Zoom U-24 Testbericht

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Zoom U-24 Testbericht

Das Zoom U-24 hat auf dem Papier alles, um den Preis für das perfekte mobile Audio Interface (mit Vollausstattung) abzuräumen - wir checken, wie es um Klang, Bedienung, Latenz und mehr bestellt ist ...


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Was ist es?

Das Zoom U-24 ist ein USB Audio Interface mit allen üblichen analogen Eingängen: An Bord sind je zwei Kombibuchsen (XLR & 6,3 mm in einem) für alle gängigen Signaltypen (Buchse 1: Mic, Line, Hi-Z / Buchse 2: Mic & Line).

Dazu gesellen sich Ausgänge in Form von großen Klinken (darunter ein separat regelbarer Output für Kopfhörer) und Cinch-Buchsen sowie MIDI-Anschlüsse (In & Out). Zwei der Ein- und vier der Ausgangskanäle sind gleichzeitig nutzbar. Das Gerät funktioniert mit Windows, Mac OS und iOS. Die Qualität der Wandlung reicht bis 24 Bit & 96 kHz.

Das Gerät kannst Du zum Straßenpreis von 129,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im deutschen Musikalienhandel erstehen.

Es gibt auch einen großen Bruder – das Zoom U-44 [Testbericht]. Es bietet unter anderem zusätzliche digitale Ein- und Ausgänge sowie die Möglichkeit zum Anschluss der Mikrofonkapseln für die hauseigenen Recorder Zoom H6 [Testbericht] und H5.

Mobilität – Der Trumpf des Zoom U-24

Dieses Interface ist ganz besonders für den mobilen Einsatz ausgelegt. So lässt es sich über handelsübliche Batterien mit Strom versorgen und die Nutzung an einem iPad ist möglich. Zudem sind die Maße in Relation zur Funktionalität sehr kompakt (192 x 92 x 43 mm).

In dieser geballten Form gibt es das sonst nur beim oben erwähnten 44er-Modell – dort ist der mobile Aspekt sogar noch viel stärker ausgeprägt: Vorverstärkung und -Wandlung ohne angeschlossenen Computer sowie die Nutzung der hauseigenen Mikrofonkapseln sind möglich.

 

Zoom U-24 Testbericht

Erster Eindruck

Das Zoom U-24 bringt nicht viel auf die Waage, was die mobile Nutzung noch attraktiver macht. Verarbeitungstechnisch gibt es sich solide – die Komponenten sind passgenau miteinander verbunden, ich entdecke Klinkenbuchsen, die fest mit dem Gehäuse verschraubt sind, und bis auf die Bedienfläche oben ist das Chassis gummiert.

Zoom U-24 Testbericht

Das Zoom U-44 von oben – alle analogen Anschlüsse sind hier

Die Drehregler haben ein wenig Spiel, doch das ist nicht weiter schlimm. Hier überwiegt vielmehr die vernünftige Haptik durch den gut bemessenen Drehwiderstand. Vier kleine Gummifüße sorgen für einen oberflächenschonenden Stand – etwas rutschfester könnten sie sein, wobei auch das geringe Gewicht eine Rolle spielt.

Die Treiberinstallation ging schnell vonstatten und ein Neustart von Windows war nicht nötig. Insgesamt konnte ich einen positiven Ersteindruck gewinnen.

Für Mikrofone

Zwei Combo-Buchsen dienen zum Anschluss von zwei XLR-Mikrofonen. Hier kannst Du auch Kondensatormikrofone nutzen, denn Phantomspeisung steht auf Knopfdruck zur Verfügung. Achtung: Es werden stets beide Inputs gemeinsam mit Phantomspannung versorgt – bei einem Mix aus einem Kondensator- und einem dynamischen Mikrofon könnte Letzteres beschädigt werden.

Die Vorverstärkung (das Gain) reicht leider nur bis +43 dB. Mit den meisten dynamischen und praktisch allen Kondensatormikrofonen sollte das kein Thema sein. Außerdem gilt: Besser ein relativ niedriger Pegel als Clipping. Wenn es doch zu Übersteuerungen kommt, leuchtet jeweils eine kleine rote LED neben der entsprechenden Buchse auf.

Für Synthesizer, Keyboards, Drum Machines, E-Drums & Co.

Der Anschluss von Instrumenten und Klangquellen mit Line-Pegel läuft auch über die angesprochenen Combo-Buchsen, allerdings über den innenliegenden Klinkenanschluss.

Mich hätte es ja nicht gewundert, wenn dieser Tausendsassa auch noch Cinch-Eingänge geboten hätte. Beim Homerecording, Field Recording oder bei sonstigen Audio-fokussierten Arbeiten dürfte niemand vermissen. Ausgänge dieses Typs gibt es indes – DJs können sich freuen, siehe übernächstes Kapitel.

Für E-Gitarre & E-Bass

Input 1 kannst Du in einen Hi-Z-Modus (hochohmig) versetzen. Will heißen, dass Du eine E-Gitarre oder einen E-Bass in optimaler Klangqualität aufnehmen kannst. Somit wäre die Unterstützung der klassischen analogen Buchsenformate und Signaltypen vollständig, aber da geht noch mehr …

Für DJ-Mixer

Mit den zwei Cinch-Ausgangspaaren lassen sich etwa zwei Musikstücke aus einer DJ-Software separat herausschicken und an zwei Kanalzüge eines DJ-Mixers senden.

Prima, aber es gibt noch ein Feature, was das Zoom U-24 für DJs endgültig spannend macht: Du findest einen Regler, um das Cue-Signal im Kopfhörer zwischen den zwei Signalpaaren (Kanäle 1&2 ⟷ Kanäle 3&4 aus dem Computer) zu überblenden – genau wie bei DJ-Controllern, nur dass das hier schon auf der Seite des sendenden Geräts umgesetzt wird. Das kenne ich noch von keinem anderen Audio Interface, wunderbar!

In der Praxis mit dem Zoom U-24

Einpegeln

Da die Gain-Regler so klein sind, musst Du sie sehr vorsichtig bedienen. Schon eine Drehung von einem knappen Millimeter hat eine Abweichung von etwa 5 dB zur Folge. Wenn Du regelmäßig die unterschiedlichsten Klangquellen aufzeichnest, wird das vielleicht etwas unbequem, doch ansonsten kann man sich gut damit abfinden.

Abhören

Der Kopfhörerausgang liegt im großen Klinkenformat vor – Standard im fortgeschrittenen Bereich jeglicher Audioanwendungen. Das Signal ist bei höchster Verstärkung kräftig genug, um selbst Kopfhörer mit niedriger Empfindlichkeit bzw. hoher Impedanz laut genug erschallen zu lassen. Die Klangqualität überzeugt, auch bei gehobenen Pegeln.

Wie erwähnt, kann das Monitoring-Signal der vom Computer eingespeisten Stereosignale (DAW-Kanäle 1&2 ⟷ 3&4) im Kopfhörer stufenlos gemischt werden. Auch gibt es einen globalen Regler für die Mischung aus a) Input-Signalen und b) Playback-Signalen aus der DAW oder sonstigen Audioanwendungen des angeschlossenen Rechners. Sehr schön, um dem Musiker beim Recording unterstützendes Playback einzuspielen.

Abgerundet wird die Monitoring-Funktionalität durch Stummschalter für die Output-Kanalpaare A (Klinkenausgänge & Cinch-Paar 1) und B (Kopfhörerausgang & Cinch-Paar 2). Ich bin sehr angetan von der Fülle der Optionen.

Klangqualität

Klanglich agiert das Zoom U-24 tadellos. Beispielsweise durch den wie mit dem Lineal gezogenen Frequenzgang von 0 bis ~18 kHz, das niedrige Grundrauschen und das geringe Übersprechen zwischen den Kanälen.

