Waldorf Largo Testbericht

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Waldorf Largo Testbericht

Die GUI beim Waldorf Largo (Testbericht)


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Was ist es?

Waldorf Largo ist ein virtueller Synthesizer, der für die Schnittstellen AudioUnit (AU) und VST zur Verfügung steht. Das Plugin klingt seinen Hardwarevorbildern „Q“ und „Blofeld“ mehr als nur ähnlich und kopiert die komplette Waldorf-DNS-Technologie.

Dennoch gibt es auch heute noch Musiker, die sich mit Softwareinstrumenten nicht anfreunden wollen. Ob Waldorf hier nachzubessern hat, oder ob die Software überzeugen kann, dazu nehmen wir den Largo nun genauer unter die Lupe. Frei nach dem Motto „Verstehe, was Du hörst“ folgen demnach zunächst die wichtigsten…

 

Waldorf Largo Testbericht

Einleitung

Wenn Kenner mit hysterisch anmutenden Gesten einen Ihrer analogen Synthesizer zu erklären versuchen, dann dreht es sich in der Regel nur um eine Handvoll Hersteller. Einer von Ihnen ist die traditionsreiche Firma Waldorf Waldorf aus dem gleichnamigen Dorf in der Eifel. Weltweit bekannt wurde der Betrieb mit dem „Microwave“ im Jahr 1989, später folgten unter anderem der „Q“ und kürzlich auch der „Blofeld“.

Die beiden Letztgenannten bilden nun die Basis für den inzwischen als Version 1.5.1 erhältlichen Softwaresynthesizer „Largo“.
Getestet wurde mit einem Quadcore Intel i7 mit je 2,9 GHz, bei 8 GB RAM Systemspeicher. Aufgrund der Auslastung von rund 15-20 % der Systemressourcen bei allen vier aktiven Layern vermute ich, dass die Herstellerangabe von 800 MHz in den Mindestanforderungen wirklich die unterere Grenze etikettiert.

 

Installation

Die Installation des Largo verlief ohne Probleme. Kurz nach dem Installieren wurde online der Produkt-Key abgefragt und eine E-Lizenz erstellt. Der gesamte Vorgang dauerte auf meinem System rund zwei Minuten. Danach konnte die Software mühelos in meine DAW-Software eingebunden werden.

Waldorf Largo Testbericht

Die GUI beim Waldorf Largo (Testbericht)

Erster Eindruck

Gleich beim ersten Öffnen präsentiert sich der Waldorf Largo in hellen bis dunklen Grau- und Silbertönen. Dies mag auf den ersten Blick ein wenig kühl erscheinen, dient aber letztendlich der guten Ablesbarkeit aller Einstellungen. Jene werden nämlich deutlich Rot hervorgehoben.

Überhaupt macht der Largo sofort einen aufgeräumten Eindruck, welcher sich später auch über die untere Buttonleiste durch zieht. In dieser befinden sich u.a. Matrix und Effekte, zu denen ich aber später im Test genauer eingehen werde. Die gesamte Präsentation erschließt sich mir in kürzester Zeit, was das Arbeiten mit diesem virtuellen Instrument auf Anhieb begünstigt.

Waldorf Largo Testbericht Kopfzeile

Kopfzeile beim virtuellen Synthesizer

Aufbau

Im oberen Teil des Plugins finden sich nicht nur Name und Hersteller des Produktes, sondern auch schon die ersten Einstellungsparameter. Links befinden sich die Buttons „Browse“ und „Edit“, gefolgt von einem Titelfenster, das Name und Kategorie des jeweils geladenen Patches angibt. Das Fenster rechts daneben gibt Parameter, Value, und CC-Nummer an.

Während der Edit-Knopf die Bearbeitungsoberfläche aufruft, dient „Browse“ dazu, aus der riesigen Liste von Werks- und eigenen Sounds komfortabel auszuwählen. In der getesteten Version 1.5.1 sind bereits weit über 700 Patches deponiert. Um die Übersicht nicht zu verlieren, werden diese je nach Kategorie oder Ersteller in einzelne Menüs unterteilt.

 

OSC und Mixer

Links darunter befinden sich die Oszillatoren. Drei an der Zahl, und zwei davon inklusive eines Sub-OSC. Plus/Minus vier Oktaven Stimmumfang sowie ein Detune- und Semitonregler sind als stimmbarer Bereich vorhanden. OSC 3 besitzt „nur“ die vier Grundsounds (Puls, Sägezahn, Dreieck, Sinus) während OSC 1 und OSC 2 zusätzlich ein ganzes Arsenal von Wavetables zu Eigen haben. Diesen stehen damit über 70 Wellenformen bzw. Wellensätze zur Verfügung.

Zusätzlich ist man in der Lage mit Fadern die Frequenzmodulation zu beeinflussen. Entweder durch einen anderen Oszillator, LFO (Low Frequency Oscillator), Noise oder Hüllkurven. Darüber hinaus dürfen die Grundklänge im Fenster noch mit der Maus korrigiert werden. Wem das alles noch nicht genug sein sollte, der bekommt direkt daneben im Mixer nochmals die Möglichkeit die „Balance“, also die Aufteilung des Grundsignals sowie die Lautstärke zu verändern.

Die Chancen zur Klangsynthese sind alleine im Grundaufbau schon beeindruckend und lassen, da in sich stimmig, kaum einen Wunsch offen. Wer es noch spezieller möchte, kann die Matrix verwenden – später mehr.


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SEHR GUT

Waldorf Largo Testbericht am 22.11.2011

Produkt:      Waldorf Largo
Hersteller:  

Preis:  199,00 Euro
UVP:    229,00 Euro

Kurzfazit

Typischer Waldorf-Klang in Form eines virtuellen Instruments. Virtueller Synthesizer mit charakteristischem Klang und einer Vielzahl an Soundmöglichkeiten.

Für wen

Elektronische Soundbastler, Waldorf-Fans und Soundtüftler

Wichtige Merkmale
  • Software-Synthesizer
  • bis zu 256 Stimmen
  • bis zu 4 Layer pro Sound

 


Lesermeinungen (9)

zu 'Waldorf Largo Testbericht: Das Monster von Ahrweiler'

  • Holger Steinbrink   22. Nov 2011   09:25 UhrAntworten

    Den negativen Punkt wegen Fehlen des Vocoders kann ich nicht verstehen, der Largo ist ja kein 1:1 Q-Nachbau. Zumal Waldorf mit dem Lector einen sehr hochwertigen und komplexen Vocoder im Programm hat. Da lohnt sich sicherlich auch mal ein Test ;-)
    Ach ja, un der Autor sollte sich nochmal genau mit den "Stages" beim Chorus-Effekt beschäftigen, da hat er wohl was nicht genau verstanden. Ich empfehle mal einen Blick ins Handbuch ;-)
    LG aus Waldorf,
    Holger

  • Wirgefuehl   22. Nov 2011   10:42 UhrAntworten

    Trotz der Kritik von Holger ein sehr ausführlicher, tiefgehender Bericht, der Lust auf Largo macht.

    Danke dafür, Torsten und delamar!

  • Phill Dodge   22. Nov 2011   10:12 UhrAntworten

    Kurz nach dem erscheinen kaufte ich mir den Largo. Heute ist er mein Allrounder. Von herrlich schreienden, kreischenden filtern über richtig schön dreckig, bis hin zu ganz sanft und ruhig kann man sich dank der guten Übersicht schnell den geeigneten Sound zurechtschrauben.

    Vor allem die gut klingenden Filter sind erste sahne, was mich zu dem Wunsch bringt den Largo auch als effektplugin nutzen zu können, wie das bei einigen Softwaresynthies möglich ist. Denn solch gut klingende Filter kenn ich sonst vom Filterfreak von Soundtoys.

    Es wäre zu wünschen das er weiterentwickelt wird und vielleicht beim nächsten Update eine effektplugin Nutzung möglich ist.

  • orschd   22. Nov 2011   10:55 UhrAntworten

    Hallo Holger,
    natürlich soll Largo kein Nachbau sein, sondern ein eigenständiges Produkt. Das habe ich ja auch im Test schon berücksichtigt. Anhand der Wertung erkennst Du sicherlich das es dem fehlenden Vocoder wegen nur einen "viertel" negativen Punkt gab. Insgesamt also 4,5 von 5 Punkten. Der Grund war ganz einfach, das ich persönlich sehr viel mit Voco's arbeite, und den sehr guten V. des "Q" schätze. Er fehlte mir somit einfach im Konzept.
    Zum Chorus, ich zitiere von der Waldorf-Homepage : "Den 2-Stage-Chorus kennen Sie bereits von früheren Versionen, der 4- und 6-Stage-Chorus dient zur Erzeugung weicher und samtener Flächen und Streicherklänge."
    Verstehe ich nicht ? Habe ich etwas anderes behauptet ?

    Beste Grüße

    • Holger Steinbrink   22. Nov 2011   11:28 UhrAntworten

      Hi orschd,
      im Testbericht steht: "Unter „Stages“ versteht Waldorf die Art des Effektklanges." Zunächst mal bezieht sich der Stages-Parameter nur auf den Chorus, das ist etwas missverständlich formuliert. Es ist eben nicht die Art des effektklangs, sondern ein Chorus-typischer Parameter.
      Als Info: Neben dem 2 Stage-Modus (Verstimmung 1 Kanal links, 1 Kanal rechts) bietet der Largo-Chorus einen 4 Stage- (2 / 2) und einen 6 (3 / 3) Stage-Modus. Diese Modi erzeugen einen breiteren, tieferen Sound, der perfekt für Streicher- oder Pad-Sounds geeignet ist.
      Ansonsten ist es aber ein guter Testbericht!
      LG,
      Holger

  • orschd   22. Nov 2011   11:58 UhrAntworten

    Hallo Holger,
    nun wird mir klarer wie Du das meinst.
    Ja, in der Tat, ich hätte dahingehend weiter ausführen müssen und klarer formulieren. Vielen Dank für die Erklärung und Verbesserung. In Zukunft werde ich noch spezieller und deutlicher schreiben !
    Auch Danke für die Blumen, und auch an alle andern für die freundlichen Worte.

    Mit freundlichsten Grüßen
    Torsten

  • Kurzscheidt   22. Nov 2011   13:06 UhrAntworten

    Leider hängt die GUI vom Largo auf meinem PC extrem so das ich das Plugin nicht wirklich nutzen kann.

    Ansonsten bleib ich lieber beim Vorgänger Komplexer, auch wenn jetzt einige gleich wieder aufschreien da wären riesige Unterschiede usw. :-)

  • steffen   04. Dez 2011   22:10 UhrAntworten

    das gui problem kenne ich, macht echt keinen spass und das bei einem softsynth für 200 € damit hat sich waldorf meiner meinung nach keinen gefallen getan. kann ihn leider trotz des updates nicht vernünfigt nutzen. schade

  • Sogyra   02. Mai 2016   09:43 UhrAntworten

    Ich stehe kurz vorm Kauf...ist er denn schon "fehlerfrei" geworden?

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