Shure VP83F LensHopper Testbericht

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Shure VP83F LensHopper Testbericht

Hier liest Du unseren Shure VP83F LensHopper Testbericht mit allen Details

Was ist es?

Das Shure VP83F LensHopper ist ein Richtrohrmikrofon (auch »Shotgun-Mikrofon« genannt) für den Blitzschuh von DSLR-Kameras und Camcordern. Eine elastische Aufhängung von Rycote dient zur Dämpfung von Erschütterungen. Die Besonderheit ist der integrierte Recorder, mit dem Du direkt auf eine Speicherkarte aufzeichnen kannst, rechts im Infokasten findest Du die Spezifikationen dazu. An Bord sind eine Buchse für das Abhören per Kopfhörer sowie ein Audioausgang zur Kamera und ein passendes Kabel.

Die Richtcharakteristik ist die der Superniere/Keule. So werden Umgebungsgeräusche größtenteils ausgeblendet und es wird nur das eingefangen, auf was Du mit der Kamera (und damit dem Mikro) zielst.

Dieses Kameramikrofon mit integriertem Recorder ist zum Straßenpreis von 337,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im deutschen Fachhandel erhältlich.

Shure VP83F LensHopper Testbericht

Der Shure VP83F LensHopper ist montiert – es kann losgehen


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Shure VP83F LensHopper Testbericht

Erster Eindruck

LensHopper heißt »Linsenhüpfer« und in der Tat sieht das Gerät mit etwas Phantasie wie ein Grashüpfer aus, der sich ein riesiges Mikrofon auf den Rücken geschnallt hat. Die Verarbeitung ist in allen Details gut, vom Korpus aus Aluminiumguss über die vertrauenerweckende Aufhängung von Rycote bis hin zur Klappe des Batteriefachs oder dem Mini-Joystick zur Bedienung der Aufnahmefunktionen.

Etwas umständlich erscheint mir, dass gleich zwei Klappen geöffnet werden müssen, um an das Batteriefach zu gelangen. Allerdings fallen die Batterien dadurch garantiert nicht heraus, wenn Du zwecks Zugang zur SD-Karte lediglich die erste Klappe öffnest. À propos: Bei dem aufgerufenen Preis hätte ich es gut gefunden, noch eine SD-Karte im Lieferumfang zu sehen.

Shure VP83F LensHopper Testbericht

Das geöffnete Fach für SD-Karte und Batterien

Schön, dass Du das VP83F auch auf ein Stativ schrauben kannst, etwa um den Ton von einer anderen Position als jener aufzunehmen, an der sich die Kamera befindet. Die Anbringung am Blitzschuh funktioniert mit der gut zupackenden Rändelschraube und dem akkurat gearbeiteten Gewinde einwandfrei.

Das Gewicht ist mit 262 Gramm (inklusive Batterien) überdurchschnittlich für ein solches Blitzschuhmikrofon und das Gerät ist deutlich größer als die Variante ohne Recorder (Shure VP83). Wenn Du meist mit Stativ arbeitest, ist das nicht von Belang, andernfalls solltest Du die Statik vor dem Kauf gewissenhaft prüfen. Schließlich sollte noch erwähnt werden, dass Du dir das Mitführen eines gesonderten MP3-Recorders ersparst.

Vor dem Praxisbericht wollen wir noch eine Frage beantworten, die wohl manchem auf der Zunge brennt: Wie nützlich ist die Recorder-Funktion tatsächlich, wenn es doch den Output zur Kamera gibt, die das Ganze fein synchronisiert mit den Videodaten aufzeichnet? Nun, die internen Vorverstärker einiger DSLR-Kameras/Camcorder mit Audioeingang sind von nur mäßiger Qualität, gerade bezüglich des Grundrauschens – der Shure VP83F LensHopper ermöglicht wesentlich klarere Aufnahmen. Zweitens kann es für gewissenhafte Profis eine lebensrettende Maßnahme sein, wenn schon beim Videodreh eine separate Sicherheitsaufnahme gemacht wird.


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Bedienung / Praxis

Knapp drei Sekunden nach dem Betätigen des Einschaltknopfes ist der Recorder einsatzbereit. Die grüne Diode hinter dem Knopf leuchtet, zudem wird die Hintergrundbeleuchtung des Displays angeschaltet (die Dauer ist verstellbar). Dieses im Kontrast regulierbare Display ist nur etwa 1,5 x 1 cm klein, aber hoch genug aufgelöst für die Fülle der Informationen.

