Cakewalk Sonar 8.5 Testbericht: Lohnendes Update der Producer Edition?
Die optimierte Audio-Engine
Sonar 8.5 ist eine nach wie vor äußerst stabile DAW-Software. In einer fünfstündigen Aufnahme und Mixdownsession ist mir die Musiksoftware kein einziges Mal abgestürzt. Nur in einem Fall gab es Schwierigkeiten mit den Spurhüllkurven; diese waren plötzlich nicht mehr zu bearbeiten. Nach einem Neustart des Programms (ohne Neustart von Windows) war aber dieses Problem schnell behoben.
Positiv fällt auf, dass Sonar 8.5 in der Lage ist, im laufenden Betrieb die Audiotreiber zu wechseln. Auch ist es möglich, neue Audiohardware einzubinden und diese nötigenfalls auch mit parallel laufendem Sonar zu installieren. Diese Audiohardware wird entweder sofort erkannt oder man wechselt über Optionen/Audio/Erweitert den Treibermodus z.B. von ASIO nach WDM und wieder zurück. Danach erscheint der neue Audiotreiber in der Tabelle Optionen/Audio/Treiber und steht somit zur freien Verwendung bereit.
Ich erkenne darüber hinaus nicht viel von der versprochenen “Optimierung”. Das schon seit geraumer Zeit bestehende Problem mit den Audioaussetzern in der Loopfunktion wurde nicht behoben. Es ist jetzt nur ein wenig unauffälliger. Denn, wenn auch die Loopfunktion an sich fehlerfrei funktioniert, so gibt es beim Versetzen der Looppunkte immer noch kleinere Aussetzer.
“The same procedure as last year, as the year before last year, as the year before….” könnte man zum Versionswechsel sagen. Nunja, es hat auch seinen nostalgischen Reiz, wenn Sonar über versetze Looppunkte zum x-ten Male genau so stolpert, wie James über das Tiegerfell beim ‘Dinner for One’.
Macht man während des Versetzen der Schleifenpunkte Aufnahmen, scheinen diese von den Aussetzern nicht betroffen zu sein. Das ist sehr positiv. Leider ist mir aufgefallen, dass neuerdings, ab mehrmaligem Durchlauf des Loops (der Schleife), einige MIDI Events nicht mehr an den entsprechenden virtuellen Soundgenerator gesendet wurden. Das kann zwar durch ein Stop/Start der Wiedergabe behoben werden, ist aber nicht gerade schön. Das Verhalten ist reproduzierbar, einzig und alleine der Schleifendurchgang variiert. Durch diese Unzulänglichkeiten ist Sonar für einen Liveeinsatz auf der Bühne wohl immer noch nicht geeignet. Auch wenn die Stabilität des Programms durchaus dafür hätte sprechen können.
Note: Befriedigend.
Die optimierte MIDI-Geräte Erkennung
Ganz anders die versprochene MIDI-Geräte Erkennung – diese funktioniert tadellos. So kann beipsielsweise ein USB Keyboard nachträglich angeschlossen und sofort in den laufenden Betrieb eingebunden werden. Cakewalk Sonar 8.5 meldet das von Windows erkannte Gerät und fragt nach, was passieren soll.
Note: Sehr gut!
Audiosnap Time Stretching und Time Shifting Algorithmus
Mittels Audiosnap kann ein transientenbasiertes Time-Stretching der Spuren erzeugt werden. Man kann also (in der Werbung und in der Theorie vollkommen unhörbar) das Tempo einer Wavedatei an das Tempo des Projektes anpassen.
Bei perkussivem Material sind die Ergebnisse durchaus hörbar. Ich habe damit auch noch passable Qualitäten bei einem Drum-Clip mit einer zugegebenermassen drastischen Tempoänderung von 120 bpm auf 80 bpm oder 180 bpm hinbekommen. Leider können solch drastische Änderungen nicht vernünftig auf Gesangsspuren oder lang gehaltene Gitarrenakkorde angewandt werden. Für kleinere Korrekturen des Timings von Gesang könnte sich Audiosnap allerdings gut bewähren.
Aber natürlich gilt: Wer den Gesang im falschen Tempo eingesungen hat, der sollte diesen nach einer Tempoänderung des Projektes lieber nochmals einsingen.
Step Sequencer 2 in Sonar 8.5 Testbericht
Der Step Sequencer hat sich in seinem Aufbau wenig verändert. Er ist in Cakewalk Sonar über das Menü Ansichten innerhalb einer MIDI Spur aufrufbar und ermöglicht die patternorientierte Aufnahme. Das Pattern im Step Sequencer ist im Anschluss als MIDI-Clip in der jeweiligen Spur verfügbar und kann beliebig kopiert oder verschoben werden. Patterns können separat abspeichert werden, um sie in anderen Projekten zu verwenden.
Das Raster des Step Sequencers ist vollkommen variabel. Man kann das standartisierte, eintaktige 16tel Raster nutzen oder beispielsweise auf ein viertaktiges 32tel Raster ausweichen. Selbst die Anzahl der Spuren für ein Pattern ist frei einstellbar, wobei zu viele Spuren logischerweise auf Kosten der Übersichtlichkeit gehen.
Bei gehaltener Shift-Taste kann mit dem linken Mausklick die Anschlagsstärke einzelner Schläge variiert werden. Ein weiterer Mausklick erzeugt dann “Flame” (Doppelschlag), ganz im Stile alter Drum Machines.
Note: Sehr gut!
Session Drummer 3: Virtueller Schlagzeuger
Der Session Drummer dient im Grunde der Nachahmung eines echten akustischen Schlagzeugs, wobei aber durchaus auch elektronische Drum Kits verwendet werden können. Die neue Version Session Drummer 3 wartet mit einer neuen Oberfläche auf und ermöglicht es seinem Nutzer, noch tiefer ins Detaik bei einzelnen Parametern zu gehen.
So ist man mit der neuen Version von Session Drummer in der Lage, alles wie mit einer echten 10-Spur Schlagzeugaufnahme im Trackfenster von Cakewalk zu editieren. Das finde ich sehr gut. Obendrauf gibt es ein paar sehr schöne und gut klingende neue Drumsets. Das von mir im aktuellen Projekt verwendete Akustikdrumset wirkt sehr natürlich und bietet je Instrument drei unterschiedliche Velocity-Layer.
Schön finde ich auch, dass z.B. die Toms neuerdings jeweils über zwei Tasten auf dem Keyboard ansprechbar sind. Das erleichtert die Eingabe schneller 16tel oder 32tel Passagen. Leider verzichtet auch die aktuelle Version noch immer auf alternative Noten. Eine Nachahmung eines Links-Rechts-Wechsels ist somit nur schwer einzuspielen. So genannte “Paradiddel” auf einer einzigen Trommel werden stark erschwert. Stellenweise lassen sich Links-Rechts-Wechsel nur durch die Velocity-Layer voneinander unterscheiden. Ein nicht gewollter Maschinengewehreffekt (Round Robin) ist bei schnellen Passagen noch immer deutlich hörbar.
Fiel die alte Version Session Drummer 2 in Sonar 8 noch durch leichte Timingschwierigkeiten negativ auf (er hingt bei größeren Projekten beim Abspielen etwas nach), so ist dieses Problem beim Session Drummer 3 im Update behoben.
Neben dem normalen Schlagzeugset bietet diese virtuelle Instrument die Möglichkeit, die verbleibenden GM-Instrumente über vier weitere Spuren einzubinden und separat im Mix einzustellen. Das sind zwei Spuren mehr als beim Vorgänger. Ebenfalls aufgestockt hat Sonar 8.5 auch die Anzahl der nutzbaren Stereoausgänge. In der aktuellen Version können damit ganze zwölf Ausgänge verwendet werden. Toll!
Bedienung Note: Sehr gut! Klang Note: Sehr gut!







02. Jan 2010 | 22:32 Uhr
Sehr guter, übersichtlich und informativ gestalteter Artikel. Danke! Weiter so!
Grüße!
03. Jan 2010 | 12:21 Uhr
Na, so toll is er nun auch wieder nicht.
Außerdem benutze ich Cubase und habe auch keinen Dongle.
03. Jan 2010 | 13:55 Uhr
Zum Ersten, großes lob an Delamar. Ich finde das Informationen über Neuerungen und Up`s and Down`s verschiedener Plugins,DAW`s sowie anderer Soft/Hardwaregeschichten relativ pünktlich und realistisch über den Delamar Leser Bildschirm flattern!
Das man sich mit Cakewalk Sonar 8.5 beschäftigt hat, freut mich ebenso, denn ich bin überzeugter Cakewalk Sonar Benutzer und werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, das Sonar auch in Deutschland die breitere Benutzermasse findet. Jeder bekennt sich zu Cubase oder Ableton wie auch zu Samplitude – soll jeder wie er zurecht kommt für sich entscheiden.
Jedoch ist Sonar aus meiner Sicht eine sehr übersichtliche DAW, die es einfach verdient gekauft zu werden!
03. Jan 2010 | 16:32 Uhr
Großes Dankeschön an Markus für den Test.
