Best Service Titan Testbericht: Der Titan unter den virtuellen Workstations?

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Best Service Titan Testbericht: Quick Edit Page

Best Service Titan Testbericht: Quick Edit Page

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Best Service Titan Testbericht

Die virtuelle Workstation Best Service Titan kommt mit über 5.000 (!!!) Multisamples daher und dürfte damit wirklich jeden Geschmack treffen können. In anderen Worten: Das sind etwa 36 GB Content, der sich auf 5 DVDs verteilt und ersteinmal installiert werden muss. Das ist wirklich viel. Gegliedert ist das ganze laut den Angaben des Herstellers in folgende Kategorien:

  • 2327 Synth Sounds
  • 1200 Pads & Atmospheres
  • 778 Basses
  • 250 Synth-Brass & Real Brass Sounds
  • 100 Guitars
  • 200 Organs
  • 161 Choirs & Voices
  • 227 Pianos
  • Hunderte EFX-Klänge
  • 170 originale Vintage String Synths

Man möge mir nachsehen, dass ich nicht genau nachgezählt habe. Alles, was ich zu der Library ganz sicher sagen kann, ist, dass Du förmlich mit Presets erschlagen wirst. Das Ganze wird aber in verschiedenenen Kategorien herunter gebrochen, so dass die gesuchten Sounds schnell gefunden sind.
Schauen wir uns die Library doch einmal genauer an.

Klangproben beim Best Service Titan Testbericht

Vorweg möchte ich erwähnen, dass keines der Presets einen wirklichen Namen bekommen hat. Sie wurden simplerweise durchnummeriert, d.h. Kategorie – Unterkategorie – Nummer. Das ist in der Tat unvorteilhaft, da wir uns Namen hätten sicherlich besser merken können. Andererseits: Wenn ich einmal daran denke, ich hätte über 5.000 Presets individuell taufen sollen, würde ich mich genauso vor einer Lebensaufgabe sehen, wie die Entwickler es wahrscheinlich taten.

In Zeiten von Total Recall in den DAWs reduziert sich die Gedächtnisproblematik ja auch eher auf den Live-Einsatz. Es wird oft als Minuspunkt angegeben, ich persönlich sehe das aus oben genannten Gründen nicht so – einen leicht bitteren Beigeschmack hat es dennoch.

Dass bei mehr als 5.000 Presets einem der ein oder andere bekannte Sound über den Weg läuft, dürfte niemanden verwundern.

 

Klänge editieren beim Best Service Titan

Wer sich den Test zum Independence durchgelesen hat, der wird es schon vermuten – hier können die Presets auf zwei Wegen editiert werden. Mittels der Quick Edit und der Pro Edit Page.

Best Service Titan Testbericht: Quick Edit Page

Best Service Titan Testbericht: Quick Edit Page

Im Quick Edit Fenster steht dir eine absolut einfach und verständlich aufgebaute Maske zur Verfügung. Dort kannst Du die gängigsten Parameter editieren. Sei es das Filter, die Envelope Hüllkurve oder eine kleine Effekteinheit, welche aus einem Reverb, Delay, Chorus, Phaser und Flanger besteht.
Dazu gibt es die Möglichkeit auch hier den Origami-Hall in den Signalweg einzuschleifen. Für alle die mit diesem Namen nichts anfangen können, sei zusammenfassend gesagt, dass es sich hierbei um einen hochwertigen Faltungshall handelt. Hier lassen sich vorhandene Impulse Responses (IRs) laden, oder beispielsweise über Best Service passende, hochwertige IRs dazukaufen.

Best Service Titan Testbericht: Pro Edit Page

Die Pro Edit Page beim Best Service Titan (Testbericht)

Wenn wir uns diese Seite einmal als Frontend vorstellen, so ist die Pro Edit Page das passende Backend. Die Optik und der Aufbau erinnern gewaltig an den Independence. Hier lassen sich die Effekte der besagten Einheit im Detail editieren, bzw. weitere in den Signalweg einschleifen. Hier lassen uns Yellow Tools/ Best Service keine Wünsche offen: EQ´s, Filter, Compressoren, Modulationseffekte, Distortion, Reverbs… Effekte noch und nöcher in wirklich sauberer Qualität. Hier gibt es absolut nichts zu meckern.

Genau wie der Independence ist auch der Titan multitimbral aufgebaut. Über den „Add Layer Button“, bzw. einem Doppelklick in das Enginerack lassen sich neue Module mit passendem Midikanal laden – 16 an der Zahl. Diese 16 Midikanäle können mit Effekten im eigenen Mixer gemischt werden. Später mehr zu den Effekten.

