Zoom H4n Pro Testbericht

11
SHARES
Zoom H4n Pro Testbericht

Feinschliff für einen etablierten 4-Spur-Recorder: Erfahre im Zoom H4n Pro Testbericht, wie die Neuerungen überzeugen und warum das portable Gadget wohl das beste seiner Klasse ist


anzeige


Was ist es?

Der Zoom H4n Pro ist ein tragbarer Audio Recorder mit zwei integrierten Mikrofonen in X/Y-Anordnung für Stereoaufnahmen. Außerdem sind zwei Combo-Buchsen (jeweils XLR/große Klinke kombiniert) an Bord, um externe Mikrofone zur Klangaufzeichnung zu verwenden.

Diese vier Kanäle können gleichzeitig verwendet werden. Auch die Nutzung als USB Audio Interface ist möglich. Alles Weitere siehe Infokasten.

Das Gerät ist zum Straßenpreis von 229,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

In diesem Zoom H4n Pro Review werden vor allem die Neuerungen in den Fokus gerückt. Sie lauten wie folgt …

 

Zoom H4n Pro Testbericht

Zoom H4n Pro Testbericht

Im Lieferumfang des Zoom H4n Pro: eine schützende Kunststoffhülle

Gummiertes, ergonomisch geformtes Gehäuse

Die Verarbeitung ist sehr gut. Ich erspähe winzige Spaltmaße und freue mich über das verwindungssteife Gehäuse. Das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber als der auf maximale Mobilität, Leichtgewicht und einen niedrigen Preis getrimmte Kleinst-Recorder Zoom H1.

Die neue, matte gummierte Oberfläche fühlt sich sehr angenehm an und sorgt für einen richtig guten Griff. Das kommt insbesondere bei verschwitzten Händen und in Eile gelegen.

Weiß hintergrundbeleuchteter LCD-Bildschirm

Die Farbe der LCD-Hintergrundbeleuchtung ist nun nicht mehr Orange, sondern Hellblau-Grau. Das wirkt etwas dezenter und professioneller, ansonsten sehe ich keine Veränderung zum Positiven oder Negativen hin.

Nach wie vor ist die Lesbarkeit gut, da Displaygröße, Auflösung und Beleuchtungsstärke überzeugen können. Ferner ist die Anordnung der Bildschirmelemente (Aufnahmezeit-Anzeige, Pegelbalken, Menüstruktur & Co.) klar zu erfassen.

Neue, verriegelbare Combo-Buchsen

Die Combo-Buchsen sind seit der neuen Version verriegelbar. So ist es ausgeschlossen, dass die XLR-Kabel von externen Mikrofonen, Mischpulten & Co. herausgezogen werden und damit eine Aufnahme jäh unterbrochen wird. Wie gehabt lassen sich hier XLR sowie 6,3 mm Klinken symmetrisch anschließen.

Normalerweise sind auch ohne Verriegelung eine stabile Phantomspeisung sowie ein dauerhafter Betrieb von Kondensatormikrofonen ohne Störgeräusche oder Aussetzer gewährleistet. Die Verriegelung sorgt aber noch für das letzte Fünkchen Stabilität.

Sehr schön, das sieht man sonst eher bei Profigeräten mit doppeltem Preis.

Preamps mit niedrigem Rauschen & mehr Headroom

Eine nette Überraschung: Die Mikrofonvorverstärker stammen aus den auseigenen Edel-Recordern H6 (hier: Zoom H6 Testbericht) und H5. Da diese in puncto Neutralität und Detailreichtum ausgezeichnet abschneiden, erwartet dich auch beim Zoom H4n Pro ein ausgesprochen feiner Sound für den Preis.

Hiervon profitieren die – sehr guten – internen Mikrofone (übrigens aus dem iPhone-Aufsteckmikrofon Zoom iQ6) und deine externen Mikros, sofern diese ebenfalls hochwertig sind.

Zoom H4n Pro Testbericht

Fein wie eh und je klingen die integrierten Mikrofone in XY-Anordnung

Das Eigenrauschen konnte auf -120 dBu EIN reduziert werden. So werden auch die sanftesten Zwischentöne eingefangen, gerade beim Field Recording: Blätterrascheln, ein Flüstern und dergleichen werden nicht vom Rauschen übertüncht.

Konzerte und beliebige andere Ereignisse mit sehr lauten, ja ohrenbetäubenden Klängen lassen sich mit dem Zoom H4n Pro sehr gut aufzeichnen. Der Grund: Bis zu einem Schalldruck von 140 dB gelingen Aufnahmen ohne nennenswerte Verzerrungen (Stichwort: Klirrfaktor). Das entspricht ungefähr einem gerade mal 100 Meter entfernten Düsenflugzeug.

Integrierte Multieffekte à la Zoom G5n

Für mich sind Effekte bei einem Recorder stets ein Gimmick, da ich meinen Sound eher eigenständigen Effektgeräten in der Post Production anvertrauen möchte. Trotzdem sind sie ein schöner Bonus – etwa bei der Nutzung als Audio Interface, um Hall auf dem Vocal/Gitarren-Sound zu haben will oder schnelle E-Gitarrenaufnahmen mit Amp-Simulation zu machen.

Gerade Letzteres ist durch die Entlehnung der Effekte aus dem hauseigenen Multi-Effektgerät G5n ein Feature, das sich nicht verstecken muss.


Mehr zum Thema:
        

EXZELLENT

Zoom H4n Pro Testbericht am 21.09.2016

Produkt:      Zoom H4n Pro
Hersteller:  

Preis:  229,00 Euro
UVP:    260,61 Euro

Kurzfazit

Tragbarer Recorder mit X/Y-Stereomikrofon und 2 Combo-Buchsen für 4-spurige Aufnahmen. Die Klangqualität – ob mit den internen oder externen Mikros – muss sich nicht hinter den hauseigenen Boliden verstecken und überzeugt in allen Belangen. Auch bei der Handhabung wurde durch das sehr gut verarbeitete, gummierte Gehäuse zugelegt. Heraus kommt ein in seiner Klasse höchst empfehlenswerter und preislich voll angemessener Handy Recorder.

Für wen

Hochambitionierte, Fortgeschrittene und (Semi-)Profis, die 4-spurig aufnehmen wollen – Videofilmer, Field-Recording-Freunde, Musiker und mehr.

Wichtige Merkmale
  • Portabler Audio Recorcer
  • X/Y-Stereomikrofon (90° oder 120° Aufnahmewinkel einstellbar)
  • 2 x XLR/6,3 mm für externe Mikrofone (Phantomspeisung schaltbar) & Co.
  • Alle 4 Spuren gleichzeitig und separat aufnehmbar
  • Wandlung mit bis zu 24 Bit & 96 kHz
  • Grenzschalldruckpegel: 140 dB
  • Phrasentrainer & Tuner
  • Limiter
  • Integrierte Multieffekte à la Zoom G5n
  • Lautsprecher integriert
  • Für SD- oder SDHC-Karten (max. 32 GB)
  • USB-Anschluss für die Nutzung als Audio Interface & Firmware-Updates
  • Gummiertes Gehäuse
  • Lieferumfang:
    • Schutzhülle aus Kunststoff
    • 2 AA-Batterien
    • Lizenzen für Steinberg Cubase LE & WaveLab LE
  • Netzteil + Windschutz + Fernbedienung separat erhältlich

 


Lesermeinungen (3)

zu 'Zoom H4n Pro Testbericht: Professioneller Sound für die DSLR, Musiker & Podcaster'

  • Patrick   24. Sep 2016   16:07 UhrAntworten

    Eine Frage nun am Rande: den H4N gibt es meines Wissens ja schon seit 2009. Was unterscheidet nun den H4N vom H4N Pro? Oder ist das im Prinzip noch immer das gleiche Gerät?

    • Felix Baarß (delamar)   25. Sep 2016   15:51 UhrAntworten

      Hallo Patrick,

      den ersten Teil des Testberichts (Seite 1) habe ich ausschließlich den Neuerungen gewidmet. In fünf Abschnitten: Gummiertes Gehäuse, Display (andere Hintergrundfarbe), verriegelbare Combo-Buchsen, bessere Preamps (weniger Rauschen, mehr Headroom) und die integrierten Multieffekte aus dem Zoom G5n.

      Kurzfazit: Von den Features her ist es grob gesagt das gleiche Gerät, nur eben die Deluxe-Variante mit edleren Preamps, etwas besserem Handling und Effekten.

      Gruß,
      Felix

      • Patrick   25. Sep 2016   18:21 Uhr

        HI Felix! Alles klar, vielen Dank für die rasche Antwort. :-) LG

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN