Amplitube 3 Testbericht: Vielseitige Gitarrensoftware

5
SHARES
Amplitube 3 Testbericht

Alte Bekannte im Amplitube 3 Testbericht

anzeige

Amplitube 3 Testbericht

IK Multimedia gehörte mit zu den ersten Herstellern, die die Nische mit Tonstudios und Gitarristen erkannten, die nach einer Softwarelösung für Gitarrenklängen in der DAW suchten. Und so wurde die erste Version geboren, die vor nicht allzu langer Zeit mit Amplitube 3 in die dritte Runde ging.

Amplitube 3 ist eine Software, die Gitarrenverstärker emuliert und als Standalone sowie Plugin für die Schnittstellen AU, VST und RTAS verfügbar ist. Mit der aktuellen Version wurden die klanglichen Optionen enorm mit neuen Amps, Pedalen und anderem virtuellen Equipment aufgestockt.

 

Was bietet Amplitube 3?

Etwa vier Jahre Entwicklung sind zwischen der Veröffentlichung der zweiten und dritten Version ins Land gezogen. Amplitube 3 bietet insgesamt 31 Gitarrenverstärker, 46 Boxen sowie 15 virtuelle Mikrofonmodelle, die jeweils einen eigenen, charakteristischen Klang mit sich bringen. Dazu kommen noch sagenhafte 51 Pedale (Stomp Boxes) und Effekte – unzählige Möglichkeiten, den Gitarrenklang für die eigenen Aufnahmen zu formen.

Die Oberfläche wurde überarbeitet und wirkt nun etwas aufgeräumter auf mich, obwohl es für einen neuen Nutzer sicher eine Weile dauern könnte, um sich im Programm zurechtzufinden.
Die speziellen Versionen Metal und Jimi Hendrix sind übrigens in Amplitube 3 enthalten. Solltest Du dir Amplitube Fender oder Ampeg SVX zulegen, so kannst Du diese auch komplett aus Amplitube 3 steuern.

Amplitube 3 Testbericht

Alte Bekannte im Amplitube 3 Testbericht

Verstärker-Modelle

Unter den vielen Verstärkermodellen befinden sich nicht nur welche für Gitarre, sondern auch drei für Bass. Natürlich finden sich hier die üblichen Verdächtigen von Vox bis Marshall und viele darüber hinaus. Sie sind nicht nur klanglich liebevoll gestaltet worden, auch in die Grafik ist viel Mühe eingeflossen.

Das Modeling beim Amplitube 3 klingt durch die Bank weg gut, kommt aber für den Preis eines Leistungshungers, der zuweilen weh tut. Auf meinem i7 wurde bei einigen Presets in der Standalone-Version auch schon mal über 10% CPU verbraucht. Vollbepackt mit Effekten und Pedalen bis an die Zähne (nur zum Test, macht ja keinen Sinn sonst) habe ich sogar 22% geschafft.

Abhilfe für das alltägliche Arbeiten in der Produktion schaffen hier drei Knöpfe zum Einstellen der Klangqualität. Mit diesen kann der Modus zwischen High, Mid und Eco umgeschaltet werden. In oben genannten Test mit allen Effekten konnte ich mit dem Modus Eco immerhin 10% einsparen. Allerdings ist das auch im Klang bemerkbar. Für das Bouncen wird dann einfach wieder die höchste Qualitätsstufe angewählt.

Fairerweise sollte ich noch erwähnen, dass Amplitube 3 auch in der geringsten Stufe noch mit vielen anderen Softwarelösungen der Mitbewerber mitzuhalten scheint.

 

Die richtige Box für alle Fälle

Die aktuelle Ansicht für die Boxenmodelle wurde deutlich weiterentwickelt seit der letzten Version. Den Löwenanteil des Bildschirms wird von der Grafik für die Box selbst eingenommen. Vor dieser befinden sich, je nach Einstellung, ein oder zwei Mikrofone.

Um sie auszurichten, kannst Du die Maus verwenden oder die Draufsicht im Kasten rechts nutzen. Die Draufsicht bietet dir auch einen Crossfader, mit dem Du die relative Lautstärke der beiden Mikrofone einstellen kannst. Dazu kommen noch drei Knöpfe mit Phasendrehung, Mute oder Solo.

Amplitube 3 Testbericht

Boxen, Mikrofone und Raum - Amplitube 3 Testbericht

Die Wahl des Mikrofons lässt sich ebenfalls von hier aus treffen. Es stehen dir insgesamt 15 Modelle zur Auswahl – von dynamisch über Kondensator bis Bändchen-Mikrofon.
Unterhalb der Box finden sich die Einstellungen für den Raum, den Du zum Direktklang hinzumischen kannst. Hier kannst Du sowohl die Größe des Raumes als auch den Stereoabstand der Raummikrofone steuern. Auch hier stehen Knöpfe für Solo, Mute und Phasendrehung bereit.

