Tascam DR-22WL Testbericht

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Tascam DR-22WL Testbericht

Im Tascam DR-22WL Testbericht: Alles zu Klangqualität, Bedienung, Verarbeitung, Zubehör & Co.


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Was ist es?

Der Tascam DR-22WL ist ein tragbarer Recorder mit Batteriebetrieb. Gängige Bezeichnungen sind auch »Field Recorder«, »Handy Recorder« etc. Das handliche Format und das Fliegengewicht machen ihn für den mobilen Einsatz kompromisslos geeignet. Die beiden Kapseln des integrierten Stereomikrofons liegen in einer X/Y-Anordnung vor – also im Winkel von 90° zueinander, um Klänge von links/rechts einzufangen.

Aufnahmen mit bis zu 24 Bit & 96 kHz sind möglich und die Dateiformate umfassen WAV, BWF und MP3. Ein externes Mikrofon bzw. Zuspielergerät lässt sich anschließen, um dieses statt der internen Mikrofone zur Aufnahme zu nutzen. Zum Abhören unterwegs stehen ein kleiner Lautsprecher und eine Kopfhörerbuchse bereit.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die WLAN-Funktionalität – damit kannst Du Dateien drahtlos transferieren, die Transport- und Aufnahmefunktionen fernsteuern, Pegel überwachen, den eingefangenen Klang per Audio-Streaming aus der Ferne abhören und mehr.

Der portable Recorder ist zum Straßenpreis von 129,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Tascam DR-22WL Testbericht

Lieferumfang

Das Paket ist kaum größer als eine Milchpackung – zum Vorschein kommen der Recorder, ein etwa 50 cm langes USB-Kabel und ein Zweierpack AA-Batterien. Alles ist gut per Styroporpolster geschützt. Dadurch wäre ggf. nicht nur die erste Postlieferung an deine Haustür, sondern in Verbindung mit der erwähnt geringen Paketgröße auch der Transport vom und zum Aufnahmeort gut abgesichert. Eine wirklich kompakte Transporttasche ersetzt das freilich nicht.

Verarbeitung

Das Kunststoffgehäuse des Tascam DR-22WL macht einen guten Eindruck. Es weist geringe Spaltmaße auf, scheint relativ dick zu sein und ist höchst verwindungssteif. Letzteres ist beispielsweise beim Zoom H1 nicht der Fall – ein erster Pluspunkt gegenüber dem noch kleineren, günstigeren Mitbewerber, der nachfolgend noch mehrmals als Vergleichsobjekt dienen wird. Den deutlich niedrigeren Preispunkt gilt es bei diesem kleinen Shoot-Out stets zu beachten.

Das Batteriefach öffnet und schließt sich recht gut, bei sorgsamer Behandlung dürfte es lange intakt bleiben. Das Gleiche gilt für die Abdeckung des microSD-Slots.

Eine Öse zur Befestigung einer Trageschlaufe ist vorhanden. Wichtiger für Profis und Enthusiasten: Ein 1/4-Zoll-Gewinde für Stative ist auch vorhanden.

Tascam DR-22WL Testbericht
Tascam DR-22WL Testbericht

Erster Eindruck vom Tascam DR-22WL

Das Display ist in Relation zu den Gesamtmaßen des Geräts recht groß – flugs lege ich die mitgelieferten Batterien ein und schalte den Recorder an, um von einer kräftigen orangenen Hintergrundbeleuchtung begrüßt zu werden.

Allerdings könnten die Blickwinkelstabilität und der Kontrast höher sein. Letzterer ist zwar verstellbar, aber das Abweichen von dem im Auslieferungszustand eingestellten Wert verbessert die Lesbarkeit nicht. Zudem sind einige Zahlen und Buchstaben doch sehr klein geraten, letztlich dürften davon aber nur Audiofreunde mit erheblicher Sehbeeinträchtigung betroffen sein.

Ich nutzte den auf der Tascam-Website sofort zu entdeckenden Download-Link für die neuste Firmware und spielte diese mithilfe der auf Deutsch erhältlichen PDF-Anleitung in etwa drei Minuten erfolgreich ein. Das Update lässt sich mit der Gratis-App »DR Control« übrigens noch einfacher realisieren.

In puncto USB

Meine Neugier ließ mich gleich das USB-Kabel zücken – und siehe da, nach dem Anschluss an den Computer konnte ich a) die Stromspeisung per USB oder b) den Zugriff auf das Dateisystem der SD-Karte wählen. Beides ist noch ganz nicht selbstverständlich für zeitgenössische Geräte und es fehlt eigentlich nur die Wiederaufladbarkeit der Batterien per USB. Doch das ist in dieser Preisregion bzw. mit nicht-proprietären Batterien wie hier wohl kaum zu machen.

Ein Beispiel für die Vorteile der USB-Stromspeisung sei noch genannt: Für Podcasting, YouTube-Vertonungen, Let‘s-Plays etc. mit separatem Audio Interface (die Nutzung als USB-Mikro à la Zoom H1 ist nicht möglich) können Sessions beliebig lang sein. Die Batterien behalten ihren Saft für den Außeneinsatz.


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SEHR GUT

Tascam DR-22WL Testbericht am 06.05.2015

Produkt:      Tascam DR-22WL
Hersteller:  

Preis:  129,00 Euro
UVP:    179,00 Euro

Kurzfazit

Kleiner Portabler Recorder für X/Y-Stereoaufnahmen. Ein kleines Kraftpaket – mit ihm kannst Du richtig feine Aufnahmen machen, wobei die Funktionsdichte beispiellos für einen so kleinen Field Recorder seinesgleichen sucht.

Für wen

Alle, die einen sehr kompakten, leichten Field Recorder mit Fortgeschrittenem wie BWF oder simultanem Recording in WAV & MP3 suchen.

Wichtige Merkmale
  • Field Recorder Für Mono- oder Stereoaufnahmen
  • 2 Kondensatormikrofone in X/Y-Anordnung
  • Nierencharakteristik
  • Line-Eingang (3,5 mm Stereo) für externe Mikrofone bzw. Zuspieler
  • Maximal 24 Bit & 96 kHz bzw. 320 kb/s
  • Hochpassfilter: 40/80/120/220 Hz
  • Limiter mit zwei Modi
  • Halleffekt für Monitoring oder Recording
  • Vorgezogene, verzögerte und pegelgesteuerte Aufnahme
  • Overdubbing
  • Marker
  • Aufnahme in WAV, BWF oder MP3
  • Simultane Aufnahme in WAV & MP3
  • Aufnahme auf microSD (bis 128 GB)
  • Regelbarer Line-Ausgang (3,5 mm Stereo) für Kopfhörer/Lautsprecher
  • Lautsprecher integriert
  • WLAN: Datentransfer & Fernsteuerung
  • Batterielaufzeit von 9 – 17½ Stunden
  • Maße: 52 x 155 x 37 mm
  • Gewicht: 170 g (mit Batterien)
  • Micro-USB-Kabel & 2 AA-Batterien mitgeliefert

 


Lesermeinungen (2)

zu 'Tascam DR-22WL Testbericht: Kleiner Field Recorder mit WLAN'

  • mono   06. Mai 2015   20:37 UhrAntworten

    Es ist vielleicht nicht ganz fair diese Geräte, deren Entstehungsgeschichte schon recht lange auseinander liegt zu vergleichen. Ich hatte aber Gelegenheit beide Geräte miteinander zu vergleichen und habe den älteren ZOOM H1 schon seit dem Erscheinen (2005) im Einsatz.

    Tascam DR-22WL

    Mit Verwunderung habe ich »Alles ist gut per Styroporpolster geschützt, wodurch nicht nur die erste Postlieferung an deine Haustür, sondern später auch der Einsatz in freier Wildbahn gut abgesichert wird.« gelesen. Hey - es ist nur eine Transportverpackung! und man kann sie gut entsorgen – mehr ist darüber nicht zu sagen. Eine Transporttasche macht sie allein schon aufgrund der Grösse nicht entbehrlich.
    Das Einstellrad der Voreinstellungs-Szenen erinnert an das eines Hobby-Photoapperates. Entbehrlich. Dafür hat der Recorder aber eine Mono-Einstellung. Diese findet sich selbst bei teueren Recordern selten. WLAN ist auch etwas sinnlos, denn diese Funktion geht nur mit einem mobilen Telefon, nicht mit einem PC. Es wäre doch schön gewesen gleich über WLAN in einer DAW aufzunehmen. Der Drehkopf fühle sich bei meinem Gerät etwas wacklig und wenig solide an. Kein Vergleich zu den Knöpfen an einem ZOOM H6.

    Tascam AK-DR11G Zubehörset passt zur DR Serie (DR-05, DR-07MKII, DR-40 und DR-100MKII) und besteht aus Fellwindschutz, Haltegriff, Netzteil und Transporttasche. Getestet habe ich es am Tascam DR-40 Recorder.
    Der Fellwindschutz haart schon in der Verpackung und lässt sich nur mit vier Händen über den Recorder ziehen. Er hält nur unter Spannung und die A-B ausgerichteten Mikrofone bleiben bei der Installation nicht in Position! Ein sehr unpraktisches Teil!
    Der Haltegriff kommt als ein hohles Plastikrohr mit Gewindeanschluss und sehr geringer Auflagefläche daher. Auch ist der Griff nicht entkoppelt. Eine eigens
    angefertigte Moosgummiunterlage hilft die Verbindung auch gegen Lösen zu sichern.
    Das Netzteil kommt ohne USB-Kabel. Der größte Nachteil - ist das Netzteil angeschlossen, kann man natürlich wegen der Belegung keine Daten übertragen!
    Letztlich ist die Transporttasche von sehr bescheidener Qualität. In der Vertikalen mit zwei festen Einlagen verstärkt und auch nur für das Zubehör gedacht und geeignet. Für meine Zwecke unbrauchbar und der Firma Tascam nicht würdig.

    ZOOM H1

    Durch ein Firmware Update wird der Recorder zum Modell V2.10. Das Update fügt eine Audio-Interface Funktion hinzu! Ich benutze den Recorder schon seit Jahren für Kunstkopfaufnahmen und bin von der Unauffälligkeit und Einfachheit begeistert. Einmal hatte ich das Mikrokabel nicht richtig eingesteckt und der Recorder befand sich in der Hemdtasche – die Aufnahme mit den eingebauten Mikrofonen war brauchbar! Leider ist der Recorder sehr kratzempfindlich und will vorsichtig bedient werden. Als Transportschutz habe ich ein Brillenetui-Hardcase gefunden, was auch noch Platz für eine weitere Speicherkarte und Batterie bietet. Auch lässt sich ein the t.bone Earmic 500 - Sennheiser Miniatur Kondensator Earset verwenden. Ferner lässt sich der Recorder auch als einfacher Filmtonrecorder auf einer DSLR verwenden. Mit dem Klang bin ich sehr zufrieden, denn es ist die AudioEngine des ZOOM H4 verbaut. Ferner finde ich die Einstellschalter auf der Rückseite viel besser bedinbar als jedes Menue. Das Gerät hat auch eine vollzügliche automatische Aussteuerung. Auch selten in dieser Qualität zu finden.
    So gesehen halte ich auch heute noch den ZOOM H1 für mich für das bessere Gerät.

    Ein Vergleichstestvideo findet man bei YouTube:
    https://www.youtube.com/watch?v=sZRX6LbL2Po

    • Felix Baarß (delamar)   06. Mai 2015   21:17 UhrAntworten

      Hallo mono,

      ich habe nie behaupten wollen, dass eine Transporttasche durch die Packung entbehrlich würde. Doch aufgrund ihrer noch recht geringen Größe ist es alles andere als absurd, sie für den Transport zum und vom Aufnahmeort zu nutzen. Selbstverständlich nicht während des Einsatzes. P.S.: Habe es jetzt oben klarer formuliert - so, wie ich es meinte und nun hier klargestellt habe - insofern besten Dank für den Anstoß!

      Danke für deinen sonstigen Erfahrungsbericht. Lediglich zum Rädchen für die Szenenvoreinstellungen: Man braucht es einfach nicht zu nutzen und gut ist. :) Für Gelegenheits-Aufzeichner könnte es praktisch sein, während andererseits alle Einstellungen im manuellen Modus frei nach Gusto zur Verfügung stehen.

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