Tascam UH-7000 Testbericht

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Tascam UH-7000 Testbericht

Das adrette Gerät ist startklar für den Tascam UH-7000 Testbericht auf delamar.


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Was ist es?

Das Tascam UH-7000 ist ein Audio Interface bzw. ein Mikrofonvorverstärker mit Wandler für den Desktop, funktionsfähig unter Windows und Mac OS via USB 2.0. Zwei analoge Kanäle lassen sich gleichzeitig aufnehmen – zwei Mikrofone, zwei Geräte mit Line-Pegel oder je eine Quelle dieser Arten. Weiterhin stehen je zwei digitale Ein- und Ausgänge (AES/EBU oder S/PDIF) zur Verfügung.

Maximal 24 Bit und 192 kHz können verarbeitet werden. Der Fokus lag auf einem sehr niedrigen Eigenrauschen der Mikrofonvorverstärker und hochwertiger Wandlung, Spezifikationen siehe Infokasten.

Der eigenständige Betrieb als Preamp mit anschließender Analog-Digital-Wandlung ist möglich. Die Mixer-Software bietet diverse Dynamikeffekte, einen Exciter, einen EQ und einen Hall in mehreren Spielarten. Sie werden von einem integrierten DSP-Chip berechnet.

Das Gerät ist zum Straßenpreis von 512,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Tascam UH-7000 Testbericht

Erster Eindruck und grundlegende Bedienung

Das gediegene Design ist wohnzimmertauglich – ungewöhnlich für ein Gerät, das nicht allein der Consumer-Elektronik für Audio-Enthusiasten zugesprochen werden kann, sondern auch in einem Homestudio seinen Dienst verrichten könnte. Die feine Verarbeitung des Gehäuses und der Bedienelemente erfreut mich gleichermaßen.

À propos: Die Front dominieren zwei sehr große Drehregler für die beiden jeweils angewählten analogen Eingangskanäle. Ich mag es sehr, mit solchen großzügigen, haptisch überzeugenden Reglern zu hantieren. Auch die mittig sitzenden LED-Pegelanzeigen mit je 20 Segmenten für die Inputs brauchen ein wenig Platz (und sind entsprechend gut ablesbar).

Tascam UH-7000 Testbericht

Das Teil macht was her.

Die potentielle Kehrseite der Medaille: Alle Eingänge sind hinten untergebracht, was bei der Aufnahme mit oft wechselnden Klangquellen etwas umständlich werden kann. Außerdem gibt es keinen dedizierten Regler für die Lautstärke des XLR-Ausgangspaars, der klassischerweise direkt mit den Studiomonitoren verbunden wird. Vielleicht setzt der Hersteller darauf, dass der geneigte Nutzer noch einen Monitor-Controller besitzt, was in dieser Preisklasse wohl nicht ganz abwegig ist. Auch für den Betrieb als vorgeschalteter Preamp ist ein solcher Regler nicht notwendig.

Die inneren Werte des Tascam UH-7000

Bei diesem Interface lohnt es sich, auf einige der klangtechnischen Kapazitäten hinzuweisen. So sind Sample-Raten von bis zu 192 kHz möglich, wie sie in professionellen Tonstudio für besten Klang verwendet werden. Wandler aus dem renommierten Hause Burr-Brown kommen zum Einsatz.

Werte wie ein Signal-Rausch-Abstand von 117 dB oder eine gesamte harmonische Verzerrung (THD) von maximal 0.0009% – beides gilt für die Mikrofoneingänge – finden sich nur bei sehr wenigen anderen USB-Audio-Interfaces. Kurz: Das verspricht klare, praktisch unverfälschte klingende und so gut wie gar nicht rauschende Aufnahmen.

Die über die Mixer-Software steuerbaren Effekte (siehe unten) werden von eigens dafür integrierten Chips berechnet und schonen damit den Prozessor deines Computers.

Für Mikrofone aller Art

Du hast die freie Wahl, wenn es um die Art des Mikrofons geht, da sich selbstverständlich eine Phantomspeisung zu schalten lässt. An diesem Modell kann das unabhängig pro Input geschehen, worauf ich hinweise, weil das lange nicht der Standard bei anderen Interfaces ist. Gleichzeitig nutzen lassen sich also beispielsweise a) ein Kondensatormikrofon und b) ein dynamisches oder ein Bändchenmikro, das keine Phantomspannung verträgt.