Auch im subjektiven Höreindruck punktet das Zoom U-24 in seiner Preisklasse. Der Sound ist klar, von hoher Dynamik und impulsfest (mit akkurat abgebildeten Transienten). Die Mikrofonvorverstärker überzeugen, denn hier liegt das Design der hauseigenen portablen Audio Recorder (Zoom H6 & Co.) zugrunde.

Zur semiprofessionellen Anwendung ist dieses Audio Interface ohne den geringsten Zweifel geeignet. Für Hobbymusiker, Homerecording-Freunde, Podcaster, Let’s-Player und YouTube-Videoproduzenten gilt das erst recht.

Treiber

Der Treiber lief über den Testzeitraum hinweg stabil. Natürlich ließe sich die langfristige Zuverlässigkeit erst nach ein paar Tagen des intensiven Betriebs in diversen Recording- und Playback-Szenarien beurteilen, aber bisher sieht alles bestens aus.

Latenz

Zur Latenzmessung des Zoom U-24 kam wie gewohnt ein Roundtrip-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird die kumulierte Latenz (Eingangs- plus Ausgangslatenz) des gesamten Signaldurchlaufs getestet. Sie ist wichtig für all jene, die ein Monitoring-Signal aus der DAW beziehen wollen, also etwa ihre Stimme mit einem Hall oder ihre Gitarre mit einer Amp-Simulation belegen wollen. Mein Testrechner: Ein alter, aber noch recht flotter Rechner (Intel Core i7 X980 mit 12 Kernen à 3,33 GHz).

Zoom U-24 Testbericht

Das Zoom U-24 weist eine vollkommen akzeptable Latenz für die digitalen Audiosignale via USB auf

Bei 44,1 kHz lag die Latenz bei etwa 8 Millisekunden, wenn ich den niedrigsten Puffer im Treiber (64 Samples) wählte. Allerdings konnte ich damit nur sehr rudimentäre DAW-Projekte betreiben, ohne dass Aussetzer und Störgeräusche auftraten.

Problemlos lief es indes mit einem Puffer von 128 Samples. Dabei standen 10,5 Millisekunden zu Buche – und das liegt an der Grenze dessen, was die meisten als wahrnehmbare Verzögerung erkennen.

Kurzum: Die Performance ist respektabel (gerade für die Preisklasse) und fast immer ausreichend. Die Werte können ungefähr auf den Betrieb mit 96 kHz übertragen werden, da hier die Latenz bei gleichem Puffer niedriger ist, aber durch höhere CPU-Belastung auch ein höherer Puffer erforderlich wird.


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SEHR GUT

Zoom U-24 Testbericht am 06.12.2016

Produkt:      Zoom U-24
Hersteller:  

Preis:  129,00 Euro
UVP:    177,31 Euro

Kurzfazit

Kleines USB Audio Interface mit 2 Ein- und 4 Ausgängen plus MIDI I/O. Dieses kompakte Interface kann sehr viel – analoges Audio in allen üblichen Formaten, MIDI, flexibles Monitoring-Signalregelung, Batteriebetrieb und mehr. Die Klangqualität überzeugt, die Latenz ist angemessen niedrig und die Verarbeitung gut. Fein!

Für wen

Produzenten und Musiker beim Homerecording und semiprofessionellen Bereich sowie YouTuber, Podcaster, Videoproduzenten & Co.

Wichtige Merkmale
  • USB 2.0 Audio Interface
  • Für Windows, Mac OS X & iOS
  • Wandlung mit max. 24 Bit & 96 kHz
  • Gleichzeitig nutzbare analoge Eingänge
    • 1 x Mic/Line/Hi-Z – XLR/6,3 mm
    • 1 x Mic/Line – XLR/6,3 mm
  • Analoge Ausgänge
    • 2 x Line – 6,3 mm (L/R)
    • 4 x Line – Cinch (2 x L/R)
    • 1 x 6,3 mm (Stereo) für Kopfhörer
  • MIDI: In & Out – DIN, 5-polig
  • Maße: 192 x 92 x 43 mm
  • Gewicht: 285 g

 


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