Der Raumklang kann bei der Aufnahme einer Gitarre durchaus Leben in die Sache bringen. Es lohnt sich, mit dieser Einstellung etwas herumzuspielen. Technologisch wird das durch einen Faltungshall erledigt, der für mein Dafürhalten realistisch klingt.

 

Der Browser

Der neue Browser für die Presets hat mir sehr gut gefallen. Sobald Du ein Preset anklickst, wird im unteren Teil das genutzte Setup schematisch dargestellt. Diese Darstellung hätte ich mir persönlich als Standard im oberen Drittel des Plugins gewünscht.

Weitere Informationen finden sich in schriftlicher Form oben. Dazu gehören Presetname, Beschreibung, Charakter, Künstler, Musikgenre, Typ der Pickups, Gitarrentyp, Songposition und so weiter.
Mit dem Knopf Preset XChange lassen sich über die Webseite des Herstellers die eigenen Presets hoch- und die anderer User herunterladen.

Amplitube 3 Testbericht

Der neue Browser - Amplitube 3 Testbericht

Weniger gelungen ist der „normale“ Browser zum Umschalten der Presets im oberen Teil. Das aufklappende Menü hat bei mir oftmals für ein Verklicken gesorgt, wenn ich mit der umgehängten Gitarre versuchte, die Maus auf Entfernung zu bedienen. Vielleicht hätte man hier besser auf die nicht enthaltenen Packs verzichtet und sich damit eine Ebene gespart.

 

Mix & Match

Unter diesem Namen firmiert die hauseigene Technologie, die es dem User erlaubt, Vorverstärker, Equalizer und Endstufen beliebig zu vermischen. Du kannst also beispielsweise einen Vorverstärker aus einem Vox nehmen, ihn durch einen Marshall-ähnlichen Equalizer und dann durch eine 100W 6L6 Endstufe schicken. Damit lassen sich natürlich Klänge modellieren, die so nicht auf dem Markt erhältlich sind.
Aus der Anleitung ist zu entnehmen, dass die neuesten Verstärkermodelle sowie der Ampeg SVX und der Fender nicht mit der Mix & Match Technologie genutzt werden können. Das läge daran, dass die Komponenten so eng integriert und überaus wichtig für den Sound seien.

 

Standalone Version
In der Standalone Version von Amplitube 3 kommen noch einige weitere Funktionen hinzu. So kannst Du beispielsweise direkt in der Software bis zu vier Spuren aufnehmen und durch unterschiedliche Verstärkermodelle schicken. Wahlweise können hier auch MP3s, WAVs, AIF, FLAC oder SD2 eingeladen werden, um mit diesen zu jammen. Sehr nett.

Ausgerüstet ist dieser Vierspurrecorder namens Speed Trainer mit Metronom, Mastervolumen sowie Lautstärke, Panning, Pitch Shifter und Tempo pro Spur. Zudem gibt es hier auch einen globalen Time Shifting Algorithmus, der dazu genutzt werden kann, die eingeladenen Spuren zu verlangsamen.

Die integrierte MIDI-Funktionalität mit Lernfunktion erlaubt dir, einen eventuell vorhanden Controller in Windeseile für die Steuerung von Amplitube 3 anzulernen.

 

Klangbeispiel Amplitube 3

Hier sind einige Sounds aus der Gitarrensoftware zum Anhören:

 

Übersicht Amplitube 3 Testbericht

Pro

  • Enorme Auswahl an Verstärkern, Boxen und Effekten
  • Standalone-Version ist prächtig zum Jammen und Üben
  • Unterschiedliche Modi erlauben CPU-Last unter Kontrolle zu halten

Contra

  • Leistungshungrig

 

Fazit im Amplitube 3 Testbericht

Die Ausstattung im Amplitube 3 lässt eigentlich keine Wünsche offen. Sowohl Soundfrickler als auch Gitarristen, die einfach nur einen guten Sound unkompliziert anspielen wollen, dürften mit dieser Software bestens bedient sein.

Mit den neuen Effekten wie dem Step Filter, dem Step Slicer und diversen Rezo Effekten lassen sich sehr moderne Sounds zusammenklicken. Im Übrigen ist die ganze Gitarrensoftware Amplitube 3 bestens geeignet, auch andere Musikinstrumente oder Vocals zu bearbeiten.

Alles in allem bekommst Du mit Amplitube 3 eine sehr komplette Softwarelösung für Gitarre. Der aktuelle Strassenpreis liegt bei etwa 270,- Euro, womit es für viele Musiker und Produzenten nicht gerade als Mitnahmeartikel gelten dürfte.

Mehr zum Thema:
        


Lesermeinungen (9)

zu 'Amplitube 3 Testbericht: Vielseitige Gitarrensoftware'

  • Jens   19. Mai 2011   09:40 UhrAntworten

    Sieht sehr nett und spannend aus! Ich bin ja ein (eigentlich für Gitarristen untypischer) Fan solcher Modeling-Lösungen und dieses Paket von Amplitube fehlt mir noch in meiner Sammlung. Mich würde interessieren, wie der direkte Vergleich mit der Konkurrenz aussieht. Also, wer da draußen besitzt Amplitube 3 und darüber hinaus Konkurrenzprodukte (bspw. Guitar Rig, POD Farm etc.) und hat mal konkret verglichen? Was kam raus? Danke schon einmal für Eure Berichte ...!

  • Thomas   19. Mai 2011   13:19 UhrAntworten

    Also, ich bin zwar nicht in Besitz mehrerer Gitarren Sofwarelösungen, hatte jedoch bereits die Möglichkeit GuitarRig und AmpliTube 3 direkt zu vergleichen. Haben mit den "Orange-Amps" getestet > so weit es möglich war die Regler in etwa gleich gestellt > Ich finde AmpliTube viel brillianter, was beim mixen bestimmt einen riesen Vorteil bringt um die Git´s besser durchzubringen.

  • Patrick   19. Mai 2011   17:05 UhrAntworten

    Ich hab Git Rig und Amplitube 2 und Nigel von der UAD und alle haben ihre Daseinberechtigung, wobei ich Amplitube von der Soundqualität und Git Rig von der Vielseitigkein ganz leicht bevorzuge ...

    Kann Amplitube 3 inzwischen eigentlich 64 bit ?

  • Carlos (delamar)   19. Mai 2011   17:45 UhrAntworten

    Amplitube ist die bisher einzige Lösung, dich ich kenne und mit der sich richtige Heavy-Sounds machen lassen. Ansonsten haben alle ihre Stärken.

  • sixtyfourandtwo   19. Mai 2011   23:21 UhrAntworten

    ich besitze amplitube, guitar rig 4 incl rammfire und co und magix vandal, und amplitube schlägt die anderen um längen.
    klingt extrem realistisch und sauber, viele möglichkeiten (mein favorit: die möglichkeit mics an individuellen stellen an der membram zu platzieren) und nahezu perfekt kopierte amps. von den effekten etc nicht so vielseitig wie guitar rig, aber mal ehrlich, wer braucht diesen ganzen kram wie beatmasher und so oO
    bin von haus aus bassist, und als solcher ist amplitube sowieso die einzige wahl, so viele gute bassamps hat kein anderer emulator (GR hat einen!), und der sound ist unschlagbar. besitze selber einen echten gallien krueger, der in amplitube kopiert wurde, und kann in der aufnahme kaum unterschiede ausmachen (und die stammen dann wohl von den mikros) also meine gnadenlose empfehlung!

  • shultzie   20. Mai 2011   13:13 UhrAntworten

    Ich habe ab Version 2 GuitarRig von Native Instruments genutzt. Grund war der Floorcontroller, den ich im Proberaum und auch live klasse fand. Doch als ich dann zum ersten Male Amplitube (das war ne späte Version 2) ausprobiert habe, da hab ich dann die Arschbacken zusammengekniffen und mir Stomp I/O von IK Multimedia geholt. den großen Floorcontroller mit integriertem Audio-Interface. Amplitube 2 war dabei, und da zum Kaufzeitpunkt bereits die Version 3 auf dem Markt war, durfte ich kostenlos auf 3 updaten.... :-)

    Und was soll ich sagen? Soundtechnisch klingt GuitarRig gegen Amplitube wie ein lächerliches Spielzeug! Amplitube schlägt in Sachen Dynamik und Transparenz die Konkurrenz deutlich!!!

    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist die Prozessorauslastung hier im Test. Ich nutze Version 3 an meinem Macbook Pro Late 2009 mit 2,53 GHz Core 2 Duo. Und ich schaffe selbst bei übelsten Setups nicht mehr als 16% CPU-Auslastung... (In Verbindung mit dem Stomp I/O als Audio-Interface)

  • Jens   23. Mai 2011   12:38 UhrAntworten

    Wow, vielen vielen Dank für die reichhaltige Resonanz und Eure doch sehr brauchbaren Antworten auf meine Frage. Da wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als mittelfristig Amplitube zu besorgen ;-)

  • Novik   06. Jul 2011   10:23 UhrAntworten

    Habs mir auch mal geladen und muss sagen, dass es echt sehr gut klingt. Benutze eigentlich die Pod Farm/Gearbox für mein UX1 interface und krieg da eigentlich immer gute Sounds raus. Von clean bis heavy brett. Ist jetzt aber schwer zu sagen, welches jetzt besser klingt. Ich denke Amplitube, Gitar Rig, Podfarm und co sind alle sehr brauchbar. Klar ist aber auch, das Modelling-Software nie das echte Gefühl eines echten Verstärkers ersetzten kann.

  • Musicman sub 1   23. Sep 2011   15:06 UhrAntworten

    Hi leute bin noch sehr jung und unerfahren mit Amplitube ..
    Kann man eigentlich Sachen aufnehmen?

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN