Sennheiser MD-421 II Testbericht

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Sennheiser MD-421 Testbericht

Der Sennheiser MD-421 Testbericht, hier und jetzt...


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Was ist es?

Beim hier getesteten Sennheiser MD 421 II handelt es sich um ein dynamisches Mikrofon, das aufgrund seiner Vielseitigkeit in jedem Tonstudio dieser Welt einen prominenten Platz finden sollte. Zu den althergebrachten Legenden unter den dynamischen Mikrofonen gehört es wohl auch deshalb, weil es mit seiner einzigartigen Klangcharakteristik bereits in den 1960iger Jahren hergestellt wurde und seither in verschiedenen Versionen (mehr dazu weiter unten) am Markt angeboten wird.

Der Hersteller gibt in seinen Daten den Übertragungsbereich von 30 Hz bis 17 kHz an. Das 421 wird sehr häufig bei der Abnahme von Toms, generell am Schlagzeug oder bei der Perkussion sowie vor einem Gitarrenverstärker genutzt wird. Gleichzeitig kann es auch bestens für die Aufnahme von Sprache eingesetzt werden, in den 70iger und 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es häufig in Fernsehübertragungen zu sehen.

Sennheiser MD-421 Testbericht

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Sennheiser MD-421 II Testbericht

Details zum Sennheiser MD-421

Geliefert wird das dynamische Mikrofon trotz seines aktuellen Straßenpreises von knapp 370,- Euro mit einem Kunststoffgehäuse in schwarzer Farbe. Das ist an sich nicht weiter schlimm, denn es erscheint mir mehr als ausreichend robust. Gleichzeitig sind aber die beiden Scharniere und der Verschlussmechanismus ebenfalls aus Kunststoff, da finde ich das blaue Holzkästchen mit Metallbeschlägen meines alten Modells dann doch etwas charmanter.

Das Gehäuse des Mikrofons selbst ist schwarz gehalten und ebenfalls aus Kunststoff, was das geringe Gewicht von 385 Gramm trotz der Größe erklärt. Es sind bis heute noch viele Modelle mit dem beige-grauen Kunststoffgehäuse von anno dazumal auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich – ein sicheres Zeichen, dass das Gehäuse nicht zwingend aus Metall sein muss, um lange durchzuhalten.

Das Sennheiser MD-421 kann zu den dynamischen Großmembranmikrofonen gezählt werden und eignet sich daher bestens, um laute Schallquellen mit viel tieffrequenter Energie aufzunehmen (wie beispielsweise eine Kick Drum oder Toms). Eine schöne Eigenschaft dieses Modells ist dessen Richtcharakteristik Niere, die dafür sorgt, dass nicht zu viel Übersprechen anderer Musikinstrumente von den Seiten in die Aufnahme gelangt.

 

Eigenschaften

Eine Besonderheit dieses dynamischen Mikrofons ist der fünfstufige Bassschalter, der dazu dient, den für die Richtcharakteristik typischen Nahbesprechungseffekt im Zaum zu halten. Unglücklicherweise ist der an beiden Extremen mit »M« bzw. »S« beschriftet, so dass die Verwechslungen mit Begrifflichkeiten aus der M/S-Mikrofonie praktisch vorprogrammiert sind.

Tatsächlich stehen diese beiden Buchstaben aber für Musik (ohne Absenkung im Bass) und Sprache (volle Absenkung gegen den Nahbesprechungseffekt). Gerade in der Arbeit auf der Bühne ist dieser Roll-Off ein echter Pluspunkt, beispielsweise wenn Bläser oder eine Snare Drum aufgenommen werden sollen, deren tiefe Frequenzen im Mix stören. Übrigens gibt es einige Puristen, die Stein und Bein darauf schwören, dass dieser Filter selbst im Modus »M« noch Einfluss auf den Klang hätte und diesen deswegen lieber ausbauen lassen – das nur am Rande, denn ich habe natürlich nicht das mir vorliegende Gerät umgebaut, um das zu überprüfen.

Besprochen wird dieses dynamische Mikrofon übrigens von vorne und zwar so, dass Du das Herstellerlogo siehst, das sich genau gegenüber dem XLR-Anschluss befindet. Klingt für dich vielleicht wie eine Banalität, ist es aber nicht. Ich habe schon mehr als einmal gesehen, wie es falsch ausgerichtet und besprochen wurde.

Anlass für Kritik bietet die Art und Weise, mit der sich das Mikro seit eh und je am Mikrofonstativ befestigen lässt. Zum einen hätte für meinen Geschmack die Konstruktion nach all den Jahren gerne mal grundlegend verändert werden können, zum anderen sollte man bei einem Wert von 44,- Euro für die Mikrofonklemme tierisch auf diese Acht geben. Die mitgelieferte Mikrofonklemme ist im Gegensatz zu den alten in Beige/Grau aus Kunststoff gefertigt und wird in einen entsprechenden Schacht in das Mikrofon geschoben, bis es einrastet. Beim Ausrichten kann es leider relativ leicht passieren, dass Du an den Knopf kommst, mit dem das Mikrofon gesichert ist. Immerhin ist nun überhaupt eine Sicherung dran.


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SEHR GUT

Sennheiser MD-421 II Testbericht am 27.06.2012

Produkt:      Sennheiser MD-421 II
Hersteller:  

Preis:  369,00 Euro
UVP:    449,00 Euro

Kurzfazit

Legendäres dynamisches Mikrofon. Vielseitiges dynamisches Mikrofon mit Großmembran.

Für wen

Alle, die im Tonstudio oder live Drums, Bläser oder Gitarren abnehmen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Dynamisches Mikrofon
  • Richtcharakteristik Niere
  • 30 Hz bis 17 kHz
  • 5-stufiger Bassschalter

 


Lesermeinungen (4)

zu 'Sennheiser MD-421 Testbericht: Ein Klassiker neu aufgerollt'

  • tim su   27. Jun 2012   12:20 UhrAntworten

    cooler testbericht.

    ich liebe dieses mikrofon. vor allem am bass ist es in kombination mit ner di aufnahme unschlagbar. kommt bei mir eigentlich fast bei jeder produktion zum einsatz!!!

  • Tonstudio 15 CH-4900 Langenthal   07. Okt 2012   22:19 UhrAntworten

    Ein MD 421 aus den 60er Jahren versieht seinen Dienst bis Heute in meinem Studio!
    Tipp: U.A. Marshall & lauteste "All kind of Metal Guitars" tauglichst...excellent.

    Mauro

    • Joachim Thesenvitz   26. Mai 2014   16:13 UhrAntworten

      Ich habe so ein Microfon Sennheiser DM 421-N und bin am überlegen ob ich es Verkaufe.

  • Konstantin   28. Okt 2014   15:19 UhrAntworten

    Ich habe ein Sennheiser MD 421 U-4 aus den 80er Jahren und benutze es für Sprachaufzeichnungen und Akkustikgitarre. Pluspunkt ist für mich auf jeden Fall der Bassregler und die Wärme des Klanges aus dem Mikrofon. Für klassische Musik ist es sehr gut geeignet.

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