SONiVOX Twist Testbericht

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SONiVOX Twist Testbericht

Über kleine Regler habe ich mich im SONiVOX Twist Testbericht nicht geärgert


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Was ist es?

Der SONiVOX Twist ist ein virtueller Synthesizer für Windows und Mac OS X. Die Schnittstellen VST, RTAS und AU werden unterstützt, zudem lässt sich der Twist eigenständig (»standalone«) betreiben, also ohne die Bindung an Cubase, Ableton Live, FL Studio und wie sie alle heißen.

Die graphische Oberfläche dieses virtuellen Instruments will mit Einfachheit und riesigen Drehreglern punkten. Ein Chorus, ein mit dem Tempo deines Hosts synchronisierbares Delay und ein Reverb sind an Bord. Eine eigens entwickelte, zum Patent angemeldete Syntheseform namens »Spectral Morphing Synthesis« mit Obertonkontrollen in zwei Layern kommt zum Einsatz – die Hauptattraktion der Software. Mehr als 200 Presets werden mitgeliefert.

 

SONiVOX Twist Testbericht

Erster Eindruck

Die Online-Autorisierung ging relativ zügig vonstatten; eine Quasi-Offline-Variante steht auch zur Verfügung. In der Bestätigungs-E-Mail findet sich ein Link zu einer Sektion auf der Website von SONiVOX, in der ich das Update auf Version 1.2 herunterladen konnte. Das wäre allerdings gar nicht nötig gewesen, denn die zuvor bereitgestellte Setup-Datei war bereits auf dem neuesten Stand. Einerlei, weiter im Text.

Das Interface ist mit 1.150 Pixeln Breite angesichts der wenigen darauf versammelten Bedienelemente geradezu gewaltig. Einerseits wird damit den hohen Auflösungen und großen Bildschirmen Rechnung getragen, andererseits könnte das auf den Displays von Laptops, die technisch nicht mehr ganz taufrisch sind, problematisch werden.

Ich für meinen Teil freue mich über die großzügigen Dimensionen und mache mich daran, die Funktionen der fünf prominenten Monsterpotis zu erkunden.

 

Hauptansicht

Im Folgenden sei nur kurz umrissen, was sich in den drei Bereichen abspielt, die über die drei schlicht-schön und eindeutig benannten Buttons »Sound«, »Rhyhtm« und »Effects« zu erreichen sind.

Zunächst zur Beschreibung der Hauptansicht, in der ich die Klangarchitektur beleuchten möchte. Es gibt zwei Schichten für die Klangerzeugung, die nicht nur im Englischen, sondern auch im Audio-Neudeutsch stets »Layer« genannt werden. Diese können mit jeweils zwei Parametern beeinflussen – einmal der Frequenzbereich für die erzeugten Obertöne, die über den Grundklang gestülpt werden, und andererseits der Regler für die Intensität und Art dieser Obertöne, wobei diese in der Mittelstellung (»auf 12 Uhr«) ganz deaktiviert sind, ganz nach links gedreht ungerade und ganz nach rechts geleiert gerade daherkommen.

SONiVOX Twist Testbericht

Über zu kleine Regler habe ich mich im SONiVOX Twist Testbericht nicht geärgert

Ganz in der Mitte residiert der sicher nicht nur für mich bei jedem Synthesizer eminent wichtige Cutoff-Regler des internen Filters, zudem gesellen sich fünf kleinere Potis für die Filterkontrolle hinzu. Bei der Filterhüllkurve verfolgte der Hersteller einen interessanten Ansatz – man überließ es den Entwicklern der einzelnen Presets, wie die Filterhüllkurve jeweils ausgestaltet sein soll. Du kannst nun nur noch bestimmen, wie stark diese Filterhüllkurve appliziert werden soll, deren Form lässt sich nicht verändern. Dazu kommen, hurra, ein LFO für das Filter (steuerbar sind hier die Taktrate im synchronisierten Modus, die freie Geschwindigkeit und die Intensität) und ein Regler für die Filtergüte bzw. das »Q« oder die Flankensteilheit…warum gibt es eigentlich so viele Synonyme für diesen Begriff? Nicht zuletzt hier zeigt sich, dass dem Twist hier und da ein paar weitere Optionen gutgetan hätten, etwa weitere Filtermodi wie Hoch- oder Bandpass.

Abgerundet wird die Hauptsektion durch einen Gesamtlautstärkeregler, ein Schieberegler für das Glide (in diesem Fall ein Synonym für Portamento) sowie die virtuellen Repräsentationen des Pitch- und Modulationsrädchens nebst Keyboard. Das war’s bereits.

 

Obertonregelung in der Praxis

Die Daseinsberechtigung des Twist sind also die Obertonregler. In der Praxis zeigte sich besonders bei einigen Sounds, dass diese Signalbearbeiter in der Lage sind, hochinteressante Sounds zu zaubern. So gelang es mir beispielsweise, einen angezerrt grummelden Bass in einen unheimlichen und majestätischen Sound zu verwandeln, der an Hans Zimmer gemahnt, wie ich finde:

Bass dry

Bass wet

Oft war es aber auch so, dass eher ein Krächzen, ein hohles metallisches Scheppern oder sonstige schwer zu schreibende Klangkost entstand. Mag sein, dass ich noch etwas mehr Zeit mit den Obertonreglern verbringen müsste, doch so viel lässt sich sagen: Es ist nicht leicht, bei manchem Quell-Sample gar schier unmöglich, den Sound so hinzubiegen, dass etwas musikalisch Sinnvolles dabei herausspringt.


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GUT

SONiVOX Twist Testbericht am 15.08.2012

Produkt:      SONiVOX Twist
Hersteller:  

Preis:  129,00 Euro
UVP:    129,00 Euro

Kurzfazit

Ungewöhnliches Sample-Instrument. Dieser Synthesizer bietet interessante Obertonkontrollen zur experimentellen Klanggestaltung.

Für wen

Experimentierfreudige Sounddesigner.

Wichtige Merkmale
  • Virtueller Synthesizer
  • Plugin für Windows & Mac OS X
  • Standalone & VST, RTAS, AU
  • Sample-basiert
  • Obertonregelung auf 2 Layern

 


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