Reason Essentials Testbericht

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Reason Essentials Testbericht

Die Rückseite der virtuellen Gerätschaften mit ihren Verbindungskabeln


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Was ist es?

Bei Reason Essentials handelt es sich um eine so genannte DAW-Software, die für Einsteiger geeignet sein möchte. Das Aufnehmen, Arrangieren und Abmischen deiner Musik soll mit dieser Software in vergleichsweise bescheidenem, aber womöglich für deine Bedürfnisse ausreichendem Umfang möglich sein. Im Gegensatz zu vielen anderen abgespeckten Versionen von DAW-Programmen ist die Anzahl der nutzbaren Audio- und MIDI-Spuren in Reason Essentials nicht begrenzt.

Eine Auswahl der für die ausgewachsene Version erhältlichen virtuellen Instrumente und Effekte sind hier enthalten. Für Gitarristen gibt es beispielsweise Gitarren- und Bassverstärker sowie Cabinets und Effekte aus dem Hause Line 6. Auch 1 GB Samples sind mit an Bord.

Die Software steht für Windows und Mac OS X zur Verfügung. Im Lieferumfang befindet sich ein USB-Stick, auf den sich bei Bedarf die Lizenzdaten transferieren lassen.

In diesem Artikel werde ich hauptsächlich einige Einschätzungen geben, inwieweit sich diese Version für Einsteiger eignet und für welche Zielgruppe von Musikern sie welche Möglichkeiten bietet. Die für eine DAW-Software naturgemäß zahlreichen Features und den spezifischen Workflow der Bedienung werde ich nur in geeigneten Ausschnitten behandeln, nicht zuletzt weil auf delamar bereits der in den Kernaspekten hierauf übertragbare Reason 6 Testbericht erschien.

Im Paket mit dem Audio Interface Propellerhead Balance ist Reason Essentials auch zu haben.

Reason Essentials Testbericht

Hier ist unser Reason Essentials Testbericht

 

Reason Essentials Testbericht

Erster Eindruck

Eine kleine Pappbox mit einem freundlichen bemalten Kärtchen, das einfach formulierte Installations- und Registrierungshinweise enthielt, purzelt mir nach dem Auspacken entgegen. Eine gedruckte Anleitung ist nicht vorhanden, sehr schade. Immerhin gibt es eine deutschsprachige PDF-Datei mit Installationshinweisen.

Die Installation der Software verläuft einfach und reibungslos, nach der Registrierung meines Nutzerkontos auf der Website des Herstellers, der Autorisierung des Programms per Seriennummer und dem Aufspielen des jüngsten Updates (auf der Website leicht zu finden) kann es losgehen. Erst etwas später habe ich herausgefunden, wie ich meine Lizenzdaten für Reason Essentials noch nachträglich auf den mitgelieferten USB-Stick überspielen kann. Das hätte auch einfacher geregelt werden können, etwa direkt über den Autorisierungsdialog.

Beim ersten Start kommt gleich der Auswahlkasten für den zu nutzenden Treiber deines Audio Interface sowie ggf. für das angeschlossene MIDI-Keyboard. Bei Letzterem könnte die Auswahl noch etwas größer sein – unser Akai MPK61 (wahrlich kein Exot) hat es nicht automatisch gefunden, da es keine Voreinstellung dafür gibt. Immerhin: Für diverse andere Geräte dieses Herstellers stehen Presets bereit. Danach erfreute mich das Programm mit seiner flexibel konfigurierbaren Oberfläche – alle drei Hauptbereiche (Rack, Sequenzer und Mixer) lassen sich beliebig vergrößern und verkleinern bzw. ganz ausblenden, außerdem gibt es die Möglichkeit, diese Bereiche in separate Fenster auszulagern.

 

Rack, Instrumente und Effekte

In einem neuen Projekt präsentiert ein kleines schwebendes Fenster gleich die verfügbaren Instrumente – eine Drum Machine, ein Synthesizer, ein Sampler, ein Loop-Player und ein »Instrument Device« mit diversen virtuellen (E-)Pianos und Orgeln, Gitarre/Bass, Streichern, Drums und mehr. Intuitiv nutzte ich Drag & Drop, um eines dieser Instrumente in mein Projekt einzufügen – funktioniert. Auch ein Doppelklick tut’s. Es ist immer schön, wenn altbewährte Bedienweisen nicht zwanghaft über Bord geworfen werden, so dass man sich als fortgeschrittener Nutzer gleich besser zurechtfindet.

Die Auswahl ist sehr ordentlich und bietet einen guten Querschnitt für den Einstieg und darüber hinaus; der Hersteller hat Instrumente wie SubTractor und ReDrum nun schon über etliche Jahre hinweg feinschleifen können. Die Piano-Sounds sind prima, Synthie und Drum Machine bewährt. Auch bei den Effekten ist eine Auswahl der essentiellen Signalverarbeiter getroffen worden: EQs, Kompressor & Bus-Kompressor, Reverb, Delay, Distortion, Chorus/Flanger sowie die immerhin drei Gitarren- und zwei Bass-Amps inklusive jeweils passender Cabinets von Line 6. Wer sich kreativ austoben möchte, könnte früher oder später an Grenzen stoßen. Zum Abmischen ohne große Sperenzchen und für überwiegend handgemachte Musik ist das aber ausreichend.

Hier ist ein Klangbeispiel für die Bandsättigung und -kompression, die der Multieffekt Scream 4 auf Drums zu erzeugen weiß, außerdem ein paar der, wie ich finde, richtig fein klingenden Amps:

Drums Dry

Drums distortet

Drums Reverb

Gitarre Dry

Gitarre Amp 1

Gitarre Amp 2

Herkömmliche Plugins, also software-basierte Effekte und Instrumente, die über die bewährten Schnittstellen VST, AU und Co. operieren, werden nicht unterstützt. Dafür soll das geschlossene Ökosystem Reason mit den zahlreichen internen Instrumenten und Effekten eben umso stabiler funktionieren, was ich zumindest aus meiner Erfahrung mit den Vorgängerversion bestätigen kann. Zudem gibt es mit dem Shop für die sogenannten Rack Extensions seit einiger Zeit auch für Dritthersteller die Möglichkeit, Erweiterungen im Reason-eigenen Format zu programmieren und über den Shop von Propellerhead zu vertreiben.

Es soll noch einmal betont werden, dass sich Reason Essentials nicht an arrivierte Profis richtet – die sind sich eh schon bewusst, dass es in der weiten Welt der Plugins für VST, AU, AAX und Konsorten unzählige Instrumente und Effekte mit mehr Möglichkeiten gibt. Einschränkend sei gesagt, dass dieses Urteil nur für Reason Essentials im Auslieferungszustand gilt. Wer weiß, welche Kostbarkeiten im frisch eröffneten Propellerhead Shop auf dich warten und noch entwickelt werden.

Reason Essentials Testbericht

Die Rückseite der virtuellen Gerätschaften mit ihren Verbindungskabeln

Um die Möglichkeiten von Reason Essentials auszuschöpfen, solltest Du dich mit der Rückansicht der Geräte (bequem per Tabulatortaste erreichbar) beschäftigen. Hier gilt es nämlich, Strippen zu ziehen, von den Ausgängen eines zu den Eingängen eines anderen Instruments, je nachdem, wie die Verkettung der Effekte und Instrumente passieren soll. Ich fand eine modulare Umgebung, ob nun in dieser Gestaltung oder einer anderen, schon immer wesentlich intuitiver, als sich mit Inserts und Sends herumzuplagen. Wer sich mit letzteren angefreundet hat, brauch aber nicht bangen, denn sie finden sich auch im Mixer (siehe unten) wieder.


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SEHR GUT

Reason Essentials Testbericht am 12.10.2012

Produkt:      Reason Essentials
Hersteller:  

Preis:  99,00 Euro
UVP:    120,00 Euro

Kurzfazit

Musikprogramm für Einsteiger. In dieser gelungenen DAW-Software finden sich die wichtigsten Werkzeuge zum Musikmachen.

Für wen

Einsteiger und Fortgeschrittene, die eine komplette, stabile, aber geschlossene Umgebung zur Musikproduktion bevorzugen.

Wichtige Merkmale
  • DAW-Software
  • Windows & Mac OS X
  • 32 & 64 Bit
  • Instrumente & Effekte inklusive
  • 1 GB Samples

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Reason Essentials Testbericht: DAW für den flinken Einstieg in Recording & Mixing'

  • Pfau Thomas   16. Okt 2012   23:21 UhrAntworten

    Was schreibt man zu Reason Essentials 1.5?
    Also in Verbindung zu anderen Daws als Rewireinstrument z.B. unter Samplitude oder Cubase finde ich es sehr gut .Man kann da ganz gute Instrumente rauszaubern.Was sage ich zu Rack Extensions ?
    Es währe nach meiner Meinung besser gewesen man hätte VST oder AU Instrumente mit einbinden können.Am schärfsten finde ich die Line 6 Bass und Gitarren Amps sie lohnen sich da.
    Ich finde es ist der richitge einstieg in Reason.
    Ich gebe mal von 5 Punkten 3 Punkte 2 punkte weniger wegen dem Rack Extensions das keiner braucht.
    Lieber Vst oder AU.

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