UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht

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UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht

Vorgeschmack: Um diesen virtuellen Amp geht es im UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht auf delamar - das ganze Bild, alle Eindrücke und Klangbeispiele gibt's unten ...


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Was ist es?

Bei dieser Gitarrensoftware handelt es sich um eine Emulation eines 1959er Marshall Super Lead (besser unter »Plexi« bekannt), die seit Version 8.1 für die High-End-Plattform UAD verfügbar ist. Voraussetzung für die Nutzung des Plugins ist eine der vielen Varianten der UAD-Hardware.

Im Gegensatz zu vielen anderen Emulationen ist diese von Marshall selbst authorisiert worden, weswegen auch das Logo desselben auf der virtuellen Vorderseite prangt.

Das Gitarren-Plugin ist auf der Webseite des Herstellers für 199 US$ erhältlich. Wer zunächst selbst reinhören möchte, kann sich eine Demoversion aktivieren. Diese ist 14 Tage voll funktionsfähig.

 

UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht

Hintergrund

Wahrlich eine Herausforderung – und zugleich auch ein Tribut an einen der wohl meist kopierten Gitarrenverstärker aller Zeiten – purer Rock´n´Roll Sound. Die Liste der User eines Marshall Plexi liest sich schon fast wie das Who is Who der Rockgeschichte. Jimi Hendrix, Angus Young, Eric Clapton, David Gilmour, Yngwie Malmsteen oder Eddie van Halen, um ein paar klangvolle Namen zu nennen.

Das Unternehmen Softube hat sich dieser Herausforderung angenommen. Für die Arbeit am UAD Marshall Plexi Plugin konnte man keinen geringeren als Tony Platt mit ins Boot holen. Er ist unter anderem als Toningenieur der beiden AC/DC-Alben „Back in Black“ und „Highway to Hell“ bekannt geworden. Bei der Entwicklung dieser Emulation kümmerte sich um den Sound der virtuellen Mikrofone, die vor das virtuelle Boxengehäuse platziert werden können.

UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht

Die graphische Oberfläche des UAD Marshall Plexi Plugin – originalgetreue, wie auch sonst.

Installation des UAD Marshall Plexi Plugin

Der Preis von rund 200,- Euro ist sicher kein Pappenstiel. Für UAD-User aber nichts Ungewöhnliches und auch vertretbar, wenn das Ergebnis stimmt. Und da gibt es bei Universal Audio ja bekanntlich nur sehr wenige Ausrutscher. Wir sind gespannt.

Nach der Installation lässt sich das UAD Marshall Plexi Plugin innerhalb der UAD-Console oder in der DAW deiner Wahl öffnen. Die Console stellt das Herzstück der UAD-Plattform dar. Hier lassen sich alle UAD-Plugins öffnen, routen und auf die Ein- bzw. Ausgänge des Interface zuweisen. Wir benutzen für dieses Review ein Interface vom Typ Universal Audio Apollo Twin [Testbericht]. Es ist per Thunderbolt-Kabel an ein MacBookPro mit OS X Yosemite angeschlossen.

Sagenhafte 1,6 ms Latenz verspricht das System. Das sollte dem Spielgefühl gegenüber dem echten, analogen Boliden in nichts nachstehen. Selbstverständlich werden bei der Installation die benötigten Plugins auch in die entsprechenden Systemordner kopiert. So steht unser Plugin auch in den Kanalzügen der bevorzugten Recording-Software zur Verfügung.

 

Features

Für einen nun mehr 50 Jahre alten Verstärker hat sich der Softube ganz gut gehalten. Zumindest zeigt das User-Interface das Bild eines moderat gealterten Super Lead 1959 Head, dem auf den ersten Blick lediglich die Kappe des Middle-Potis abhanden gekommen ist. Wer das Original kennt, weiß: An diesem Marshall gab es nie ein Mastervolume-Poti. Und aufgrund der 100 Watt leistenden Endstufe kam man selten mal in den Genuss, den Amp vollends in die Sättigung zu fahren.

In der Gitarrensoftware ist dies natürlich möglich. Ebenso kannst Du die vier Eingangskanäle mittels des virtuellen Patchkabels konfigurieren. Am rechten Bildrand öffnet ein Click auf das grün unterlegte Feld „Channel Strip“ eine Konsole, die den Zugriff auf einen Equalizer für Bässe und Höhen erlaubt. Es erscheinen zudem ein Mastervolume-Regler sowie drei verschiedene Mikrofone für die virtuelle Gitarrenbox am UAD Marshall Plexi Plugin.

UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht

Der virtuelle Channel Strip

„Valve“ emuliert dabei das Neumann U 67 und das AKG C12, „FET“ das Neumann U 87 und Josephson E22. In der dynamischen Abteilung tummeln sich Evergreens wie das Shure SM57 oder das Sennheiser E609. Hier hört man, wie Tony Platt dem virtuellen Amp-Sound seinen Stempel aufdrückt.

Ein kleiner Mixer innerhalb dieser Konsole erlaubt das Zumischen der Mikrofonsignale. Wie üblich finden wir eine Reihe von mitgelieferten Presets, die sich über ein Pop-up-Menü innerhalb der Oberfläche öffnen lassen. Sie bieten einen guten Einstieg in die Materie, hören wir uns also mal durch …

Sound des Marshall Plexi Plugins

Die Software klingt vom ersten Ton an verdammt nach dem Original. Das kommt auch durch die feinen Wandler des erwähnten Interfaces und die Thunderbolt-Verbindung mit ihrer unglaublich niedrigen Latenz von 1,6 ms. Stramme, drückende Bässe, kraftvolle und durchsetzungsfähige Mitten und ein brillantes Oberton-Spektrum prägen den Grundsound der Emulation. Bereits nach wenigen angeschlagenen Riffs werden Erinnerungen an die Klassiker aus dem Plattenschrank (der Eltern) wach.

Ob nun die kernigen Humbucker-Riffs eines Angus Young oder die singenden Front Singlecoil-Soli eines Jimmy Hendrix – die Klangqualität und die Vielfalt der gebotenen Sounds ist schlichtweg verblüffend. Hinzu kommen die ausgesprochen guten Dynamikwerte der UAD-Hardware. Sie brechen auch beim Herunterregeln des Volume-Potis an der Gitarre keineswegs ein. So wird eine geradezu perfekte Interaktion zwischen dem Instrument, seinem Spieler und der Software geschaffen.





Handhabung & Praxis

Auch wird das Bedienen der Regler per Maus an der Frontblende und innerhalb der Konsole ohne jegliche Zeitverzögerung in Hörbares umgesetzt. Der Begriff „Realtime“ ist hier wirklich Programm. Dabei bieten die Mikrofon-Potis der kleinen, angeflanschten Konsole hier eine sehr effektive Möglichkeit, das Plugin in einem Mix exakt zu positionieren. Durch die Einbindung des Plugins in die bevorzugte Recording-Software ergeben sich natürlich Unmengen an weiteren Möglichkeiten.

Genau wie das Original besitzt auch das UAD Marshall Plexi Plugin keinen Mastervolume-Regler. In der digitalen Sphäre stellt das kein Problem dar, es bietet sogar Vorteile. Alle Regler auf 10 und das Signal im Kanalzug einfach dämpfen – so lautet hier das Motto, um dieser Emulation auch extreme High-Gain-Sounds zu entlocken. Dabei kommst Du in den Genuss der (virtuellen) Sättigung einer 100-Watt-Röhrenendstufe. Dein Gehör und/oder deinen Mietvertrag verlierst Du dabei eben nicht.

Klanglich überzeugt diese Gitarrensoftware auch in diesen „ganz heißen Gefilden“. Klar aufgelöster Marshall-Sound, der dennoch voller Vintage-Charme und erstaunlich nuancenreich ist.

Wer auf Overdrive-Sounds mit Vintage-Charakter steht, findet sie hier in allen erdenklichen Facetten. Wo das Plugin allerdings passen muss, sind die Clean-Sounds. Diese sind faktisch nicht vorhanden und lassen sich auch kaum einstellen. Aber dafür hat ohnehin niemand jemals den Marshall Super Lead 1959 „Plexi“ genutzt.


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EXZELLENT

UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht am 02.07.2015

Produkt:      UAD Marshall Plexi Plugin
Hersteller:  

Preis:  199,00 Euro
UVP:    199,00 Euro

Kurzfazit

Gitarrensoftware für die UAD-Plattform. Diese Emulation des Marshall Super Lead 1959 Plexi liefert nicht nur den Vintage-Sound des Amps, sondern auch ein dynamisches Spielgefühl.

Für wen

Gitarristen auf der Suche nach einer guten Emulation des Vintage-Sounds eines Marshall Plexi.

Wichtige Merkmale
  • Emulation des Marshall Super Lead 1959 Plexi
  • Diverse Mikrofone und Platzierungen
  • Drei Mikrofone pro Preset
  • Channel-Strip mit Panning, Volumen und EQ

 


Lesermeinungen (3)

zu 'UAD Marshall Plexi Plugin Testbericht: Emulation des Super Lead 1959'

  • Haetni   03. Jul 2015   15:07 UhrAntworten

    Ich hab dieses Plug-In und noch die Engl plus den Chandler reingezogen.

    Alle sind sehr gut und selbst bei meiner UAD-2 per Cubase 8 bekomme ich brauchbare Latenzen hin wenn nicht noch tonnenweise andere Plug-Ins geladen werden.

  • Korinthenk. ;-)   19. Sep 2015   18:20 UhrAntworten

    Der Vollständigkeit halber: Jimi Hendrix, nicht Jimmy ...

    • Felix Baarß (delamar)   19. Sep 2015   21:03 UhrAntworten

      Danke, berichtigt. :)

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