FXpansion DCAM: Synth Squad Testbericht

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FXpansion DCAM: Synth Squad Testbericht

StrobeStrobe erinnert noch am ehesten an einen monophonen Analog-Synthesizer, ist jedoch dank Polyphonie und überaus vielfältiger Modulationsmöglichkeiten zu Höherem fähig, als nur knackige Bässe und Leads zu erstellen – mehr dazu im Abschnitt zur Modulation.

CypherCypher dürfte mit seinen drei Oszillatoren und zwei Multimodus-Filtern vor allem experimentierfreudige Musiker beglücken, denn die Synthese-Architektur ist überaus komplex.

AmberAmber bildet die String-Ensemble-Synthesizer der 70er Jahre nach. Auch hier reicht das klangliche Spektrum weiter als bei den greisen Vorbildern, unter anderem weil gleich drei Chorus-Typen und ein ausgereifter Formant-Filter geboten werden.

FusorFusor ist eine Schaltzentrale, die zur Schichtung der drei Synths dient, weitere Modulationsoptionen und einen eindrucksvollen Arpeggiator/Sequenzer bietet sowie zur Anreicherung mit zusätzlichen Effekten einlädt.

 

Systemanforderungen

  • Windows XP SP3 / Vista SP1 32 Bit
  • Mac OS X 10.5.7 (Leopard) auf einem Intel-Prozessor (Dual Core)
  • Internetverbindung für die Registrierung
  • 350 MB Festplattenspeicher
  • 1 GB freier RAM

Als Testversion stand uns die aktuelle 1.0.1.2 zur Verfügung, welche auf unserem Testrechner mit Windows 7 und den aktuellen Versionen von Ableton Live 8 und energyXT problemlos funktionierte.

 

Registrierung

Die Registrierung funktionierte hier ohne Probleme. Zuerst wird auf der Webseite von FXpansion ein Account erstellt, anschließend folgt der Download und die Installation. Beim ersten Start eines der Plugins öffnet sich das Registrierungstool, in dem Du Deinen Account-Namen mit Passwort und Seriennummer eingeben musst. Diese Daten werden dann online geprüft und wenn alles korrekt ist, kann’s losgehen. Die Autorisation des DCAM: Synth Squad ist gleichzeitig auch auf einem zweiten Computer möglich.

 

Die Gemeinsamkeiten aller Synthesizer

Einige Aspekte verbinden die drei virtuellen Instrumente, darunter das Modulationssystem und die Einstellungen für Portamento und Unisono. FXpansion war so freundlich, eine zehnminütige, ausführlich kommentierte Demonstration dieses gemeinsamen Grundgerüsts zu verfassen:

 

Allgemeines, Präferenzen & Presets

Strobe, Amber, Cypher und Fusor kannst Du entweder als Plugin oder standalone, also als eigenständiges Programm betreiben. Die drei Synthesizer kannst Du auch als Effekt einsetzen, was sich beispielsweise wegen den feinen Filtern und Verstärkersektionen lohnt.

Das Synth Squad bietet bis zu 32-faches Oversampling, separat einstellbar für den Echtzeitbetrieb und das Rendering. Schwächere Rechner gehen bei hohen Werten hier schnell in die Knie; glücklicherweise ist der Klang schon bei einfachem Oversampling gut. Die MIDI-Zuweisungen für Controller lassen sich in diesem Dialog ebenfalls einstellen, zwei Felder stehen dafür zur Verfügung. Der Fusor bietet noch einmal acht weitere.

Im Preset-Browser wird Dir das Stöbern nach Presets dadurch erleichtert, daß Du die Auswahl filtern kannst. Wähle aus mitgelieferten oder von Dir erstellten Presets, den Autoren und den Kategorien. Auch ein Suchfeld ist vorhanden.

 

Modulation

Das allen drei Synthies eigene Modulationssystem TransMod ist hervorragend gelungen. In den acht verfügbaren Slots bestimmst Du jeweils die Quelle der Modulation, die Skalierung (eine zweite Quelle, die mit der ersten multipliziert wird) und dann direkt an den Reglern selbst das Ziel … oder eben mehrere Ziele (theoretisch alle Regler) – Modulationsstärke und Wirkungsrichtung werden an Ort und Stelle einleuchtend als gelbe Balken/Ringe eingezeichnet.

Die Liste möglicher Modulationsquellen ist vielfältig und umfasst unter anderem regelbare Parameter wie LFO und Hüllkurven oder Kategorien wie mathematische Konstanten (Multiplikatoren von -1 bis 10), mehrere Arten von Zufallsgeneratoren und Rauschen. Hier gibt es viel zu entdecken.

Im folgenden Beispiel moduliert Strobe abhängig von der Anschlaghärte („OnVel+“ im angewählten Slot 1) das Cutoff und die Resonanz des Filters sowie den Sägezahnanteil an der Wellenform des Sub-Oszillators, wobei die „2“ bedeutet, daß die Effektstärke verdoppelt wird:

TransMod

Neben dem MIDI-Learn ist auch eine Host-Automation möglich, die das Schrauben und Verschieben der Regler und Fader aufzeichnet.

