Tascam DR-44WL Testbericht

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Tascam DR-44WL Testbericht

Im Tascam DR-44WL Testbericht knöpfen wir uns diesen 4-Spur-Recorder mit WLAN-Dateitransfer vor - alles zu Klangqualität, Bedienung und Funktionalität hier und jetzt


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Was ist es?

Der Tascam DR-44WL ist ein Field Recorder für 4-Spur-Aufnahmen – zwei Kanäle speisen sich aus den internen X/Y-Mikrofonen mit Nierencharakteristik, die anderen zwei aus externen Mikros oder Zuspielern über die Kombibuchsen (XLR & Klinke). Dabei kannst Du externe Kondensatormikrofone verwenden, weil sich Phantomspeisung zuschalten lässt.

Du kannst Aufnahmen mit bis zu 24 Bit & 96 kHz machen, während als Dateiformate WAV, BWF und MP3 zur Verfügung stehen. Gespeichert wird auf microSD-Karten mit bis zu 128 GB Fassungsvermögen. Zum Abhören während oder nach dem Recording gibt es wie üblich einen kleinen Lautsprecher und eine Kopfhörerbuchse.

Attraktiv sind überdies die WLAN-Funktionen – nicht nur der Datentransfer vom Gerät zum Computer (oder umgekehrt) ist damit möglich, auch eine Fernsteuerung lässt sich realisieren. Will heißen: Per Smartphone oder Tablet die Pegel überwachen, die Aufnahme starten und stoppen aus der Entfernung, Marker setzen und mehr. Auch das Abhören/Monitoring per Audio-Streaming ist möglich.

Der Field Recorder ist zum Straßenpreis von 239,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Tascam DR-44WL Testbericht

Lieferumfang des Tascam DR-44WL

Die Packung beinhaltet Recorder, USB-Kabel (~50 cm) + Wechselstromadapter, vier AA-Batterien, Windschutz, Blitzschuhadapter, Tasche und Handgriff – stattlich! Im Slot des Recorders steckt überdies eine SD-Dummy-Karte, in der wiederum die kleine, eigentliche Speicherkarte im microSD-Format steckt. Diese fasst nur 4 Gigabyte, aber als Beigabe geht das freilich in Ordnung. Alle Teile sind von reichlich Styropor umgeben, was nicht nur für die erste Postlieferung, sondern auch später beim Transport praktisch ist.

Tascam DR-44WL Testbericht

Dieses Zubehör wird beim Tascam DR-44WL Testbericht mitgeliefert

Peripherie

Du findest eine Öse zur Befestigung einer Trageschlaufe. Ein ¼″-Gewinde für Stative ist ebenso integriert – essentiell für Profis und Enthusiasten, die über längere Zeiträume Atmosphären, Konzerte etc. einfangen wollen. Andernfalls gibt es den erwähnten Handgriff aus Kunststoff, der für allerlei »Action-Aufnahmen« taugt, aber etwas rutschfester sein könnte.

Tascam DR-44WL Testbericht

Verarbeitung

Beim Gehäuse des Modells, das uns zum Test vorliegt, sind unregelmäßige Spaltmaße zu beobachten und die seitlichen Paneele lassen sich etwa einen Millimeter hineindrücken. Einige der Buttons und das Steuerrad weisen einen undefinierten Druckpunkt auf, gerade bei Letzterem und dem häufig gebrauchten Enter/Marker-Button fällt das unangenehm auf.

Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität noch zufriedenstellend – Stabilität und Langlebigkeit könnten sehr wohl gegeben sein (im kurzen Testzeitraum ist keine finale Einschätzung möglich). Es ist wie erwähnt vielmehr die Haptik und Zuverlässigkeit der Buttons, die mir kritikwürdig erscheint.

Erste Schritte mit dem Tascam DR-44WL

In Relation zu den Gesamtmaßen des Recorders fällt das Display ziemlich groß aus. Nach dem Einschalten begrüßt mich das Display mit einer ausreichend kräftigen orangenen Hintergrundbeleuchtung und zufriedenstellender Blickwinkelstabilität. Der Kontrast lässt sich justieren, ist aber mit der Standardeinstellung (Stufe 8 von 16) in meinen Augen bereits am besten lesbar. Die wichtigsten Informationen – Pegelbalken und Zeitstempel – werden schön groß dargestellt.

Auf der Website von Tascam ist der Download-Link für die aktuelle Firmware sofort zu entdecken. Mithilfe der klar und eindeutig formulierten Update-Anleitung spielte ich es innerhalb von etwa einer Minute erfolgreich ein.

USB

Bei der USB-Verbindung mit meinem Rechner erscheint nach dem Einschalten ein Dialog mit den Wahlmöglichkeiten für a) die Stromspeisung via USB oder b) den Zugriff auf die SD-Karte als Massenspeichergerät mit dem Windows-Explorer. Auf dem Mac gelingt das ebenso, über den Finder.

Beide Funktionen sind immer noch nicht selbstverständlich für aktuelle Geräte, also kann der Tascam DR-44WL hier einen weiteren Pluspunkt einheimsen. Ich wünsche mir lediglich noch die Wiederaufladbarkeit der Batterien über den USB-Weg, doch das ist mit nicht-proprietären AA-Akkus wohl nicht ganz trivial zu realisieren.

Ein weiteres Beispiel für die Annehmlichkeiten der USB-Stromspeisung: Für Podcasts, Let‘s-Plays, YouTube-Vertonungen und dergleichen können deine Streaming-Sessions beliebig lang sein, da die Batterien nicht angetastet werden. Hierzu müsstest Du allerdings der Umweg über die Kopfhörerbuchse und dann ein separates Audio Interface gehen, da die Nutzung als USB-Mikrofon à la H6 (siehe Zoom H6 Testbericht) leider (noch) nicht möglich ist.


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SEHR GUT

Tascam DR-44WL Testbericht am 21.05.2015

Produkt:      Tascam DR-44WL
Hersteller:  

Preis:  239,00 Euro
UVP:    349,00 Euro

Kurzfazit

Reich ausgestatteter Field Recorder für 4-Spur-Aufnahmen. Mit diesem Field Recorder kannst Du sehr gute Aufnahmen machen, wobei etliche fortgeschrittene Funktionen und eine attraktive WLAN-Fernsteuerung bereitstehen. Bei Verarbeitung und Bedienelementen ist Luft nach oben.

Für wen

Alle, die einen weit fortgeschrittenen Field Recorder für 4-Spur-Aufnahmen und mit Profi-Features wie BWF, einem Mixer und mehr suchen.

Wichtige Merkmale
  • Field Recorder für 4-Spur-Aufnahmen
  • 2 Kondensatormikrofone in X/Y-Anordnung und mit Nierencharakteristik
  • 2 x Mic/Line (XLR/6,3 mm kombiniert) für Mikrofone bzw. Zuspieler
  • Maximal 24 Bit & 96 kHz bzw. 320 kb/s
  • Hochpassfilter: 40/80/120/220 Hz
  • Limiter mit zwei Modi
  • Halleffekt für Monitoring oder Recording
  • Vorgezogene, verzögerte und pegelgesteuerte Aufnahme
  • Overdubbing
  • Marker
  • Punch-in/-out
  • M/S-Dekodierung für externe Mikrofone
  • Tuner und Metronom integriert
  • Aufnahme in WAV, BWF oder MP3
  • Simultane Aufnahme in WAV & MP3
  • Aufnahme auf microSD (bis 128 GB)
  • Regelbarer Line-Ausgang (3,5 mm Stereo) für Kopfhörer/Lautsprecher
  • Lautsprecher integriert
  • WLAN (Datentransfer & Fernsteuerung)
  • Batterielaufzeit von 10½ – 16 Stunden
  • Maße: 79 x 162 x 43 mm
  • Gewicht: 346 g (mit Batterien)
  • Windschutz, Blitzschuhadapter, Tasche, Handgriff, USB-Kabel, Netzteil & 4 AA-Batterien mitgeliefert

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Tascam DR-44WL Testbericht: Field Recorder mit WLAN-Steuerung'

  • mono   21. Mai 2015   08:20 UhrAntworten

    Die WLAN Funktion führt zu Einstreuung! Das ist nicht in den Griff zu kriegen. Ich habe das Gerät zurückgegeben und bleibe beim Tascam DR-40.

Sag uns deine Meinung!

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