Wie gut und wie teuer darf ein Kabel sein? Wir testen heute das High-End-Modell Vovox sonorus direct S des Schweizer Herstellers. Ob sich die Investition in diese audiophilen Klangleiter lohnt, erfährst Du in unserem Vovox sonorus direct S Testbericht.
Was ist es?
Bei dem heute hier getesteten Kabel handelt es sich um ein Modell, das vom Hersteller als Klangleiter höchster Qualität im Markt positioniert wird. Das Vovox sonorus direct S wird in Handarbeit in der Schweiz gefertigt und bietet einen soliden Kern aus Kupfer sowie einen eigenen Klangleiter für die Masse.
Es ist weiterhin nicht geschirmt, um die Klangqualität nicht zu beeinträchtigen, und soll auch kleinste Nuancen in Bezug auf räumliche Abbildung sowie Tiefenstaffelung wiedergeben können. Für diesen Testbericht lag uns ein 3,5 Meter langes Mikrofonkabel mit XLR-Anschlüssen vor.
Vovox sonorus direct S 350 Testbericht
Einleitung
Ich bin Skeptiker und als solcher war ich schon im Vorfeld sehr auf den Test von Kabeln aus dem High-End-Bereich wie den Vovox sonorus direct S gespannt. Sowohl Hersteller als auch Vertrieb (und eine nicht unerhebliche Anzahl der mir bekannten Toningenieure aus der deutschen Top-Liga) schwören Stein und Bein auf den Klang dieser Klangleiter. Ist das das Ergebnis des Marketings? Oder gar Esoterik?
Ich wollte der Sache für alle delamari, aber vor allem auch für mich selbst auf den Grund gehen und so haben wir uns einige Kabel des Schweizer Herstellers in die Redaktion kommen lassen. Den Versuchsaufbau haben wir so wissenschaftlich wie uns überhaupt möglich gestaltet – alle Kabel hatten gleiche Chancen und wurden durch dieselbe Elektronik geschickt. Um sicher zu gehen, dass nicht doch der eine Kanal bevorzugt werden würde, haben wir alle Tests auch mit getauschten Kanälen durchgeführt und unsere Ergebnisse verglichen.
Das menschliche Gehirn ist ein mächtiges Werkzeug und spielt uns gelegentlich einen Streich beim vermeintlichen Hören von Unterschieden. Damit unsere Testergebnisse nicht allein durch meinen persönlichen Geschmack (und meine Skepsis) geprägt würden, haben wir die Hörtests in diesem Fall mit drei erfahrenen Leuten aus der Redaktion durchgeführt.
Erster Eindruck
Jedes einzelne der Vovox sonorus direct S Kabel wird in einer Tragetasche aus Stoff und Netz angeliefert, in die das Logo des Herstellers eingestickt wurde. Das mag auf den ersten Blick wie eine unwichtige Nebensache klingen, doch in einer solch hochwertigen Verpackung habe ich bisher noch kein Kabel geliefert bekommen.
In dem Stoffbeutel befindet sich das Kabel, das schon beim ersten Anfassen einen hochwertigen und organischen Eindruck hinterlässt. Beim Lesen des beigelegten Blatts erfahre ich dann auch gleich, dass das kein Zufall ist. Die Ummantelung der Vovox sonorus direct S besteht aus Naturfasern und hebt sich auch optisch von den sonst üblichen Kunststoffummantelungen ab. Sie soll im Übrigen triboelektrische Störsignale verhindern – ich musste auch recherchieren: Störsignale, die aus der Reibung zweier Materialien entstehen können. Ich bin gespannt, ob sich Staub hier mittelfristig festsetzen kann.
Details
Getestet haben wir ein symmetrisches Mikrofonkabel mit XLR-Anschlüssen (männlich/weiblich). Die Stecker kommen aus dem Hause Neutrik und bei der weiblichen Variante ist eine Verriegelung mit an Bord, Profiwerkzeug eben.
