Roland TB-3 Testbericht

60
SHARES
Roland TB-3 Testbericht


anzeige


Was ist es?

Der Roland TB-3 ist ein einstimmiger Synthesizer mit 134 Presets, in denen jeweils eine der vielfältigen Wellenformen fest eingestellt ist. Es finden sich Presets für Bass, Leads und eine Handvoll ausgefallener Sounds. Die Klangerzeugung ist rein digital und bildet vor allem die charakteristischen Acid-Sounds des großen hauseigenen Vorbilds TB-303 nach. Unter anderem durch die vielen Effekte geht das Gerät über die klangliche Bandbreite der 303 hinaus. An Bord ist ein USB-Anschluss für Audio, MIDI und Strom. Eine willkommene Erweiterung ist das Touchpad, das zur Eingabe von Noten, Sequenzer-Steps, zur rudimentären Hüllkurvenformung und zur Effektsteuerung dient.

Roland TB-3

Der Roland TB-3 ist zum Straßenpreis von 297,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich.

 

Roland TB-3 Testbericht

Erster Eindruck

Das TB-3 ist leicht, aber nicht zu leicht und dank der Moosgummifüße sehr standfest. Die griffig gummierten Poti-Kappen dürften für die meisten Musiker groß genug sein und sitzen ausreichend fest auf den angenehm Widerstand leistenden Drehgebern. Die Klinkenbuchsen sind ein wenig wackelig – Musiker, die in oft wechselnden Locations spielen, sollten besonders Sorgfalt walten lassen.

Zeitgemäß: Die Stromversorgung kann auch über die USB-Verbindung stattfinden. Ich bin hell erfreut, meine Verteilerdose nicht mit noch einem weiteren Stecker vollpfropfen zu müssen. Zudem ist dadurch der mobile Einsatz wesentlich praktikabler. Als klassische Alternative findet sich ein Netzteil in der Packung und so ist allen gedient.

Der Treiber war unter Windows 7 fix installiert, woraufhin das Gerät als USB 2.0 Interface mit ASIO-Treiber zur Verfügung stand und für Aufnahmen startklar war.

Roland TB-3

 

Grundprinzip und Sounds

Vorweg: Das TB-3 ist durchweg in der Lage, die Klänge des Vorbilds authentisch heraufzubeschwören. Allein das könnte ein starkes Kaufargument sein, aber wir wollen natürlich noch etwas tiefer schürfen und die musikalischen Kompetenzen aus absoluter Perspektive betrachten.

Stilistisch heißt es hier »Acid, Acid und nochmals Acid«. Mit Bässen und Leads, die sich wunderbar zwitschernd und satt filtern lassen und in ratternden Sequenzen zum Leben erwachen. Natürlich bist Du hier auch für Techno, Tech House, House, Electro und Trance bestens aufgehoben. Für Dubstep und Spielarten, in denen es auf so richtig brutale, abgrundtiefe Mörderbässe ankommt (ob mit Wobbeln oder nicht), ist das Teil aber nicht geeignet. Überraschend: Als Bonus findest Du in der vierten Soundbank 17 FX-Sounds aller Art.

Insgesamt sind 134 Voreinstellungen an Bord – in diesen Presets sind die Wellenformen fest eingestellt, lassen sich also nicht wie vom greisen Vorbild zwischen Sägezahn und Rechteck überblenden. An dieser Stelle wird man das erste Mal daran erinnert, dass es sich beim TB-3 eben um alles andere als einen voll programmierbaren Synthie handelt (weiter unten mehr dazu). Stattdessen liegt der Fokus auf der für jedermann zugänglichen Performance mit schnellen Aha-Erlebnissen. Insofern steht und fällt alles mit der Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke der Presets…und da punktet das Gerät meines Erachtens richtig stark. Hier sind ein paar Eindrücke:




Mehr zum Thema:
      

SEHR GUT

Roland TB-3 Testbericht am 12.08.2014

Produkt:      Roland TB-3
Hersteller:  

Preis:  297,00 Euro
UVP:    315,00 Euro

Kurzfazit

Monophoner Synthesizer für Basslines und mehr. Dieser kompakte, im Sounddesign vereinfachte Monosynth lässt die 303 und Acid authentisch wiederaufleben. Dazu kommen Effekte und ein spielerisches Touchpad.

Für wen

Acid-Freunde und alle, die einen sehr kompakten, Performace-orientierten Synthesizer mit Sequenzer & Effekten suchen.

Wichtige Merkmale
  • Monophoner Bassline Synthesizer
  • 134 Sounds und 64 Sequenzen
  • Regler für Cutoff, Resonanz, Akzent und Effektstärke
  • Step-Sequenzer mit Lauflicht, max. 32 Steps pro Pattern
  • Touchpad mit farbigen LED-Flächen
  • 11 Effekttypen + Scatter-Effekte
  • Hauptausgänge: 2 × 6,3 mm
  • Kopfhörerausgang: 6,3 mm Stereo
  • MIDI In & Out
  • USB für Audio & MIDI
  • Strom via Netzteil oder USB-Verbindung
  • Maße: 240 × 173 × 57 mm
  • Gewicht: 820 g (ohne Netzteil)

 


Lesermeinungen (2)

zu 'Roland TB-3 Testbericht: Die 303 mit neuen Stärken'

  • Frank Dluzak   13. Aug 2014   11:54 UhrAntworten

    In Relation Preis und Leistung, ist die TB3 ok, aber in Punkto Step-Sequencer Bedienung trotz Touchpad sehr umständlich, den das Bad kann nur einen Befehl nach einander abarbeiten. In Verbindung mit dem Arturia Beatstep oder über Maschine MK2 ist die Bedienung schon komfortabler.

  • Wirgefuehl   13. Aug 2014   14:59 UhrAntworten

    Klasse Testbericht mal wieder - danke!

    Vom Sound muss ich mich unbedingt selbst mal beim Händler überzeugen - kaum zu glauben, dass das Teil ans analoge Original herankommen soll, zumal von denen ja auch jedes individuell klingt. ´n Blindtest wäre ideal - leiht mir mal jemand seine 303? :)

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN