Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht

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Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht:

Herzlich willkommen zum Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht auf delamar - wir haben uns genau angeschaut, was dieses Mischpult mit Multitrack Recording per USB so alles kann


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Was ist es?

Das Soundcraft Signature 22 MTK ist ein analoges Mischpult mit 22 Eingängen – mischbar auf 14 Mono- und vier Stereo-Kanalzügen. So können schon relativ große Bands und Ensembles abgenommen und gemischt werden. Die Kanalzüge sind jeweils mit einem Equalizer (meist mit 4 Bändern und durchstimmbaren Mitten), 5 Aux-Send-Reglern, zwei Effekt-Return-Reglern und mehr ausgestattet.

Die Besonderheit des Soundcraft Signature 22 MTK ist das leistungsfähige USB Audio Interface für Aufnahmen mit max. 24 Bit & 48 kHz – hier können alle 22 Kanäle separat in der DAW aufgenommen und von dort wieder an das Pult zurückgeschickt werden. Die meisten anderen Mischpulte mit integriertem Audio Interface können nur den Stereo-Mix digital ausgeben.

Das Gerät ist zum Straßenpreis von 859,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Musikalienfachhandel erhältlich. Für 170 Euro weniger kannst Du das Soundcraft Signature 22 erwerben – dieses kann allerdings nur zwei Kanäle digital aufnehmen.

 

Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht

Verarbeitung

Verarbeitung und Haptik können weitestgehend überzeugen. Die Potis wackeln nicht und haben einen angenehmen Widerstand, zudem rasten sie in ihren Nullstellungen ein. Die Fader sind leichtgängig, aber etwas wackelig.

Alle Steckverbindungen machen einen vernünftigen Eindruck, alles ist gut verschraubt bzw. in das Gehäuse eingelassen.

Haptik des Soundcraft Signature 22 MTK

Das Pult ist übersichtlich und farblich sinnvoll gestaltet. Die Potis sind für meine Finger gut greifbar, ich stoße nicht an benachbarte Regler an.

Die Beschriftung ist ziemlich klein, bei wenig Licht könnte das zum Problem werden. Doch hier könntest Du eine Schwanenhalslampe in den dedizierten USB-Port stecken. Dieser ist auch zum Laden von Smartphone-Akkus geeignet.

Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht:

Jetzt geht’s ans Eingemachte im Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht

Gain & Klangfärbung

Die Mikrofonvorverstärker machen ihre Sache gut, wobei sich bei +50 bis +55 dB Gain eine gewisse Klangfärbung einstellt. Nach meinem Hörempfinden wird der Sound dann etwas mittenlastig und undefinierter. Ein Rauschen vernehme ich erst, wenn ich sie fast komplett bis zu ihrem Maximum von +60 dB aufdrehe – genügend Verstärkung also für alle Mikrofone.

Was die Kopfhörerverstärkung angeht, tritt nach etwa einem Drittel des Regelwegs ein vernehmbares Rauschen zutage.

Equalizer

Zu den hervorragenden Qualitäten des Soundcraft Signature 22 MTK gehören zweifellos die Equalizer. Sie stammen aus der hauseigenen Sapphyre-Konsole.

In ihrer vollen Bestückung auf den Kanälen 1-16 findest Du vier Bänder, wobei Du die Zentralfrequenzen der beiden Mittenbänder verstellen kannst. So ist eine außerordentlich flexible Klangformung möglich.

Außerdem ist bemerkenswert, dass Anhebungen breitbandig geschehen, Absenkungen aber schmalbandig (fast schon »chirurgisch«). Das ist genau das, was man beim Mixing in aller Regel benötigt. Sehr schön.

Kompressor / Limiter

Anstelle eines 1-Poti-Kompressors bieten die ersten acht Kanalzüge einen zuschaltbaren Limiter. Und dieser hat es in sich. Er ist kein reiner Brickwall-Limiter, stattdessen beginnt er schon ein paar Dezibel unter dem vorgesehenen Maximalpegel mit der Kompression. Dabei startet die Ratio bei etwa 4:1, steigt mit steigendem Pegel leicht an und endet schließlich beim harten Limiting. Das ist ein guter, praxistauglicher Kompromiss.

Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht:

Natürlich: Mit einem eigenen Kompressor hätten die Optionen der Klanggestaltung und akustischen Problemlösung gut erweitert werden können. Das kenne und schätze ich zumindest von anderen, recht einfachen Mischpulten. Hier hätte ich lieber auf eines der EQ-Mittenbänder verzichtet. Angesichts von Preis, Spurenanzahl und dem fein funktionierenden USB Multitracking (siehe unten) ist das definitv verschmerzbar, auch weil der Limiter recht clever agiert.

Die Effekte

Verschiedene Reverbs und Delays sowie Modulationseffekte aus dem Hause Lexicon sind an Bord. Insgesamt sind es 22 Algorithmen und pro Effekt kannst Du zwei Parameter einstellen. Beim Hall wären das zum Beispiel die »Lebendigkeit« (Modulation der Hallfahne) und die Abklingzeit (Decay).