Sowohl der Leiter für das Audiosignal als auch der Masseleiter bestehen aus Kupfer. Wie der Hersteller auf seiner Webseite anmerkt, soll es sich dabei um Kupfer der höchsten Reinheitsklasse handeln.
Das Vovox sonorus direct S ist nicht geschirmt, um die Klangqualität dadurch nicht zu kompromittieren. Es könne deswegen zu Einstreuungen kommen, doch sei das Risiko derer gering, verrät der Hersteller weiter. Während unserer Tests haben wir im normalen Tonstudiobetrieb jedenfalls keine Einstreuungen bemerken können, obwohl das Kabel an so einigen Stellen vorbei musste…
In der Praxis
Es gibt noch zwei Dinge, die bei den Klangleitern des Schweizer Herstellers bemerkenswert sind. Zum einen haben Vovox sonorus direct S Kabel eine Laufrichtung, in der sie besser klingen sollen. Gekennzeichnet wird diese durch das kleine Herstellerlabel (siehe auch Bilder) an einem der beiden Enden, das an den Empfänger angeschlossen werden sollte. Bei den uns zur Verfügung stehenden Mikrofonkabeln mit XLR-Anschlüssen ist der Anschluss aber durch die Stecker ohnehin vorgegeben. Insofern konnten wir dies leider nicht in einem direkten A/B-Vergleich selbst erkunden.
Das Zweite ist der Hinweis des Herstellers, die Klangqualität verbessere sich nach zehn bis zwanzig Stunden Betrieb – ganz wie bei einigen Lautsprechern oder Kopfhörern. Auf der Herstellerseite finden sich noch weitere Angaben zur verwendeten Technologie, für den Vovox sonorus direct S Testbericht möchte ich aber eher auf die Dinge eingehen, die relevant für das Tonstudio sind.
Auffällig ist nämlich, dass sich diese Kabel besser zusammenrollen lassen als alle anderen Vergleichsmodelle. Bei den hier verwendeten 3,5 Metern Kabellänge mag das vielleicht noch vernachlässigbar sein, doch bei längeren Kabeln und häufiger Nutzung kann das für den ein oder anderen als Grund für eine Kaufentscheidung herhalten. Ich bin jedenfalls sehr dankbar dafür, wenn Kabel sich unkompliziert aufräumen lassen.



31. Jan 2012 | 11:55 Uhr
interessant! gabs da nicht mal was mit nem kleiderbügel als vergleich… also dass vom messbaren her das alles schwachsinn ist? ob man nun kleiderbügel oder teure kabel nimmt?
31. Jan 2012 | 12:18 Uhr
Ja, es gab mal eine Studie, die besagte, dass Kleiderbügel genauso gut klängen wie normale Kabel. Angesichts unserer eigenen Tests im Studio frage ich mich, wer da genau hingehört hat…
31. Jan 2012 | 12:48 Uhr
Interessant.
Ich hatte Berichte von diesen “Super-Kabeln” immer als Schwachsinn abgetan.
Insbesondere auch die Erklärungen auf dieser Seite: elektronikinfo.de/audio/audiokabel.htm#Laufrichtung finde ich durchaus einleuchtend.
Das wäre doch nochmal einen Test wert, oder?
Einfach ein dickes HF-Kabel aus’m Baumarkt kaufen, an die Stecker löten und dann nochmal testen.
Aber ihr habt es schon ganz gut auf den Punkt gebracht: Diese Kabel werden sich die Leute kaufen, die nicht auf den Preis achten müssen. Oder die angeben wollen.
Gruß
Torben
31. Jan 2012 | 13:55 Uhr
Warum man an diese Kabel keine günstigen Abhör-Monitore anschließen soll, leuchtet mir allerdings nicht so ganz ein. Wenn sie den Klang teuerer Monitore verbessern können, warum dann nicht auch den Klang “billiger”?
Vielleicht ist es ja sogar sinnvoller, sich Lautsprecher eine Nummer günstiger anzuschaffen, dafür aber das gesparte Geld gleich noch in vernünftige Kabel zu investieren, um dann bei einem Lautsprecherupgrade in ein paar Jahren wenigstens schon die ordentlichen Kabel zu haben?!
31. Jan 2012 | 14:49 Uhr
Wenn Du auf einen VW Käfer 275er Schlappen aufziehst, fährt er immer noch nicht so schnell wie ein Ferrari. Das meinte ich mit den Lautsprechern. Preiswerte Studiomonitore können von sich aus schon nicht alles wiedergeben, da hilft auch das Kabel nicht.
31. Jan 2012 | 14:05 Uhr
Also erst mal DANKE für den Willen und die Durchführung eines möglichst nachvollziehbaren und ‘wissenschaftlichen’ Tests. Danke auch für das Originalmaterial. Daumen hoch!
Wie ihr schon richtig sagt, für Leute mit WDR-Budget bestimmt ne super Sache.
Für mich ist Langlebigkeit fast DAS Kaufkriterium bei Kabeln geworden. Gut verarbeitet muss es sein, deshalb keine billigen Hausmarken, aber schon eine Preisklasse drüber wird man doch eigentlich schon fündig. Zum Test: Ich habe hier leider nur mittelmäßige Kopfhörer zur Hand und bin mir nicht sicher, ob ich irgendwelche Unterschiede gehört habe. Ich halte es eher mit Ethan Winter (http://www.youtube.com/watch?v=BYTlN6wjcvQ). Den Vorschlag aus dem Video finde ich gut: Beim Testen einfach ein Sample von einem hochwertigen Monitor aufnehmen. So ist die Quelle auch noch “wertungsfrei” und die Positionierung des Mikrofons ist ebenfalls fest.
Ich hab mir das mal mit den primitiven Visualisierungen in meiner DAW angesehen … kein nennenswerter Unterschied. *achselzuck*
31. Jan 2012 | 16:48 Uhr
Ja, das hatten wir eigentlich auch vor, um dann noch mehr Informationen zu sammeln. Aber das Abspielen von Musik über die Kabel und unsere Studiomonitore war schon so eindeutig.
31. Jan 2012 | 17:06 Uhr
:-) Ok.
Hier noch mal mein Screenshot http://imgur.com/cd4TR
31. Jan 2012 | 17:12 Uhr
Ja, die Unterschiede bewegen sich bei der Aufnahme bei -50 dB, wenn Du die Spuren subtrahierst. Auf Plosivlaute und die zischelnden Konsonanten achten. Da merkt man es am besten.
31. Jan 2012 | 17:16 Uhr
Es tut mir echt Leid aber irgendwie kann ich der Sache keinen Glauben schenken :(. Also euren Ohren schon aber das wie und warum nicht. Am liebsten würd ich den Test selbst durchführen und die Kabel mal auseinander nehmen und keine Ahnung was alles durchmessen lassen. Vielleicht gibt es ja dadurch eine Möglichkeit im Eigenbau selbe Ergebnisse zu erzielen, natürlich Optik nicht inbegriffen. Vllt hat sich ja jemand schon mal damit beschäftigt?
(Ich bin mir sicher da draußen gibt es jemanden der die Wahrheit kennt;))
Auf jedenfall vielen Dank für den Test, auch wenn meine kleine Welt komplett zerstört wurde, da ich das Thema generell als Voodoo halte aber im gegenzug keinen Vertrauenserweckenteren Test kenne. :)
31. Jan 2012 | 17:26 Uhr
Ich hab beim 26m-Beispiel die Phase gedreht, da bleibt in der Tat was übrig. Allerdings ein leises, “vollständiges” Signal. Ich hätte jetzt damit gerechnet, dass nur die von Dir beschriebenen Artefakte und Konsonantlaute übrig bleiben. Heißt das für mich, dass es im 26m-Veruch zwar mehr “Energieverlust” gibt, aber keine/wenig Verzerrung im Frequenzbild?
PS: Sorry, will hier nicht ‘trollen’, ist ein spannendes Thema, auch wenn solches Equipment außerhalb meiner Reichweite liegt. Es bringt auch praktische Erkenntnisse, wie ich finde…, z.B.
31. Jan 2012 | 17:35 Uhr
Nachtrag: Wenn ich die VOVOX Spur -0.04 absenke und um 180° drehe, dann hört sich die Summe an, wie ein Telefon. Das könnte also die Differenz sein, die ich gesucht habe. Puh! Gut. Spannend. Heißt für mich einfach nur: marginal und zu vernachlässigen.
31. Jan 2012 | 20:42 Uhr
ich denke für “Audiophile” ist das Kabel viel zu billig. So weit ich diese Szene mitbekommen hab gilt bei denen erst ein Kabel im vierstelligen Euro Bereich nicht als Baumarktschrott ;-)
31. Jan 2012 | 21:04 Uhr
Das sind die Hifi-Jungs…denen kann man auch einen Klangstein verkaufen, der auf die Box gelegt wird und den Sound verbessert ;)
31. Jan 2012 | 21:12 Uhr
“audiophile” Musiker sind also eher bescheidene Zeitgenossen? Gibts denn echt keine Mikro und Gitarrenkabeln über tausend Euro??? Jetzt bin ich aber schwer enttäuscht ;-)
31. Jan 2012 | 21:37 Uhr
Richtig lustig wird die Sache bei USB Kabeln 129 Euro der Meter…!
31. Jan 2012 | 22:09 Uhr
Probier dir mal WinRar herunterzuladen – das ist wie ZIP, nur anderer Hersteller.
31. Jan 2012 | 22:25 Uhr
man muss rechtsklick und ziel speichern unter…
01. Feb 2012 | 09:50 Uhr
also ich hab mir die dateien jetzt mit kopfhörer genau angehört – es klingt alles gleich. das merkt man besonders wenn man die dateien in kleine stücke schneidet und diese zusammenhängt und blind anhört. wer dann sagen kann welche stellen mit welchem kabel aufgenommen sind hat wohl übersinnliche kräfte und sollte einen preis bekommen :-)
01. Feb 2012 | 10:22 Uhr
ich hör immer noch nichts – schon gar nicht wenn ich die 2 wavs in 4 teile schneid und stückle. ein guter pop filter wäre hier die bessere investition ;-)
01. Feb 2012 | 12:45 Uhr
Hast Du die Kabel mal aufgemacht? Wir hatten mal “symmetrische” Kabel von Vovox, die hatten gar keine Schirmung. Sprich, da war die Ummantelung (Kunststoff oder organische Fasern) der “Schirm”, der also elektrisch dann nicht in Erscheinung tritt.
01. Feb 2012 | 13:09 Uhr
Unsere Vovox Kabel sind symmetrisch (also mit drei Leitungen) ausgelegt, aber haben keine Schirmung. Wie oben beschrieben.
01. Feb 2012 | 13:02 Uhr
das war mit poppschutz ;)
Wie ich im Test schon geschrieben hatte – die Kabel sind nicht für jedermann. Es ist nur ein Teil der Kette und wenn der Rest nicht ebenso hochwertig ist, liegt das Nadelöhr vll auch woanders.
01. Feb 2012 | 21:37 Uhr
Es gibt sehr große Unterschiede bei Kabeln und ist keinesfalls Esotherik, man muss das nur einmal gehört haben. Ich setze z.b. in meinem Studio handgefertigte Kabel von fastaudio.de ein.
02. Feb 2012 | 13:12 Uhr
Da ich Teil des dreifachen Doppel-Blindtest-Teams war, kann ich nur bestätigen, was Carlos in dem Artikel geschrieben hat. Es gibt klar wahrnehmbare Unterschiede, die sich bis zur besseren Tiefenstaffelung hin zeigten. Es war erstaunlich und dummerweise sassen an jenem Tag drei Leute, die unabhängig voneinander das Gleiche hörten, blind vor den Boxen.
Ich verstehe auch so manche Argumentation um die Preise nicht. Ich kenne z.B. kaum einen Gitarristen, der qualitative Unterschiede im Sound bestreitet, wenn er eine 100 Euro No-Name-E-Gitarre mit einer 1000 Euro Markengitarre vergleicht.
Wichtig ist folgendes meiner Meinung nach:
Je hochwertiger die Recording- bzw. Wiedergabekette ist, desto besser der Sound. Wer sich also mit teuren Genelec-Boxen eindeckt, der kastriert die Möglichkeiten der Boxen, wenn er sie über ein 20 Euro-Kabel anschliesst.
Auch Vovox-Kabel können keinen Quantensprung im Sound erreichen, wenn sie in einer Wiedergabekette hängen, die schon per se nicht das gesamte Spektrum durchlassen kann oder mangels Verarbeitung Störsignale einschleift.
Grundsätzlich muss ich michauch feelklang anschliessen: Man muss es einfach mal gehört haben.
03. Feb 2012 | 17:05 Uhr
Ok, also das mit den Kabeln im Match mit hochwertigen Equipment nehme ich mal so hin und werde mich einfach selber mal durchtasten wie weit es bei meinen Equipment (nur Wiedergabe) was bringt.
Dabei bleibt bei mir immernoch die Frage wieviel Gewinn an den Kabeln hängen bleibt, und was tatsächliche Produktionskosten derselben sind.
Was ich aber bei Fastaudio gefunden habe und mich jetzt erneut fassungslos macht sind 700Euro für ein USB kabel(1M). bzw 1000Euro für eine Mehrfachsteckdose 220V von einen anderen Hersteller. Also ab jetzt wird es für mich unglaubwürdig. Und da ich eh nicht in der Liga spiele wo derart Anschaffungen tragbar wären werde ich mich mit diesen Thema nicht noch weitere Nächte damit befassen.
05. Feb 2012 | 12:29 Uhr
Natürlich gibt es nach oben hin keine Grenzen, das ist ja mit allem so. Es muss natürlich immer alles in Relation stehen.
Aber gute Kabel sind wirklich nicht zu unterschätzen und mit gut meine ich jetzt keine 1.000,- € Teile – wie gesagt es muss in Relation passen !
07. Feb 2012 | 15:01 Uhr
Also ich hätte mich sehr gefreut, wenn ihr euch da mal mit Messgeräten drangewagt hättet, statt einfach nur einen Hörtest zu machen. Natürlich können die Kabel unterschiedlich klingen, aber jedem ist klar, das besser Klingen im Studio eben nichts zu suchen hat. Hier muss es neutral klingen, das Signal also so wiedergeben, wie es ist.
Messt doch einfach mal die Kapazität der Kabel, schickt ein paar Testsignale durch, und schaut mal, was dabei passiert…
07. Feb 2012 | 15:39 Uhr
Da muss ich widersprechen – im Studio hat NUR besser klingen was zu suchen, es sei denn man macht mit Absicht schlecht klingenden Sound. Musik muss ein Feeling übertragen und das schafft man mit Neutralität nicht.
Es gibt natürlich für jeden Anwendungszweck verschiedene Kabel und Stecker, das ist ja klar.
07. Feb 2012 | 16:52 Uhr
Das mit der Neutralität bezog sich wohl eher auf das Verhalten der Kabel bzw. der gesamten Kette vom Mikrofon bis zum Aufnahmemedium. Und da kann Neutralität durchaus ein erstrebenswertes Ziel sein. Zum Beispiel dann, wenn ich ein exaktes Abblild des ursprünglichen Schallereignisses auf meinem Aufnahmemedium haben will, ohne erst lange an irgendwelchen EQs rumzuschrauben.
