Tascam US-16x08 Testbericht

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Tascam US-16x08 Testbericht

Im Tascam US-16x08 Testbericht trafen wir auf ein Interface für Band Recording und mehr


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Was ist es?

Das Tascam US-16×08 ist ein Audio Interface zur Aufnahme kleiner Bands – allgemein gesagt zum Recording von bis zu acht Mikrofonen, 6-8 Line-Quellen und ein bis zwei hochohmigen Signalen (v.a. E-Gitarre/E-Bass). Über USB 2.0 wird es mit dem Windows-PC, Mac oder iOS-Gerät verbunden und die Wandlung geschieht mit maximal 24 Bit & 96 kHz.

Hinaus geht es auf acht Klinkenbuchsen, zwei davon sind für Studiomonitore vorgesehen und entsprechend per Poti an der Vorderseite regelbar. Dazu kommt ein regelbarer Kopfhörerausgang.

Seitenteile für die Verwendung auf dem Studiotisch sind ab Werk befestigt, doch werden auch Montagewinkel, Schrauben und Inbusschlüssel zum Einbau in ein 19-Zoll-Rack mitgeliefert.

Das Interface ist zum Straßenpreis von 284,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Tascam US-16×08 Testbericht

Erster Eindruck vom Tascam US-16×08

Wie schon bei seinen kleinen Geschwistern US-2×2 und US-4×4 ist die Verarbeitung weitgehend tadellos. Beispielsweise sitzen die Gain-Regler wirklich bombenfest (gleichwohl ziemlich eng beieinander). Lediglich mit dem Gehäuse verschraubte Klinkenbuchsen hätte ich mir noch gewünscht. Das Netzkabel ist mit rund 1,5 m gerade lang genug für die Nutzung auf dem Desktop, beim Rackeinbau reicht das dicke.

Der Einbau in ein 19-Zoll-Rack ist dank beiliegender Montagewinkel, Schrauben und Inbusschlüssel möglich. Im Lieferzustand sind jedoch die Seitenteile montiert, die zunächst für eine rutschfeste Aufstellung auf dem Schreib- oder Studiotisch sorgen. Zudem sind sie ergonomisch sinnvoll, da sie das Gerät ganz leicht nach oben anwinkeln und damit die Bedienelemente etwas einfacher greifbar machen.

Handbuch und Installation

Im gedruckten mehrsprachigen Handbuch findet sich auch ein deutscher Abschnitt. Zusätzlich steht eine inhaltlich quasi identische, aber leicht abweichend formulierte PDF-Anleitung auf Deutsch zum Download bereit. Doppelt hält wohl besser.

Der Windows-Treiber war schnell installiert, ohne dass ein Neustart des Betriebssystems erforderlich wurde.

Für Mikrofone

Bis zu acht Mikrofone gleichzeitig kannst Du über die frontseitigen XLR-Buchsen einspeisen. Die Phantomspeisung für Kondensatormikros lässt sich in zwei Viererblöcken (1-4 und 5-8) zuschalten – das ist zumindest in den gemäßigten Preisregionen so üblich und sollte ausreichend Flexibilität beim Mischbetrieb verschiedener Mikrofontypen gewährleisten.

Tascam US-16x08 Testbericht

Die acht Mikrofoneingänge nebst Gain-Reglern an der Vorderseite

Beim Gain hast Du einen Spielraum von immerhin 56 dB. Das ist noch nicht übermäßig viel, dürfte aber nur selten zur Geltung kommen – etwa wenn Bändchenmikrofone mit schwachem Output eingespeist werden wollen.

Pad-Schalter zur schnellen Vordämpfung der Mikrofoneingänge (für sehr laute Schallquellen) stehen leider nicht zur Verfügung, auch nicht virtuell in der Mixer-Software. Ich persönlich empfinde diese nicht als essentiell, erwähnenswert ist deren Fehlen aber doch.

Für E-Gitarre, E-Bass & Co.

Ebenfalls vorne zu finden und damit auch im Rack-Betrieb stets bestens erreichbar: zwei Klinkenbuchsen, die separat in den hochohmigen Betrieb (»Hi-Z«) versetzt werden können. So taugen sie für die Aufnahme von E-Gitarren und -Bässe, aber beispielsweise auch für ein Fender Rhodes.

Extras wie Insert-Buchsen zum Einschleifen externer Effektgeräte oder Thru-Outputs (praktisch beim Reamping) sind nicht vorhanden. Das ist bei einem geradlinigen und erschwinglichen Interface wie diesem nur zu verständlich, selbst teurere Geräte bieten das eher selten an.

Gerade für Gitarristen ist die Latenz eines Interfaces wichtig, wenn sie sich beim Einspielen selbst abhören wollen – weiter unten findest Du ein gesondertes Kapitel mit allen Details zur Signalverzögerung beim Tascam US-16×08.

Für Keyboards, Synthesizer, Drum Machines & Co.

Zum Einspeisen von Klangquellen mit Line-Pegel – wie den oben genannten – dienen insgesamt acht große Klinkenbuchsen. Zwei davon vorne (die im vorigen Kapitel erwähnten, bei Bedarf auf Hi-Z schaltbaren) und sechs davon an der Rückseite.

Tascam US-16x08 Testbericht

Die acht Line-Eingänge sind hinten zu finden

Die beiden frontseitigen Inputs sind mit Gain-Regler stufenlos verstellbar, während für die hinteren sechs lediglich drei Schalter (je einer pro Input-Paar) zum Wechsel zwischen -10 dBV und +4 dBu zur Verfügung stehen. In der Mixer-Software (siehe unten) kann der Pegel des bereits digitalisierten Signals mit einem virtuellen Kanalfader nachreguliert werden.

Löblich: Alle Line-Signale werden symmetrisch übertragen, sind also weniger anfällig für Störgeräusche.

Anschluss an Lautsprecher/Kopfhörer & Monitoring

Hinten gibt es acht Line-Ausgänge in Form von großen Klinkenbuchsen. Auch diese können symmetrierte Signale übertragen. Die Outputs 1 & 2 lassen sich über einen Regler vorne rechts stufenlos aussteuern – der Anschluss der Studiomonitore liegt hier freilich nah.

Vorne steht noch ein regelbarer Kopfhörerausgang zur Verfügung. Er liefert einen vernünftigen Sound und eine sehr hohe maximale Ausgangsleistung, so dass ausnahmslos alle Modelle kräftig genug versorgt werden dürften.

Standalone als Mikrofonvorverstärker

Toll: Wenn keine USB-Datenverbindung mit einem Computer besteht, arbeitet das Tascam US-16×08 als eigenständiger Mikrofonvorverstärker. Auf Neudeutsch: »Standalone«. Dann werden die Signale der acht Mikrofoneingänge direkt an die acht Line-Ausgänge geleitet, wobei wie gehabt noch jeder Kanal mit seinem dedizierten Gain-Regler verstärkt werden kann. Eine sehr schönes Feature, das ich bei einem so günstigen und derart geradlinigen Interface nun wirklich nicht erwartet habe.

In diesem Modus steht bei Bedarf übrigens eine Stromsparfunktion zur Verfügung, aktivierbar über einen Schalter an der Rückseite – wenn eine halbe Stunde lang kein Eingangssignal über -60 dBFS erkannt wurde, schaltet sich das Gerät ab. Fein.

MIDI

Ja, es gibt auch fünfpolige MIDI-Buchsen für IN und OUT. Das steht jedem größeren Audio Interface gut zu Gesicht und stellt sicher, dass viele klassische Controller und Klangerzeuger (gerade ältere Modelle) genutzt werden können.


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SEHR GUT

Tascam US-16x08 Testbericht am 21.09.2015

Produkt:      Tascam US-16x08
Hersteller:  

Preis:  284,00 Euro
UVP:    349,00 Euro

Kurzfazit

Geradliniges USB Audio Interface für 16 Kanäle gleichzeitig. Ein sehr preiswertes, für seine Verhältnisse klanglich tadelloses Interface für die Aufnahme auf 16 Kanälen. Zudem bietet die Mixer-Software EQs & Kompressoren und es ist sowohl der Einsatz auf dem Desktop als auch im Rack möglich.

Für wen

Alle, die eine Band/größere Musiker-Ensembles aufnehmen wollen, auf digitale I/Os verzichten können und kein großes Budget haben.

Wichtige Merkmale
  • USB 2.0 Audio Interface
  • Treiber für Windows & Mac OS
  • Klassenkonformer Betrieb mit iOS-Geräten möglich
  • Wandlung mit maximal 24 Bit & 96 kHz
  • Eingänge: 8x Mic (XLR), 6x Line (6,3 mm), 2x Line/Hi-Z (6,3 mm)
  • Phantomspeisung (+48 Volt) schaltbar auf den Inputs 1-4 & 5-8
  • Ausgänge: 8x 6,3 mm
  • Kopfhörerausgang: 1x 6,3 mm Stereo
  • MIDI I/O (DIN, 5-polig)
  • Mixer-Software mit DSP-Effekten
  • Als eigenständiger Mikrofonvorverstärker nutzbar
  • Rack-Einbaukit und Netzteil im Lieferumfang

 


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