Prima: Das Interface ist so gestaltet, dass alle wichtigen Einstellungen auf dem Startbildschirm sofort ablesbar bzw. verstellbar sind – Aufnahmezeit, Pegel, Filter, Gain, Kopfhörerlautstärke und Batteriestand. Die erweiterten Menüeinstellungen halte ich für noch übersichtlich und kaum verzweigt. Der Mini-Joystick bietet einen sehr gut spürbaren Druckpunkt beim Klicken zur Befehlsbestätigung im Menü, lässt sich durch seine geringe Größe aber nicht immer akkurat bedienen.

Shure VP83F LensHopper Testbericht

Display & Bedienelemente des Shure VP83F LensHopper

Die Aufnahme wird schon nach einmaligem Druck auf den Record-Knopf gestartet. Ein weiterer Druck pausiert das Recording, während langanhaltendes Drücken die Aufnahme stoppt. Wenn dann das Recording erneut gestartet wird, geschieht die Aufnahme in einer neuen Audiodatei, die automatisch benannt wird (eine Zahl höher am Ende des Dateinamens). Bestens.

Schade, dass es keinen Micro- oder Mini-USB-Anschluss gibt, der zur Verbindung mit dem Rechner dient und Zugriff auf das Dateisystem der SD-Karte bietet. So benötigst Du stets noch einen Kartenlesegerät.

Aufnahme & Klang im Shure VP83F LensHopper Testbericht

Wie üblich, wird lediglich ein Schaumstoff-Windschutz mitgeliefert. Wer regelmäßig Außenaufnahmen macht, wird mehr Schutz vor Windgeräuschen brauchen, wobei der Hersteller den Rycote Windjammer empfiehlt.

Das Hochpassfilter greift bei 170 Hz und senkt alles darunter mit 12 dB pro Oktave ab. Ich hätte mir eine etwas niedrigere Grenzfrequenz gewünscht, so dass Aufnahmen zwar (weitgehend) von Körperschall und Windgeräuschen befreit, aber mit einem etwas voluminöseren Bass gesegnet wären. Wenn es nur um den Wind geht, sei erneut auf einen Fell-Windschutz verwiesen, denn dann kannst Du den Filter auch deaktivieren.

Die Lautstärke des Kopfhörerausgangs und des Outputs zur Kamera können separat reguliert werden, Letzterer in zwei groben 20-dB-Schritten bis -40 dB.

Der Sound ist für ein Mikrofon dieser Art sehr gut, hier wird der Hersteller seinem guten Ruf im Bereich der Aufnahmetechnik gerecht. Die Aufnahmen sind zur Genüge neutral im Frequenzgang, detailliert und transparent. Die Sprachverständlichkeit ist hoch und der Shotgun-Effekt (Ausblendung von Geräuschen von der Seite/hinten) wirkt zuverlässig. Ich bin rundum zufrieden – eine eminente Aufwertung aller Kameras ist die Folge, auch für viele (semi-)professionelle Szenarien.

Übersicht Shure VP83F LensHopper Review

PRO

  • Sehr gute Aufnahmen in 24 Bit machbar
  • Aufnahme auf SD-Karte + Output zur Kamera = praktisch für Backups
  • Alles Wichtige auf dem Startbildschirm
  • Einfache Menüstruktur
  • Regelbarer Kopfhörerausgang
  • Gut bis sehr gut verarbeitet

CONTRA

  • Vergleichsweise groß und schwer
  • Keine USB-Verbindung

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Fazit zum Shure VP83F LensHopper Test

Das Shure VP83F LensHopper macht sehr gute, rauscharme Aufnahmen mit eng gerichteter Richtcharakteristik, will heißen mit guter Ausblendung von Umgebungsgeräuschen. Die Klangqualität ist alles in allem tadellos für ein Mikrofon dieser Art, wobei die Dynamik, die Detailtreue und die Neutralität im Timbre überzeugen.

Shure VP83F LensHopper Testbericht

Das Urteil im Shure VP83F LensHopper Testbericht auf delamar

Die Aufnahme auf einer micro-SD-Karte und der gleichzeitige Output zu deiner Kamera via Miniklinke ermöglicht eine willkommene Backup-Funktion. Praktisch auch, dass man sich beim Einpegeln und während der Aufnahme selbst per regelbarem Kopfhörerausgang abhören kann.