In der Realität verwendet man natürlich schon ganz bewusst z.B. ein bestimmtes Mikrofon, weil man dessen Klang, also dessen Art und Weise, wie es den ankommenden Schall in elektrische Signale wandelt, haben möchte. Wenn ich aber darauf aus bin, genau das aufzunehmen, was aus einem Instrument (oder aus einem Sänger) rauskommt, möchte ich nicht unbedingt, dass mir ausgerechnet das Kabel den Klang verändert. Mit “Feeling” hat das rein gar nichts zu tun, sondern ausschließlich mit Physik.
Bleibt letztlich die Frage, ob eine gelungene Darbietung eines Musikers (Feeling!) allein wegen eines vermeintlich billigen Kabels schlechter “klingt” oder ob man in einem komplexen Mix überhaupt einen Unterschied hören würde?! Diese Frage können aber auch Messgeräte nicht beantworten.
Wenn man sich mal zum Vergleich eine Beatles-Aufnahme aus den 60er Jahren anhört, dürfte so ziemlich alles, was es heute auch an günstigen Geräten/Kabeln gibt, “besser” klingen (rein physikalisch…). Trotzdem wird heute nicht jede Aufnahme so erfolgreich wie eine der 4 Pilzköpfe. Das muss wohl am Ende doch noch an etwas anderem liegen… Feeling wäre mal ein Ansatz!
07. Feb 2012 | 17:09 Uhr
Gebe ich Dir vollkommen recht, dann habe ich das falsch verstanden.
In der Monitor Kette sollte ja auch alles möglichst neutral klingen und nicht schön färben. Wie gesagt es kommt auf den Anwendungsfall / Klangwunsch an.
Wenn man ein musikalisches Signal möglichst neutral einfangen will, dann nimmt man am besten ein Messmikro. Das macht nur niemand und es wird seine Gründe haben ;-)
07. Feb 2012 | 17:38 Uhr
Also grundsätzlich ist der Aufbau in dem Test doch sehr gut gewählt. Alle drei kannten das ursprüngliche Set-Up und Klangverhalten der Boxen. Also gibt es hier eine Hörerfahrung. Dann wurden lediglich die Kabel getauscht und siehe/höre da, es gibt wahrnehmbare Unterschiede.
Was muss man denn da messen?
Und vor allen Dingen kommt man dann vom Hundertse ins Tausendste. Dann kommen so Kommentare wie “jaaa aaaaber dann hättet Ihr das auch mit verschiedenen Boxen testen müssen, weil die ja alle anders Abbilden, je nach dem wie viel sie durch die Kabel an Signal bekommen” etc. etc.
Im Endeffekt bin ich überzeugt, dass ein Großteil der Kommentatoren auch nichts anderes gemacht hätte als die Kabel an ihr eigenes Set-Up anzuschliessen und mal genau hinzuhören.
07. Feb 2012 | 18:14 Uhr
So sieht’s aus :-)
07. Feb 2012 | 19:51 Uhr
Dann wäre doch jetzt die Frage, welches Kabel man für jemanden, der billiges Equipment (sagen wir ein Interface für ca. 140 €) verwendet, von euch empfohlen wird.
Carlos? Anyone?
07. Feb 2012 | 20:02 Uhr
Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, aber solange es kein Billigkabel 5,- Euro für 10 Meter ist, sollte alles im Lot bleiben.
07. Feb 2012 | 20:05 Uhr
z.B. Cordial mit REAN-Verbindungen by Neutrik
07. Feb 2012 | 21:24 Uhr
Tut mir leid das ich so doof fragen muss, aber kann mir jemand ein Kabel für mein Monitoring empfehlen, soviel ich mitbekommen habe sollte das ja tunlichst neutral klingen. Oder klingen alle preiswerte Kabel neutral?
Als Interface benutze ich RME und als Abhöre neumann kh120 und adam8 oder krk 8.
Es wäre super und ich dankbar wenn mir jemand die Richtung in Sachen Kabel für mein Setup geben könnte.
Da im Laden mit T. mir jedesmal was anderes erzählt wird^^
07. Feb 2012 | 22:43 Uhr
Dann würde ich bei jemanden anfragen, der sich darauf spezialisiert hat. Ich könnte ja ein, zwei nennen, will aber keine Werbung machen.
Neutral hat nichts mit günstig zu tun, die Kabel sollten das komplette Audio übertragen, also nichts wegnehmen und nichts dazuschönen. Neutrik Verbindungen mit Goldkontakte sind auch nie verkehrt.
08. Feb 2012 | 13:48 Uhr
Grundsätzlich spielt es überhaupt gar keine Rolle, mit welchem Equipment man arbeitet. Jemand, der sein Handwerk versteht, kann mit “billigen” Geräten genauso eine gut klingende Produktion abliefern, wie jemand, der keine Ahnung hat von dem was er tut, selbst auf der teuersten und vermeintlich besten Anlage nichts anständiges zustande bringt.
Wie schon erwähnt, *kann* Neutralität ein erstrebenswertes Ziel sein, aber letztlich hängt das sehr stark davon ab, was man machen will. Bei einer fetten Rock- oder Elektro-Produktion kommt es vielleicht weniger auf einen subtilen, glasklaren und “reinen” Sound einzelner Instrumente an, wie bei einer Klassik-Aufnahme eines Streichquartetts. Von daher sollte man alles sicher in Relation sehen.
Was sicher nie verkehrt ist, sind symmetrische Kabel (die mit den 3 Adern wie z.B. XLR/Stereo-Klinke) weil dadurch praktisch alle möglichen Störsignale, die auf dem Weg auf das Kabel einstreuen könnten, gewissermaßen herausgefiltert werden. Auf eine zusätzliche Schrimung kann man in den meisten Fällen dabei tatsächlich verzichten. Radioempfang hatte ich im Studio jedenfalls noch nie… ;-). Wenn man dann noch darauf achtet, dass die einzelnen Adern nicht gerade aus dünnem Klingeldraht bestehen, kann man nicht so viel falsch machen.
Ob das dann Kabel von Vovox, Sommer, Cordial, Monster oder sonst wem sind, ist in den meisten Fällen eher zweitrangig. Wenn man das Geld übrig hat und Kabel als Investition in die Zukunft betrachtet, spricht überhaupt nichts dagegen, etwas mehr dafür auszugeben. Schaden kann es jedenfalls nicht und wenn man sich überlegt, dass bei schonender Behandlung Kabel vielleicht mehrere Generationen von Mikrofonen, Audio-Interfaces, Mischpulten und Monitorboxen überleben, ist das dann garantiert auch kein rausgeschmissenes Geld.
Von daher rate ich dann schon eher zu hochwertigen Kabeln, aber ich bin davon überzeugt, dass es noch nie in der Musik-Geschichte an einem Kabel gelegen hat, ob eine Produktion Hit oder Shit geworden ist…
08. Feb 2012 | 14:18 Uhr
Richtig!
Ich habe z.B. für meinen Summierer einen Creamware Wandler. Der würde für Klassik nicht alles herausholen können, aber für elektronische Music bestens geeignet. An dem Summierer hängen 16 Kabel, wenn ich die alle in High End Ausführung hätte, wären die teurer als der Summierer selbst. Die meisten Kabel sind von Cordial mit REAN Goldklinken (kosten nicht die Welt). Dann sind noch 2 Kanäle mit Noname Kabeln verbunden – UND man hört den Unterschied, zu Gunsten der Cordial Kabel ! An dem Summierer Ausgang sind dann allerdings sehr hochwertige XLR Kabel von fastaudio.de angeschlossen die zum Mastering EQ führen. Also wie immer im Leben, alles hat seinen Platz. Ach ja, für mein aktives Monitoring habe ich Sommer Cable von analoge-studiotechnik.de
08. Feb 2012 | 15:02 Uhr
Erfreulicherweise wird zu diesem hoch-polarisierendem Thema mal schön sachlich und anständig in den Comments kommuniziert. Kein Gehate und kein Glaubenskrieg, thumbs up!
09. Feb 2012 | 15:27 Uhr
So einen Kommentar bin ich euch noch Schuldig.
Hab gestern im Tonstudio meines Vertrauens nachgehackt zum thema Klangleiter.
Vorab, das Studio ist sehr Professionell und spielt immer wieder in aktuellen Charthits ein Rolle.
Auch TV-Produktion gehören zu ihren Tätigkeiten und die Personen dort sind sehr Erfahren und ehrlich.
Kurzum: Die Investition so blöd wie es klingt lohnt sich.
Wo die Grenze zwischen Gute Kabel und Marketing/Voodoo liegt ist zwar nicht festzusetzen aber mit der getesteten Marke sei man schon mal auf der sicheren Seite.
Schon die Haltbarkeit der Kabel soll den Preis alleine rechtfertigen so das sich das ganze nach ein paar Jahren Studioalltag bezahlt machen würde.
Der Klang ist wie beschrieben sehr Neutral, hochauflösend und somit Ideal für z.b. meine Masteringkette oder Monitoring.
Und natürlich der bekannte Spruch:
“Wer 2000 Euro für ein Mikro ausgibt soll bei 200 für Kabel nicht weinen müssen.”
Für mich hat sich das Thema erstmals erledigt und ich melde mich nochmal mit meiner Persönlichen Meinung sobald ich mich neu eingedeckt habe, was noch etwas dauern kann XD
Auch ein Danke an alle die hier sehr Human und ohne Vorurteile mit Diskutierten, so macht es Spass sich mit der Sache zu beschäftigen :)
Delamar ist ja sowieso Super!
13. Feb 2012 | 15:13 Uhr
Hallo,
mich würde der Versuchsaufbau interessieren, insbesondere, wie Ihr den Doppelblindtest durchgeführt habt.
Beste Grüsse,
dizmac
13. Feb 2012 | 22:06 Uhr
Krass. Ich war an dem Punkt bisher auch ein Skeptiker.
Ich hab mir die Beispiele in Cubase 6 unter Verwendung meines AKG MkII K271 am EMU 1820 Audio System angehört.
Die Präsenz / den Crisp der Vovox-Kabel kann ich bestätigen. Ich habe mir die Beispiele übrigens angehört, bevor ich die Auflösung des Tests gelesen habe.
18. Feb 2012 | 18:35 Uhr
Hallo,
gibt es noch technische Informationen zum Ablauf und Aufbau des Tests? Das wäre bestimmt für einige Leser interessant. Danke und Gruß,
Dizmac
20. Mrz 2012 | 10:10 Uhr
Hallo,
wenn man am Anfang gelesen hat, dass das Kabel keine Schirmung hat sondern nur einen Masseleiter, erklärt sich der minimale Klangunterschied. Das Kabel hat dadurch eine deutlich geringere parasitäre Kapazität gegenüber geschirmten Kabeln. Deswegen vermeint man einen crisperen Klang zu hören. Auch die Impulstreue ist besser, da kein “Fremd-Kondensator” den Impulsanstieg verflacht. Einfache Elektrik! Inwiefern der Unterschied tatsächlich hörbar ist, hängt von der Kabellänge sowie den Ausgangsimpedanzen der verwendeten Geräte ab. Hohe Ausgangsimpedanz = stärkere Beeinträchtigung der höheren Frequenzen durch nachfolgendende Kabel mit hoher parasitärer Kapazität (Signal klingt weniger crisp, dadurch subjektiv mehr Bass). Das Geheimnis der ganzen Sache sind daher weniger die verwendeten “esoterischen ” Materialien sondern die geringere Kabelkapazität durch Weglassen des Schirmgeflechts.
21. Mrz 2012 | 20:00 Uhr
cooler Kommentar :) Danke
21. Mai 2012 | 18:38 Uhr
Das Klotzkabelfile “01_klotz.wav” ist out of Phase!