Roland Jupiter 80 Testbericht

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Roland Jupiter-80 Testbericht

Keine Bildunterschrift vonnöten...


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Was ist es?

Der Roland Jupiter 80 ist ein Synthesizer mit umfangreicher Ausstattung. Er besitzt 76 halbgewichtete Tasten mit Channel Aftertouch. Auf diesen kannst Du von Nachbildungen akustischer Instrumente über fette Synthesizer-Sounds so ziemlich alles spielen, was von einem Synthesizer heute erwartet wird. Über verschiedene Bedienelemente wie Fader, Regler und sogar einem Bewegungssensor kannst Du dabei auf den Klang Einfluss nehmen. Das Instrument bietet eine 256-stimmige Polyphonie, die Du mit maximal 256 Registrierungen bzw. 2.560 Live Sets an ihre Grenzen bringen kannst.

Natürlich lässt sich der Synthesizer über MIDI steuern und eignet sich umgekehrt als Masterkeyboard zur Steuerung von anderen Geräten. Neben seiner Studiotauglichkeit hat der Hersteller aber vor allem darauf geachtet, dass er live-tauglich ist.

Roland Jupiter 80 Testbericht

Das Gerät in voller Pracht im Jupiter 80 Testbericht

 

Roland Jupiter 80 Testbericht

Erster Eindruck

Mit großer Spannung haben wir in der Redaktion den Jupiter 80 erwartet. Vor ungefähr 30 Jahren schrieb Roland mit dem Jupiter 8 Geschichte und nun sind wir gespannt, ob es Roland gelungen ist, die Geschichte zu wiederholen.

Aus seiner Verpackung befreit, wuchten wir den 17,7 kg schweren Synthie auf unseren Ständer. Er ist 1,23 m breit, 43,9 cm tief und 14 cm hoch. In der Packung finden sich noch die Bedienungsanleitung auf Englisch und Deutsch (106 Seiten). Sie beschreibt alles Wesentliche und ist nicht nur eine Kurzinstallationsanleitung, prima. Weiterhin mitgeliefert wird ein übliches Kaltgerätekabel und zwei CD-ROMs – Sonar X1 LE und die Installations-CD.

Die Qualität der Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck. Das Gerät hält sicher einiges aus; bitte siehe es uns nach, wenn wir keinen Crashtest veranstaltet haben, um die Robustheit letztgültig zu beurteilen. Das gesamte Gehäuse ist aus Metall gefertigt, wobei die Oberseite durch das gebürstete Aluminium in einen recht edlen Look daherkommt. An der Seite finden sich die altbekannten Aluminiumblenden.

Die Beschriftung sowie die regenbogenfarbenen Buttons geben dem Jupiter 80 das passende Retrofeeling. Der Touchscreen (800 x 480 Pixel), der sich in der Mitte befindet, verrät allerdings, dass es sich eben nicht um einen 30 Jahre alten, sondern einen neuen Synthesizer handelt.

 

Aufbau

Ganz links kannst einen USB-Stick anstöpseln, um MP3s (44,1 kHz und Bitraten von 32 bis 320kbps) oder WAVs (44,1/48/96 kHz und 8/16/24 Bit) abzuspielen. Während der Wiedergabe der Audiodateien kannst Du natürlich gleichzeitig den Roland Jupiter 80 spielen. Über den USB-Port können auch Backups der Systemeinstellungen gemacht werden, außerdem kannst Du komplette Registrationen bis hin zu den einzelnen Tönen speichern.

Der so genannte »D Beam« ist ein Sensor, dank dem Du durch Bewegungen der Hand den Sound verändern kannst. Er findet sich auch auf der linken Seite. Neben Arpeggiator-, Oktave- und einigen anderen Buttons gibt es links neben dem Display vier Fader, über die Einstellungen zur Part-Balance gemacht werden können. Zentral sitzt der Touchscreen mit vier Endlosreglern zur Einstellung von Parametern. Rechts neben dem Display befindet sich der Value-Bereich mit Cursortasten, Dec(rease) und Inc(rease)-Buttons sowie Exit und Enter. Der Song Player/Recorder ist ebenfalls rechts untergebracht.

Zwischen der Tastatur und den eben beschriebenen Bedienelementen sind die regenbogenfarbenen aufleuchtenden Knöpfe untergebracht, über die Du die Tones für die Parts auswählen kannst. Interessant sind Alternate-Buttons, die jeweils für die verschiedenen Parts angebracht sind. Mit diesen bekommst Du umgehend einen alternativen Klang zu dem, der gerade aktiv ist, angeboten. Dieser kann im Menu ausgewählt werden.

Unter der Tastatur entdecke ich ein erstes Highlight für Livemusiker – etwa einen Zentimeter große, radiergummiartige Knöpfe, über die man direkten Zugriff auf die Registrationen, also die Klänge hat. Mit ihnen ist es möglich, teilweise sogar während man die Finger auf den Tasten hat, gezielt einen neuen Sound auszusuchen. Ich werde später noch darauf zu sprechen kommen, wie gut das Ganze tatsächlich funktioniert.

Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für MIDI, USB, Fußschalter, Zuspieler (6,3 mm Klinke) mit zugehörigem Level-Regler, ein Sub Out (z.B. um einen Monitor anzusteuern mit 2 x 6,3 mm Klinke) und ein Main Out (6,3 mm Klinke). Sehr gut gefällt mir, dass Roland dem Jupiter 80 zwei XLR-Ausgänge für Links und Rechts spendiert hat. Ein koaxialer Cinch-Ausgang und ein Kopfhörerausgang runden das Ganze ab. Mir fehlt hier nichts, allerdings hätte ich den Kopfhörerausgang lieber vorne gehabt – da, wo ich zumeist sitze, wenn ich das Gerät benutze. ;)


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EXZELLENT

Roland Jupiter 80 Testbericht am 04.07.2012

Produkt:      Roland Jupiter 80
Hersteller:  

Preis:  3299,00 Euro
UVP:    3925,81 Euro

Kurzfazit

High-End-Synthesizer mit umfangreicher Library. Der Jupiter 80 ist ein robust verarbeiteter Synthesizer mit hochwertigen Sounds und überragender Live-Tauglichkeit.

Für wen

Alle, die ein sehr umfassendes Instrument suchen und gerne live performen.

Wichtige Merkmale
  • Synthesizer mit 76 Tasten und Channel Aftertouch
  • 256-fache Polyphonie
  • Touchscreen mit 800 x 480 Pixeln
  • 256 Registrierungen, 2.560 Live Sets
  • SuperNATURAL-Klangsynthese
  • Gewicht: 17,7 kg

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Roland Jupiter 80 Testbericht: Next Generation Synthesizer'

  • Stefan TF   20. Jan 2015   05:13 UhrAntworten

    Hallo Delamar und Oliver Olbricht,

    besten Dank für den sorgfältigen Jupiter 80-Report. Schön ausführlich aber nicht langatmig, genau richtig. Wobei eben auch Details wie Abmessungen oder die DAW-Integration angesprochen werden, die anderen Reports so fehlen aber wichtig für ein konkretes Bild vom Instrument sind.

    Nach langen Recherchen fällt meine Wahl auf den Jupiter 80. Der Yamaha Motif XF in ähnlicher Preisklasse bietet mir hingegen Sounds, die ich schon größtenteils mit dem MOX6 zur Verfügung habe. Auch hier sind die Streicher stark aber vielleicht nicht ganz so dynamisch akzentuiert. Chöre fehlen mir, ausser OOOh und AAAh ist nicht viel mehr drin. Mag sein, dass der Motif XF oder MOXF etwas mehr Auswahl hat aber ich konnte keine Belege dafür finden. Etwas schade finde ich, dass der XF keine DAW-Steuerung bzw. Soundkarte beinhaltet. Die Auflösung des farbigen Touchscreen ist wohl auch nicht mehr ganz aktuell. Die Bedienung der Yamaha ist allerdings ziemlich durchdacht und intiutiv, mit vielen selbsterklärenden Tastern.

    In ähnlicher Preisklasse liegt auch der Korg KronosX, dessen Grundsounds oft etwas angekratzt, etwas digital harsch klingen. Er bietet zwar auch zahlreiche Multisamples, die bei Klavieren bzw. Flügeln von hoher Qualität sind und via integrierter SSD mit hoher Datenrate gestreamt werden. Doch zahlreiche Naturinstrumenten fehlt m.E. eine warme Nuance oder Durchsetzungsvermögen. Wirklich fette Solosounds habe ich nur wenige gefunden, muß mich da aber noch weiter reinarbeiten. Enttäuscht bin ich vom internen Sequenzer, der auf zahlreiche Seiten verteilt unübersichtlich ist. Einen simplen Loop einzustellen ist umständlich. Punkten kann er aber generell durch den Touchscreen, wobei zahlreiche Sounds auf übersichtlichen Seiten zusammenstellbar sind (auch Combis). Mit dem Samplen habe ich nicht viel gemacht höre aber, dass es recht umständlich sein soll, wenn man das nicht am PC macht. Der Grundsound begegnet mir am Kronos jedoch in zahlreichen Presets und da würde ich ihn meist als etwas digital einstufen.

    Der Clavia Nord Stage 2 liegt auch in ähnlicher Preisregion. Soll ja absolut bühnentauglich sein mit zahlreichen Poti-Direktzugriffen und daher brauchts nur ein Minidisplay. Neben überzeugenden Samples für Klavier, E-Piano etc. bietet er aber mit den fetten Analogsound auch einen leicht erkennbaren Grundcharakter, der etwas eingefärbt ist und von dem ich meine, dass ich ihn mir schnell übergehört habe, zumindest wenn ich ihn als Hauptinstrument einsetzen würde.

    Der Kurzweil PC3 liegt eher auf dem Preisniveau des Jupiter 50, hat wohl auch ähnliche Abmessungen. Viele Samples vor allem auch Flächen und Chöre haben mir bei den Demos sehr gut gefallen. Insgesamt stört mich aber das etwas anachronistische Zeilen-Display. Hab ihn aber noch nicht live angetestet. Könnte mir durchaus gefallen aber bei den Recherchen fehlte mir doch der letzte Kick zu seinen Gunsten.

    Letztlich fällt meine Wahl auf den Jupiter 80, weil er einfach genau die fetten, analogen Flächen, breite Chöre aber auch unglaubliche Streichersimulationen bietet, die mir in den Querbeet-Web-Demos am besten gefallen haben. Man merkt dem Instrument an, dass es den Musiker und die Klangseele ansprechen will. Die erwähnte, orchestrale Orientierung auch für Filmusiken will Geschichten erzählen oder unterstreichen.

    Ich bin schon gespannt, wie intensiv die Begegnung sein wird und ob ich mich mit dem Jupiter 80 dauerhaft musikalisch weiterentwickeln kann, traue ihm das aber mehr als den anderen, derzeit aktuellen Oberklassen-Synthies oder Workstations zu.

    VG Stefan_tf

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