Ich bin auch überzeugter Sonarnutzer und kann die häufig schlechte Meinung über Sonar nicht verstehen. Zumal ist sie die einzige DAW, die ich als Blinder bedienen kann. Finde ich echt toll, dass sich Cakewalk dieser Problematik angenommen hat.
Nur eins verstehe ich nicht ganz. Bevor das Upgrade auf Version 8.5 erschienen ist, wurde überall davon geschrieben, jetzt auch unlinear aufnehmen zu können. Jetzt habe ich davon aber nichts mehr gehört.
???
03. Jan 2010 | 19:09 Uhr
Ich bin kein Sonar-Benutzer und ich versteh weder wieman für so ein Pillepalle Update 100 Öcken verlangen kann noch wie man Sonar als übersichtlich bezeichnen kann… aber das ist meine persönliche Meinung als jemand der Sonar schon vor Ablauf der Demo wieder deinstalliert hat. ;-)
Aber: das Sonar es schafft Midi-Controller zur Laufzeit zu erkennen ist echt mal ein Feature das Standart in jeder DAW sein sollte. Ich weiß nicht wie oft ich schon Live gestartet hab und das Projekt geladen nur um dann festzustellen das mein Axiom nicht an ist. Das nervt echt!
03. Jan 2010 | 21:29 Uhr
der Export in ogg u. a. ist möglich
schon in Sonar 8 werden registry keys mitgliefert, die beim hinzufügen in die Registry Einträge beim Export erweitern…
05. Jan 2010 | 14:07 Uhr
danke carlos für diesen bericht. ich find deine seite schon seit langem überaus informativ, weiter so! und lass dich nicht immer von diesen miesepetern ärgern, die denken, jeden einzelnen bericht von dir zerpflücken zu müssen.
@5: ich benutze sonar seit version 6 ausschliesslich (neben protools). alle anderen daws (cubase, ableton, geschweige FL) können dagegen nur abstinken. sonar ist so stabil wie keine andere daw und so aufgeräumt, dass man sich nur bei sehr exotischen fragestellungen mal in die durchaus gute hilfe einlesen muss. da is mir sogar das loop-knacksen egal.
eine weitere gute (einfache) daw, die allerdings bisher kaum beachtung findet ist btw studioone von presonus…
05. Jan 2010 | 15:35 Uhr
Danke für die netten Worte, der Dank gebührt aber natürlich auch Markus, der diesen Sonar 8 Testbericht verfasst hat. :)
12. Jan 2010 | 16:05 Uhr
Ja, es ist war, Sonar hat seinen Support wieder in Deutschland!!!
http://www.cakewalkmusik.de
12. Jan 2010 | 19:03 Uhr
Soweit ich das sehen kann, handelt es sich dabei nur um eine Produktseite…
12. Jan 2010 | 22:26 Uhr
Nein ich habe mit den Leuten gesprochen, und sie teilten mir mit, das wie Du schon sagtest Produkte angeboten werden aber auch Support zu z.B. Sonar besteht. Nur das Software wie Sonar erst ab Februar in das Sortiment fliessen.
Die Seite befindet sich im Ausbau – man sagte mir – informativer wirde es im Monat Februar.
M.f.G.
-H-
14. Jan 2010 | 16:13 Uhr
@8:
entschuldige markus, dass ich dich da aussen vor gelassen hab (mein fehler) das sei hiermit korrigiert.
ihr macht einen super job.
07. Jun 2010 | 17:03 Uhr
Sonar ? Das Beste Programm in dieser Richtung !
Übrigens ein Tip zum Problem mit dem festen Platz des Synthracks und des Mediabrowsers, einfach mit rechter Maustaste auf den Reiter des Synthracks klicken und dann “Registeransicht deaktivieren” und schon hat man alles in seperaten, schwebenden Fenstern !
Ansonsten großen Lob an diesen Bericht
Übrigens,Cubase hat noch keine funktionierende Bitbridge zur Einbindung von 32bit Plugins in einer 64bit Umbgebung ! (Angeblich ab 5.5)
12. Sep 2010 | 19:27 Uhr
Hallo Carlos.
Ich habe Cakewalk Sonar 7.3 PE und dazu das Update auf Version 8.5.2 PE.
Meine Frage:
Songs die ich mit Sonar 7.3 PE gemacht habe laufen nicht richtig in Sonar 8.5 – das heisst ich habe in Sonar 8.5.2 audio Probleme. Es werden nicht alle Töne jeglicher Spuren wiedergegeben. Eigentlich ein Latenzproblem aber ich kann den WDM Treiber einstellen wie ich will – es läuft nicht richtig. Selbst im ASIO Modus geht es nicht. Wenn ich das gleiche Projekt in Sonar 7.3 PE lade läuft alles. Kann das vieleicht ein Updateproblem sein?