Toontrack Superior Drummer Testbericht

19
SHARES
Toontrack Superior Drummer Testbericht

Toontrack Superior Drummer Testbericht


anzeige


Was ist es?

Bei Toontrack Superior Drummer handelt es sich um einen Drum Sampler für Windows und Mac OS X, der über die Schnittstellen VST, AU und RTAS in jeder gängigen DAW-Software läuft. Die Software versucht, dem Sound echter Schlagzeuge und den Grooves eines Drummers so nah wie möglich zu kommen, um organisch klingende Produktionen zu bewerkstelligen. Die komplexen Einstellmöglichkeiten und integrierten Effekte zum Abmischen von Sonalksis machen es möglich, das Schlagzeug bereits in der Software zu produzieren.

Neben der MIDI Libary mit eingespielten Grooves wird eine ca. 20 bis 30 GB umfassende Sample Library mitgeliefert. Du kannst zahlreiche Erweiterungen erwerben, um die klangliche Bandbreite zu erhöhen, von Pop bis Metal. Das Angebot wird laufend aktualisiert, also lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Herstellerseite. Die Samples liegen in 24 Bit und 44,1 kHz vor und werden direkt in den Arbeitsspeicher geladen. Es besteht die Möglichkeit, alle Samples in 16 Bit zu laden, um weniger Speicher zu verbrauchen.

Der Unterschied zu anderen virtuellen Schlagzeugen besteht darin, dass die Samples von Toontrack eher roh und unbearbeitet klingen. Alle klanggestaltenden Elemente können von Anfang bis Ende entwickelt werden. Die getriggerten Samples wechseln sich in einem von Toontrack entwickelten Algorithmus ab, um dem Spiel eines menschlichen Drummers möglichst nahezukommen.

Toontrack Superior Drummer Testbericht

Herzlich willkommen zum Toontrack Superior Drummer Testbericht!

 

Toontrack Superior Drummer Testbericht

Installation

Die Installation verläuft einfach, allerdings dauert sie einen Moment, da die Datenmenge von 20-30 GB erst von den DVDs auf die Festplatte kopiert werden will. Sehr schön, dass man die Zielverzeichnisse selbst auswählen kann. Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn als Systemdatenträger eine SSD verwendet wird, auf der meistens nur wenig Platz vorhanden ist und die Datenbank von Superior Drummer auf eine andere Festplatte kopiert wird.

Nach Installation kannst Du Dir einen Account bei Toontrack erstellen und bekommst für dein Produkt sämtliche Updates bequem per Download. Das Kundenportal ist übersichtlich und zeigt Dir stets an, welche Produkte Du besitzt und welche Updates Du bereits heruntergeladen hast. Schade, dass vieles nur in englischer Sprache vorliegt, aber das Team arbeitet daran, die deutsche Übersetzung zu realisieren. Das Gleiche gilt auch bei der Bedienungsanleitung, die ich bis jetzt nur auf Englisch gefunden habe.

 

Bedienung

Ich finde, dass sich das Programm einfach und übersichtlich bedienen lässt. Du kannst Presets und Standardeinstellungen verwenden oder sehr tief in die Welt des Drum-Recordings eintauchen. Willst Du aus dem Vollen schöpfen, brauchst Du auf jeden Fall Vorkenntnisse in Tontechnik. Du solltest wissen, wie ein Kompressor, Transient Designer, eine Hüllkurve, ein Filter oder ein parametrischer EQ arbeitet, was die Parameter bedeuten und einfach Lust haben, an individuellen Sounds zu feilen.

Es schadet nicht, wenn Du schon echte Drums schon aufgenommen hast und dafür ein Grundverständnis mitbringst. Einsteigern empfehle ich daher eher den EZdrummer, da man weniger einstellen kann (bzw. muss) und die Voreinstellungen schon gut funktionieren. Die dafür erworbenen Libraries lassen sich nach dem Umstieg auf Superior Drummer 2 getrost weiterverwenden.

 

Worin bestehen die Unterschiede zum EZdrummer?

Die grafische Oberfläche des EZdrummer ist simpler und bildlicher gestaltet. Superior Drummer gibt sich komplexer. Auf nette Bilder der Drums wie im EZdrummer wurde hierbei verzichtet, was ich persönlich schade finde, aber das hat mit dem Sound nichts zu tun.

Wenn Du »Cached« aktivierst, lädt SD2 nur die Artikulationen, die in deiner MIDI-Datei verwendet wurden. So wird weniger RAM verbraucht, praktische Sache.

Toontrack Superior Drummer Testbericht

Mapping

Bei EZdrummer musst Du damit klar kommen, wie die MIDI-Notenbelegung von Haus aus konfiguriert ist und eventuell im MIDI-Editor Anpassungen vornehmen. Bei Superior Drummer 2 hast Du hingegen erstens eine MIDI-Learn-Funktion, um z.B. die einzelnen Instrumenten einem Drum Pad oder Drum Computer bzw. E-Drumset zuordnen zu können, und zweitens kannst Du komplett eigene Mappings erstellen und als Preset abspeichern.


Mehr zum Thema:
          

EXZELLENT

Toontrack Superior Drummer Testbericht am 31.01.2013

Produkt:      Toontrack Superior Drummer
Hersteller:  

Preis:  259,00 Euro
UVP:    259,00 Euro

Kurzfazit

Professioneller Drum Sampler. Es ist unheimlich schwer, wenn nicht unmöglich, zwischen einem echten Drummer und Superior Drummer 2 in Höchstform zu unterscheiden.

Für wen

Fortgeschrittene und Profis, die professionelle Drums wollen, dafür aber nicht erst ein echtes Schlagzeug mikrofonieren können oder wollen.

Wichtige Merkmale
  • Drum Sampler
  • Windows & Mac OS X
  • VST, AU & RTAS / 32 & 64 Bit
  • Drum Sample Library mitgeliefert

 


Lesermeinungen (2)

zu 'Toontrack Superior Drummer Testbericht: Virtuelles Schlagzeug'

  • Superwaldi   01. Feb 2013   09:11 UhrAntworten

    Vielen Dank für das gelungene Review. Ich nutze Superior 2.0 schon seit einiger Zeit mit diversen Expansions für Metalproduktionen. Für diese Spielrichtung kann ich die Metal Foundry als Ergänzung zu den mitgelieferten Sounds empfehlen.

    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass man schon einen flotten Rechner braucht, wenn man Sounds triggert. Aber das liegt wahrscheinlich auch an meiner Vorgehensweise. Ich nehme ein live aufgenommenes Schlagzeug und ersetze dann ggf. die Sounds mit den Sounds aus Superior.

    Die Benutzeroberfläche ist etwas sperrig, aber man kommt nach einiger zeit gut damit zurecht.

  • Thorsten   01. Feb 2013   16:25 UhrAntworten

    Auch meinen Dank an den Autor für diesen ausführlichen Bericht.

    Gerade im Vergleich zu den bisweilen außerirdisch teuren Modul Techniken für E-Drums spielt SD in einer ganz anderen Liga! Hardware Sampler gelten Heute quasi als ausgestorben und man kann diese Gerätegattung eher im Museum bewundern. Altersschwache E-Drum Module für aktuell über 2000.00 € dagegen leider nicht.

    Zum Glück gibt es aber schon seit etlichen Jahren ziemlich gute VST Drum Instrumente wie SD.

    Eine große Schwäche von SD ist die bisweilen unhandliche und nicht voll skalierbare Benutzeroberfläche: Diese ist für zeitgemäße Touchscreen Bedienung eher ungeeignet und es fehlen visuelle Darstellungen für einzelne Artikulationen von Instrumenten. Benutze ich etwa einen HiHat Controller zum steuern der offenen bis geschlossenen Artikulationen der HiHat sollte das auch grafisch dargestellt werden welche Artikulation gerade "abgefeuert" wird. Das machen die Mitbewerber von fxpansion und XLN Audio deutlich besser.

    Ein Handbuch nur in Englischer Sprache ist auch nicht gerade besonders Kundenfreundlich.

    Daher würde mich der oben angekündigte deutsche Video Tutorial auf delamar sehr interessieren. Wann wäre es denn soweit?

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN