Zoom H6 Testbericht

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Zoom H6 Testbericht


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Was ist es?

Der Zoom H6 ist ein portabler Recorder (oft auch Handheld Recorder, Field Recorder, Pocket Recorder o.Ä. genannt ) mit der Option zum Austausch der Mikrofonkapseln; eine XY-Kapsel (zwischen 90 und 120° verstellbar) und eine MS-Kapsel für Mitten/Seiten-Aufnahmen sind enthalten. Zum Verbinden externer Mikrofone oder Zuspieler stehen vier kombinierte Eingänge (XLR/6,3 mm) bereit, deren Gain, Pad und Phantomspeisung sich separat regulieren lassen.

Zoom H6 Testbericht

Die Wandlung geschieht mit max. 24 Bit & 96 kHz, bis zu sechs Kanäle können gleichzeitig als WAV gespeichert werden. Für MP3 sind es zwei simultane Aufnahmespuren und 48 – 320 kb/s mit 44,1 kHz. Das Gerät lässt sich auch als USB Audio Interface (6 Inputs, 2 Outputs) nutzen. Die integrierten Effekte: Hochpassfilter, Kompressor und Limiter.

Vier beiliegende AA-Batterien oder das ebenfalls mitgelieferte USB-Kabel dienen zur Stromspeisung. Ein Windschutz sowie ein SD-Adapter plus passender Micro-SD-Karte(2GB) komplettieren den Lieferumfang. Alles Weitere siehe Infokasten rechts.

Der Zoom H6 ist zum Straßenpreis von 392,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel zu haben.

 

Zoom H6 Testbericht

Erster Eindruck und Verarbeitung

Vorweg sei das optional erhältliche Zubehör genannt: eine Shotgun-Kapsel + Puschel (SGH-6), eine Kapsel mit zwei zusätzlichen XLR/6,3-mm-Inputs (EXH-6), ein Zubehörpaket (APH-6) mit Puschel, Fernbedienung und Netzadapter sowie ein Blitzschuhadapter (HS-1).

Das Gerät und alle enthaltenen Zubehörteile (die beiden Kapseln, ein Mini-USB-Kabel sowie ein SD-Adapter plus passender Micro-SD-Karte mit 2 GB) werden in einem schlanken, inwendig ausreichend gepolsterten Kunststoffkoffer geliefert. Praktisch zum Transport und zum Verstauen. Das Chassis des Recorders macht einen gut verarbeiteten Eindruck, wobei die Seitenteile und die Rückwand mit einem Gummifinish versehen und das anthrazitfarbene Bedienpaneel in gebürsteter Optik daherkommt.

Die leicht geriffelten Kappen der Gain-Potis sitzen für meinen Geschmack gerade noch fest genug auf ihren Drehgebern und weisen einen leichten Drehwiderstand auf. Mit Ausnahme des Aufnahmeknopfes (später mehr dazu) wurde den Buttons wurde ein ausreichend deutlicher Druckpunkt spendiert. Der Wippschalter zur Bedienung der Menüs auf dem Farbdisplay ist recht klein, etwas schwammig und dadurch nicht so bequem zu bedienen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Zoom H6 Testbericht

 

Erste Schritte, Display und Menüführung

Vorab sei angemerkt, dass drei gedruckte Handbücher mitgeliefert werden, nämlich auf Deutsch, Englisch und Französisch; die deutsche Übersetzung ist gut gelungen. Das Manual ist in einem sehr luftigen Layout mit ausreichender Schriftgröße gestaltet und bietet zahlreiche gut verständliche Abbildungen. Es kann losgehen.

Ich verzichtete zunächst auf die Batterien und speiste das Gerät per USB-Kabel. Nach dem Einschalten erwartet mich die Auswahl der Sprache – Englisch und Japanisch stehen zur Verfügung. Nachdem ich Datum und Uhrzeit eingestellt hatte, stehen zwei Optionen zur Wahl: SD Card Reader oder Audio Interface. Ich wählte Ersteres, woraufhin sich der H6 in Windows als Massenspeichergerät zum Zugriff auf die SD-Karte registrierte; unter Mac OS funktioniert das freilich auch. Nach dem Drücken des kleinen Menü-Knopfes auf der rechten Seite wird der Massenspeichermodus beendet und ich gelangte zum ersten Mal zur regulären Recording-Ansicht.

Zoom H6 Testbericht

Das Display punktet mit einer hohen Auflösung, farbiger Darstellung, gutem Kontrast und vor sehr guter vertikaler Blickwinkelstabilität. Die Hintergrundbeleuchtung ist in drei Stufen regelbar und es gibt einen Energiesparmodus. Durch die Winkelung des Displays ist das Gerät insbesondere dann gut zu erkennen, wenn Du den H6 auf ein Stativ schraubst oder beispielsweise bei Interviews flach auf den Tisch legst. Draußen kann es bei wolkenlosem Himmel allerdings etwas schwierig werden. Zudem sind die dargestellten Grafiken und Textinformationen teils sehr klein. Alles in allem dennoch ein gelungenes Display, wie ich finde.

Die Menüstruktur ist schlüssig unterteilt in Sektionen für Aufnahmeeinstellungen, Systemeinstellungen etc. Alles findet sich da, wo man es erwartet.


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EXZELLENT

Zoom H6 Testbericht am 06.03.2014

Produkt:      Zoom H6
Hersteller:  

Preis:  392,00 Euro
UVP:    474,81 Euro

Kurzfazit

Field Recorder mit Wechselkapseln. Beide mitgelieferten Kapseln ermöglichen hochqualitative Aufnahmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und wappnen für komplexe Aufnahmesituationen. Allein die Bedienung über den Wippschalter könnte besser gelöst sein.

Für wen

Fortgeschrittene und Profis, die unterwegs mit Surround-Mikrofonie oder zahlreiche Zuspieler im Mehrspur-Verfahren aufnehmen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Portabler Recorder
  • Austauschbare Mikrofonkapseln
  • XY- und MS-Kapseln mitgeliefert
  • 4 XLR/Klinken-Eingänge
  • Pad, Low-Cut, Phantomsp. per Input
  • Wandlung mit max. 24 Bit & 96 kHz
  • SD-Karten mit bis zu 128 GB nutzbar
  • Line-Ausgang, Kopfhörerausgang
  • Strom via 4 AA-Batterien
  • Mini-USB-Port für Strom & Daten
  • SD-Adapter + Micro-SD-Karte (2 GB)
  • Windschutz
  • Cubase LE 6

 


Lesermeinungen (8)

zu 'Zoom H6 Testbericht: Pocket Recorder mit austauschbaren Mikrofonkapseln'

  • Peter Venus   06. Mrz 2014   20:38 UhrAntworten

    Hallo Felix!
    schöner Testbericht. Kann deinem Lob aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
    Zwei ergänzende Dinge noch, die mir wissenswert scheinen:

    - der Rekorder Funktioniert auch ohne aufgesteckte Kapseln, dann als 4Kanal Rekorder über die Combo-Inputs :)
    - Einziger Wermutstropfen: die Aufsteck-Combo/XLR inputs (EXH-6) bieten KEINE Phantomspeisung…voll schade

    lg

    • Felix Baarß (delamar)   06. Mrz 2014   20:53 UhrAntworten

      Servus Peter! Vielen Dank für die Ergänzungen, gute Info.

  • Torador   08. Mrz 2014   16:32 UhrAntworten

    Danke für den sehr guten Testbericht!

    Eine Frage hätte ich aber noch:

    Ich nutze schon seit Jahren den Zoom H2 sehr gerne, um unsere Bandproben mitzuschneiden, indem ich ihn einfach in die Mitte des Proberaums stelle, über alle vier Mikros aufnehme und die Surroundaufnahme dann als Stereo-File bounce. Wenn ich nichts übersehen habe, wäre der H6 für dieses Szenario nicht geeignet, da er ohne zustäzliche Mikros nicht omnidirektional aufnehmen kann, oder?

  • Tom M.   30. Jun 2014   19:20 UhrAntworten

    Danke für den aussagekräftigen Testbericht. Ich überlege mir, dieses Teil zuzulegen. Aber eine Antwort auf eine für mich sehr wichtige Frage habe ich bisher nirgends gefunden: Ich würde das Gerät fast immer ohne aufgesteckte Mikrofonkapsel, sondern mit hochwertigen externen Mikrofonen benutzen (soll ja wie hier geschrieben funktionieren). Die Eingänge 1 und 2 würde ich dann über den stero-Link zu einer Stereospur verbinden. Meine Frage: Muss bei einer solchen Konfiguration über die gain-Regler jeder Eingang separat ausgesteuert werden oder gibt es auch hier eine link-Funktion, die die stereo-Aufnähme mit nur einem gain-Regler für rechts und links parallel aussteuert? Wer kann mir helfen? Danke

  • WAECHTER   06. Sep 2014   21:12 UhrAntworten

    Ich bin von dem Klangeindruck des Recorders auch begeistert.
    Für Musikaufzeichnungen live bestens geeignet.
    Nur nirgend lese ich etwas über den Frequenzbereich oberhalb von 20kHz.
    Theoretisch sollten 40kHz möglich sein.
    Das wäreaber für meine Anwendung sehr wichtig.
    Der DR-05 von Tascam kann es, da steht es auch in der Spezifikation drin.
    Beim H6 nur besser als CD. Aber wie viel, welchen Frequenzgang haben die Mikrofone?
    Weshalb interessiert das niemanden?

    Gruß, WAECHTER

    • Amos Stoklasek   08. Jan 2015   10:20 UhrAntworten

      Beim H6 nur besser als CD. Aber wie viel, welchen Frequenzgang haben die Mikrofone?
      Weshalb interessiert das niemanden?

      Gute Frage!!!!!!!!!!

  • Udo Kurpjuweit   15. Nov 2014   18:11 UhrAntworten

    Hallo Felix,

    Deinem Gerät waren drei Manuals beigelegt (d,e,f), meinem, das ich gerade von Thomann gekauft habe, nur das englische.

    Thomann behauptet, es gäbe gar keine deutsche Anleitung in gedruckter Form, nur als pdf.

    Weißt Du etwas Näheres?

    Gruß Udo

    • Amos Stoklasek   27. Feb 2015   10:19 UhrAntworten

      War bei mir Auch so. Glaub andere Ausgabe.

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