Cakewalk Sonar 8.5 Testbericht: Lohnendes Update der Producer Edition?
PX64 Percussion Strip
Vorweg: Ich finde dieses Plugin durchaus gelungen, es bringt aber nichts wirklich Neues in Sonar 8.5 mit ein. Der Vorteil liegt darin, dass die Bearbeitung einer Percussion-Spur auf einer einzigen Oberfläche erledigt werden kann.
Der PX 64 besteht aus einem Transient-Shaper zum Bearbeiten der Transienten, einem Kompressor, einem Expander, einem Equalizer, einem Delay und einem Saturator (Bandsättigung / Verzerrer). Die Effektreihenfolge kann vom Nutzer über das Routingfenster per Drag & Drop nach Gusto verändert werden.
Bis auf den Expander und Saturationseffekt findet sich alles bereits in Sonar 8 im Rahmen der Sonitus FX Effekte. Der Vorteil des PX 64 ist demnach primär darin zu sehen, dass alle Einstellungen mit einem Griff erreichbar werden und in einem Preset abgespeichert werden können. Das ist im Prizip sehr schön. Leider finde ich die Attackzeit des Kompressors für Percussioninstrumente viel zu kurz, weil wahrscheinlich deutlich unter 15ms. Damit nimmt der PX64 deutlichen Einfluss auf die sehr wichtige Einschwingphase (Attack) der bearbeiteten Instrumente.
Ersatzweise würde ich eher zum Vintage Compressor VC64 oder – der einfacheren Handhabung wegen – Sonitus FX:Compressor greifen. Im Gegensatz dazu finde ich den Shaper im PX64 besser gelungen als den TS64 Transient Shaper. Der Equalizer ist passabel und damit stellt sich die Frage, ob man nicht lieber zum Sonitus:FX EQ oder dem LP64 Linear Phase EQ greifen sollte.
Alles in Allem gibt es für den PX64 die Note: Gut.
VX64 Vocal Strip in Sonar 8.5
Bei diesem VST-Effekt zur Bearbeitung von Vocals stehen zur Verfügung: Ein Saturator, ein De-Esser, ein Kompander (Kompressor + Expander), ein Röhren-Equalizer, ein Doubler und ein Delay. Die Effektreihenfolge kann man, wie schon beim Percussion Strip PX64, über das Routingfenster per Drag & Drop verändert werden.
Der Doubler ist ein Delay, das sehr kurze Verzögerungszeiten hat und selbige dabei periodisch verändern kann. Bei seiner Verwendung entsteht der Eindruck, dass das Signal mehrfach vorliegt, zum Beispiel die Vocals gedoppelt werden. Der Doubler ist ein vernünftig programmierter Effekt, einfach zu bedienen und gerade auf Vocals durchaus sinnvoll zu verwenden.
Einen De-Esser suchte man bei Cakewalk Sonar 8 bisher vergebens – das ist also eine echte Neuerung! Der De-Esser dient dazu, übermäßig laute Sibilanzen (Zischlaute) in ihrem Pegel reduzieren. In der Arbeit mit dem De-Esser im VX64 musste ich feststellen, dass er bei leise eingepegelten Vocals nicht empfindlich genug eingestellt werden kann. Das Problem tritt insbesondere dann auf, wenn die Trennfrequenz auf über 6kHz eingestellt wird.
Das ist schade, zumal im Zeitalter von 24-bit sicher die meisten Aufnahmen nicht bis nahe an 0 dBFS ausgesteuert werden. Für normalisierte Aufnahmen gilt das zwar nicht, daher ist die etwas eingeschränkte Empfindlichkeit nur ein leichtes Manko. Da könnte man noch etwas nachbessern.
Der Kompander des Vocal Strips VX64 verfügt über eine regelbare Einschwingzeit (Attack) für den Kompressor. Das ist sehr löblich. Denn erst hierdurch kann der Effekt sinnvoll in den Produktionen verwendet werden. Die Anzeigen für Kompressor und Expander zeigen sinnvoll die Bearbeitungsstärke des jeweiligen Effektes an. Gut!
Der Tube Equalizer ist ein 3-Band semiparametrischer Equalizer mit je einem Hi und Low Shelving Filter und einem semiparametrischen Mitten Equalizer. Letzterer hat eine gefühlte Filtergüte von circa 1 (genauere Angaben kann ich nicht machen, denn die Bedienungsanleitung schweigt sich über diesen Wert aus). Für jedes Band kann eine leichte Verzerrung hinzugefügt werden. Es lebe der Glaube an die alles verschönernde Röhre! Ich überlege auch schon, durch intensives Verwenden von Röhrensimulationsplugins meine Heizkosten in meiner Wohnung zu reduzieren!
