Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht

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Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht

Im Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht erfährst Du alles zur Latenz, Performance und Stabilität der Windows-Version, die nicht über Thunderbolt, sondern USB 3.0 läuft


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Was erwartet dich?

Das Universal Audio Apollo Twin USB ist ein kompaktes Audio Interface für Windows. Es wird über USB 3.0 an deinen Rechner angebunden. Abgesehen davon ist es quasi identisch mit dem Schwestermodell, das wir im Universal Audio Apollo Twin Testbericht ausführlich unter die Lupe genommen haben. Daher gehen wir im Folgenden ausschließlich auf die Latenz und kurz zur Klangqualität ein.

Während USB-Variante nur unter Windows arbeitet, kann die Thunderbolt-Version ausschließlich unter Mac OS verwendet werden.

Das Universal Audio Apollo Twin USB ist zum Straßenpreis von 835,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Musikalienfachhandel erhältlich.

Latenz des Universal Audio Apollo Twin USB

Wie unter Windows üblich, haben wir den sogenannten Roundtrip-Test (Klinkeneingang an Klinkenausgang) für die Latenzmessung mit der praktischen Software Qblique Audio RTL Utility unternommen.

Zum Einsatz kamen ein immer noch recht flotter Rechner mit 12 CPU-Kernen (Intel Core i7 X 980 mit 3,33 GHz pro Kern) und Windows 7 Enterprise (64 Bit). Für beste Ergebnisse empfehlen wir dringend, die USB-3.0-Treiber des Motherboards zu aktualisieren. Erst danach lief hier alles rund.

… bei 44,1 kHz

Bei den unter Musikern nach wie vor üblichen 44,1 kHz und der niedrigsten Puffereinstellung (64 Samples) steht ein Wert von 8,2 ms zu Buche – kumuliert, also in der Summe aus Ein- und Ausgangslatenz.

Damit konnte ich einfache DAW-Projekte ohne Störgeräusche bzw. Aussetzer fahren und Aufnahmen machen. Anspruchsvollere Projekte funktionierten ab 128 Samples einwandfrei und hier lautete die Latenz 11,1 ms.

… bei 96 kHz

Bei 96 kHz ist die Latenz erwartungsgemäß noch geringer. Allerdings ist die Prozessorbelastung auch höher – hier ist die niedrigste Puffereinstellung 128 Samples, wobei kumulierte 6,6 ms zu Buche standen. Wirklich sicher zu betreiben waren moderat anspruchsvolle Testprojekte ab 256 Samples … mit 9,5 ms, also immer noch unter der für die meisten Musiker und Produzenten magischen Grenze von zehn Millisekunden.

Der Hersteller ist bemüht, die Latenz für diesen noch so frischen ASIO-Treiber zu optimieren. Schon jetzt ist sie in den meisten Situationen nicht spürbar, aber da ist noch reichlich Luft nach oben.

Recording & Monitoring FX ohne spürbare Latenz

Der Knackpunkt: Die angegebenen Latenzwerte sollten in der Praxis keine Rolle spielen. Schließlich ist es dank der DSP-Befeuerung des Universal Audio Apollo Twin USB möglich, UAD-Plugins für Monitoring & Recording zu verwenden … und dabei war zu keiner Zeit eine Latenz spürbar.

In der Praxis kannst Du etwa ein bereits mitgeliefertes Hall-Plugin auf das Monitoring-Signal legen geben, um Sängerinnen und Sängern bei der Aufnahme zu unterstützen. Ein zweites typisches Szenario: Gitarristen können die virtuellen Marshall- und Fender-Amps verwenden, um damit zu jammen (reines Monitoring) oder die so verstärkten Sounds gleich mitaufzunehmen.

Passend dazu: Effekte beim Recording vs. Mixing Effekte »

So wird der gewöhnlichen Roundtrip-Latenz ein Schnippchen geschlagen. Und da hier die DSP-Bestückung und die UAD-Plugins ohnehin der vordringliche Kaufgrund sind, ist alles in Butter.

Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht

Der wichtigste Unterschied ist sofort ersichtlich – unser Proband im Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht hat eine Buchse zur Anbindung via USB 3.0

Klangqualität des Universal Audio Apollo Twin USB

Bei der Qualität der Vorverstärker und Wandler liegt das Universal Audio Apllo Twin USB auf einem Top-Level, eben genau wie die Thunderbolt-Schwester. Erwartungsgemäß hören geschulte Ohren einen zarten Unterschied zu sehr teuren Interfaces bzw. Wandlern, doch nun üben wir uns schon in Haarspalterei. Profitauglich? Ja, zweifellos.

Was den Signal-Rausch-Abstand, die klangliche Transparenz im Allgemeinen sowie die Impulstreue, Breiten-/Tiefenstaffelung im Allgemeinen angeht, stehen ausgezeichnete Höreindrücke bzw. Messwerte zu Buche. Weitere Details findest Du im Testbericht zum Schwestermodell.

Fazit im Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht

Das Universal Audio Apollo Twin USB ist eine Lösung für hochanspruchsvolle Songwriter, Musiker und Produzenten, die ein kleines Interface für Windows mit zwei analogen Eingängen suchen … und Zugang zu den vielen feinen UAD-Plugins bekommen möchten. Damit ist Recording und Mixing auf einem sehr hohen Niveau zu realisieren, mehr geht in der Regel nur mit sehr hochwertigem und ungleich teurerem Outboard-Equipment.

Die Klangqualität ist tadellos. Hier werden längst Wandler und Vorverstärker gebaut, die in der Profiliga mitspielen. Die Latenz ist nicht spürbar beim Einsatz von DSP-gestützten Plugins auf dem Monitoring-Signal – ein unterstützender Halleffekt für Vokalkünstler oder virtuelle Verzerrung für die Gitarre sind machbar. Bei der normalen Roundtrip-Latenz gibt es indes noch Luft nach oben. Die Entwicklung des ASIO-Treibers steht noch am Anfang und bei einem Gerät dieser Klasse darf man erwarten, dass sich noch etwas tut.

Alles in allem ein sehr feines Audio Interface, das mit einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis daherkommt. Spätestens in Anbetracht der DSP-Power, wobei Lizenzen für eine Handvoll Plugins gleich mitgeliefert werden. Ergo: Sehr gute viereinhalb von fünf Punkten im Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht auf delamar.


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SEHR GUT

Universal Audio Apollo Twin USB Testbericht am 22.07.2016

Produkt:      Universal Audio Apollo Twin USB
Hersteller:  

Preis:  835,00 Euro
UVP:    1.097,00 Euro

Kurzfazit

Kompaktes USB 3.0 Audio Interface für Windows, mit DSP-Chip für UAD-Plugins und die Unison-Technologie. Die für Windows geeignete USB-Variante des Twin performt fast genauso exzellent wie das Thunderbolt-Gegenstück für Apple-Rechner – der Klang ist top, auch bei Bedienung und Mixing mit der Software-Konsole ist alles erster Güte. Nur die Latenz sollte noch optimiert werden.

Für wen

Audiophile Singer/Songwriter, anspruchsvolle Homestudio-Betreiber und (Semi-)Profis, die einen kleinen Begleiter suchen.

Wichtige Merkmale
  • USB 3.0 Audio Interface für Windows 7, 8 & 10
  • Wandlung mit max. 24 Bit & 192 kHz
  • UAD-Verarbeitung – Effekte beim Recording möglich
  • Unison-Technologie emuliert klassischer Mikrofonvorverstärker
  • Diverse UAD-Plugins (»Realtime Analog Classics«) zum Mixing mitgeliefert
  • Eingänge:
    • 2 x Mic/Line (XLR/6,3 mm)
    • 1 x Hi-Z (6,3 mm)
    • 8 x S/PDIF bzw. ADAT (TOSLINK)
  • Ausgänge:
    • 4 x Line (6,3 mm)
    • 1 x Stereo-Line für Kopfhörer

 


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