Grandios: Du kannst sämtliche Reglereinstellungen eines bestehenden Presets in einen Modulations-Slot importieren, so daß diese in Modulationszielwerte für diesen Slot umgemünzt werden. Dieses Feature kommt sehr gut zum Tragen, wenn Du für den Slot eines der beiden Modulationsrädchen (P1 oder P2) als Quelle bestimmst. Nun kannst Du mit dem Rädchen sanft zwischen zwei Presets überblenden. Komplett irre wird das Ganze, wenn Du stattdessen etwa ein LFO als Quelle definierst und somit eine automatisierte, rhythmische Überblendung zwischen zwei Presets erstellst. Naturgemäß ergibt das nicht selten ein völlig zerhacktes Klangbild, aber mit zwei lediglich dezent unterschiedlichen Presets können sehr interessante Effekte erzielt werden.

Die große Anzeige im Zentrum aller drei Synthesizer stellt stets die Wellenform des gerade vom Mauszeiger berührten Bereichs an. Beim Bearbeiten des Oszillators siehst Du die entsprechende Oszillatorwellenform, beim Justieren des Filters die Filterkurve, beim LFO die LFO-Kurve und so weiter.

Fährst Du mit der Maus über einen Slot, werden alle jeweiligen Modulationsziele gelb angezeigt, ein Wechsel des Slots per Mausklick ist nicht notwendig, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Fein: Passend dazu blinken diejenigen Slots dezent auf, die die Modulationsquelle(n) des Reglers beinhalten, über dem der Mauszeiger ruht.

Gemeinsam mit einigen weiteren durchdachten Details, deren Aufzählung den Rahmen dieses Kapitels sprengen würde, fügt sich all dies zu einem stimmigen Ganzen zusammen; kurzum: wir haben es hier mit einem ungeheuer mächtigen und zugleich weitestgehend ergonomischen Modulationssystem zu tun. Es macht Laune und steht dem kreativen Fluss nur selten im Weg.

Ein paar Kritikpunkte gibt es aber schon. Ab und an habe ich den Wunsch verspürt, die Slots einfach per Drag&Drop verschieben zu können, um Slots mit ähnlichen Modulationseinstellungen nebeneinander zu gruppieren; die „Swap with“-Funktion im Kontextmenü ist für diesen Zweck etwas umständlich. Zum Deaktivieren eines Slots bietet es sich an, die Konstante „0“ zu setzen, eine Bypass-Funktion (ein An/Aus-Schalter für jeden Slot) fände ich hier komfortabler. Zudem wurde Potential verschenkt, indem man die Konstanten auf eine Handvoll ganzzahliger Werte beschränkte, die obendrein noch unbequem über das aufklappende Menü angewählt werden müssen – eine feingliedriger Drehregler würde die Bedienung erleichtern und TransMod noch mächtiger machen.

 

Arpeggiator, Unisono und Sonstiges

ArpeggiatorStrobe und Cypher besitzen den gleichen Arpeggiator. Er erlaubt Geschwindigkeiten von 1/128 bis 2 Takte, auch in punktiertem oder triolischem Rhythmus. Für Oktave und Note kannst Du getrennt voneinander verschiedene Richtungen bestimmen. Maximal 7 Oktaven umfasst der tonale Umfang.

Im Keying-Bereich lassen sich für polyphones Material Noten nach verschiedenen Kriterien priorisieren (neueste, älteste, höchste, tiefste, härteste oder weicheste). Diesen wird der Vorzug gegeben, falls die eingestellte Höchststimmenzahl niedriger ist als die Zahl der Noten des zu spielenden Akkordes. Zuweilen ist es nämlich nötig, die Stimmenzahl zu begrenzen, um die Prozessorbelastung nicht zu hoch werden zu lassen.

Keying, etc.
Über zwei Regler kannst Du das Glide (Portamento) in Abhängigkeit von der Tonhöhe und der Anschlaghärte bestimmen. Abgefahren: Auch diese Regler können als Modulationsziel für TransMod fungieren. Der Legato-Modus bewirkt, daß nur bei der Überlappung zweier Noten ein Glide gespielt wird, wohingegen der Retrigger-Modus auch dann ein Portamento veranlasst, wenn zwischen zwei Noten eine Lücke klafft.

Die letztendliche Stimmenzahl der Synthesizer ergibt sich aus der Maximalzahl geteilt durch den Unisono-Wert. Im Zusammenspiel mit den zuvor erwähnten Notenprioritäten kannst Du somit sehr flexibel schalten und walten, eventuell interessante und unvorhergesehene Melodien kreieren.

 

Nachdem wir die Dinge beleuchtet haben, die alle drei Plugins gemeinsam haben (mit Ausnahme des Arpeggiators, der beim Amber fehlt), möchten wir Dir nun die einzelnen Synthesizer näherbringen. Den Anfang macht Strobe.

Mehr zum Thema:
    


Lesermeinungen (1)

zu 'FXpansion DCAM: Synth Squad Testbericht'

  • AK77   11. Mrz 2010   14:52 UhrAntworten

    hab noch ein synth squad ovp / eingeschweisst zuhause rumstehen. kämpfe leider seit geraumer zeit mit meinen hardwaresynths rum und werd so schnell keine zeit haben den squad auszuprobieren...

    bei interesse / tauschvorschlägen mail an orok at gmx.net

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