 

Der Mixer beim Best Service Titan

Der Mixer besteht aus so vielen Kanalzügen wie Module in das Titan-Rack geladen sind. Auch mehrere Module können den selben Midikanal verwenden, was Layering im Titan zur Leichtigkeit macht. Trotzdem kann jedes Modul, im Sample Player auch Layer genannt, separat gemixt werden.

Best Service Titan Testbericht: Pro Edit Page

Der Mixer beim Best Service Titan (Testbericht)

Neben acht Stereoausgängen stehen dir weitere acht Monoausgänge und zwei Busse zur Verfügung, sehr flexibel. Ich habe es im Testbericht zum Independence schon einmal geschrieben, und das gleiche sage ich auch hier: Mit dem integrierten Mixer und der Qualität der Effekte lassen sich komplette Produktionen mit nur einer
Titan Instanz fahren. Sicherlich ist der Content sehr speziell, aber es ist durchaus denkbar und machbar.

Neben einzelnen Effekten lassen sich auch vorgefertigte Effektketten insertieren, genannt „FX Bank“. Hier gibt es einige nützliche und inspirierende Presets.

 

Die Library, Presets, Klänge, Sounds beim Best Service Titan

Es ist wirklich alles dabei – das komplette Programm. Hier stellt sich nicht die Frage, ob Du etwas findest. Die Frage muss vielmehr lauten: Wo befindet es sich? Hierbei helfen natürlich die Kategorisierung und die verschiedenen Ebenen erheblich.

Suchst Du atmosphärische Sounds? Metallische Presets? Unisono Klänge? Oder doch lieber einen Vintage String Patch? Du wirst sie finden, und zwar alle miteinander im Menü „Synths“. Ich könnte das jetzt seitenlang weiterführen, belasse es aber dabei: Besonders angetan hat es mir die Kategorie „Spacy Pads“, eine Geschmacksfrage.

Die Qualität der Sounds ist absolut in Ordnung. Vielen der Presets wird aber erst durch den Origami Hall Leben eingehaucht.

Hier geht es weiter mit Best Service Titan Testbericht

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Lesermeinungen (3)

zu 'Best Service Titan Testbericht: Der Titan unter den virtuellen Workstations?'

  • clipnotic   12. Jan 2011   10:55 UhrAntworten

    Ein Toller Test, der den Titan ultimativ anpreist ;-)

    Mich würde mal interessieren ob die vielen Probleme mit dem Engine Player mittlerweile durch Updates gefixt wurden. Ich hab mir vor ca. einem Jahr allein schon mit der Installation der Demo, 2 mal des System geschossen. (Glücklicherweise bin ich fleissig am Backups erstellen bevor ich was am System ändere ;-) ). Dann gab es so Geschichten wie Soundpeaks, Ausfälle und Crashes in FL Studio 8 und 9 trotz hochwertiger Hardware und guter Systemkonfiguration.

    WIE GESAGT DAS IST CA. EIN JAHR HER !!

    Also wenn Jemand mal aktuell kurz berichten könnte ob nun mittlerweile eine problemlose und gut dokumentierte Installation durchführbar ist und man auf Stabilität besonders in FL Studio 9.1 unter Win 7 64 Bit (Engine soll aber als 32 Bit genutzt werden) zählen kann - das wäre super !! Ich finde sowas gehört heutzutage irgendwie auch mit in einen Testbericht, da ja heutzutage 90% der Software meist völlig unfertig auf den Markt geworfen wird.

  • allsop   09. Feb 2011   14:19 UhrAntworten

    Ich würde ja gerne was darüber schreiben ob und wie der Titan jetzt läuft. Aber leider ist manbei Yellowtools nicht in der Lage mir einen Response Code zur Freischaltung der Software zu senden.
    Ich habe mich nach der Installation der Software bei Yellotools registriert, dann meinen Produkt-Code eingegeben und warte jetzt schon seit 140 Minuten auf meinen Response Code.
    Das ist echter Service am Kunden.
    Telefonisch ist auch niemand zu erreichen, die Nummer wird umgeleitet, wahrscheinlich in den Keller.

  • dr.squ   19. Dez 2011   10:33 UhrAntworten

    Bisher wurde Workstation dadurch definiert, dass es sich um ein Komplettsystem handelt, um ganze Songs zu machen. Div Instrumente, Drums, Mehrere Spuren/Multitimbral, Effekte - und eben auch einen kompletten Sequenzer.

    Trotz doch noch eher genügend Syntheseparameter, eine 36GB-Bombe?

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