22 bis 66 dB Gain stehen zur Verfügung – das ist sehr stattlich, mehr als bei den meisten anderen und verstärkt auch alte Bändchenmikrofone mit niedrigem Output zur Genüge.

Tascam UH-7000 Testbericht

Sämtliche In- und Outputs mit Ausnahme des Kopfhörerausgangs sind an der Rückseite zu finden

An dieser Stelle muss unbedingt auf die Möglichkeit zum Standalone-Betrieb als zweifacher Mikrofonvorverstärker hingewiesen werden. Das ist beileibe kein exotisches Feature, weiß aber jedes Gerät sehr zu bereichern – insbesondere hier, da die Signale auch gewandelt und via AES/EBU bzw. S/PDIF ausgegeben werden. Abschließend erwähnt sei der optional zuschaltbare Standby-Modus nach 30 Minuten Leerlauf. Prima.

Für sonstige Klangquellen

Zwei Eingänge im großen Klinkenformat für Signale mit Line-Pegel stehen zur Verfügung. Schön, dass diese als dedizierte Buchsen vorliegen und nicht in Kombination mit XLR – so können vier Kanäle gleichzeitig aufgenommen werden.

Für E-Gitarre und E-Bass sowie ein Fender Rhodes oder andere (ältere) hochohmige Instrumente Keyboards gibt es leider keine geeigneten Eingänge. Will heißen: Keine dedizierten hochohmigen Hi-Z-Inputs und keine Möglichkeit, die erwähnten Line-Klinkenbuchsen in einen Hi-Z-Modus zu versetzen.

Hier wurde mir zum ersten Mal klar, dass das Tascam UH-7000 nicht als Audio Interface für alle Fälle konzipiert ist. Vielmehr stehen die fortgeschrittenen Wandler im Mittelpunkt (z.B. für das Mastering im Projektstudio). Die hochwertigen Mikrofonvorverstärker mit Standalone-Vorverstärkung und -Wandlung stellen eine Erweiterung dar.

Ausgänge & Monitoring

Der Kopfhörerausgang bringt einen sehr hohen Output, so dass sämtliche Modelle von Headphones laut aufgedreht werden können. Der Sound ist prächtig, wie erwartet werden durfte.

Die Funktion »Line Link« versetzt dich in die Lage, den Output der XLR-Ausgänge über den Regler für den Kopfhörerausgang zu justieren. Das ist eine Kompromisslösung, immerhin. Bei gleichzeitiger/nahtlos abwechselnder Nutzung von Lautsprechern und Kopfhörern solltest Du entsprechend vorsichtig sein, ebenso beim Deaktivieren der Line-Link-Funktion (die Lautstärke springt dann augenblicklich auf das Maximum).


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SEHR GUT

Tascam UH-7000 Testbericht am 29.10.2015

Produkt:      Tascam UH-7000
Hersteller:  

Preis:  512,00 Euro
UVP:    629,00 Euro

Kurzfazit

USB Audio Interface und eigenständiger Mikrofonvorverstärker. Vorbildlich neutrale, rauscharme Preamps und ausgezeichnete Wandler kennzeichnen unseren Probanden – als eigenständiger Mikrofonvorverstärker zum fairen Preis glänzt das Gerät. Die Funktionalität als Interface ist allerdings leicht eingeschränkt, beispielsweise fehlt eine Hi-Z-Buchse.

Für wen

Musikproduzenten, Mastering-Engineers und Audiophile mit Fokus auf Mikrofonaufnahmen.

Wichtige Merkmale
  • USB 2.0 Audio Interface
  • Treiber für Windows & Mac OS X
  • Wandlung & Playback mit max. 24 Bit & 192 kHz
  • DSP-Effekte: Diverse Dynamikeffekte, EQ, Exciter und Hall
  • LED-Pegelanzeigen mit 20 Segmenten
  • Analoge Eingänge:
    • 2x Mic (XLR, symm.)
    • 2x Line (6,3 mm, symm.)
  • Phantomspeisung (48 V) für beide Inputs separate schaltbar
  • 4x4 digitale Kanäle für Streaming via USB 2.0
  • Analoge Ausgänge: 2x Line (XLR)
  • Kopfhörerausgang (6,3 mm), regelbar
  • Digitale I/Os: AES/EBU oder S/PDIF (XLR)
  • Aluminiumgehäuse
  • Half-Rack-Größe

 


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