XLN Addictive Keys Testbericht

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XLN Addictive Keys Testbericht

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Was ist es?

Bei XLN Addictive Keys handelt es sich um ein Plugin mit den Klängen von Konzertflügel, Klavier und E-Piano, das Musikern, Produzenten und Songschreibern einen zügigen Workflow zum Komponieren und zum Festhalten musikalischer Ideen bieten will. Es schickt sich an, für die Produktion aller Musikstile geeignet zu sein. Diverse Effekte stehen zur Verfügung, zudem wurden die Instrumente mit zahlreichen Mikrofonen abgenommen, deren Klangbilder zum Variationsreichtum beitragen.

Das Programm läuft unter Windows und Mac OS X und lässt sich auch in einer eigenständigen Version (»stand-alone«) betreiben, während sich die Einbindung in deine DAW-Software über die Schnittstellen VST, AU und RTAS realisieren lässt.

 

XLN Addictive Keys Testbericht

Erster Eindruck

Der Installer lädt die benötigten Programmdateien herunter, nachdem Du dich eingeloggt bzw. direkt über den Installer erst einmal einen Account bei XLN Audio kreiert hast. Das klappt nach Eingabe der Seriennummer und einiger Angaben zum verwendeten Computer (es werden immerhin zwei gleichzeitige Installationen erlaubt) einwandfrei; die Download-Server waren bei meinem Test auch rasend schnell, so dass die Prozedur nach einer kleinen Kaffeepause bereits erledigt ist.

XLN Addictive Keys Testbericht

Installation und Update sind recht komfortabel

Fein: In der Übersicht meiner lizenzierten Produkte bzw. Add-Ons wird direkt angezeigt, ob die bei mir installierten Versionen auf dem neuesten Stand sind oder ob Updates bereitstehen. Nicht so fein: Die Plugins werden ungefragt in das von mir seit jeher verschmähte VST-Standardverzeichnis (bei Windows unter \Programme\Steinberg\Vstplugins) installiert.

Das eigentliche Programm lädt in einem Wimpernschlag, auch der Instrumentenwechsel geht rasch vonstatten. Nach dem gegebenenfalls nötigen Einrichten von Audio Interface und MIDI-Keyboard steht die Entscheidung an, ob Du einen Konzertflügel, ein Klavier oder ein E-Piano spielen möchtest. Kurze, knackige Infos zu diesen drei virtuellen Instrumenten stimmen ein und umreißen, wie sie aufgenommen wurden, anstatt mich mit zu vielen Informationen zuzuschütten.

Die PDF-Handbücher – es gibt eine Schnellstartanleitung und eine ausführliche Version – sind gut gelungen, leserlich gestaltet und mit erhellenden Bildern versehen.

 

Zur Erkundung

Zu allen drei Instrumenten gibt es je drei Ansichten, auf denen Presets nebst passenden kleinen Sequenzen verlinkt sind. Nettes Bouquet. Die »Producer«-Abschnitte bieten dabei zusätzlich vier einfache Klangregler – Klangfarbe (eine Art Balance-Filter), Timbre, Dämpfung und Effektstärke, beim E-Piano stattdessen standesgemäß Verzerrung, Hall und Tremolo. Diese Regler bieten eine willkommene Möglichkeit, den Sound schnell umzuformen, ohne erst in die komplexe Editieransicht (siehe unten) zu wechseln.

Nach meinen oben geschilderten, überwiegend positiven ersten Eindrücken ist dies ein weiteres Beispiel für das gehaltene Versprechen des unmittelbaren Einstiegs und schnellen Workflows, den die Entwickler in ihrer Produktbeschreibung mehrfach versprechen.

 

Editierung

Unter »Edit« findest Du alle Parameter und Stellschrauben, um den Klang ganz nach deinen Wünschen zu formen. Den Anfang machen genrebedingt grundlegende Instrumenteneinstellungen wie Pedalgeräusche oder Korpus- und Saitenresonanzen.

XLN Addictive Keys Testbericht

Die Hauptsektion zur Gestaltung des Klangs

Es folgen die Tonhöhen-, Filter- und Lautstärkeneinstellungen, jeweils mit eigener grafisch editierbarer Hüllkurve. Die meines Erachtens für das Spiel von Tasteninstrumenten sehr wichtigen Einstellungen zur Umsetzung der Anschlaghärte sind im Falle von XLN Addictive Keys zur Genüge editierbar: Die Velocity kann hier in jeweils frei bestimmbarer Stärke Auswirkungen auf die genannten Hüllkurven haben, außerdem lässt sich noch der Velocity-Umfang eingrenzen.

Die Entwickler haben sogar ein kleines Modul eingebaut, mit dem Du analoges Rauschen einstreuen kannst, von einem Neumann-Mikro über Vinyl- und Bandrauschen bis hin zum Big Muff und einem Jupiter 8.

Der 3-Band-EQ ist angenehm schlicht und bietet das für mich immer sehr nützliche Feature, mit dem sich die Flankensteilheiten des mit dem Mauszeiger anvisierten Bandes per Mausrad schnell justieren lassen. Und die Effektauswahl? Zwei der folgenden Effekte kannst Du in beliebiger Kombination gleichzeitig verwenden: Kompressor mit Verzerrung, Chorus, Phaser, Tremolo.

Ab und zu hätte ich mir gewünscht, das Routing der Module umordnen zu können, um beispielsweise das schöne Vinylknistern nicht vom Chorus in die Mangel genommen wird. Ja, das ist durchaus Meckern auf hohem Niveau, da das Angebot hier für den Preis insgesamt doch reichlich ist, gerade wenn man den Preis betrachtet.

Die drei Instrumente wurden sehr aufwändig mit einem Potpourri von dynamischen, Röhren-, Bändchen- und Grenzflächenmikrofonen an mehreren Stellen im Raum abgenommen. So entstanden teils sehr unterschiedliche Klangeindrücke von den Instrumenten, von intimen Nahaufnahmen bis hin zu distanzierten, epischeren Klängen mit viel Raumanteil.

XLN Addictive Keys Testbericht

Die Platzierungen der Mikrofone für die Mehrfachaufnahme

Aufgepasst: Im Mixer kannst Du nun bis zu drei Aufnahmen mischen und mit jeweils eigenen EQ- und Effekteinstellungen versehen. Die klanglichen Möglichkeiten werden dadurch exponentiell erweitert. Und dann kommt zudem der Master-Effektkanal darüber. Eins noch: Ein in doppelter Ausführung enthaltener Zwitter aus Delay und Reverb ist auch dabei, dessen Möglichkeiten wie so oft am besten über einen Screenshot transportiert werden:

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Auch Delay & Reverb sind an Bord

Im Bereich »Session Settings« gibt es Optionen, mit denen Du das Spielverhalten nach deinen Wünschen anpassen kannst. Die Tonhöhe jeder einzelnen Taste lässt sich um ±50 Hundertstelhalbtonschritte verstimmen, Einstellungen für das Modulationsrad und Aftertouch lassen sich tätigen, Du kannst die Velocity-Kurve verbiegen, vom Kammerton A abweichen und mehr. Falls es noch Zweifel an der Tauglichkeit für Profimusiker geben konnte, sollten diese hiermit ausgeräumt sein.


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SEHR GUT

XLN Addictive Keys Testbericht am 02.10.2012

Produkt:      XLN Addictive Keys
Hersteller:  

Preis:  149,00 Euro
UVP:    159,00 Euro

Kurzfazit

Flügel, Klavier und E-Piano. Dieses virtuelle Piano-Trio ist zugänglich gestaltet, komfortabel und bietet viele Möglichkeiten zur Klanggestaltung.

Für wen

Alle, die möglichst reibungslose Performances mit Pianosounds hinlegen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Flügel, Klavier und E-Piano
  • Windows & Mac OS X
  • VST, RTAS, AU & stand-alone
  • Mehrfach mikrofoniert
  • Effektsektion
  • Memo-Recorder
  • Cloud-Anbindung

 


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