Es können jeweils zwei Effekte festgelegt werden, die sich dann über die FX-Return-Potis den einzelnen Spuren beimischen lassen. Separate FX-Return-Fader (sozusagen »Master-FX-Return«) lassen sich auf die beiden Stereo-Subgruppen routen.

Die Effekte eignen sich gut für schnelle Eingriffe bei Bandproben und für das Monitoring-Signal. Für die Gestaltung des Bandsounds sind sie für kleinere Auftritte locker geeignet. Auch für den Proberaum sind sie prima.

Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht:

Eines der besten Argumente für das Soundcraft Signature 22 MTK ist ohne Zweifel die digitale Mehrspurwandlung und -ausgabe via USB – lies weiter …

USB Multitrack Recording mit dem Soundcraft Signature 22 MTK

Das für Windows geeignete Treiberpaket (WDM & ASIO) ließ sich einfach installieren und funktionierte sofort problemlos. Das Aufnahmeformat (44,1/48 kHz & 16/24 Bit) und die Puffergröße (buffer size) lassen sich wählen.

Das Mischpult kann alle 22 »trockenen« Spuren (nach dem Gain, aber vor EQ & Effekten) abgreifen und zur DAW schicken. Und nach der digitalen Bearbeitung mit Plugins & Co. kannst Du sie wieder an dieselben Kanäle des Pults senden – einstellbar via Knopfdruck für jeden einzelnen Kanal.

Bonus: Der finale Stereo-Mix aus allen Spuren mit sämtlicher EQ-, Effekt- und Gruppenbearbeitung lässt sich schließlich über die USB-Kanäle 23/24 in der DAW aufzeichnen.

Latenz

Zunächst ist beim Windows-Treiber zu beachten, dass Du neben der Puffergröße den direkt benachbarten Parameter einstellst. Mit diesem änderte sich alles. Bei »minimale Latenz« (nicht voreingestellt), dem kleinsten Pufferwert (64 Samples) und 44,1 kHz konnten wir ohne jegliche Störgeräusche und Aussetzer 22 Spuren aus dem Pult, durch die DAW und wieder ins Pult schicken. Selbst mit unserem in CPU-Belangen mager ausgestatteten Testrechner.

Hierbei stand eine äußerst respektable kumulierte Latenz von 6,2 Millisekunden zu Buche. Bei sehr anspruchsvollen 22-Spur-Projekten wirst Du vielleicht auf 128 Samples wechseln müssen. Dabei waren es in unserem Test auch nur kumulierte 9 ms. Klasse.

In der Praxis kann man also ohne Probleme ein paar Plugins in der DAW nutzen, um sich diesen Sound wieder ausgeben zu lassen und am Pult abzumischen. Gesetzt den Fall, dass diese Plugins nicht ihrerseits eine starke Latenz hinzuaddieren … aber die meisten sind heute extrem flink.

Netzbuchse

Ungewöhnlich: Die Buchse für das intern verbaute Netzteil, befindet sich in einem Hohlraum an der Unterseite des Soundcraft Signature 22 MTK. Außerdem sucht man einen Ein-/Ausschalter vergeblich.

So muss man entweder jedes Mal das Pult anheben oder unter den Tisch kriechen, um das Gerät auszuschalten. Nur eine Verteilerdose mit Schalter schafft Abhilfe.


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SEHR GUT

Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht am 13.10.2016

Produkt:      Soundcraft Signature 22 MTK
Hersteller:  

Preis:  859,00 Euro
UVP:    999,00 Euro

Kurzfazit

Mischpult mit 22 Kanälen und USB Multitrack Recording. Ganz klar, das große Plus dieses Mixers ist die qualitativ gute Aufnahme aller 22 Spuren separat in deiner DAW. Auch sonst hat das erfreulich günstige Gerät viel zu bieten – solide Verarbeitung und die ausgefeilten EQs zum Beispiel. Wenn jetzt noch Kompressor-Potis auf den Kanalzügen sitzen würden ...

Für wen

Semiprofessionelle Musiker und Tontechniker, die große Bands bei Auftritten oder im Proberaum abmischen und mehrspurig aufzeichnen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Mischpult mit 22 Eingängen
  • 14 Mono-Kanäle
    • 10 x Mic / Line
    • 4 x Mic / Line / Hi-Z
  • 4 Stereo-Kanäle (Line)
    • 2 x Mic / Stereo-Line
    • 1 x Stereo-Line
    • 1 x Stereo-Line (Cinch) / USB
  • Equalizer:
    • Kanäle 1-16: 4 Bänder, 2 x durchstimmbare Mitten
    • Kanäle 17 & 18: 3 Bänder, durchstimmbare Mitten
  • Limiter von dbx auf Kanälen 1-8
  • 2 Effektbusse mit je 22 Algorithmen von Lexicon
  • 5 Aux-Sends (Pre / Post) pro Kanal, 2 davon alternativ für die FX Returns
  • 4 Subgruppen
  • Fader: 100 mm
  • Multitrack Recording & Playback: 22 / 24 Kanäle via USB 2.0 (Windows & Mac OS X)
  • Maße: 660 x 490 x 109 mm
  • Gewicht: ~11,4 kg

 


Lesermeinungen (8)

zu 'Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht: Mischpult für digitales Multitrack Recording'

  • Patrick   18. Okt 2016   11:00 UhrAntworten

    Jawoll! Auf den Testbericht hab ich mich ja schon gefreut wie Schnitzel. Sehr ausführlich, und ich glaube, der Bericht erleichtert mir nun auch die Entscheidung, was ich nun wirklich anschaffen werde, wenn's darum geht: Audio Interface von Focus Rite oder dieses Gerät hier. Etwas verwundert mich allerdings noch etwas: bei Thomann war die Rede von 16 Mono-Kanälen. Hier im Bericht ist die Rede von 14 Mono-Kanälen. Was hat es dann mit den Kanälen 15 und 16 auf sich? Sind das schon solche, wo man entscheiden muss, ob man zwei Monokanäle oder schon einen Stereokanal haben will? Des Weiteren hätte mich ein kurzes Klangbeispiel interessiert, wie so eine kurze Aufnahme über das Interface in Puncto Qualität klingt. Gibt es diesbezüglich schon was?

    • Felix Baarß (delamar)   18. Okt 2016   12:33 UhrAntworten

      Huhu Patrick,

      huch, das Klangbeispiel hatte ich vergessen, einzubinden - jetzt findest Du es im Kapitel »Gain & Klangfärbung«. Danke für den Hinweis!

      Zu den Kanälen: Wir haben die reinen Mono-Kanalzüge (hier eben 14 Stück) getrennt von den Stereo-fähigen Kanalzügen betrachtet.

      Die Kanalzüge 15/16 und 17/18 können über jeweils zwei Line-Klinkeneingänge mit Stereo gespeist werden. Als Alternative ist hier aber jeweils auch ein Mono-Input möglich: Über XLR oder die Belegung von lediglich EINER der Klinkenbuchsen.

      Und dann gibt es auch noch die Kanalzüge 19/20 und 20/21. Ersterer hat »nur« das L/R-Klinkenpaar und für Letzteren steht ein Cinch-Buchsenpaar zur Verfügung. Außerdem ist bei diesen beiden Kanalzügen der EQ etwas entschlackt (»nur« ein Mittenband) und es gibt keinen zuschaltbaren Low-Cut-Filter in der Eingangsstufe.

      Auf 20/21 findest Du zudem die USB-Buchse (Typ B) für den digitalen Multitrack-In- und Output, der die Signale von DIESEM und ALLEN ANDEREN Kanalzügen abgreift, an die DAW sendet und bei Bedarf von dort wieder empfängt und als Return-Input für die Kanalzüge bereitstellt.

      Ich hoffe, dass das deine Fragen beantwortet.

      Viele Grüße,
      Felix

      • Patrick   18. Okt 2016   16:21 Uhr

        Huhu Felix! Ja, das beantwortet meine Fragen vollends. =)

  • Ingo   28. Okt 2016   12:33 UhrAntworten

    Ein toller Mixer ... und ... ein toller Bericht - sehr praxisnah !!
    Mich hätte noch interessiert, ob die Zuweisung der USB-Returns so wie beschrieben fix ist oder ob ich z.B. auch einen einzelnen Plug-In-Synthesizer aus der DAW oder eine in der DAW festgelegte Subgruppe auf einen Kanalzug des Pultes legen kann? Mir geht es nicht um Bandprojekte sondern vorwiegend um elektronische Musik, wo es interessant wäre, Aufnahmen sowohl echter, als auch Plug-In-Klangerzeuger über ordentliche physische Fader zu mischen. Anderenfalls könnte ich mir wohl die Mehrkosten für das MTK sparen.

  • Patrick   28. Okt 2016   12:55 UhrAntworten

    Eine Frage ist tatsächlich noch aufgetaucht. Ich bin noch nicht dazugekommen, mir das Gerät näher anzuschauen, respektive zu hören. Euer Klangbeispiel klingt ja schon mal vielversprechend, allerdings hätten mich noch einige Effekte wie etwa Reverb oder Delay interessiert. Wie klingen die denn in dem Mixer? Ist es möglich, ein Klangbeispiel mit einem vielversprechend klingenden Reverb des Mixers noch hinzuzufügen? LG Patrick

    • Carlos San Segundo (delamar)   28. Okt 2016   13:57 UhrAntworten

      Es wird noch ein Video mit diesem Mischpult geben, dort kannst Du auch die Effekte hören.

      • Patrick   28. Okt 2016   14:11 Uhr

        Hallo Carlos! Danke für die rasche Antwort. Bin schon gespannt auf das Video. :-) LG

  • Patrick   28. Okt 2016   13:07 UhrAntworten

    Des Weiteren hätte mich dann auch noch interessiert, mit welchem Mikrofon das bereits vorliegende Klangbeispiel aufgenommen worden ist.

Sag uns deine Meinung!

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