Toontrack EZkeys Testbericht


Was ist es?

Toontrack EZkeys ist primär ein virtueller Steinway-Flügel, der im Hintergrund mit Samples arbeitet und wie andere virtuelle Instrumente über MIDI angesteuert werden kann. Die EZkeys-Library ist erweiterbar und auf den Pianoklang kannst Du eine kleine Auswahl von Effekten legen.

Auf einer eigenen Spur im Plugin kannst Du vorprogrammierte bzw. eingespielte Patterns ziehen, die vom virtuellen Instrument gespielt werden, dasselbe gilt für externe MIDI-Dateien. In dieser Spur können Anpassungen an den Harmoniefolgen gemacht werden; beispielsweise kannst Du über die Funktion Smart Transpose schnell auf neue Ideen kommen.

Toontrack EZkeys kannst Du unter Windows XP ab SP3 und Mac mit OS X 10.5 oder höher installieren. Es kann als eigenständige Applikation oder als Plugin über die Schnittstellen VST, AU oder RTAS genutzt werden.

Toontrack EZkeys Testbericht

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Toontrack EZkeys Testbericht

Installation und erster Eindruck

Die Software kann als Download-Version im Handel erstanden werden. Dazu musst Du dir einen Zugang auf der Herstellerwebseite erstellen und die Software herunterladen. Download, Installation und Autorisierung verliefen in unserem Fall wie von diesem Hersteller gewohnt problemlos. Danach habe ich EZkeys Grand Piano als VSTi in meiner DAW gestartet.

Beim Öffnen werde ich von einer schön aufgeräumten Oberfläche begrüßt, fein. Oben befinden sich Dropdown-Menüs für die Library, die Effekt-Presets sowie ein Menüknopf. Darunter folgt die Grafik eines etwas abgewandelten Modells eines Steinway Flügels. Auf beiden Seiten des Flügels sind virtuelle Klappen für Dynamikeeffekte und Stimmung (von fein bis zu Oktavschritten) angebracht.

Darunter befindet sich die Sektion, in der die Songphrasen bearbeitet werden können, eine Transportsteuerung, vier Parameter für die Effekt-Presets und ein Lautstärkeregler. Ich gehe mit einem guten ersten Eindruck in die zweite Runde.

 

Zweite Runde

In Sachen Klang kommt Toontrack EZkeys nur mit dem Grand Piano, später dürften noch einige EZX Erweiterungen folgen. Die Effekte gehen von „Standard“, der sehr clean klingt, über „Electric Dirt“, der aus dem Steinway eine elektrische Gitarre zu machen scheint, bis zu „Dream Pads“, einem extrem flächigen Sound. Die vier Regler unten links wandeln sich in Parameter, die gut zum jeweiligen Effekt passen und mit denen Du diesen auch schnell nach Gusto einstellen kannst.

Mehr oder weniger innovativ ist die Möglichkeit, Akkordfolgen zu analysieren und mit ihnen zu arbeiten. So werden in zahlreichen Begleitautomaten und Alleinunterhalter-Keyboards ähnliche Algorithmen genutzt, um gespielte Akkorde zu erkennen und eine harmonisch passende Begleitung aufzubauen. Toll gemacht ist es aber allemal.

 

MIDI-Patterns

Über den so genannten Songbrowser gelangst Du in eine Übersicht der fertigen Patterns und Songphrasen, unter denen Du verschiedene Musikrichtungen wie Pop/Rock, Soul, Country, Jazz, Boogie und weitere zu finden sind. Für alle Musikstike finden sich zwei bis vier Variationen, die dann auch noch in Songparts wie Intro, Verse, Pre-Chorus, Chorus oder Bridge unterschieden werden. Für jeden Part finden sich dann noch bis zu vier Variationen.

Die MIDI-Patterns sind durchweg brauchbar und auf einem guten Niveau, ganz wie wir es auch schon vom EZdrummer beim Schlagzeug her kennen. Teilweise bestehen die Patterns nur aus monophonen Läufen der linken Hand und können dann durch weitere Variationen in eine sehr umfassende Begleitung aus beiden Händen geführt werden.

