Roland R-26 Testbericht

16
SHARES
Roland R-26 Testbericht

Hier ist unser Testbericht vom Roland R-26 für dich


anzeige


Was ist es?

Der Roland R-26 ist ein tragbarer Recorder (auch Field Recorder oder Handheld Recorder genannt). Die Optionen zur Mikrofonierung sind vielfältig: Es gibt zwei Stereo-Mikrofonpaaren (X/Y und omnidirektional) sowie zwei kombinierte Eingänge für XLR & Klinke mit Phantomspeisung (48 Volt) und einem Stereo-Mikrofoneingang.

Diverse Kombinationen aus den eingebauten Mikrofonen und Eingangskanälen lassen sich wählen, womit Du auf bis zu sechs Kanälen (3 x Stereo) gleichzeitig aufnehmen kannst.

Ein Audio Interface ist integriert – so kannst Du über den USB-Anschluss direkt auf deinen Computer aufnehmen oder umgekehrt im R-26 die Signale aufzeichnen, die vom Rechner kommen.

Ungewöhnlich für einen Field Recorder ist der große Touchscreen, über den fast alle Funktionen des Geräts gesteuert werden können.

 

Roland R-26 Testbericht

Lieferumfang

Im Lieferumfang sind neben dem R-26 ein Netzteil, ein USB-Kabel, ein aufsteckbarer Windschutz, eine SD-Karte (2 GB), Cakewalk Sonar X1 LE nebst Schnellstartanleitung und ein gedrucktes deutsches Handbuch enthalten (sehr löblich). Batterien liegen nicht bei.

Roland R-26 Testbericht

Hier ist unser Testbericht vom Roland R-26 für dich

 

Erster Eindruck

Was für eine Wuchtbrumme! Auf den Schreibtisch gelegt ist der R-26 ist 82 mm breit, 180,1 mm tief und korpulente 41,1 mm hoch. Die umfangreiche Ausstattung mit zwei XLR-Anschlüssen und dem großen Display gibt bereits einen Hinweis darauf, dass es sich hier nicht um ein Gerät für die Hosentasche handelt. Doch wenn Du das Gerät endlich aus der Packung gefischt hast, wird endgültig klar, dass der R-26 nicht in Konkurrenz mit ultraportablen Geräten wie dem Olympus LS-5 treten kann und soll.

Die zwei Komponenten der Kunststoffverschalung (Oberseite und Unterseite), die über große Teile der Oberfläche gelegt und seitlich verschraubt wurden, machen keinen allzu hochwertigen Eindruck. Da es sich nun schon um ein so klobiges Gadget handelt, hätte Roland auch so konsequent sein können, den R-26 komplett in ein Metallgehäuse zu packen – ich empfinde es nicht als nötig, auf diese Weise Gewicht zu sparen.

 

Bedienung

Alle Menüpunkte sind mit einem Symbol in schönster Retro-Pixelkunst unterlegt. Das hilft mir, um mich schneller zurechtzufinden, als wenn mich lediglich eine Textwüste begrüßen würde. Die Menüführung ist gut strukturiert: Allzu große Verschachtelungen bleiben aus und meist fand ich die Funktionen genau da, wo ich sie vermutete. Die Anzeigesprache lässt sich auf Englisch und Japanisch einstellen.

Wenn Du nicht gerade die Pranken eines Schmieds hast, sind alle virtuellen Knöpfe auf dem Touchscreen groß genug, um sie vernünftig bedienen zu können. Stets gibt es in der rechten oberen Ecke einen »Back«-Button, mit dem Du zum Hauptmenü und schließlich zum Aufnahmebildschirm mit den Pegelmessern und der Aufnahmezeit zurückkehren kannst. Das lässt sich auch mit dem physikalischen Knopf »Menu« bewirken, der rechts unten auf der Bedienoberfläche des Geräts angebracht ist und sonst dafür sorgt, überhaupt erst in das Menü zu gelangen. Gut gelöst.

Die Hintergrundbeleuchtung des Displays lässt sich gegenüber der Werkseinstellung noch erhöhen. Auf der Maximalstufe solltest Du auch bei direkter Sonneinstrahlung noch etwas erkennen können.

Nun zu den Druckknöpfen und Drehreglern abseits des Touchscreens. Mir gefällt, dass der R-26 nicht mit Bedienelementen überfrachtet ist. Die Hauptsektion begnügt sich mit Play/Pause, Aufnahme, Stopp, Vor und Zurück sowie dem oben schon erwähnten Menüknopf. Gleich darüber sind zwei sehr große, seitlich geriffelte und daher griffige Rädchen zur Regulierung der Input-Lautstärken.

Wie bereits erwähnt, ist der R-26 aufgrund seiner Größe kaum für die schnelle Aufnahme zwischendurch geeignet. Dafür ist er gar nicht gedacht, außerdem wäre er einfach viel zu schade dafür. Um den Field Recorder stabil zu installieren, ist an der Rückseite ein viertelzölliges Schraubgewinde für Stative implementiert. Zusätzlich befinden sich dort Gummifüße, die ein Rutschen auf glatten Oberflächen sehr gut verhindern und zusätzlich das Gerät auch ein wenig vom Untergrund entkoppeln.

Seitlich unten sind zwei Stifte angebracht, über die man das Gerät an einem Tragegurt befestigen kann. Das Gerät hängt dann kopfüber und die XLR-Anschlüsse schauen nach oben. Für mobile Außenaufnahmen ist das genial, da man damit einen perfekten Zugriff auf die seitlichen Pegelregler hat. Speziell Interviewsituationen auf der Straße, bei Konzerten oder ähnlichem sollten damit sehr gut gelingen.

 


Mehr zum Thema:
      

SEHR GUT

Roland R-26 Testbericht am 16.02.2012

Produkt:      Roland R-26
Hersteller:  

Preis:  399,00 Euro
UVP:    474,81 Euro

Kurzfazit

Vielseitig einsetzbarer Field Recorder. Neben der hervorragenden Klangqualität bietet der R-26 auch ein brauchbares Audio Interface mit ASIO-Treibern.

Für wen

Alle, die mobil auf bis zu sechs Spuren aufzeichnen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Field Recorder mit 6 Spuren
  • WAV 96 kHz/24 Bit & MP3 320 kb/s
  • 4 interne Mikrofone
  • 2 XLR-/Klinkeneingänge mit Phantomspeisung
  • Stereo-Klinkeneingang (3,35mm)
  • Touchscreen

 


Lesermeinungen (11)

zu 'Roland R-26 Testbericht: Field Recorder mit XLR und Mehrspuraufnahme'

  • MG   28. Nov 2012   23:54 UhrAntworten

    Hervorragender Test. Vielen Dank dafür.
    Allerdings habe ich eine Frage: Welche der Soundbeispiele auf Seite 3 wurden mit dem Neumann U87ai, und welche mit den internen Mikors gemacht?

    • Felix Baarß (delamar)   29. Nov 2012   00:13 UhrAntworten

      Hallo,

      zunächst: Ich habe die Darstellung Klangbeispiele repariert, sie sitzen jetzt übersichtlicher in einer Playlist. Auf jeden Fall ist schon mal »Sprache« über das Neumann aufgenommen worden; ob wir noch andere mit dem guten Stück gemacht hatten, müssten wir nochmal prüfen. Wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht im Stich lässt, war das aber nicht der Fall.

  • MG   29. Nov 2012   02:08 UhrAntworten

    Super Service! :-)
    Wenn nur das Beispiel "Sprache" mit dem Neumann gemacht wurde, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich zum Sony D50 greifen werde. Zumal dieser weniger Möglichkeiten bietet als der R-26. Dafür hat der Sony aber das geringere Eigenrauschen. Schwierig, schwierig.
    Mich würde interessieren, wie beide im direkten Vergleich bei ambient/nature Aufnahmen abschneiden. Für etwas anderes werde ich die Geräte eh nicht brauchen. Vielleicht eine delamar-Empfehlung an dieser Stelle? Oder gar eine aufgrund von Eigenerfahrung?

    • Felix Baarß (delamar)   02. Dez 2012   00:18 UhrAntworten

      Den Sony D50 hatten wir bisher leider nicht zum Vergleich hier.

  • MG   01. Dez 2012   23:49 UhrAntworten

    Wäre es möglich z.B. einen analogen Modulsynthesizer über XLR-Kabel am R-26 anzuschließen, und so das Ergebnis der Soundmanipulation festzuhalten? (Die modularen Synthesizer habe ja leider keine Speicherplätze um Sounds abspeichern zu können, geschweige denn Midi).

    • Felix Baarß (delamar)   02. Dez 2012   00:14 UhrAntworten

      Ja MG, auf jeden Fall alle Signale mit Line-Pegel können über ein Kabel, das an mindestens einem Ende mit einem »männlichen« XLR-Stecker ausgestattet ist, in den R-26 eingespeist werden. Also natürlich auch den Output eines modularen Synthesizers.

  • Bernd Ofterdinger   16. Dez 2012   12:34 UhrAntworten

    Hallo, erst einmal vielen Dank für den gut beschriebenen Test.
    Ich schwanke zwischen dem LS 100 und dem R 26.

    Meine Anwendung ist eine ganz andere...
    Sofern es wieder Gewitter gibt, plane ich mit einem der beiden Geräte, blitze aufzuzeichnen ( elektrisch).
    Hier würden dann die XLR-Eingänge zum tragen kommen.
    Der Zweck ist, in Kombination mit einer Videocamera und Zeitsynchronitation die Blitze zu sehen und deren Spekrtum zu analysieren. Sollte dies gelinegn, kann dann später ausgewertet werden, ob dieser dann nur ohne Camera aufgenommener Blitz ein Enschlag war, oder ein Himmelsbiltz oder...

    Danke noch einmal

    Bernd

  • Steffen   05. Feb 2013   10:47 UhrAntworten

    Vielen Dank für den gut gemachten Test. Bei den Klangbeispielen auf Seite 3 tauchen zwei Playlisten auf. Ich konnte nicht erkennen, ob dies eine versehentliche Doppelung oder ob es zwei verschiedene Listen sind (eine vom LS100?). Können Sie diese Info noch nachreichen?

    • Felix Baarß (delamar)   05. Feb 2013   10:49 UhrAntworten

      Es handelte sich tatsächlich nur um eine versehentliche Doppelung.

      • Steffen   06. Feb 2013   00:33 Uhr

        Danke für das Feedback!

  • Lars 16757   12. Dez 2013   15:31 UhrAntworten

    Der R-26 von Roland ist ein Handheld Recorder im oberen Segment der semiprofessionellen mobilen Recorder. Kostenpunkt: Ca. 400 – 450 €.

    Mikrofone:
    Der R-26 ist mit vier internen Kleinmembran-Kondensatormikrofonen ausgestattet, welche einen überraschend linearen Frequenzgang aufweisen. Diese setzen sich zu zwei Stereoanordnungen zusammen:

    - Eine XY-Anordnung lässt eine gute Lokalisation von Schallquellen zu.
    - Zwei omnidirektionale Kapseln (Kugel) ergeben eine weitere Anordnung, welche keiner geläufigen Stereoanordnung entspricht.
    In der Praxis klingen diese Aufnahmen dennoch sehr räumlich.

    Zusätzlich sind zwei XLR/Klinke Combo Buchsen vorhanden um externe Mikrofone oder Line Signale aufzuzeichnen. Außerdem ist ein Plug In (Stereo-)Mic via 3,5mm Klinke anschließbar.

    Aufnahme:
    Für das Recording stehen maximal 3 Stereotracks zur Verfügung. Diese werden mittels verschiedener Routing-Presets mit den verschiedenen Eingangssignalen (Interne Mics L/R, Analog Mics L/R, Plug In Mic L/R) gefüttert. Dies bietet eine hohe Flexibilität im Signalmanagement.
    Zuschaltbare Funktionen wie Limiter, Low Cut und Pre-Rec ermöglichen den Einsatz für schlecht reproduzierbare Angelegenheiten, wie z.B. ein Interview.
    Aufgenommen wird im WAV/BWF (bis 24Bit/96kHz) und/oder MP3 (bis 320kbps/48kHz) Format. Medium ist eine SD(HC) Karte.
    Das Monitoring erfolgt über eine 3,5mm Klinke Buchse mit eigenem Volumen Regler. Die verschiedenen Tracks können für das Monitoring gemischt oder Solo abgehört werden.
    Für Unerfahrene in puncto einpegeln, steht die „Auto-Sense“ Funktion zur Verfügung, welche sich die Schallquelle „anhört“ und eine Pegelempfehlung ausgibt.
    Die Interface-Funktion des R-26 wird via USB 2.0 realisiert. Dabei wird ein Stereosignal (Signalquelle auswählbar) in die DAW geschickt. Umgekehrt kann ein Stereosignal zum R-26 geschickt und dort aufgenommen werden.

    Weiteres:
    Es ist zwar kein Hosentaschen Gerät, kann aber bequem in einer Hand gehalten und mit der anderen bedient werden.
    Die Audiofiles können mit individuellen Sprachmemos und Positionsmarkern versehen werden.
    Außerdem ist eine Audiobearbeitung direkt im Gerät möglich (schneiden, zusammenfügen, trimmen). Diese Eigenschaften eignen sich besonders gut für Broadcasting- und Reportagezwecke.

    Kritik:
    Für Produktionen mit professionellem Anspruch ist das Rohmaterial nicht zu verwenden, da die verbauten Preamps stark rauschen. Das Material muss erst durch verschiedenste Verfahren aufbereitet werden um annehmbar zu sein.
    Allerdings ist die Qualität durchaus mit anderen Handheld Recordern gleicher oder niedrigerer Klasse vergleichbar.

    Fazit:
    Für Broadcasting und Memo Zwecke stellen Konkurrenzprodukte gleiche Audioqualität und Grundfunktionen zu günstigeren Preisen zur Verfügung.
    Für professionelle Audioanwendung wie z.B. Film oder Musik ist die Audioqualität jedoch ungenügend.
    Um mit dem R-26 das richtige Gerät zur Hand zu haben, sollte man sehr präzise Bedürfnisse oder starke Affinität bzgl. einzelner Funktionen mitbringen.

    Lars 16757

Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN