Fame KX 88 HC Testbericht: Großes Masterkeyboard für kleines Geld

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Fame KX 88 HC

Fame KX 88 HC

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Fame KX 88 HC Testbericht

Es muß nicht immer Kaviar sein besonders wenn das nötige Kleingeld gerade mal wieder nicht übrig ist um selbigen zu erwerben. Im letzten Jahr habe ich mich entschlossen mir ein Masterkeyboard zu kaufe. Erst hatte ich mit dem Alesis Fusion 8 HD geliebäugelt, der ja nebenbei
noch ein Sampler, Synthesizer, 8 Spur digital Recorder und was weiß ich nicht noch alles ist. Aber da wären wir schon wieder beim Thema Kaviar und den dafür notwendigen Mitteln.

Problem Nummer 2 war auch, wie immer, dass ich den absolut notwendigen Kauf (!) eines gewichteten 88 Tasten Masterkeyboards noch irgendwie meiner Frau verkaufen musste, die solche lebenswichtigen Einkäufe leider nicht immer sofort nachvollziehen kann. Ich entdeckte also das Fame Masterkeyboard KX 88 HC für einen Preis von 366,- Euro. Die Marke Fame war mir als Musicstore Hausmarke bekannt und natürlich war ich mir bewusst, dass die unter Fame angebotenen Musikinstrumente unter Umständen nicht das halten, was in der Werbung versprochen wird.

Fame KX 88 HC

Als Google und Konsorten keine Infos liefern konnten, weil das Teil noch so frisch auf dem Markt war, habe ich es gewagt und das Fame KX 88 HC bestellt.

Fader am Fame KX 88 HC

Fader am Fame KX 88 HC

Nach sieben langen Tagen des Wartens kam der UPS Bote dann mit einem großen und schweren Paket, das der sofortigen Öffnung bedurfte. Das Masterkeyboard wiegt stolze 30 kg und war nicht ganz leicht aus dem Karton zu entfernen. Edel, edel in schwarzem Klavierlack Design, mit ausreichend großen Tasten, die sofort an einen Flügel oder an ein Klavier erinnern, präsentierte sich das Fame KX88HC, das ich vorsichtshalber nicht auf meinen Keyboardständer Marke Bügelbrett platzierte, sondern auf einen ausrangierten Schreibtisch, der somit als Untersatz zweckentfremdet wurde.

Der erste Griff in die Tasten hinterließ erst ein mal einen zwiespältigen Eindruck, ich war ja an meine Ensoniq und Roland Tastaturen gewöhnt, die nicht gewichtet sind. So muss man beim Fame KX 88 HC schon ordentlich reinhauen in die Tasten, um an alle Nuancen des Klangs zu kommen. Die Tastatur ist gut und für den Preis absolut empfehlenswert, es klappert nichts und der Druckpunkt ist angenehm, nur die Umgewöhnung war nicht so einfach.

Ein mit „Curve“ bezeichneter Button lässt uns aber die Velocity Kurve anpassen, was so die Finger und die Hände des Tastenquälers etwas
entlastet. Die Tastatur des KX 88 HC erinnert mich sehr an mein altes Klavier, das ich leider bedingt durch meinen Umzug nach Spanien für ein Taschengeld verkaufen musste.

Per USB oder MIDI Ausgang kann das Fame Masterkeyboard mit dem Computer oder externen Klangerzeugern Kontakt aufnehmen. Fein ist das, wenn das KX 88 HC per USB an den Rechner gekoppelt wird, der Midi Ausgang auch im Sequenzer Programm zur Verfügung steht. Eine Installation war übrigens nicht erforderlich, hier hat Plug and Play tatsächlich einmal ohne Hindernisse funktioniert.

Ein Kaufargument waren für mich natürlich auch die 9 Fader, 8 Endlosdrehregler und die Transport Controller Taster für den Audio Sequenzer. Die Fader und Drehregler sind zudem in 2 Gruppen umschaltbar, so dass insgesamt 16 Kanäle im direkten Zugriff bereitstehen. Das ganze muss natürlich über Midi-Learn am Sequenzer noch eingerichtet werden.

Weiterhin interessant finde ich das Vorhandensein eines Breath Controller Anschlusses, den das Fame KX 88 HC auch noch bietet, leider ist dieser etwas klein und versteckt an der Rückseite.

Fame KX 88 HC Features

  • 88 Tasten mit Hammermechanik
  • 8 frei zuweisbare Endlos-Drehregler
  • 8 frei zuweisbare Fader
  • Master-Volume
  • 5 Velocity-Kurven
  • Keyboard-Split
  • Fernbedienungs-Tasten für Sequencer
  • USB to MIDI und MIDI Out
  • 2 Eingänge für Sustain-/ Damper- Pedal
  • GM/XG/GS Modus zur optimalen Steuerung eines General-Midi-kompatiblen Geräts
  • 10 Funktionstasten
  • 10 Speicherplätze
  • Betrieb über USB oder Netzteil (optional) möglich
  • Treiberlose Installation unter Win XP und MAC OSX, Vista 32/64
  • Abmessungen (B x T x H): 1.400 x 375 x 140 mm
  • Gewicht: ca. 30 kg

Fame KX 88 HC Features

Mein Fazit zum Fame KX 88 HC: Ich habe das Masterkeyboard seit fast einem Jahr und spiele es täglich, es hat mich noch niemals im Stich gelassen und ich bin äusserst zufrieden. Sicherlich gibt es bessere Masterkeyboards, aber das bringt uns wieder zurück zum Thema
Kaviar vom Stör oder von der Forelle.

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Lesermeinungen (6)

zu 'Fame KX 88 HC Testbericht: Großes Masterkeyboard für kleines Geld'

  • Hanno   06. Feb 2009   09:30 UhrAntworten

    Vielen Dank an Andreas, da bekommt man natürlich Lust, sich dieses Preis-Leistungs-Wunder mal zu betrachten - was ja allerdings sicher schwierig sein dürfte, da es ja nur als 'Hausmarke eines großen Musikladens' zu haben und somit nicht so ohne weiteres zu probieren ist.

    Ich hätte aber eine andere Bitte an den Autor: Wie wäre es mit einem Test im umgekehrten Ansatz?

    Sicher bin ich nicht der einzige kompositorisch tätige, aber auch pianistisch vorgebildete Mensch, der mit seinem Masterkeyboard zwar hinsichtlich der Masterkeyboard-Funktionen, nicht aber mit der Tastatur zufrieden ist. In meinem Fall ist dies das A90 von Roland - in vielem dem von Andreas getesteten Gerät ebenbürtig, aber für einen Klavierspieler wie mich hinsichtlich des Anschlags völlig unbefriedigendes, viel zu schwer spielbares, nicht repetitionsfreudiges Instrument.

    Und nun das Problem: Die Hersteller wie Kawai oder Yamaha stellen zwar für ihre akustischen und silent-Instrumente hervorragende Tastaturen her, aber nach meinem Eindruck nicht für die Stagepianos oder die Masterkeyboards. Zwar wird beispielsweise das ES 6 von Kawai hinsichtlich der Tastatur gelobt, aber eben nur im Vergleich mit anderen Stagepianos, während als selbstverständlich hingenommen wird, dass ein 'richtiges' akustisches Piano 'natürlich' besser spielbar ist.

    Nun muss das ja wohl nicht so sein. Warum nicht eine einem akustischen Instrument völlig gleichwertige Tastatur an einem Masterkeyboard? An den inzwischen in großen Mengen vorhandenen hervorragenden Pianosamples fehlt es ja nicht, für mich ist das XSample-Steinway-B das beste, aber es gibt ja vieleviele andere.

    Also eine Bitte an den Fach-Keyboard-Tester: Kann er uns ein Masterkeyboard empfehlen, das wie das von ihm getestete die Masterkeyboard-Funktion vorbildlich efüllt, aber auch hinsichtlich der Tastaturbeschaffenheit Spitze ist? Das wäre dann vermutlich etwas teurer, aber es hätte sicher auch einen großen Markt. Ich habe von vielen Leuten gehört, dass sie eben nur wegen der Tastatur neben ihr Masterkeyboard noch ein 'richtiges' akustisches Piano stellen - das muss doch aber wohl heutzutage nicht mehr sein, oder?

    Hanno

  • Andreas Eberhardt   06. Feb 2009   11:45 UhrAntworten

    Ich hatte als Vergleichsmöglichkeit nur mein altes Götz+Kallmann Klavier das ich bedingt durch meinem Umzug nach Spanien abgeben musste, in einem Projektstudio konnte ich dann noch eine Zeit lang ein leicht gewichtetes Fatar Masterkeyboard spielen.

    Kawai soll bei den Tastaturen sehr gut sein, ich kann das aber nicht bestätigen da mir keine Kawai Tastatur vorliegt.

    Ich möchte dir vorschlagen das du dir einen Samstag die Zeit nimmst und einem gut ausgestatteten Musikfachhandel (MusicStore, Thoman, Music Productiv usw.) aufsuchst und einfach mal verschiedene Modelle antestest, es ist ja auch so das jeder bei der Spielbarkeit einer Tastatur so seine eigenen Wünsche und Vorlieben hat.

    Das KX88HC ist sicherlich nur ein Einsteiger Masterkeyboard aber für den Einsatz im Homestudio auch durch die sinnvollen Zugaben wie Fader, Breatcontroller Anschluss usw. sehr gut einsetzbar.

  • Mac4ever   08. Mrz 2009   21:17 UhrAntworten

    Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich die Anforderungen sind.

    Die Klaviatur meines Roland A90 EX empfinde ich als bis jetzt unübertroffen, zum Glück ausreichend schwer gewichtet (was einen sehr nuancierten Anschlag ermöglicht) und mit einem nicht zu harten Tastengrund. Sowohl das Roland RD700, RD700EX uind RD700GX erfüllten diesen Anspruch nicht, das "Tischplattengefühl" im Tastengrund, das beim A90 fehlt, war vorhanden. Auch bei anderen Firmen bin ich nicht fündig geworden. Die Repetition ist tatsächlich relativ schlecht, das stört mich aber nicht.

    Ich bin gespannt, was das neue V-Piano bringt. Das A90 ist restlos abgespielt, ich brauche eine neue Tastatur, außerdem nervt zumindest bei Klassik die Velocity-Umschaltung bei Velociti Wert 70/71. Bis jetzt habe ich keine Klaviatur gefunden, die meinen Anforderungen genügt, außer dem Blüthner-Flügel einer Schülerin von mir...

  • Jack   19. Mrz 2009   10:32 UhrAntworten

    Ich kann Hanno bei diesem Punkt nur zustimmen. Ich habe auch zwei Einspielgeräte daheim zu stehen. Ein Yamaha Piano für gefühlvolle Passagen und ein Masterkeybaord für Synthesizer Geschichten, mit Pitch- und Modulationsrad, Controller usw. . Eine Fusion beider Geräte wäre, allein aus Platzgründen, auch für mich sehr sinnvoll. Also liebe Produktentwickler hardwareorientierter Musikgeräte, ihr seht, es gibt viel Geld zu verdienen ;).

    Grüße aus der Hauptstadt

  • Infinite   11. Mai 2012   21:12 UhrAntworten

    Also ich bin auch am überlegen, vielleicht statt des teuren und recht großen Doepfers eines von Fame oder das CME UF 80?

    Habe aber keine Möglichkeit in meiner Nähe, diese anzutesten......

    Ansonsten kommt für mich tatsächlich nur ein PK878 oder noch besser ein LMK4+ in Frage.....

    Oder ein PC3K8, das ich dann auch als Controller verwende.....

  • Patrick   24. Nov 2013   13:22 UhrAntworten

    Ein grottiges Masterkeyboard!

    Nach 2 Jahren täglicher Nutzung, brechen die inneren Mechaniken der Tasten ab und sind dann unbenutzbar. Mittlerweile ist es bei 10 Tasten passiert, die jeweils mit Forte bespielt wurden. Und Nein, ich habe nicht meine neueste Technical Deathmetal Platte mit EZ Drummer eingespielt. Soviel zum Thema "in die Tasten hauen".
    Und geklappert hat die Kiste auch vom Feinsten.
    Hatte es zweimal eingeschickt und somit die Chance gehabt, drei Exemplare auszuprobieren. Das es immer "Montagsproduktionen" waren, schließe ich aus. Fame Produkte scheinen einfach preistechnisch sowie leider auch verarbeitungstechnisch vom Billigsten zu sein.

    Gott sei Dank hat es Musicstore nicht mehr im Angebot, jedoch sollen andere Fame Keyboards ähnliche Probleme haben.

    Unterm Strich: FINGER WEG!

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