Die Art, wie diese MIDI-Patterns bearbeitet werden können, ist in meinen Augen das wirklich Innovative. Ziehst Du ein Pattern auf die Plugin-interne Timeline, wird dieses analysiert und Du bekommst die Akkorde angezeigt. Da diese in den seltensten Fällen genau zu dem passen wird, was Du gerade vorhast, hat der Hersteller einen einfachen Weg vorbereitet um passend zu machen, was harmonisch noch im Argen liegt.

Toontrack EZkeys Testbericht

Die Funktion »Smart Transpose«

Dazu musst Du lediglich auf den Akkord klicken, der nicht passt, um einen Quintenzirkel aufpoppen zu lassen, in dem einfach der passende Akkord ausgewählt wird. Noch eine verminderte Sept gefällig? Kein Problem, einfach im Quintenzirkel die Sept anklicken und schon wird diese zusätzlich gespielt. Dieses Feature, das in Toontrack EZkeys als „Smart Transpose“ benannt wurde, ist wirklich gelungen.

Es macht richtig Spaß, die Akkordfolgen zu bearbeiten und zu hören, ob hier und da noch einige schräge Noten gut zum Akkord passen. Ich bleibe immer wieder an diesem Feature hängen und vergesse, dass ich eigentlich noch weiterschreiben sollte…

Beim Arbeiten mit den Akkorden soll auch die gelungene Transportsteuerung hervorgehoben werden. Über ein kleines rotes Kästchen unter der Timeline kannst Du Zoomen und Spulen bzw. Springen. Einen Loop setzt Du über der Timeline fest, er kann mit einer Taste unterhalb der Timelin noch aktiviert werden. Das Ganze ist so übersichtlich gestaltet, dass man sich ohne Anleitung im Handumdrehen zurecht findet, sehr gut.

Lesermeinungen (3)

zu 'Toontrack EZkeys Testbericht: Inspirierendes Songwriting Tool'

  • Franz – Hermann Schmidt
    31. Mrz 2012 | 11:13 Uhr Antworten

    Moin

    Ich habe mir das Teil gekauft und getestet.

    Über den Menü Button gelangt man zu Add Folder to Browser.

    Dort kann man dann aus dem Verzeichniss seiner Wahl eigene Midifiles oder Pattern in den Browser laden.
    Hier stehen sie dann dauerhaft zur Verfügung und lassen sich genau so wie die EZ eigenen Files editieren.

    Allerdings ist es mir nicht gelungen EZKeys so zu Authorizieren, das man beim Programmstart keinen TP Stick benötigt.
    Das heisst bei jedem Programmstart muß dieser Stick wie ein Dongle eingesteckt werden und das ist sehr lästig.

    Anfragen bei Toontrack werden nur in englischer Sprache, allerdings sehr freundlich entgegen genommen.

    LG Franz

  • docmidnite
    31. Mrz 2012 | 13:13 Uhr Antworten

    Hallo Franz-H, ich hab es auch aber wie bei Toontrack üblich registriert. Ich brauch keinen Dongle und habe für TT-Produkte noch nie einen gebraucht…mhmm

    Ich bin (noch) begeistert, man muss aber schon frickeln, wenn man über die angebotenen Patterns “seinem” Song anpassen will. Und ich will schon wieder “mehr” Auswahl an MIDI haben… Ich finde den Sound des Pianos sehr ansprechend und gelungen!

  • Franz- Hermann Schmidt
    31. Mrz 2012 | 16:54 Uhr Antworten

    Hi doc

    Ein Dongle ist das ja auch nicht. Mein Musikrechner hat eigentlich keine Internetverbindung. Zur Autorisz. hatte ich aber den Link Stecker drin, wegen der Registrierung und Freischaltung.

    Jetzt will er jedes Mal diesen Stecker haben beim Programmstart.

    Irgendwas ist da schief gelaufen.

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