test habe ich im Übrigen meinen Apple Macbook herangezogen.

Nach Ablauf der drei Stunden stand mir das gesamplete Effektpiano im EXS direkt zur Verfügung. Alles war glatt und störungsfrei verlaufen, sehr schön! In den unteren Oktaven habe ich ein ein schönes und ausgewogenes Klangbild bekommen. Bei genauerem Hinhören waren mir die oberen drei Oktaven dann doch etwas zu schrill, was vermutlich an der Verwendung des RMS-Limiters lag. Den Attack der Samples habe ich im EXS nachbehandelt und über den 12 dB Filter konnte ich die etwas zu digitale Brillianz angleichen. Wobei hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden soll, dass diese durch das Abspielen im EXS entsteht und nicht durch das Sampling.

Die oberen drei Oktaven, mit denen ich nicht 100% zufrieden war, habe ich dann erneut mit Redmatica AutoSampler aufgenommen und anschliessend in Keymap nachträglich eingeladen und angepasst. Das spart Zeit, aber nur für die, die auch Redmatica Keymap zur Verfügung haben.

Redmatica AutoSampler Fazit

Mit dem Redmatica AutoSampler erhält der Käufer ein exzellentes Programm zum Digitalisieren seiner Instrumente. Mit nur wenig Erfahrung schon lassen sich die besten Sounds der externen Hardware fast wie im Schlaf in den Sampler EXS in Apple Logic übertragen. Die Einarbeitungszeit ist nur kurz anzusetzen, denn schnell hat man alle Parameter kennen gelernt.

Mir hat die Arbeit mit dem Redmatica AutoSampler gut gefallen.

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