Sehr begrüßen kann ich die Entscheidung, die wichtigsten Einstellungen (Gain, Hochpassfilter, Monitoring-Lautstärke) und Informationen (anliegender Eingangspegel, Zeitstempel der Aufnahme, Uhrzeit, Batteriestand) schon auf die Startseite zu packen. Das erweiterte Menü ist recht übersichtlich gestaltet. Die Bedienung mit dem Mini-Joystick ist zwar etwas fummelig, aber nach ein wenig Eingewöhnungszeit klappt das schon besser.

Schließlich soll die gute bis sehr Verarbeitung eine lobende Erwähnung finden. Das Aluminiumgussgehäuse und alle sonstigen Komponenten machen einen robusten Eindruck.

Das Gerät ist naturgemäß deutlich größer und schwerer als ein kleines Richtrohrmikrofon allein. So habe ich die Arbeit ohne Mikrofonstativ als heikel empfunden, da sich die Statik ändert und das Gesamtgewicht mit Kamera nicht unerheblich erhöht wird. Aber im (semi-)professionellen Einsatz wird ohnehin eher mit Stativ oder Steadycam gearbeitet.

Was die Features angeht, gibt es von meiner Warte aus lediglich ein Versäumnis: Ich hätte mir noch einen USB-Anschluss für den Zugang zur SD-Karte und/oder zum Wiederaufladen der Batterien gewünscht.

Das schlägt sich jedoch nur minimal im Endurteil nieder – im Shure VP83F LensHopper Testbericht auf delamar stehen sehr gute viereinhalb von fünf Punkten zu Buche. Eine Profilösung für alle, die ein kompaktes Kameramikrofon zur autarken Aufnahme oder zum sofortigen Backup neben dem Audiooutput zur Kamera wünschen.

Inhaltsverzeichnis // Shure VP83F LensHopper

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
        

SEHR GUT

Shure VP83F LensHopper Testbericht am 25.02.2015

Produkt:      Shure VP83F LensHopper
Hersteller:  

Preis:  337,00 Euro
UVP:    375,00 Euro

Kurzfazit

Richtrohrmikrofon für DSLR-Kameras und Camcorder. Dieses robuste Kameramikrofon überzeugt klanglich, verarbeitungstechnisch, im Funktionsumfang und durch seine autarke Aufnahmemöglichkeit mit maximal 24 Bit & 48 kHz.

Für wen

(Semi-)professionelle und anspruchsvolle Amateurvideographen, die Backupaufnahmen bzw. autarkes Recording suchen.

Wichtige Merkmale
  • Kameramikrofon + Recorder
  • Kapseltyp: Elektret-Kondensator
  • Richtcharakteristik: Superniere/Keule
  • Aufnahme in WAV (24 Bit & 48 kHz)
  • Kameraausgang: 3,5 mm Dual Mono, asymm., 47 Ω
  • Kopfhörerausgang: 3,5 mm Dual Mono, 5 Ω
  • Frequenzgang: 50 – 20.000 Hz (-10 dB)
  • Empfindlichkeit: -35,8 dBV/Pa (16,2 mV)
  • Max. Schalldruck: 129,2 dB bei 1kHz, 1% THD, 1 kΩ
  • Signal-Rausch-Abstand: 78,4 dB bei +30 dB Gain
  • Rauschen: 15,6 dB bei +30 dB Gain
  • Gewicht: 215 g

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Shure VP83F LensHopper Testbericht: DSLR-Mikrofon mit integriertem Recorder'

  • DoP   25. Feb 2015   19:36 UhrAntworten

    Sorry, aber ein Gerät was auf einen professionellen Käuferkreis zielt, ist dieses Mikro nun wirklich nicht. Ärgerlich ist das fehlende Klappensignal um den Ton im Schnittprogramm anzulegen. Timecode muss es heute nicht unbedingt immer sein, aber der Tascam DR-70D Recorder erzeugt ein solches Signal. Auch fehlt dem Test die Praxis mit verschiedenen Kameras um herauszufinden, wie empfindlich das Mono-Mikro auf Zoom- und andere Handhabungsgeräusche/HF-Einstreuung ist. Ein wichtiges Kriterium für den Kauf. Das Mikro wird es bei dem aufgerufenen Preis schwer haben, denn Rode hat mit dem StereoVideoMicX ein starkes Stereo-Gerät vorgelegt und von Zoom kommt das Stereo-SSH-6 demnächst dazu.
    PS.: Ein Mikrofon auf einer Steadicam ist mir auch neu und habe ich noch nie gesehen.

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