Meine Verbesserungswünsche
Obwohl Sonar beim Export und Import der Audiodaten inzwischen eine Vielzahl an Audiocodecs anbietet (darunter auch FLAC und MP3), finde ich immer noch keine Möglichkeit zum Export von Ogg Vorbis. Das ist schade, zumal dieses Format deutlich bessere Ergebnisse als MP3 bei gleicher Dateigröße bietet.
Cakewalk Sonar 8.5 arbeitet derzeit nur mit nicht-komprimierten Dateiformaten. Ein MP3 wird beim Import immer in eine Wave-Datei umgewandelt. Ich fänd es toll, wenn es auch die Möglichkeit gäbe, mit MP3 Dateien zu arbeiten (z.B. direkt MP3s schneiden). Man könnte so beispielsweise ein Projekt gut über das Internet austauschen und mit mehreren Leuten an einem Song arbeiten.
Übersicht – Sonar 8.5 Testbericht
Pro
- Kein Dongle!
- Stabiler Programmablauf wie eh und jeh
- Session Drummer 3 rockt!
- VX64 Vocal Strip und der PX64 Percussion Strip sind gute Neuerungen
Contra
- Kein sauberes Looping (obwohl anders in der Werbung versprochen!)
- Preis des Upgrades auf Sonar 8.5 überteuert
Fazit im Sonar 8.5 Testbericht
Viele Neuerungen gab es nicht. Doch Sonar 8.5 ist eine ausgewachsene DAW, die den Mitbewerbern das Fürchten lehrt. Sonar ist meiner Ansicht nach in allen Belangen gleichwertig. Und in einigen Details sogar deutlich besser. Das umfassende Angebot an Plugins und ein dermaßen herausragender Session Drummer 3 bewegt mich fast dazu, sogar Nutzern von Sonar 8 das Update zu empfehlen – wenn sie Wert auf gut klingende Drums legen und noch kein anderes Instrument in dieser Richtung haben.
Ist Sonar 8.5 für den ambitionierten Neueisteiger zu empfehlen, der bereits Ahnung von der Materie hat?
Ja, unbedingt! Diejenigen, die schon länger mit einer kleineren DAW von Cakewalk gearbeitet haben, werden sich schnell in Sonar zurechtfinden und für sich die Neuerungen mit Hilfe der Online-Hilfedatei schnell erschließen. Umsteigern von Cubase, Logic, Digital Performer oder anderen ausgewachsenen DAWs sollte die Programmoberfläche ebensowenig Schwierigkeiten bereiten.
Ist Sonar 8.5 für den Homerecording-Neuling zu empfehlen?
Nein, leider nicht. Ein Neuling sollte sich lieber auf einer kleineren Version, wie z.B. Cakewalk Sonar Home Studio 7 für ca. 100,- Euro, einrichten. Ohne weitgehende Kenntnisse zu Audio, Tontechnik und Abmischen wird ein Neuling hier wenig von dem opulenten Angebot nutzen können. Und dafür ist ein Preis von 479,- Euro einfach zu hoch. Im Vergleich zu den anderen Musikprogrammen der Mitbewerber ist der Sonar 8.5 Preis aber als überaus preiswert anzusehen.
Sonar 8.5 Preis
Sonar 8.5 Producer Edition: 479.- Euro
Sonar 8.5 Studio 269,- Euro
Das Upgrade von Sonar 8 Producer soll laut Email 99,- Euro betragen. Das Upgrade von Version 6 oder 7 Producer liegt derzeit bei einem Preis von 169,- Euro.




02. Jan 2010 | 22:32 Uhr
Sehr guter, übersichtlich und informativ gestalteter Artikel. Danke! Weiter so!
Grüße!
03. Jan 2010 | 12:21 Uhr
Na, so toll is er nun auch wieder nicht.
Außerdem benutze ich Cubase und habe auch keinen Dongle.
03. Jan 2010 | 13:55 Uhr
Zum Ersten, großes lob an Delamar. Ich finde das Informationen über Neuerungen und Up`s and Down`s verschiedener Plugins,DAW`s sowie anderer Soft/Hardwaregeschichten relativ pünktlich und realistisch über den Delamar Leser Bildschirm flattern!
Das man sich mit Cakewalk Sonar 8.5 beschäftigt hat, freut mich ebenso, denn ich bin überzeugter Cakewalk Sonar Benutzer und werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, das Sonar auch in Deutschland die breitere Benutzermasse findet. Jeder bekennt sich zu Cubase oder Ableton wie auch zu Samplitude – soll jeder wie er zurecht kommt für sich entscheiden.
Jedoch ist Sonar aus meiner Sicht eine sehr übersichtliche DAW, die es einfach verdient gekauft zu werden!
03. Jan 2010 | 16:32 Uhr
Großes Dankeschön an Markus für den Test.
Ich bin auch überzeugter Sonarnutzer und kann die häufig schlechte Meinung über Sonar nicht verstehen. Zumal ist sie die einzige DAW, die ich als Blinder bedienen kann. Finde ich echt toll, dass sich Cakewalk dieser Problematik angenommen hat.
Nur eins verstehe ich nicht ganz. Bevor das Upgrade auf Version 8.5 erschienen ist, wurde überall davon geschrieben, jetzt auch unlinear aufnehmen zu können. Jetzt habe ich davon aber nichts mehr gehört.
???
03. Jan 2010 | 19:09 Uhr
Ich bin kein Sonar-Benutzer und ich versteh weder wieman für so ein Pillepalle Update 100 Öcken verlangen kann noch wie man Sonar als übersichtlich bezeichnen kann… aber das ist meine persönliche Meinung als jemand der Sonar schon vor Ablauf der Demo wieder deinstalliert hat. ;-)
Aber: das Sonar es schafft Midi-Controller zur Laufzeit zu erkennen ist echt mal ein Feature das Standart in jeder DAW sein sollte. Ich weiß nicht wie oft ich schon Live gestartet hab und das Projekt geladen nur um dann festzustellen das mein Axiom nicht an ist. Das nervt echt!
03. Jan 2010 | 21:29 Uhr
der Export in ogg u. a. ist möglich
schon in Sonar 8 werden registry keys mitgliefert, die beim hinzufügen in die Registry Einträge beim Export erweitern…
05. Jan 2010 | 14:07 Uhr
danke carlos für diesen bericht. ich find deine seite schon seit langem überaus informativ, weiter so! und lass dich nicht immer von diesen miesepetern ärgern, die denken, jeden einzelnen bericht von dir zerpflücken zu müssen.
@5: ich benutze sonar seit version 6 ausschliesslich (neben protools). alle anderen daws (cubase, ableton, geschweige FL) können dagegen nur abstinken. sonar ist so stabil wie keine andere daw und so aufgeräumt, dass man sich nur bei sehr exotischen fragestellungen mal in die durchaus gute hilfe einlesen muss. da is mir sogar das loop-knacksen egal.
eine weitere gute (einfache) daw, die allerdings bisher kaum beachtung findet ist btw studioone von presonus…
05. Jan 2010 | 15:35 Uhr
Danke für die netten Worte, der Dank gebührt aber natürlich auch Markus, der diesen Sonar 8 Testbericht verfasst hat. :)
12. Jan 2010 | 16:05 Uhr
Ja, es ist war, Sonar hat seinen Support wieder in Deutschland!!!
http://www.cakewalkmusik.de
12. Jan 2010 | 19:03 Uhr
Soweit ich das sehen kann, handelt es sich dabei nur um eine Produktseite…
12. Jan 2010 | 22:26 Uhr
Nein ich habe mit den Leuten gesprochen, und sie teilten mir mit, das wie Du schon sagtest Produkte angeboten werden aber auch Support zu z.B. Sonar besteht. Nur das Software wie Sonar erst ab Februar in das Sortiment fliessen.
Die Seite befindet sich im Ausbau – man sagte mir – informativer wirde es im Monat Februar.
M.f.G.
-H-
14. Jan 2010 | 16:13 Uhr
@8:
entschuldige markus, dass ich dich da aussen vor gelassen hab (mein fehler) das sei hiermit korrigiert.
ihr macht einen super job.
07. Jun 2010 | 17:03 Uhr
Sonar ? Das Beste Programm in dieser Richtung !
Übrigens ein Tip zum Problem mit dem festen Platz des Synthracks und des Mediabrowsers, einfach mit rechter Maustaste auf den Reiter des Synthracks klicken und dann “Registeransicht deaktivieren” und schon hat man alles in seperaten, schwebenden Fenstern !
Ansonsten großen Lob an diesen Bericht
Übrigens,Cubase hat noch keine funktionierende Bitbridge zur Einbindung von 32bit Plugins in einer 64bit Umbgebung ! (Angeblich ab 5.5)
12. Sep 2010 | 19:27 Uhr
Hallo Carlos.
Ich habe Cakewalk Sonar 7.3 PE und dazu das Update auf Version 8.5.2 PE.
Meine Frage:
Songs die ich mit Sonar 7.3 PE gemacht habe laufen nicht richtig in Sonar 8.5 – das heisst ich habe in Sonar 8.5.2 audio Probleme. Es werden nicht alle Töne jeglicher Spuren wiedergegeben. Eigentlich ein Latenzproblem aber ich kann den WDM Treiber einstellen wie ich will – es läuft nicht richtig. Selbst im ASIO Modus geht es nicht. Wenn ich das gleiche Projekt in Sonar 7.3 PE lade läuft alles. Kann das vieleicht ein Updateproblem sein?